Hatred: Die ersten zehn Minuten

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Wegputzer
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Wegputzer »

Das Spiel an sich scheint mir ziemlich uninteressant zu sein. Einfach nur ohne Sinn und Verstand zumeist wehrlose Passanten abzuschlachten, kann man wohl kaum als spielerisch anspruchsvolle Herausforderung betrachten.

Aber es soll ja tatsächlich Spieler geben, die gar keine spielerische Herausforderung suchen (zuwenig Zeit/Skill/Hirn usw.). Manchen scheint es zu reichen, einfach mal die (virtuelle) Sau herauslassen zu dürfen.

Offensichtlich gibt es sogar Spieler, denen die von gebotenen "Inhalte" für die komplette Immersion noch nicht ausreichen. Schließlich fehlen ja noch Kinder, schwangere Frauen und Krüppel als potentielle Opfer.

Nun, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Vielleicht werden die fehlenden Opfer noch als Patch nachgereicht, um auch die letzten Gewaltphantasien zu befriedigen. Wer's braucht ...

Viel interessanter als das Spiel selbst scheint mir die von Hatred angesprochene Zielgruppe zu sein. Die sollte man vielleicht mal psychologisch beleuchten. Gewalt ist immer schon ein Bestandteil von vielen Computerspielen gewesen. Dagegen ist aus meiner Sicht auch nichts zu sagen. Die Frage ist nur, ob es da nicht Grenzen geben sollte und wie diese Grenzen ggf. zu definieren wären.

Eines ist für mich jedenfalls klar: Mit Spielen wie Hatred hat sich die die Computerspielbranche definitiv keinen Gefallen getan. Den Gegnern von Computerspielen hat man damit wieder reichlich Munition geliefert, um Computerspiele und Gamer kollektiv zu verteufeln. Danke dafür ... :roll:
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studentenkopp
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von studentenkopp »

Danke @mrarcher für diese Klarstellung. In diese Richtung zielte ja auch mein ursprünglicher Beitrag ab.
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Clusterpain
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Clusterpain »

Wegputzer hat geschrieben: Eines ist für mich jedenfalls klar: Mit Spielen wie Hatred hat sich die die Computerspielbranche definitiv keinen Gefallen getan. Den Gegnern von Computerspielen hat man damit wieder reichlich Munition geliefert, um Computerspiele und Gamer kollektiv zu verteufeln. Danke dafür ... :roll:
Nein. Im vorauseilenden Gehorsam sich selbst bzw. die eigene Branche zu zensieren, nur weil es einigen Leuten nicht passt, kanns nicht sein. Wenn man als Spieler Ernst genommen werden will, gehören halt auch solche Spiele zu dem Gesamtbild, auch wenn man sie selbst nicht spielt oder sogar ablehnt. Das muss man als Gamer in Kauf nehmen, dass es andere Gamer gibt, die soetwas haben wollen.
frostbeast
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von frostbeast »

Also ich finde töten so ziemlich sinnvoll. Jemand ist nicht deiner Meinung? Einfach umnieten und schon hat man recht. Einfach und unkompliziert. Ich bin überrascht, wie wenig Leute das praktizieren.
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BigEl_nobody
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von BigEl_nobody »

Bis jetzt ist das in der Öffentlichkeit ja noch relativ verhalten geblieben mit der Aufmerksamkeit. Aber wehe der nächste Amokläufer hatte Hatred auf seinem Computer installiert :roll:
Luststrolch
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Luststrolch »

mr archer hat geschrieben:
Lex-kun hat geschrieben: Als ob ein eingeworfener Grund zum töten von Leuten in anderen Spielen irgendwie das Töten "moralischer" machen würde ... da bleibt mir fast die Spucke weg.
Ich nehm mal das hier, stellvertretend für die restlichen Posts, die das gleiche Argument vorbringen. Ist auch nicht das erste Mal, dass ich das poste.

Also.

Die Grundprämisse dieses Argumentes ist ironischerweise, dass man sich als Videospieler den Killerspielvorwurf zu eigen macht. Wenn das so stimmt, haben Pfeiffer und all die anderen immer schon Recht gehabt und Leute spielen diese Spiele, weil sie "töten" wollen. Ich halte das aber für nicht richtig. Es geht im Actionspiel nicht um "Gewalt". Genauso wie es im Actionfilm nicht um "Gewalt" geht, oder im Western oder im Mantel-und-Degen-Film. Es geht darum, dass der Held/die Heldin gewinnt und das einem das möglichst spannend erzählt wird. Und dazu braucht die Geschichte einen Plot, einen Auslöser, der mich mit dem Protagonisten mit fiebern lässt. McLaine kämpft sich durchs Hochhaus nach oben zu Gruber. Der Marine kämpft sich durch die Marsbasis zum Spider-Mastermind. B.J.Blaskewicz kämpft sich aus dem KZ raus und zu Mech-Adolf durch. Die Übermacht ist erdrückend. Aber wir sind gewitzter als die KI, die uns sobald sie unser angesichtig wird, ans Leder will. Das macht Spaß und ist spannend. Die komplette Spielwelt ist aggressiv. Und wir besiegen sie Dank unseres Geschicks. Ein Hindernisparcour.
Sorry, aber da stellst du die meisten Gamer in einem sehr guten Licht dar.

Ich kann mich noch sehr gut an meine Abi/Studienzeiten erinnern, als Spiele wie Soldier of Fortune, Kingpin usw. angesagt waren. Zumindest in der Informatik Fakultät bei uns ging es dort der überwiegenden Mehrheit einfach nur um Gewaltdarstellung. Hype gab es um neue Shooter immer dann, wenn man dort möglichst detailiert Arme, Beine etc. abschießen konnte und möglichst viel Pixelblut geflossen ist. Als Soldier of Fortune rauskam wurde im Labor im Prinzip nur noch dieses Spiel gespielt und meistens standen roße Gruppen um diese PCs herum und staunten, "wie krass man da alles zerfetzen kann".

Ich kann mich auch an noch ältere Zeiten auf dem Amiga erinnern, als ich in meiner Kindheit war und da waren es eigentlich auch immer diese Sorte Spiele, die "cool", "krass" etc. hervorriefen.


Heute lockt mich sowas nicht mehr vor den Monitor, aber ich war selbst lange genug bei solchen Spielen am Start, weshalb ich es mir nicht anmaße jetzt plötzlich über andere Gamer wegen sowas zu urteilen.

Wer mir aber erzählt, dass es in Spielen wie Soldier of Fortune, Wolfenstein (Teil X - Y), Kingpin, Postal etc. nicht primär um Gewalt geht...

Ich finde diese Spiele aber nicht halb so schlimm, wie die "auf sauber" machenden politisch indoktrinierenden Militärshooter ala Call of Duty, Battlefield oder Medal of Honor, die das Moorhuhn-artige Fließbandtöten in meist amerikanischem Militärumfeld verherrlichen und gleichzeitig auch noch das gerade politisch gewünschte Feindbild (entweder die bösen Russen oder aktuell eben verstärkt bärtige Araber) pushen.

Wenn man meint, dass man in einem Spiel mit einem Sturmgewehr massenhaft Gegner zusammenschießen muss, dann sollte man die Folgen davon auch zeigen dürfen. Krieg ist nicht sauber und man erscheint nicht 5 Sekunden nach dem tot am anderen Ende des Schlachfeldes aufs Neue.
Gast
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Gast »

Wegputzer hat geschrieben:Den Gegnern von Computerspielen hat man damit wieder reichlich Munition geliefert, um Computerspiele und Gamer kollektiv zu verteufeln. Danke dafür ...
Die Gegner von Videospielen hatten schon immer ausreichend Munition. Entweder wurde es von der ein- oder anderen Seite aus geliefert (Manunt, Postal), und/oder haben sie sich diese einfach selber hergestellt (siehe das populäre Killerspiel Final Fantasy 7, den von Mr. Breivik persönlich empfohlenen Kreuzzugshometrainer World of Warcraft oder den Kettensägen-Schulmädchenmördersimulator Counter-Strike).

Clusterpain hat es schon richtig gesagt: Dämliches Spiel, aber man muss wohl damit leben, dass auch so etwas hergestellt wird und seine Zielgruppe findet (vergleichbar in etwa mit Human Centipede 3 im aktuellen Kinoprogramm).
Zuletzt geändert von Gast am 29.05.2015 15:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Michi-2801
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Michi-2801 »

Sevulon hat geschrieben:Erinnert mich irgendwie an die alten Debatten über Musik wie Black/Death Metal oder später Deutschrap. Da hieß es dann auch immer, dass das ja nur für kranke, geistig gestörte Leute ist :D
Bei Deutschrap trifft das ja auch voll zu
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Hyeson
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Hyeson »

Skabus hat geschrieben:
Lex-kun hat geschrieben:Wenn ich mich recht erinner muss man bei Postal 2 nur Milch kaufen und dann hat man gewonnen ... eins der harmlosesten Spiele der Welt also.
Ne, stimmt nicht ganz. Es gab einige Missionen bei denen du Leute töten MUSSTEST.

Aber bei Postal kann man ja wie bei GTA einfach behaupten "es ist Satire" und schon ist man von allen Vorwürfen freigesprochen.

Ich behauptet jetzt einfach mal hatred ist auch Satire. Warum? Kein Spiel kann so langweilig und eintönig sein. Die Entwickler wollten EINDEUTIG ein satirisches Statement abgeben und allen potenziellen Amokläufern zeigen, wie uninteressant ein Amoklauf ist. So und nicht anders muss es sein!

@studentenkopp: Wir brauchen gar nicht diskutieren. Du liest nur das was du gerne lesen willst. Lohnt nicht mit dir zu diskutieren.

MfG Ska
Doch doch. Postal lässt sich komplett ohne Kill durchspielen. Gibt das "My name is Jesus" Achievement auf Steam. Haben aber nur 0,3%. Überraschend....... also, dass es doch so viele sind :P.
Michi-2801 hat geschrieben:
Sevulon hat geschrieben:Erinnert mich irgendwie an die alten Debatten über Musik wie Black/Death Metal oder später Deutschrap. Da hieß es dann auch immer, dass das ja nur für kranke, geistig gestörte Leute ist :D
Bei Deutschrap trifft das ja auch voll zu
:lol:
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Kibato
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Kibato »

Kranker scheiß... wieso sollte ich einen Amokläufer spielen wollen.
Kann gerne beschlagnahmt werden.
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Temeter 
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Temeter  »

Von virtuellen Medien auf die Persönlichkeit von Leuten zu schließen ist sowieso eine Unsitte, die man mittlerweile mal loswerden sollte. Genau darum gehts doch in dieser ganzen bescheuerten Killerspieldiskussion.

Nur weil man anderer Leuten Interessen/Neugier/Fantasie nicht nachvollziehen kann - wobei hier außer Kontroverse nicht allzuviel drinzustecken scheint - muss nicht gleich immer diese peinliche Moralkeule geschwungen werden. Solange jemand zwischen Fantasie und Realität unterscheiden kann, was auf den absoluten Großteil der Bevölkerung zutrifft, sind Gedanken nicht schädlich. Das ist einfach nur mittelalterlicher Schwachsinn. Im Gegenteil sinken Gewaltkriminalität und Mordrate konstant, während Medien freier und freier mit Gewalt und Mord umgehen.

Oder das Pseudoargument, ein Werk wie Hatred würde irgendwie der Gesamtheit Spielen schaden. Es gab sehr viel schlimmere Spiele als dieses dämliche Ding hier, und der Film hat Dreck a la A serbian Film und Human Centipede auch unbeschadet überstanden.
Zuletzt geändert von Temeter  am 29.05.2015 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
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WH173W0LF
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von WH173W0LF »

Zum GTA/Hatred Vergleich mal ein Gedanke:

Man stelle sich vor man müsste in beiden Spielen eine Vergewaltigung durchführen um zum Ziel zu kommen. Ist die Vergewaltigung in GTA schwächer zu bewerten weil es "Satire" ist? Würden die gleichen Personen die gleiche Meinung äußern?
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mr archer
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von mr archer »

Luststrolch hat geschrieben:
Ich kann mich noch sehr gut an meine Abi/Studienzeiten erinnern, als Spiele wie Soldier of Fortune, Kingpin usw. angesagt waren. Zumindest in der Informatik Fakultät bei uns ging es dort der überwiegenden Mehrheit einfach nur um Gewaltdarstellung. Hype gab es um neue Shooter immer dann, wenn man dort möglichst detailiert Arme, Beine etc. abschießen konnte und möglichst viel Pixelblut geflossen ist. Als Soldier of Fortune rauskam wurde im Labor im Prinzip nur noch dieses Spiel gespielt und meistens standen roße Gruppen um diese PCs herum und staunten, "wie krass man da alles zerfetzen kann".
Und wie lange genau hat dieser Effekt für die Spielmotivation vorgehalten? Klar ist Gore fetzig. Für fünf Minuten. Dann muss er variiert werden, sonst wird's öde. Niemand der nicht therapiebedürftige Probleme hat, spielt Doom, weil er 30 Level lang davon gekitzelt wird, wie dem Cacodeamon das Auge rausspritzt. Und jedes deiner genannten Spiele funktioniert nach dem von mir beschriebenen Muster der aggressiven KI, gegen die ich als Spieler gewinnen will/muss, wenn ich das Game over vermeiden will. Und sei es, in der Hoffnung, später im Spiel noch krasseren Gore sehen zu können.

Hatred ist im übrigen was diesen Gore angeht scheints eher zahm.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Ich bin sicherlich nicht ziemperlich, aber wie kann man in einem Spiel dermassen realistische Gewalt darstellen und dann für die eigene Spielfigur einen sich regenerierenden HP-Balken verwenden?

Ich finde es ebenfalls sehr bedenkenswert, daß dieses Spiel zwar an ein amerikanisches Szenario erinnert, aber kein Zivilist eine Schusswaffe zu besitzen scheint.

Die Spielwelt ist mir allgemein nicht wehrhaft genug. In einer echten Amoklaufsituation suchen Leute Schutz, verstecken sich oder gehen hinter Mobiliar in Deckung. In diesem Spiel rennen sie eher herum wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

Und diesen Emo als Protagonisten finde ich ebenfalls viel zu stereotypisch. Echte Amokläufer haben auch niemals so tiefe Stimmen. :)
mr archer hat geschrieben:Die Grundprämisse dieses Argumentes ist ironischerweise, dass man sich als Videospieler den Killerspielvorwurf zu eigen macht. Wenn das so stimmt, haben Pfeiffer und all die anderen immer schon Recht gehabt und Leute spielen diese Spiele, weil sie "töten" wollen. Ich halte das aber für nicht richtig.
Das ist sehr süß von dir. ^^
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mr archer
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Re: Hatred: Die ersten zehn Minuten

Beitrag von mr archer »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: Das ist sehr süß von dir. ^^
Gutmensch und stolz darauf.