Zwischen 30 und 60 fps gibt es natürlich einen Unterschied und der ist im direkten Vergleich sehr deutlich sichtbar. Gibt sehr viele verschiedene Tests:
http://boallen.com/fps-compare.html
http://www.testufo.com/#test=framerates ... ne&pps=480
http://www.30vs60fps.com/
Sind 30 FPS = ruckeln? Nunja, die Frage kann auch ich nicht allgemein beantworten. Ich für meinen Teil empfinde 30 Bilder pro Sekunde nur dann als etwas ruckelig bzw. nicht ganz flüssig, wenn ich zuvor ein Game in 60 fps erlebt. Schlimmer wird es, wenn ich die selbe Szene zuerst in 60 und dann in 30 fps erlebe (z.B. bei Forza Ingame vs Replay), denn dann habe ich tatsächlich das Gefühl, dass das Spiel ruckeln würde.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ein PCler, der jahrelang nur mit 60 FPS gezockt hat, 30 Bilder pro Sekunde ziemlich lange als Ruckeln empfinden wird.
Übrigens wirken die meisten 30 fps Spiele flüssiger als sie eigentlich sind. "Schuld" daran ist das mal mehr mal weniger stark eingesetzte Motion-Blur. Im Falle einer Bewegung ist alles bis auf gewisse Punkte (z.B. Waffe bei Shootern) unscharf. Man sieht also praktisch 30 unscharfe Bilder in der Sekunde. Dies wirkt flüssiger als 30 scharfe Bilder in der Sekunde. Gut zu sehen, wenn man z.B. ein Rennspiel mit und dann eins (oder am besten das Gleiche) ohne Bewegungsunschärfe spielt.
Übrigens kann man nicht allgemein sagen, dass 60 fps Rennspiele automatisch ein besseres Geschwindigkeitsgefühl haben, als welche mit der halben Framerate, da hier viele weitere Faktoren entscheidend sind. Dasselbe Rennspiel wirkt (zumindest auf mich) allerdings sehr wohl etwas schneller.
Sind Rennspiele nun auch mit 30 fps spielbar? Prinzipiell ja. Man könnte hier sicherlich auch irgendwelche wissenschaftliche Gründe liefern, der Verweis auf Spiele wie z.B. den F1-Games auf 360/PS3, Forza Horizon, etc. reicht mMn aber aus. Gerade Arcade-Racer, die ja eine recht seichte Fahrphysik haben und in denen die Berührung mit einem Gegner nichts schlimmes ist, lassen sich auch mit 30 fps sehr gut spielen. Aber auch hier ist das doppelte besser, auch wenn es (abhängig vom Game natürlich) spielerisch kaum bis überhaupt keinen Unterschied macht und sei es nur aufgrund des flüssigeren und etwas schneller wirkenden Spielerlebnisses.
Bei Rennsimulationen machen 60 fps dagegen wegen der ausgefeilten Fahrphysik und dem Kampf um jedes Zehntel, auch spielerisch einen Unterschied. Das durfte ich in den ganzen Jahren immer wieder erkennen. Hier sei gesagt, dass in guten Rennsims die Fahrphysik mit deutlich mehr Frames "läuft", als überhaupt am TV ausgegeben wird. Wenn ich mich nicht irre, dann dürften es z.B. bei Forza 4 über 200 gewesen sein. Nehmen wir das mal als Beispiel:
Als Fahrer nimmt man sich immer etwas von der Strecke als Orientierung für den Bremspunkt. Nehmen wir jetzt mal an, das Spiel wurde so programmiert, dass das 100 Meter Schild den optimalen Bremspunkt darstellt. Man fährt nun mit über 300 km/h und möchte genau am 100 Meter Schild mit dem Bremsen beginnen. Die Fahrphysik "läuft" mit 200 Frames und wir spielen die Szene einmal mit 30 und einmal mit 60 FPS. Wann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass wir für die Fahrphysik den Bremspunkt am ehesten und genauesten treffen? Wenn wir das Schild 30 mal in der Sekunde sehen, also 30 mal in der Sekunde die Information erhalten, wo sich das Schild aktuell befindet oder wenn wir das Schild 60 mal in der Sekunde sehen und somit in der gleichen Zeit doppelt so oft die Information erhalten, wo das Ding gerade steht?
Andere Veranschaulichung (wenn auch etwas übertrieben): Fahrphysik erneut 200 Frames. Simulation des schlimmsten Falls:
Wir fahren auf eine Kurve zu, bremsen und lenken ein. Nun verlangsamen bzw. stoppen wir die Situation und nennen den aktuellen Frame Frame 1. Fahrphysik befindet sich also bei Frame 1, der 60 fps Spieler ebenfalls bei Frame 1 und der 30 fps Spieler auch. Nun wechselt die Fahrphysik zu Frame 2, die Spieler sehen wegen der niedrigen Bildwiederholrate aber noch immer Frame 1. Nun nehmen wir mal an, die Fahrphysik gibt bei Frame 2 den Startschuss für das Ausbrechen des Hecks. Die Spieler bekommen davon natürlich nichts mit, da sich sich noch immer bei Frame 1 befinden. Es vergeht nun eine gewisse Zeit X und die Fahrphysik berechnet weitere Y-Anzahl an Frames (kann man berechnen, will ich aber nicht), bis der 60 fps Spieler sein nächstes Bild und somit seine nächste Information erhält. Im Falle des 30 fps Spielers vergeht sogar 2 x X und 2 x Y, also das Doppelte, bis er seine nächste Info erhält. Übertrieben ausgedrückt kann man also sagen, dass die Kacke bereits am dampfen ist, bis er es überhaupt riecht.
Wie gesagt, kein 100% realistisches Beispiel, aber zur Veranschaulichung sollte es reichen. :wink: