Cheraa hat geschrieben:
Die Produktion eines Videospiel zur 16Bit Ära (Sega Mega Drive / SNES) hat zwischen 50.000 und 300.000$ gekostet.
Die Produktion eines Videospiel in 2013 kostet zwischen 20 Mio. und 200 Mio. $.
Zur 16Bit Ära hat ein neues Spiel 100-160 DM gekostet, in 2013 kosten Spiele 40-70€.
Vielleicht erkennst du nun, wo die gestiegenen Kosten in dieser Branche liegen. Und weisst du was der Witz ist? Viele PC Gamer schreien jetzt schon wie schwach die PS4 doch ist, aber frage dich mal, wo soll das enden? Videospiele die 200-400 Mio. $ kosten aber für 30€ verkauft werden? Ist doch arg unrealistisch oder meinst nicht?
Pfoerti hat es ja schon angesprochen.
Der Markt für Videospiele/ interaktive Medien hat sich so stark gewandelt, sodass die drastisch gestiegenen "Kosten" der Produktion von den massiv gestiegenen Absatzzahlen und Einnahmen mehr als aufgefangen wird.
Wieso ist das unrealistisch? Das hängt einzig und allein davon ab wie hoch der Gewinn in Relation zu den Kosten ist.
GTA 5: 200 Millionen Dollar Produktionskosten (Und keiner weiß wie viel dafür auf Marketing draufging, was man höchst umstritten als Teil der "Produktionskosten" ansehen kann), 1 Milliarde Dollar Gewinn in 3 Tagen! Hätte man das Spiel also selbst für die Hälfte angeboten, wäre man immer noch mit astronomischen Gewinn ausgegangen, vom langfristigeren Absatz und Gewinn ganz zu schweigen (Scheinen wohl viele Leute, gerade Investoren, zu vergessen das sich Spiele auch länger als zwei Wochen verkaufen...).
Oder nimm World of Warcraft, da sind die Produktionskosten in Relation zu dem was man jahrelang eingenommen hat ein schlechter Scherz (Retailpreis für Spiel und Add-Ons samt abermillionen Abos). Selbst erfolgreiche F2P Titel zeigen das theoretisch die Einnahmen durch den Kaufpreis in Relation zu den Produktionskosten vernachlässigbar sind, wenn man konstanten Gewinn anderwertig generiert (Werbung, Mikrotransaktionen usw.)
Der gigantische Erfolg der Spieleindustrie in den letzten 30 Jahren ist ja schon Beweis genug dafür das die Gewinnspannen für die großen der Branche stetig angestiegen sind, von welchem Geld hätte man sonst Imperien wie EA, Activision/ Blizzard, Nintendo usw. aufbauen sollen? (Sony und Microsoft muss man dabei leicht außen vor lassen, da bei solchen Unternehmen der Bereich Videospiele noch ein relativ junger ist und deren Aufstieg zu Großunternehmen anderweitig begründet ist).
Oder soll Dein Argument ernsthaft sein, dass die Hardwarepreise für Software (sprich Cover, Booklet, Datenträger) so drastisch gesunken sind, dass sich das auf die Spielepreise an sich niederschlagen müsste? Wie hoch mag wohl der Prozentteil dieser produktionstechnischen Hardware an den Gesamtkosten der Entwicklung sein? Du argumentierst hier im Promillebereich...
Ganz ernst gemeint war das nicht, schließlich werden zwar Datenträger günstiger, aber es werden ja auch immer größere Datenträger benötigt um die Größe der Spiele zu stemmen. Das wird sich wohl kosten-/nutzentechnisch irgendwo die Waage halten schätze ich.
Aber inwiefern sich Vertriebskosten auf den Spielepreis niederschlagen halte ich trotz allem für einen interessanten Punkt. Hier wären konkrete Zahlen hilfreich anstatt einfach in den Raum zu werfen das das unerheblich ist.
EDIT: Um also nochmal auf den ursprünglichen Punkt zurückzukehren, sehe ich wie gesagt im Endeffekt keine rational wirtschaftliche Begründung (außer der schieren Geldgier und Ausbeutung der Konsumenten) dafür, dass der durchschnittliche Standartpreis für Konsolenspiele mit den Generationen weiter wächst, anstatt wenigstens zu stagnieren oder gar zu fallen...