Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte auf verfassungsfeindliche Symbole beschränkt

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muecke-the-lietz
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von muecke-the-lietz »

ronny_83 hat geschrieben:
muecke-the-lietz hat geschrieben:Natürlich wurden Spiele dann wieder kommerziell, aber ab dem Zeitpunkt haben Spiele sich kontinuierlich weiterentwickelt, und das nicht nur in technischer Hinsicht.
Sehe ich völlig anders. Das Verhältnis von wertvollem zu nicht wertvollem ist mittlerweile auf dem selben Niveau wie bei Film und Musik. Und das in nur einem Bruchteil der Geschichtsdauer anderer Medien.

Das Thema "Kommerz" spielt bei der Definition von Kunst nur eine untergeordnete Rolle. Auch Filme wurden seit jeher entweder gegen Bezahlung vorgeführt oder kostenlos vorgestellt. Da gibt es keinen Unterschied zu Spielen. Das Spiel sticht hier somit nicht hervor. Auch das Medium Film wurde zu Anfang nur von Visonären genutzt, um neue Kunst zu schaffen, die dann einem Publikum vorgeführt wurde. Das macht man im Theater, der Malerei und der Literatur ja schließlich nicht anders. Wie alle anderen Medien hat sich auch der Film erst über gewisse Zeit zu einem Massenmedium herausgestellt. Das war es auch nicht von Anfang an.
Das ist leider so nicht ganz richtig.

Es gab Visionäre, es gab die Schöpfer, die gezeigt haben, was man mit dem Medium Film machen kann. Aber zu 90% waren Filme in 10ern, 20er, 30er reine Auftragsarbeiten und zum Teil ekelhaft propagandistische Werke. Der Film wie wir ihn heute kennen, wurde in Hollywood geboren und da ging es von Anfang an nur um Kohle.
Aber das ist Filmgeschichte, und wenn man die Sache weltweit betrachtet, sind die Anfangszeit hochspannend. Auch wenn man mal im kleineren Filmmuseen ist und sieht, wie penibel viele Filme restauriert werden mussten und wie abenteuerlich es stellenweise war, an die Filmrollen war, merkt man erst, wie egal es gerade den Financiers am Anfang war, was mit ihren Filmen geschieht.
Stellenweise wurden Filmrollen massenweise verkauft, um aus dem Zellulid Schuhsohlen zu machen. Das hat mehr Geld gebracht, als die Filme zu bewahren.

Da unterscheiden sich Spiele und Filme gar nicht so. Viele Original von Games aus der Anfangszeit sind ebenfalls verloren gegangen, da hat man nur das Glück, dass es heute wesentlich einfacher ist, Inhalte zu kopieren und in anderer Weise zu vervielfältigen.

Auch, wenn man mal bedenkt, dass Squaresoft damals alle originalen Hintergründe von FF VII gelöscht hat, um Platz zu sparen, sieht man, wie unbeholfen in beiden Medien mit den eigenen Schöpfungen umgegangen wurde.

Nichtsdestotrotz wurden Spiele nach dem großen Crash nicht von der großen Massenindustrie wieder aufgebaut, sondern von waschechten Indiependent Entwicklern, aus denen später große Studios wurden.

Und mal ne andere Frage: Woran machst du eigentlich fest, ob ein Spiel Schrott ist, oder nicht? Selbst wenn ein Spiel auf erzählerischer Ebene Murks ist, kann es immer noch als Spiel selber gut funktionieren. Es ist die Interaktivität die zählt. Und desto besser bei Storyspielen Interaktivität und Story verzahnt sind, desto besser wird das Spiel.

Es braucht gar kein "Papers Please" um zu zeigen, warum Spiele Kunst sind. Aber schaden tut dieser Titel in dieser Diskussion sicherlich auch nicht.

Achja: Und Kommerz spielt bei Kunst überhaupt keine untergeordnete Rolle, sondern ist entscheident und prägend. Viele künstlerische Werke waren gleichzeitig auch hochkommerzielle Produkte. Warhol, Pollok und Picasso waren Stars, die viel Geld mit ihrer Kunst gescheffelt haben und daraus keinen Hehl gemacht haben. Warhol sei hier noch im Besonderen hervorgehoben, weil gerade seine Werke auch durch den Posterdruck zu Massenwaren und Kultobjekten wurden.

Auch große Filmemacher wie Hitchcock mussten Erfolge abliefern und sind stellenweise große Risiken eingegangen um Ende ihr Werk zu verwirklichen und viel Geld zu verdienen.
Bei den Amerikanern stehen Kommerz und Kunst nicht im Widerspruch zu einandern, sondern sind in der Kultur seit jeher eng verzahnt.
Auch der Verzicht auf Kommerz schreibt dem Kommerz an sich ja eine hohe Bedeutung zu.

Von daher bin ich in diesem Punkt überhaupt nicht deiner Meinung. Natürlich sollte der kommerzielle Gedanke nicht an erster Stelle stehen und natürlich gibt es viele Künstler, die sich nicht für den Kommerz als solches interessieren, das bedeutet aber keinesfalls, dass er keine Auswirkungen auf bzw. keine Bedeutung für die Künstler und deren Kunst hat.

Achso, ich seh gerade. Du meintest bei der Definition von Kunst spielt Kommerz keine Rolle. Ja das ist richtig.
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muecke-the-lietz
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von muecke-the-lietz »

ronny_83 hat geschrieben:
muecke-the-lietz hat geschrieben:Achja: Und Kommerz spielt bei Kunst überhaupt keine untergeordnete Rolle, sondern ist entscheident und prägend. Viele künstlerische Werke waren gleichzeitig auch hochkommerzielle Produkte. Warhol, Pollok und Picasso waren Stars, die viel Geld mit ihrer Kunst gescheffelt haben und daraus keinen Hehl gemacht haben. Warhol sei hier noch im Besonderen hervorgehoben, weil gerade seine Werke auch durch den Posterdruck zu Massenwaren und Kultobjekten wurden.

Auch große Filmemacher wie Hitchcock mussten Erfolge abliefern und sind stellenweise große Risiken eingegangen um Ende ihr Werk zu verwirklichen und viel Geld zu verdienen.
Bei den Amerikanern stehen Kommerz und Kunst nicht im Widerspruch zu einandern, sondern sind in der Kultur seit jeher eng verzahnt.
Auch der Verzicht auf Kommerz schreibt dem Kommerz an sich ja eine hohe Bedeutung zu.
Das meinte ich doch. Wenn etwas kommerziell ist, schließt das nicht aus, dass es auch Kunst sein kann.
muecke-the-lietz hat geschrieben:Es gab Visionäre, es gab die Schöpfer, die gezeigt haben, was man mit dem Medium Film machen kann. Aber zu 90% waren Filme in 10ern, 20er, 30er reine Auftragsarbeiten und zum Teil ekelhaft propagandistische Werke. Der Film wie wir ihn heute kennen, wurde in Hollywood geboren und da ging es von Anfang an nur um Kohle.
Nun, bis das bewegte Bild und der Film zum Massenprodukt avencierte, hatte er auch schon 30 Jahre auf dem Buckel. Die Erfindung des bewegten Bildes und Films begann ja nicht erst mit Charlie Chaplin.
Das wird mir jetzt hier leider ein bisschen fiel. Die ersten bewegten Bilder hatten ja noch nichts mit Filmen als Kunstform zu tun. Die Erfinder der bewegten Bilder selber haben darin nicht mehr als eine Jahrmarktattraktion gesehen. Die großartige Geschichte im Grand Cafe mit dem Zug, der auf der Leinwand auf die Zuschauer zufährt und den ganzen Laden von den Stühlen hochschrecken lässt, ist sicherlich jedem bekannt. Das hatte aber weder was mit Kunst noch sonst was zu tun. Das war ne technische Spielerei, wie große Wechselstromanlagen, etc. Da haben die Lumière Brüder aber nichts weiter drin gesehen. Das war zwar eine technische Revolution, aber auch ohne Hintergedanken. Und das war 1895. Ungefähr ab 1903 hat dann der großartige Filmmagier Georges Méliès erkannt, das man mit dem Film auch fiktive Geschichten erzählen kann. Vor allem aber die Spezialeffekte waren der eigentliche Renner. Dieser Mann war tatsächlich noch ein echter Revolutionär und ist im Prinzip der Erfinder des Film wie wir ihn heute kennen. Und gerade von diesem Genie sind heute nicht mehr viele Filme erhalten. Einige, aber viele sind auch verloren gegangen.

Und dann hat es auch gar nicht mehr allzu lange gedauert, bis man den kommerziellen und politischen Aspekt von Filmen begriffen hat. Und in der Filmgeschichte hat Amerika vielleicht nicht den Anfang gemacht, aber durch Hollywood wurden Filme das Massenmedium, als das wir es heute kennen.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 09.04.2014 17:54, insgesamt 1-mal geändert.
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muecke-the-lietz
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von muecke-the-lietz »

ronny_83 hat geschrieben:
muecke-the-lietz hat geschrieben:Das wird mir jetzt hier leider ein bisschen fiel. Die ersten bewegten Bilder hatten ja noch nichts mit Filmen als Kunstform zu tun. Die Erfinder der bewegten Bilder selber haben darin nicht mehr als eine Jahrmarktattraktion gesehen. Die großartige Geschichte im Grand Cafe mit dem Zug, der auf der Leinwand auf die Zuschauer zufährt und den ganzen Laden von den Stühlen hochschrecken lässt, ist sicherlich jedem bekannt. Das hatte aber weder was mit Kunst noch sonst was zu tun. Das war ne technische Spielerei, wie große Wechselstromanlagen, etc. Da haben die Lumière Brüder aber nichts weiter drin gesehen. Das war zwar eine technische Revolution, aber auch ohne Hintergedanken.
Wenn du so an die Sache rangehst, dann ist Höhlenmalerei und Zeichnungen aus der Antike auch keine Kunst. Denn viele Völker, denen wir heute Kunst unterstellen, kannten den Begriff Kunst garnicht. Für die war es auch nur eine "technische Spielerei".
So würde ich das nicht betrachten. Denn Muybridges Serienfotografie war vielleicht ein technisches Wunder und kann heute im Nachhinein als Geburtsstunde des bewegten Bildes und somit auch des Films gesehen werden. Damit sind sie heute selbstverständlich auch Teil der Kunstform Film. Aber inhaltlich waren sie ja nunmal eher dokumentarische Altagsaufnahmen. Nur durch die massive Bedeutung, die Filme heute haben, werden solche Aufnahmen eben auch zu Kunst.

Aber das Filme als Medium tatsächlich zum künstlerischen Schaffen verwendet wurden, begann nuneinmal erst mit Georges Méliès. Und große Künstler wie Fritz Lang haben es denn mit der Nibelungen Sage geschafft, Filme in die Welt der Künste zu hiefen. Sein Werk Metropolis war übrigens ein kommerzieller Flop, was eine ganze Weile zu einer schwachen Risikobereitschaft geführt hat und dem Medium als solches nicht unbedingt gut getan hat. Da sieht man auch wieder den starken Zusammenhang zwischen Kunst und Kommerz. Denn ohne Geld kann Kunst leider nicht leben und sich entwickeln. Wenn der Künstler nichts zum Beißen hat, kann er keine Kunst mehr produzieren. Fluch und Segen halt.
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sabienchen.banned
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von sabienchen.banned »

..Tut mir Leid .. aber ich muss gerade etwas mit Fäkalien durch den Thread werfen..

Ich starte ein Event..
Es gibt mehrere Räume..
In einem Raum hängt ein riesiges Hakenkreuz.
Jeder Besucher kann es mit seiner eigenen Scheisse / Dung / einem täuschend nach scheisse aussehenden Schokoladenpudding bewerfen.
(da wir gesundheitsvorschrfiten haben würde es wohl auf den Pudding hinauslaufen)
..
Ich kreiere ein OnlineVideoSpiel
Es gibt mehrere Räume..
In einem Raum hängt ein riesiges Hakenkreuz.
Jeder Spieler kann es mit seiner eigenen Scheisse / Dung / einem täuschend nach Scheisse aussehenden Schokoladenpudding bewerfen.
billy coen 80
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von billy coen 80 »

Supabock hat geschrieben:
Bee_Maja hat geschrieben:Kleines Intermezzo was das für Auswüchse bei den sog. anti-nazis so an nimmt http://de.ign.com/news/22912/In-Luftrau ... -kein-Nazi :roll:
1. was oder wer sind denn "sog. anti-nazis"?
2. schon mal andere Artikel auf dem deutschen ign gelesen?
3. Die Inspiration von Luftrausers Artstyle ist doch vollkommen klar.
Der Begriff "Anti-Nazis" mag wirklich etwas unglücklich konstruiert sein. Aber mir stellt sich bei der Fraktion der "ewig Aufgeregten" eher die Frage, was z. B. die im Artikel benannten "Nazi-Piloten" gewesen sein sollen? Es gab auch bei der Wehrmacht, der Marine und der Luftwaffe viele ideologisch massiv beeinflusste Sodaten, keine Frage. Gerade die in den letzten Kriegsjahren nachgerückten, jungen Soldaten, die schon durch die Hitlerjugend gegangen waren, galten als besonders stark indoktriniert. Dennoch empfinde ich diese Wortschöpfung als ebenso geschmacklos, als wie jene, die sich über das Artdesign des Spieles ereifern, diese ihrer Meinung nach klare Anspielung ansehen.

Nach dieser Logik könnte man dann auch bei der ganzen deutschen Bevölkerung, welche ja auch einen Anteil an äußerst überzeugten Anhängern der Nazi-Ideologie hatte, unreflektiert von Nazimännern, Nazifrauen und Nazikindern reden.

Was mich an diesen immer wieder sofort aufbrandenenden Überreaktionen derer stört, die nicht müde werden, in alles eine Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches hineinzudeuten, ist, dass sie mit ihrem Verhalten in meinen Augen letztlich auch nichts anderes machen, als reflexartig ihren Kopf in den Sand zu stecken, sobald irgendwo etwas zu sehen oder zu hören ist, was ihrer Ansicht nach irgendwie auf dieses Thema hinzudeuten scheint und sich letztlich so, in all ihrem Bestreben, sich möglichst schrill und entsprechend deutlich von diesem Teil unserer Geschichte zu distanzieren, eigentlich nur am Ende jeder Form notwendiger nüchterner und objektiver Geschichtsaufarbeitung verweigern.

Daher teile ich in Bezug auf solche Leute zumindest diesen Part von Bee Majas Kommentar: :roll:
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Usul
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von Usul »

billy coen 80 hat geschrieben:Nach dieser Logik könnte man dann auch bei der ganzen deutschen Bevölkerung, welche ja auch einen Anteil an äußerst überzeugten Anhängern der Nazi-Ideologie hatte, unreflektiert von Nazimännern, Nazifrauen und Nazikindern reden.
Es ist schon ein Unterschied, ob man z.B. von der Wehrmacht oder von der normalen Bevölkerung redet. Insbesondere wenn es dann darum geht, ob man einen Teil der Wehrmacht spielt oder jemanden aus der Bevölkerung.

Wenn man annähme, daß man in Luftrausers auf Seiten der Luftwaffe unterwegs ist, wäre das schließlich was anderes, als wenn man als gewöhnlicher Bürger Otto Normalverbraucher seinem Alltag nachgeht. Das hat weniger damit zu tun, ob nun alle Menschen in der Wehrmacht überzeugte Täter waren... denn man wird für die Wehrmacht tätig.

Ich halte diese Lesart allerdings für überzogen. Der Stil mag zwar in die Richtung gehen, aber man sollte meiner Meinung nicht allzuviel hineininterpretieren.
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Supabock-
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von Supabock- »

Es ging mir bei meinen drei Fragen an den Poster des Artikels auch eher um was anderes:

Das deutsche ign macht aufgrund der quasi nicht existenten Relevanz fast nur in clickbait. Und wie man ja auch hier schön sieht, lässt sich mit Nazis (siehe jedes dritte Spiegel-Cover) genauso gut Aufmerksamkeit triggern wie mit Pixelbrüsten oder "Messebabes". Daher ist der Artikel für mich nicht als argumentatives Element in dieser Diskussion ernstzunehmen.

Dass in Luftrausers keine Nazi-Luftwaffen-Piloten gespielt werden, ist völlig klar. Dass sich Vlambeer aber der Ästhetik und eines gewissen Image deutschen Militärs aus der mittleren ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedient, ist hoffentlich auch klar. Die Jungs kommen aus Utrecht, die hatten das vielleicht noch mehr in der Schule als deutsche Entwickler gleichen Alters.

Und die Einschätzung, ob man das mögen will oder nicht, muss, kann und darf jeder für sich selbst entscheiden. Genauso darf aber auch jeder entscheiden, ob er die Ästhetik für kritisierenswert hält. Da sind wir dann wieder bei der Kunst.
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von billy coen 80 »

@ Usul

Ich hab schon auch absichtlich etwas überspitzt argumentiert. Obwohl ich sagen muss, dass ich schon annehme, dass eine Armee, die zu nicht kleinen Teilen aus Wehrpflichtigen bestand, durchaus einen recht repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellt. Darum habe ich etwas provokant geschrieben, wer die Wehrmacht sofort mit Nazis gleichsetzt, kann dies auch gleich mit der deutschen Bevölkerung der 30er und 40er Jahre tun. Die Rede war ja schließlich nicht explizit von Elite-Truppen wie der SS, die wohl zweifelsfrei nahezu ausschließlich aus Leuten bestand, die zunächst einer eingehenden Prüfung ihrer ideologischen Gefestigtheit unterzogen worden waren.

Mich hat da aber auch zugegebenermaßen eben ein kleiner Schelm geritten. Ich drehe einfach gerne mal provokativ die Argumente von Leuten um, die ständig meinen, sich mit derlei aufgeregten Überinterpretationen eine möglichst günstige Ausgangsposition im Rennen um die Pole Position des sich vom dritten Reich Distanzierens ergattern zu müssen.

Wenn man sowas mitbekommt, verstehe ich auch inwzischen die Übervorsicht der Publisher. Es ist ja nicht so, dass nur verfassungsfeindliche Symbole retouchiert werden. Es wird sich ja auch ansonsten inhaltlich ein teils schon absurder Maulkorb verpasst. Beispiel die vor einigen Seiten verlinkten Videos der englischsprachigen und deutschsprachigen Versionen des Spiels. Seit wann ist es sogar verboten, das Wort Nazi zu verwenden? Was ist so problematisch an der Rangbezeichung des Obersturmbandführers?

Ebenso in den ersten Teilen der CoD-Reihe, die noch im zweiten Weltkrieg spielten. Auch da wurden sämtliche Namen durch meist albern gestelzte Umschreibungen ersetzt. Da wurde etwa in einer Kampagne in Nordafrika aus Rommel einfach nur gemacht: "ihr bester Heerführer". Da wurde extra für den deutschen Markt alternatives Bildmaterial in den Cutscenes, welche meist aus zeitgenössischen Filmaufnahmen bestanden, eingebaut, damit auch ja nicht ein einziges Mal ein Hitler oder Göring zu sehen war.

Wenn man schon sieht, dass sich selbst ein Entwickler eines solchen Spieles wie "Luftrauser" genötigt sieht, sich dafür zu entschuldigen, dass sich einige von ihrem Artdesign gekränkt fühlen, will ich gar nicht wissen, was sich EA für einem Shitstorm gegenübergesehen hätte, hätten sie diese Zensuren nicht eingebaut...

Obwohl... heutzutage hätten sie es vielleicht sogar gewagt. Denn wenn jemand inzwischen geschult darin ist, A-A-Stürme wegstecken zu müssen, dann ja wohl mit Sicherheit EA... :D

@ supabock

Nur, dass hier kein Missverständnis aufkommt: Ich wusste schon, worauf du abzieltest. Ich hatte auch nicht dich mit einbeziehen wollen, in meine Karikierung der "ewig Aufgeregten".
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von Supabock- »

Ein
Obersturmbandführer
entbehrt nicht ein gewissen Komik...
billy coen 80
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von billy coen 80 »

Supabock hat geschrieben:Ein
Obersturmbandführer
entbehrt nicht ein gewissen Komik...
Hähä! Mea Culpa! :oops:

Natürlich "bann"...
Mannomann!!

edit: Jetzt hab ich auch noch CoD in meinem letzten Post mit EA assoziiert... :steinigen:

Heut ist echt nicht mein Tag...

Hab schon so lange keinen von den "Military-Shootern" mehr gezockt, dass ich schon beginne die Reihen durcheinanderzuwürfeln.
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von billy coen 80 »

Wo wir ja in diesem Thread schon einmal auch kurz auf "Devotionalien" kamen:

http://www.nw-news.de/owl/10926899_Biel ... rueck.html

:lol:
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TheLaughingMan
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von TheLaughingMan »

billy coen 80 hat geschrieben:Wo wir ja in diesem Thread schon einmal auch kurz auf "Devotionalien" kamen:

http://www.nw-news.de/owl/10926899_Biel ... rueck.html

:lol:
Hätte man DAS mal vorher gewusst. Die geben bestimmt mal tolle Sammelgegenstände ab. 8O
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FuerstderSchatten
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von FuerstderSchatten »

sabienchen hat geschrieben: Ich habe Dich gebeten mir das Zitat zu zeigen in dem Kajetan sagt, Kunst dürfe alles.
Stattdessen wiederholst Du diese Behauptung.
War 2 Tage nicht zu Hause und ohne Internet.
Hier:


"Usul hat geschrieben:
Jawohl, am besten in der Kunst alles erlauben... :Hüpf:"

Kajetan hat geschrieben:
"Richtig! Schon immer mussten Künstler sich gegen moralinsaure Kleinbürger zur Wehr setzen, die es nicht gerne sahen, wenn man ihre Weltbilder in Frage gestellt hat."

Nächstes mal suchst du dir das selbst raus. Waren auch noch ein paar mehr Sätze davor und dahinter, die um das Thema kreisen.

Bitte unterstelle mir nicht mehr, ich würde Leuten irgendwas in den Mund legen, sowas mache ich nicht.
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von sabienchen.banned »

FuerstderSchatten hat geschrieben:
sabienchen hat geschrieben: Ich habe Dich gebeten mir das Zitat zu zeigen in dem Kajetan sagt, Kunst dürfe alles.
Stattdessen wiederholst Du diese Behauptung.
War 2 Tage nicht zu Hause und ohne Internet.
Hier:


"Usul hat geschrieben:
Jawohl, am besten in der Kunst alles erlauben... :Hüpf:"

Kajetan hat geschrieben:
"Richtig! Schon immer mussten Künstler sich gegen moralinsaure Kleinbürger zur Wehr setzen, die es nicht gerne sahen, wenn man ihre Weltbilder in Frage gestellt hat."

Nächstes mal suchst du dir das selbst raus. Waren auch noch ein paar mehr Sätze davor und dahinter, die um das Thema kreisen.

Bitte unterstelle mir nicht mehr, ich würde Leuten irgendwas in den Mund legen, sowas mache ich nicht.
...Danke erstmal.
und nein ich muss garnichts raussuchen.
Wenn jemand in seiner Argumentation was auch immer behauptet, dann hat er dies zu belegen, gerade wenn man ihn darum bittet.
Zuvor bleibt alles nur eine Behauptung, und kann nur als solche bezeichnet werden.

Wir sind hier an einem Punkt angelangt an dem es schwer wird zu streiten.

Denn ja Kunst soll alles dürfen, aber nein nicht alles ist Kunst. (meine Meinung)

Das Problem an dieser Stelle ist, dass du ihn verstehst als könne alles Kunst sein, und damit solle alles erlaubt sein.
Für mich heißt es, alles was man als Kunst verstehen kann, soll erlaubt sein.

-> Allerdings will ich mir nicht anmaßen zu Wissen wie es letztenendes tatsächlich gemeint war.
Im Zusammenhang mit anderen Posts ergibt sich für mich persönlich jedoch genanntes Bild.
Für Dich offensichtlich ein anderes.

Was Kunst ist, und was nicht, soll aber niemals vom Staat vorgeschrieben werden.
Und da sind wir uns eben nicht einig, wie Du einige Seiten zuvor geschrieben hattest.

Dies bringt und dann jedoch zum Kern einer jeden Kunstdebatte, wer "entscheiden" kann was Kunst ist und was nicht.
Das ist defintiv nicht leicht.

Prinzipiell kann man (in meinen Augen) jedoch sagen, dass eine unreflektierte und unverarbeitete Verherrlichung von Menschenfeindlichkeit bzw. Dokumentation einer schweren menschenfeindlichen Straftat niemals Kunst ist.
Und damit braucht es hier auch keine Einschnitte des Staates bezüglich der Kunstfreiheit, da es schlicht und ergreifend keine Kunst ist.

Der Staat muss demnach in der Kunst auch nichts verbieten!

Und wenn wir einen extremFall haben, dann entscheidet hier ein unabhängiges Staatsorgan, nämlich
ein Gericht um diesen einen Fall.
Ein generelles Verbot von iwas, ist in der Kunst niemals sinnvoll.
Zuletzt geändert von sabienchen.banned am 10.04.2014 21:38, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Wolfenstein: The New Order: USK-Freigabe ab 18, Schnitte

Beitrag von FuerstderSchatten »

sabienchen hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:
sabienchen hat geschrieben: Ich habe Dich gebeten mir das Zitat zu zeigen in dem Kajetan sagt, Kunst dürfe alles.
Stattdessen wiederholst Du diese Behauptung.
War 2 Tage nicht zu Hause und ohne Internet.
Hier:


"Usul hat geschrieben:
Jawohl, am besten in der Kunst alles erlauben... :Hüpf:"

Kajetan hat geschrieben:
"Richtig! Schon immer mussten Künstler sich gegen moralinsaure Kleinbürger zur Wehr setzen, die es nicht gerne sahen, wenn man ihre Weltbilder in Frage gestellt hat."

Nächstes mal suchst du dir das selbst raus. Waren auch noch ein paar mehr Sätze davor und dahinter, die um das Thema kreisen.

Bitte unterstelle mir nicht mehr, ich würde Leuten irgendwas in den Mund legen, sowas mache ich nicht.
...Danke erstmal.
und nein ich muss garnichts raussuchen.
Wenn jemand in seiner Argumentation was auch immer behauptet, dann hat er dies zu belegen, gerade wenn man ihn darum bittet.
Zuvor bleibt alles nur eine Behauptung, und kann nur als solche bezeichnet werden.

Allerdings sind wir hier an einem Punkt angelangt an dem es schwer wird zu streiten.

Denn ja Kunst soll alles dürfen, aber nein nicht alles ist Kunst.

Das Problem an dieser Stelle ist, dass du ihn verstehst als könne alles Kunst sein, und damit solle alles erlaubt sein.
Für mich heißt es, alles was man als Kunst verstehen kann, soll erlaubt sein.

-> Allerdings will ich mir nicht anmaßen zu Wissen wie es letztenendes tatsächlich gemeint war.
Im Zusammenhang mit anderen Posts ergibt sich für mich persönlich allerdings genanntes Bild.
Für Dich jedoch offensichtlich ein anderes.

Was Kunst ist, und was nicht, soll aber niemals vom Staat vorgeschrieben werden.
Und da sind wir uns eben nicht einig, wie Du da einige Seiten zuvor eben geschrieben hattest.

Dies bringt und dann jedoch zum Kern einer jeden Kunstdebatte, wer "entscheiden" kann was Kunst ist und was nicht.
Das ist defintiv nicht leicht.

Prinzipiell kann man (in meinen Augen) jedoch sagen, dass eine unreflektierte und unverarbeitete Verherrlichung von Menschenfeindlichkeit bzw. Dokumentation einer schweren menschenfeindlichen Straftat niemals Kunst ist.
Und damit braucht es hier auch keinen Einschnitte des Staates bezüglich der Kunstfreiheit, da es schlicht und einfach keine Kunst ist.

Der Staat muss demnach in der Kunst auch nichts verbieten!
Ich habe dir die Zitate rausgesucht, da kannst du entweder danke sagen, was du auch brav getan hast und dich vielleicht entschuldigen, aber in jeden Fall bitte texte mich nicht mehr zu mit Scheiße die mich nicht interessiert, die ich gar nicht erfragt habe und die auch nichts mit dem zu tun hat, was ich geschrieben habe, danke.