Das ist leider so nicht ganz richtig.ronny_83 hat geschrieben:Sehe ich völlig anders. Das Verhältnis von wertvollem zu nicht wertvollem ist mittlerweile auf dem selben Niveau wie bei Film und Musik. Und das in nur einem Bruchteil der Geschichtsdauer anderer Medien.muecke-the-lietz hat geschrieben:Natürlich wurden Spiele dann wieder kommerziell, aber ab dem Zeitpunkt haben Spiele sich kontinuierlich weiterentwickelt, und das nicht nur in technischer Hinsicht.
Das Thema "Kommerz" spielt bei der Definition von Kunst nur eine untergeordnete Rolle. Auch Filme wurden seit jeher entweder gegen Bezahlung vorgeführt oder kostenlos vorgestellt. Da gibt es keinen Unterschied zu Spielen. Das Spiel sticht hier somit nicht hervor. Auch das Medium Film wurde zu Anfang nur von Visonären genutzt, um neue Kunst zu schaffen, die dann einem Publikum vorgeführt wurde. Das macht man im Theater, der Malerei und der Literatur ja schließlich nicht anders. Wie alle anderen Medien hat sich auch der Film erst über gewisse Zeit zu einem Massenmedium herausgestellt. Das war es auch nicht von Anfang an.
Es gab Visionäre, es gab die Schöpfer, die gezeigt haben, was man mit dem Medium Film machen kann. Aber zu 90% waren Filme in 10ern, 20er, 30er reine Auftragsarbeiten und zum Teil ekelhaft propagandistische Werke. Der Film wie wir ihn heute kennen, wurde in Hollywood geboren und da ging es von Anfang an nur um Kohle.
Aber das ist Filmgeschichte, und wenn man die Sache weltweit betrachtet, sind die Anfangszeit hochspannend. Auch wenn man mal im kleineren Filmmuseen ist und sieht, wie penibel viele Filme restauriert werden mussten und wie abenteuerlich es stellenweise war, an die Filmrollen war, merkt man erst, wie egal es gerade den Financiers am Anfang war, was mit ihren Filmen geschieht.
Stellenweise wurden Filmrollen massenweise verkauft, um aus dem Zellulid Schuhsohlen zu machen. Das hat mehr Geld gebracht, als die Filme zu bewahren.
Da unterscheiden sich Spiele und Filme gar nicht so. Viele Original von Games aus der Anfangszeit sind ebenfalls verloren gegangen, da hat man nur das Glück, dass es heute wesentlich einfacher ist, Inhalte zu kopieren und in anderer Weise zu vervielfältigen.
Auch, wenn man mal bedenkt, dass Squaresoft damals alle originalen Hintergründe von FF VII gelöscht hat, um Platz zu sparen, sieht man, wie unbeholfen in beiden Medien mit den eigenen Schöpfungen umgegangen wurde.
Nichtsdestotrotz wurden Spiele nach dem großen Crash nicht von der großen Massenindustrie wieder aufgebaut, sondern von waschechten Indiependent Entwicklern, aus denen später große Studios wurden.
Und mal ne andere Frage: Woran machst du eigentlich fest, ob ein Spiel Schrott ist, oder nicht? Selbst wenn ein Spiel auf erzählerischer Ebene Murks ist, kann es immer noch als Spiel selber gut funktionieren. Es ist die Interaktivität die zählt. Und desto besser bei Storyspielen Interaktivität und Story verzahnt sind, desto besser wird das Spiel.
Es braucht gar kein "Papers Please" um zu zeigen, warum Spiele Kunst sind. Aber schaden tut dieser Titel in dieser Diskussion sicherlich auch nicht.
Achja: Und Kommerz spielt bei Kunst überhaupt keine untergeordnete Rolle, sondern ist entscheident und prägend. Viele künstlerische Werke waren gleichzeitig auch hochkommerzielle Produkte. Warhol, Pollok und Picasso waren Stars, die viel Geld mit ihrer Kunst gescheffelt haben und daraus keinen Hehl gemacht haben. Warhol sei hier noch im Besonderen hervorgehoben, weil gerade seine Werke auch durch den Posterdruck zu Massenwaren und Kultobjekten wurden.
Auch große Filmemacher wie Hitchcock mussten Erfolge abliefern und sind stellenweise große Risiken eingegangen um Ende ihr Werk zu verwirklichen und viel Geld zu verdienen.
Bei den Amerikanern stehen Kommerz und Kunst nicht im Widerspruch zu einandern, sondern sind in der Kultur seit jeher eng verzahnt.
Auch der Verzicht auf Kommerz schreibt dem Kommerz an sich ja eine hohe Bedeutung zu.
Von daher bin ich in diesem Punkt überhaupt nicht deiner Meinung. Natürlich sollte der kommerzielle Gedanke nicht an erster Stelle stehen und natürlich gibt es viele Künstler, die sich nicht für den Kommerz als solches interessieren, das bedeutet aber keinesfalls, dass er keine Auswirkungen auf bzw. keine Bedeutung für die Künstler und deren Kunst hat.
Achso, ich seh gerade. Du meintest bei der Definition von Kunst spielt Kommerz keine Rolle. Ja das ist richtig.
