ZappesBPD hat geschrieben:Patches hat geschrieben:Jeder Bürger, der sein Recht, jedes beliebige Computerspiel spielen zu dürfen [...] über alle anderen Bürgerrechte stellt, der vermittelt von sich selber nicht unbedingt das Bild eines reifen, mündigen Bürgers.
Wo soll ich das getan haben?
Patches hat geschrieben:Wer lautstark postuliert, dass er eine Partei, der 90% der Bürgerrechte in Deutschland offensichtlich egal zu sein scheinen - zumindest nicht in ihrem Programm zu finden sind, zu wählen und damit gleichzeitig besagte 90% der Bürgerrechte bei der Stimmenvergabe ignoriert, der legt zumindest den Verdacht nahe, einen ausgesprochen begrenzten Horizont zu besitzen.
Wo soll ich das getan haben?
Ich habe nur gesagt, dass ich nicht die CSU wähle. Ich kann Dich aber insofern beruhigen, als ich Dir garantieren kann, dass die Piraten ganz sicher nicht meine Stimme bekommen.
Vorher schriebst du:
ZappesBPD hat geschrieben:Bürgerrechte sind für mich eins der wichtigsten Themen überhaupt. Die Videospiele sind sicherlich nur ein kleiner Aspekt dieses Themas, aber die Haltung einer Partei bezüglich der Freiheitsrechte im Allgemeinen ist im Regelfall ziemlich genau die, die auch im Hinblick auf Medienzensur eingenommen wird. Insofern ist die Frage der Videospiele für mich durchaus sehr stark ausschlaggebend dafür, wo ich mein Kreuz mache.
Das ist mindestens sehr missverständlich, wie ich finde

"Sehr stark ausschlaggebend dafür, wo du dein Kreuz machst"? Wenn dem wirklich so wäre, würde eigentlich nur die Möglichkeit bleiben, eine Partei zu wählen, die zum grössten Teil der Bürgerrechte ganz einfach gar keine Stellung bezieht - ansonsten bleibt heute keine Partei zum Wählen übrig, wenn man sich vor allem an der Position gegenüber Videospielen orientiert.
Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will dir nichts in den Mund legen und lasse mir das gerne erklären, wenn ich etwas falsch verstanden habe, aber so kommt das rüber. Im Übrigen läge es mir fern, jemanden dafür zu kritisieren dass er (sie) die PP wählt; Das gilt ebenso für die CSU, die CDS (je nach Bundesland), die SPD, die Grünen ... Verstehe du mich hier bitte nicht falsch, das war absolut nicht mein Vorhaben
Angriffe auf Bürgerrechte gibt es immer wieder, und auch ich reagiere darauf sehr sauer. Aber: Egal wie man zur Union steht, das, was im Zusammenhang mit DS2 passiert ist, ist ebenso "richtig" wie eine Demonstration; Es gibt lt. Gesetzgeber diese Möglichkeit zur Intervention - und wenn es sie gibt, darf sie auch ergriffen werden. Das Schöne an dieser Sache ist ja, wie sie ausging - letztlich haben wir jetzt wirklich (und das sogar juristisch

) absolute Sicherheit. DS2 ist, abzüglich FF im MP, stubenrein.
So mich diese Interventionsmöglichkeit seitens der Politik nervt, wäre es sinnvoll zu versuchen, eben diese über den Weg der Gesetzgebung auszuschalten. Solange dieses Recht aber festgeschrieben ist, ist es auch okay, diesen Weg zu gehen. Nochmal, ich mag die Partei und die Personen nicht ...
Mich stört hier vor allem eines: Es wird mit Halbwissen argumentiert - und eine solche Argumentation ist vor allem von "unseren" (wir = "die Gamer") Gegnern extrem schnell und leicht zu widerlegen. Es ging nicht um ein Verbot von DS2 - das kann die USK nicht, im Gegenteil, gerade durch die USK ist die Veröfffentlichung des Spiels jetzt deutlich unproblematischer als ohne USK. Für einen erwachsenen Menschen widerum ist es völlig unproblematisch, sich ein indiziertes Spiel zu kaufen. Legal. In jedem Laden in Deutschland. Letztlich wurden die Spieler meiner Meinung nach hier von EA funktionalisiert - und viele Spieler fallen drauf rein: EA geht Gewinn flöten, weil es Spieler geben wird, die Grauimporte kaufen; EA geht Gewinn flöten, weil es problematischer für Spieler unter der Altersgrenze wird, das Spiel dennoch zu kaufen. Es geht EA (und WB etc.) wirklich nicht um unsere Interessen als Gamer - es geht ihnen ausschliesslich um Geld. Das, was hier passiert ist war kein Angriff auf irgendwelche Grundrechte - es sei denn, das Gesetz selber wäre gesetzeswidrig, und das müsste das Verfassungsgericht entscheiden.
Ein letztes noch: Ich bin Vater eines 2jährigen Sohnes. Im Moment ist er noch zu jung, aber es gibt bei Kindern eine Altersspanne, in denen sie einerseits einen deformierten, zerfetzten etc. menschlichen Körper durchaus als solchen erkennen, aber nicht wirklich bewusst unterscheiden können, dass das ja nur ein Spiel ist. Und um ganz ehrlich zu sein bin ich durchaus der Meinung dass es okay ist, wenn mein Sohn wenn er mal etwas älter ist, immernoch mit mir in den Elektromarkt gehen kann ohne überall für ihn total schreckliche Dinge zu sehen. Das ist einer der Gründe für eine Indizierung. Und das ist ein Grund, den ich, gerade weil ich weiss, dass ich jedes indizierte Spiel jederzeit bekommen kann, ganz legal und ohne Kopfstand, in einer Indizierung keinerlei Problem sehe. Vielleicht sollte man gerade wenn einem die Grundrechte wirklich wichtig sind auch anderen Leuten diese Rechte zugestehen - und dazu gehört eben auch, dass man nicht überall mit Motiven zugeballert wird, die man schrecklich findet oder die ein kleines Kind vielleicht auch verstören könnten.
Dazu zitiere ich mal: "Art 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt."
Nochmal: Wenn eine Indizierung auch nur ansatzweise etwas mit Zensur (oder Grundrechten) zu tun hätte, würde ich dagegen Sturm laufen. Hat sie aber nicht. Und bei allem was ich über DS2 bisher gelesen habe denke ich, dass eine Indizierung durchaus angemessen wäre.
Viele Grüsse,
Patches