Umfrage: Dass man die Taliban spielen kann...

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

DavidDelllaRocco hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:
Levi  hat geschrieben: und das macht es jetzt schlimmer, bzw andersrum: nur weil etwas in der Vergangenheit passierte, ist es weniger schlimm? .... Da fehlt mir wohl wirklich irgend eine Art von Verständnis für, um das in meinen Schädel zu bekommen
Einfaches Fallbeispiel bzw. Frage:
Was fändest du schlimmer:
Wenn eine geliebte Person genau in diesem Moment in Leben
sgefahr wäre und du das wüsstest und Angst um sie hättest. Oder wenn diese Situation schon lange vorbei ist und sie entweder neben dir sitzt oder du ein paar Jahre Zeit hattest den Verlust zu verarbeiten? Was wäre schlimmer?
Erzähl das mal jemandem der seine Familie, Verwandten, Vater oder Mann in einem der "vergangenen" Kriege verloren hat! Sicher hat er Zeit gehabt damit umzugehen...aber eine tragische Sache wird es für ihn immer bleiben. Ich finde es ist eine verdammte Unart zu sagen "ja aber das ist doch schon her und gar nicht mehr aktuell"! Das macht die "vergangenen" Kriegserlebnisse und Kriegsverbrechen nicht weniger schlimm!!!
Wenn die entsprechende Person den Krieg überlebt hat, macht es einen ganz gewaltigen Unterschied. Dann ist sie nämlich nicht mehr in Gefahr und niemand muss es anstößig finden das Leute Spaß daran haben den Krieg nach zuspielen indem sie gerade sterben könnte. Aber das Grundverständnis für diese Situation hast du ja.

"Die Zeit heilt alle Wunden" ist aber eben ein Spruch der unterschätzt wird. Mit WK2 hat heute niemand mehr Probleme, weil wir die mittlerweile dritte bis vierte Generation sind, die das ganze nicht miterlebt hat. Deswegen kann man zwar trotzdem drüber streiten ob es cool ist ein Krach-Bumm-Erlebnis draus zu machen, es ist aber zumindest niemand mehr unmittelbar davon betroffen, egal auf welcher Seite.
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IxAxUx
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Beitrag von IxAxUx »

Levi  hat geschrieben:[...]
und das macht es jetzt schlimmer, bzw andersrum: nur weil etwas in der Vergangenheit passierte, ist es weniger schlimm? .... Da fehlt mir wohl wirklich irgend eine Art von Verständnis für, um das in meinen Schädel zu bekommen
Ersteinmal glaube ich nicht, dass er meint, dass damalige Kriege an sich weniger schlimm waren. Entweder interpretierst du in seine Aussage etwas hinein, was er gar nicht sagen wollte, oder ich missverstehe dich gerade.
Es geht ihm (und auch mir) darum, dass es natürlich etwas "schlimmeres" ist, wenn ich jetzt an meiner Daddelkonsole MoH, während jetzt im echten Konflikt die Menschen leiden/sterben.
Und du kannst doch nicht verneinen, dass man mit Vergangenem anders umgehen kann/sollte, als mit Aktuellem.

Ich persönlich halte von Kriegsshootern allgemein rein gar nichts. Und ich meine auch, dass es etwas unmoralisches hat, einen aktuellen Konflikt nachzuspielen.
crackajack hat geschrieben:
|Chris| hat geschrieben:Krieg macht keinen Spaß.
... in der Realität.
Willst du alles das in real "keinen Spaß" macht abschaffen?

Was bleibt dann übrig: Tetris und Fifa (natürlich ohne Fouls) und ?. Sehr spannend.


Außerdem darf Kunst und Unterhaltung auch ideologischer Scheißdreck sein. In Deutschland natürlich nur bei Vermeidung gewisser Themen.

(Ohne zu wissen ob MoH vielleicht doch etwas tiefsinnigeres als krach links, bumm rechts, Tod hinten aussagen wird.)
Nehm es bitte nicht persönlich, ist nur auf deine oben von mir ziterte Aussage bezogen:
Genau diese Aussage lässt in mir den Eindruck aufkommen, dass die Person dahinter wohl ein unausgereifter Mensch ist, der kaum moralisches Bewusstsein hat.

Es ist doch ein enormer Unterschied, ob ich in einem Spiel etwas vorkommen lasse, was "keinen Spaß macht", oder etwas vorkommen lasse, dass, um es klipp und klar auszudrücken, Krieg ist. Und das entscheidene: Es ist kein rein fiktiver Krieg, sondern ein sehr realer und aktueller Krieg, der nicht nur irgendeiner ist, wie sie in Afrika teils zu dutzenden herrschen ( womit ich deren Tragik nicht in Frage stellen will). Sondern ein Krieg, der, auch wenn es wohl viele anscheinend nicht erkennen, die gesamte Politik und (bis auf einige Ausnahmen) jede größere Gesellschaft dieses Planeten immens beeinflusst und teils stark zum Negativen verändert hat.

Da können mir noch so viele Videospieler mit dem Argument "es ist doch nur nen Spiel" kommen. Die verstehen es anscheinend nicht. Es geht eben auch darum, dass sich jeder Mensch mal Gedanken machen sollte, dass man manche Dinge so ernst nehmen sollte, dass man einfach kein Spiel daraus macht. Ich nehme Rassismus, Kinderpornographie, Folter, Hunger in Afrika und anderswo, Vergewaltigungen etc. .... und eben auch Krieg so dermaßen ernst, dass ich die Entwickler von Videospielen, die diese "Tabus" für ihre wirtschaftlichen Zwecke missbrauchen, und nichts anderes tun sie, für perverse Menschen halte. Videospieler, sofern ich davon ausgehen kann, dass sie reif genug sind und sich der Tragweite bewusst sind und trotzdem diese Spiele spielen, halte ich einfach für Leute mit zu wenig moralischem Bewusstsein.

Manche Dinge sind ernst und man sollte daraus kein Spiel machen!

Und zu deinem Kunst ... Unterhaltung ... Ideologie ... Scheißdreck:
Klar, Kunst muss nicht schön sein. Unterhaltung muss nicht unterhalten. Beide Dinge können Scheißdreck sein.
Aber du übersiehst das westentliche: Um ernst genommen zu werden, muss es mehr als nur Scheißdreck sein. Es muss etwas tiefgründiges haben, etwas faszinierendes und (vor allem bei Unterhaltung) etwas unterhaltsames.

Für manche Videospieler trifft der letzte Punkt zu, alle anderen und noch viele viele andere, fehlen bei MoH und co komplett.
kein nerd
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Beitrag von kein nerd »

Wulgaru hat geschrieben:
DavidDelllaRocco hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben: Einfaches Fallbeispiel bzw. Frage:
Was fändest du schlimmer:
Wenn eine geliebte Person genau in diesem Moment in Leben
sgefahr wäre und du das wüsstest und Angst um sie hättest. Oder wenn diese Situation schon lange vorbei ist und sie entweder neben dir sitzt oder du ein paar Jahre Zeit hattest den Verlust zu verarbeiten? Was wäre schlimmer?
Erzähl das mal jemandem der seine Familie, Verwandten, Vater oder Mann in einem der "vergangenen" Kriege verloren hat! Sicher hat er Zeit gehabt damit umzugehen...aber eine tragische Sache wird es für ihn immer bleiben. Ich finde es ist eine verdammte Unart zu sagen "ja aber das ist doch schon her und gar nicht mehr aktuell"! Das macht die "vergangenen" Kriegserlebnisse und Kriegsverbrechen nicht weniger schlimm!!!
Wenn die entsprechende Person den Krieg überlebt hat, macht es einen ganz gewaltigen Unterschied. Dann ist sie nämlich nicht mehr in Gefahr und niemand muss es anstößig finden das Leute Spaß daran haben den Krieg nach zuspielen indem sie gerade sterben könnte. Aber das Grundverständnis für diese Situation hast du ja.

"Die Zeit heilt alle Wunden" ist aber eben ein Spruch der unterschätzt wird. Mit WK2 hat heute niemand mehr Probleme, weil wir die mittlerweile dritte bis vierte Generation sind, die das ganze nicht miterlebt hat. Deswegen kann man zwar trotzdem drüber streiten ob es cool ist ein Krach-Bumm-Erlebnis draus zu machen, es ist aber zumindest niemand mehr unmittelbar davon betroffen, egal auf welcher Seite.
Du vergisst aber das es nicht nur den 2.Weltkrieg gab. Da hätten wir noch Vietnam und den Golfkrieg. Auch in Bosnien und im Kosovo sind Menschen auf brutalste Weise gestorben, um nur wenige zu nennen. Und es gibt genug Kriegsveteranen die immer noch damit Probleme haben das sie Leid und Elend mit ansehen und erleben mussten. Das reicht vom toten Kameraden der neben einem zerfetzt wird bis hin zu den Greultaten denen Soldaten und zivilisten ausgesetzt waren. Ich glaube nicht das die es lustig finden ein Spiel zu spielen welches den von ihn erlebtren Konflikt thematisiert bzw. sogar "runterspielt". Aber da regt sich keiner auf...da heisst es ja nur wieder..."ach ist doch schon vorbei". Und das finde ich genaus heuchlerisch und doppelmorlaisch(tolles Wort :-D) wie zu behaupten es sei nicht so schlimm wenn ich Moslems töte aber auf US Soldaten schiessen geht zu weit!
Kriege sind immer scheisse und es wird immer leidende geben. Auch Jahrzehnte danach.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Ich sehe auch das Problem der Doppelmoral etwas anderes. Fakt ist: Die einzigen die in dieser Hinsicht eigentlich etwas zu sagen haben sind die direkt betroffenen und ihre Angehörigen. Wenn diese das nicht gut finden, haben wir das nun einmal zu schlucken. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Es ist nur ein Spiel ist in dieser Hinsicht einfach ein erbärmliches Argument.

Und in diesem speziellen Falle Videogame, sind nun einmal in erster Linie die westlichen Angehörigen und Familien betroffen, weil (man berichtige mich gerne) es keinen Markt für Videospiele in Afghanistan gibt. Das klingt auch wieder zynisch, ist aber wenn es darum geht, wer von diesem Spiel tangiert wird elementar.

Und um mich selbst da mal auszunehmen: Ich spiele generell bis zu dem Tage keine realistischen Kriegsszenarien an dem mal jemand ein Antikriegsspiel macht. Das habe ich mir geschworen nachdem ich in der letzten Gen die Krachbum-Version von WK2 erlebt habe (Medal of Honor). Ich finde es generell seltsam so etwas mit Spaß zu spielen...und ja Kriegsshooter sind etwas anderes als Halo.
kein nerd
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Beitrag von kein nerd »

Wulgaru hat geschrieben:Ich sehe auch das Problem der Doppelmoral etwas anderes. Fakt ist: Die einzigen die in dieser Hinsicht eigentlich etwas zu sagen haben sind die direkt betroffenen und ihre Angehörigen. Wenn diese das nicht gut finden, haben wir das nun einmal zu schlucken. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Es ist nur ein Spiel ist in dieser Hinsicht einfach ein erbärmliches Argument.

Und in diesem speziellen Falle Videogame, sind nun einmal in erster Linie die westlichen Angehörigen und Familien betroffen, weil (man berichtige mich gerne) es keinen Markt für Videospiele in Afghanistan gibt. Das klingt auch wieder zynisch, ist aber wenn es darum geht, wer von diesem Spiel tangiert wird elementar.

Und um mich selbst da mal auszunehmen: Ich spiele generell bis zu dem Tage keine realistischen Kriegsszenarien an dem mal jemand ein Antikriegsspiel macht. Das habe ich mir geschworen nachdem ich in der letzten Gen die Krachbum-Version von WK2 erlebt habe (Medal of Honor). Ich finde es generell seltsam so etwas mit Spaß zu spielen...und ja Kriegsshooter sind etwas anderes als Halo.
Wie gesagt...ich hab vollstes Verständnis dafür wenn eine betroffende Familie was dazu sagt aber jeder andere der sich deswegen aufregt aber im gegenzug keine Probleme damit hat in einem Shooter selbst auf Menschen zu schiessen der ist für mich ein Heuchler!!!
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

DavidDelllaRocco hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Ich sehe auch das Problem der Doppelmoral etwas anderes. Fakt ist: Die einzigen die in dieser Hinsicht eigentlich etwas zu sagen haben sind die direkt betroffenen und ihre Angehörigen. Wenn diese das nicht gut finden, haben wir das nun einmal zu schlucken. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Es ist nur ein Spiel ist in dieser Hinsicht einfach ein erbärmliches Argument.

Und in diesem speziellen Falle Videogame, sind nun einmal in erster Linie die westlichen Angehörigen und Familien betroffen, weil (man berichtige mich gerne) es keinen Markt für Videospiele in Afghanistan gibt. Das klingt auch wieder zynisch, ist aber wenn es darum geht, wer von diesem Spiel tangiert wird elementar.

Und um mich selbst da mal auszunehmen: Ich spiele generell bis zu dem Tage keine realistischen Kriegsszenarien an dem mal jemand ein Antikriegsspiel macht. Das habe ich mir geschworen nachdem ich in der letzten Gen die Krachbum-Version von WK2 erlebt habe (Medal of Honor). Ich finde es generell seltsam so etwas mit Spaß zu spielen...und ja Kriegsshooter sind etwas anderes als Halo.
Wie gesagt...ich hab vollstes Verständnis dafür wenn eine betroffende Familie was dazu sagt aber jeder andere der sich deswegen aufregt aber im gegenzug keine Probleme damit hat in einem Shooter selbst auf Menschen zu schiessen der ist für mich ein Heuchler!!!
Für mich ist die virtuelle Darstellung eines realen Krieges etwas anderes als die virtuelle Darstellung eines fiktiven Actionerlebnisses. Genauso wie sich Stirb Langsam von Im Westen nichts neues unterscheidet. Virtuell Menschen töten kann man daher für mich nicht universell gleichsetzen.

Genauso gut könnte ich jeden so genannten Pazifisten der diese Spiele spielt zum Heuchler erklären und damit wären wir auf dem Niveau von einem gewissen Herrn Pfeiffer.
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IxAxUx
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Beitrag von IxAxUx »

Wulgaru hat geschrieben:Ich sehe auch das Problem der Doppelmoral etwas anderes. Fakt ist: Die einzigen die in dieser Hinsicht eigentlich etwas zu sagen haben sind die direkt betroffenen und ihre Angehörigen. Wenn diese das nicht gut finden, haben wir das nun einmal zu schlucken. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Es ist nur ein Spiel ist in dieser Hinsicht einfach ein erbärmliches Argument.

Und in diesem speziellen Falle Videogame, sind nun einmal in erster Linie die westlichen Angehörigen und Familien betroffen, weil (man berichtige mich gerne) es keinen Markt für Videospiele in Afghanistan gibt. Das klingt auch wieder zynisch, ist aber wenn es darum geht, wer von diesem Spiel tangiert wird elementar.

Und um mich selbst da mal auszunehmen: Ich spiele generell bis zu dem Tage keine realistischen Kriegsszenarien an dem mal jemand ein Antikriegsspiel macht. Das habe ich mir geschworen nachdem ich in der letzten Gen die Krachbum-Version von WK2 erlebt habe (Medal of Honor). Ich finde es generell seltsam so etwas mit Spaß zu spielen...und ja Kriegsshooter sind etwas anderes als Halo.
Ich finde deine Argumentation nicht sehr überzeugend. Nicht, weil sie falsch ist, dass ist nicht der Fall. Zumindest, wenn du sagst, dass die direkt Betroffenen etwas zu sagen haben, kann ich dir voll zustimmen. Nicht einverstanden bin ich mit deinem "die einzigen". Denn das stimmt nun überhaupt nicht. Sie sind höchstens in besonderem Maße betroffen, jedoch nicht die einzigen. Ich bin nicht vom Zweiten Weltkrieg direkt betroffen. Jedoch mein und wohl auch eure Uropa(s) und Uroma(s), bzw. bei manchen hier sogar noch die Opa und Oma. Und, weil ich zumindest durch sehr wenige und sehr spärliche Aussagen seinerseits weiß, was er im ersten (als Jugendlicher) und zweiten (als Zivilist und Soldat) Weltkrieg erlebt hat, nehme ich mir heraus zu sagen, dass ich doch in gewisser Weiße auch ein Betroffener bin. Wenn auch mit großer Distanz.
Und ich nehme mir auch bei anderen Spielen zu anderen Kriegen heraus zu sagen: "Das Spiel soll man nicht spielen, weil ... ." Und das tue ich nicht, weil ich irgendwie direkt betroffen bin, sondern, weil ich Anstand, Moral und vor allem Emphatie habe.

Ich muss nicht erst irgendwelche verhungernden Kindern in Afrika oder vergewaltigten Frauen in meiner Stadt die Frage stellen:" Darf ich das spielen, oder hast du etwas dagegen?". Nein, ich WEIß, dass es sich nicht gehört. Selbst, wenn eine Vergewaltigte 30 Jahre nach dem Vorfall sagt, dass sie nichts dagegen hätte, dass ich das Videospiel spiele: Ich spiele es nicht.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

@IxAxUx 1
Du widersprichst meiner Argumentation gar nicht.
Wenn du von zweiten Weltkrieg indirekt betroffen bist und du deswegen etwas gegen solcherart Spiele hast, fällst du in meine Argumentation. Ich behaupte trotzdem das ein akuter/derzeit laufender Konflikt eine schlimmere Auswirkung auf einen betroffenen hat eben weil...und ich wiederhole mich gerne, die Gefahr akut ist, diese Menschen bzw. die Angehörigen dieser Menschen können jetzt sterben und das spielen (aus Spaß) dieser Gefahr ist in diesem Falle noch zynischer.

Der zweite Teil den du ansprichst, die allgemeine Empathie will ich mir zwar nicht als Fähigkeit auslegen, aber ich habe ja geschrieben das ich aus ähnlichen Gründen daher zum Beispiel keine Kriegsspiele spiele.
Ich verstehe also eigentlich gar nicht warum du jetzt auf meine Post reagiert hast, außer um ihn zu ergänzen. :wink:

Edit:
Und ich möchte Spieler auch gar nicht oberlehrerhaft beurteilen, die darin nicht die gleichen Probleme sehen wie ich und sowas gerne spielen. Ist völlig okay. Ich kann nur nicht fassen das ein nicht eben kleiner Teil dieser Menschen gar nicht begreift, wo hier ein (moralisches) Problem liegen könnte.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 10.09.2010 17:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Redd1990
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Beitrag von Redd1990 »

Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, ob er ein Game spielt welches irgendein Krieg nachspielt oder gar "mitspielt" wie im Fall von MoH.

Nur weil jemand ein solches Game spielt, würde ich nicht behaupten, dass derjenige keine Moral bzw weniger Moral als andere hat. (Man soll nicht vorurteilen) Ich selber spiele auch diese Games. Deswegen bin ich nicht Gefühlskalt. Allerdings kann ich ein Spiel von der Realität unterscheiden.

Man wird nicht zu einem bösen Menschen, wenn man ein Kriegshooter spielt.
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

@ IxAxUx 1 und Wulgaru ....
1. ich bin so oder so kein Fan von Real-Kriegs-Szenarien in Spielen ... egal wie wann und wo sie "spielen" ...
nur weil ich kein Fan bin, heißt es aber auch nicht, dass ich sie nicht Dulden würde ...
2. worum es mir wirklich nur ging: (und was ihr ja einigermaßen ok aus eurer Sicht dargelegt habt) Warum pochen soviele bei ihren "Verteidigungen" immer auf das "jetzt" "heute" "aktuelle" ...

Ich habe zu keinen Krieg, egal ob in der Vergangenheit oder einen aktuellen irgend einen Bezug (ok, meine Oma war in Dresden dabei ... aber das trägt hier jetzt nicht zu angenehmen Disskusion bei) Für mich macht es also kein Unterschied, ob es damals ein Krieg war, oder jetzt ein "weit" entfernter Krieg ist. Beides erlebt man nur sehr distanziert. das eine Zeitlich, das andere Räumlich ... und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich keinen Unterschied sehe.
Darüber dass mehr oder minder direkt Involvierte immer das Recht haben, zu "meckern" braucht man nicht diskutieren. Aber alle anderen, egal ob Pro oder Contra, die hier Unterschiede zwischen damals und heute sehen, kann ich nicht verstehen. ist doch beides für sie einfach nicht Akut...
Weder werden Afghanische Extremisten morgen hier in Deutschland einmaschieren, noch wird Merkel ab morgen ne "Herrenrasse" erschaffen wollen....
Spoiler
Show
wobei bei zweiterem ...... :twisted: .... nen bisschen bitter schwarzer Humor sei mir gegönnt

ich hoffe ich konnte zumindest meinen Standpunkt darstellen.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

@Levi
Völlig richtig. Aber im Gegensatz zu vergangenen Kriegen und Afghanistan (ich bin auch von beiden nicht betroffen, wie du maximal vom zweiten Weltkrieg durch Großeltern) existiert im zweitem Falle eine Gruppe die aktuell betroffen ist, dass ist für mich der Unterschied: Man hat Spaß mit etwas an dem zeitgleich andere Leute leiden (egal wie man das Problem mit der Doppelmoral sieht).

Das ist für mich aber auch nicht der Hauptgrund keine Kriegsspiele zu spielen, sondern eben etwas was es zusätzlich verstärkt. Es ist aber auf jeden Fall in dieser Debatte der Hauptgrund warum überhaupt diskutiert wird. Und daher halte ich es eben für relevant.
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Worrelix
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Beitrag von Worrelix »

Levi  hat geschrieben:... alle anderen, egal ob Pro oder Contra, die hier Unterschiede zwischen damals und heute sehen, kann ich nicht verstehen. ist doch beides für sie einfach nicht Akut...
Mit der Begründung könntest du genausogut Spiele, in denen man Kinderpornos oder Vergewaltigungen nachstellen kann, gutheissen ...
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

Worrelix hat geschrieben:
Levi  hat geschrieben:... alle anderen, egal ob Pro oder Contra, die hier Unterschiede zwischen damals und heute sehen, kann ich nicht verstehen. ist doch beides für sie einfach nicht Akut...
Mit der Begründung könntest du genausogut Spiele, in denen man Kinderpornos oder Vergewaltigungen nachstellen kann, gutheissen ...
ich verteidige nichts ...im Gegenteil .... aber das nur so am Rande ... ;)



@Wulgaru: wie gesagt ... ich bekomm das nicht gebacken ... ich verstehe zwar womit du argumentierst, aber

"existiert im zweitem Falle eine Gruppe die aktuell betroffen ist"

da ist es schon wieder ... Vom Krieg (egal welchen) betroffene Leute gibts sogut wie immer ... liegt wohl wirklich daran, dass ich ein "Die Zeit heilt alle Wunden" für ne gehaltlose Phrase halte, die nur aufmuntern soll ....
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

@Levi
Du gehst aber damit zwingend davon aus das ein Mensch im Krieg stirbt. Wenn er aber überlebt (und das tun ja doch in der Regel die allermeisten)...verstehst du es jetzt?
Wenn aktuell Menschen Angst um ihre Angehörigen haben, weil sie nicht wissen ob sie lebend zurückkommen, ist das doch logischerweise schlimmer als wenn diese Menschen bereits glücklich wieder daheim sind. Im Falle Afghanistans ist das aber wie gesagt noch nicht eingetreten...

Anders ist natürlich die Frage wenn die entsprechenden geliebten Menschen sterben, dann verstehe ich deine Argumentation durchaus, allerdings trifft meiner Meinung nach "Die Zeit heilt alle Wunden" darauf zu. Es wird immer eine schlimme Erinnerung bleiben, die dadurch aber immer mehr abgeschwächt wird. Wir deutschen könnten sonst beispielsweise gar nicht mehr existieren oder heute normalen Umgang mit Nachbarländern und Israel pflegen(ich glaube das muss ich nicht näher erläutern). Aber das sind in diesem Falle wie gesagt Standpunkte, die man diskutieren kann.
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Levi 
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Beitrag von Levi  »

Wulgaru hat geschrieben:@Levi
Du gehst aber damit zwingend davon aus das ein Mensch im Krieg stirbt. Wenn er aber überlebt (und das tun ja doch in der Regel die allermeisten)...verstehst du es jetzt?
Wenn aktuell Menschen Angst um ihre Angehörigen haben, weil sie nicht wissen ob sie lebend zurückkommen, ist das doch logischerweise schlimmer als wenn diese Menschen bereits glücklich wieder daheim sind. Im Falle Afghanistans ist das aber wie gesagt noch nicht eingetreten...

Anders ist natürlich die Frage wenn die entsprechenden geliebten Menschen sterben, dann verstehe ich deine Argumentation durchaus, allerdings trifft meiner Meinung nach "Die Zeit heilt alle Wunden" darauf zu. Es wird immer eine schlimme Erinnerung bleiben, die dadurch aber immer mehr abgeschwächt wird. Wir deutschen könnten sonst beispielsweise gar nicht mehr existieren oder heute normalen Umgang mit Nachbarländern und Israel pflegen(ich glaube das muss ich nicht näher erläutern). Aber das sind in diesem Falle wie gesagt Standpunkte, die man diskutieren kann.
Ex-Pessimist der ich bin .... stimmt ... in meiner Argumentation nehm ich diesen Unsicherheitsfaktor nicht mir rein .... von daher ... jap du hast recht. für diesen Schlag Menschen ist es nochmal ne ganz andere Geschichte ....
aber zum Zweiten Teil:
Stimmt die Zeit heilt vielleicht Wunden, aber Narben bleiben ... und Narben sind in diesem Fall Empfindungen und Erinnerungen ... und vor denen und nichts anderem habe ich Respekt bei dieser ganzen Diskussion... der Hass gegen den Feind und die Trauer um den Freund wird bei den direkt Betroffenen immer bleiben (egal auf welcher Seite)... und allein dies ist meiner Meinung nach schon Grund genug, das Vergangene ebenso Tribut zu zollen, wie dem Aktuellen .... es gibt (damit wir nen Abschluss finden) für mich nicht Schlimm und weniger Schlimm...

.... ich geh dann mal Prototype weiter zocken ....