Levi hat geschrieben:[...]
und das macht es jetzt schlimmer, bzw andersrum: nur weil etwas in der Vergangenheit passierte, ist es weniger schlimm? .... Da fehlt mir wohl wirklich irgend eine Art von Verständnis für, um das in meinen Schädel zu bekommen
Ersteinmal glaube ich nicht, dass er meint, dass damalige Kriege an sich weniger schlimm waren. Entweder interpretierst du in seine Aussage etwas hinein, was er gar nicht sagen wollte, oder ich missverstehe dich gerade.
Es geht ihm (und auch mir) darum, dass es natürlich etwas "schlimmeres" ist, wenn ich jetzt an meiner Daddelkonsole MoH, während jetzt im echten Konflikt die Menschen leiden/sterben.
Und du kannst doch nicht verneinen, dass man mit Vergangenem anders umgehen kann/sollte, als mit Aktuellem.
Ich persönlich halte von Kriegsshootern allgemein rein gar nichts. Und ich meine auch, dass es etwas unmoralisches hat, einen aktuellen Konflikt nachzuspielen.
crackajack hat geschrieben:|Chris| hat geschrieben:Krieg macht keinen Spaß.
... in der Realität.
Willst du alles das in real "keinen Spaß" macht abschaffen?
Was bleibt dann übrig: Tetris und Fifa (natürlich ohne Fouls) und ?. Sehr spannend.
Außerdem darf Kunst und Unterhaltung auch ideologischer Scheißdreck sein. In Deutschland natürlich nur bei Vermeidung gewisser Themen.
(Ohne zu wissen ob MoH vielleicht doch etwas tiefsinnigeres als krach links, bumm rechts, Tod hinten aussagen wird.)
Nehm es bitte nicht persönlich, ist nur auf deine oben von mir ziterte Aussage bezogen:
Genau diese Aussage lässt in mir den Eindruck aufkommen, dass die Person dahinter wohl ein unausgereifter Mensch ist, der kaum moralisches Bewusstsein hat.
Es ist doch ein enormer Unterschied, ob ich in einem Spiel etwas vorkommen lasse, was "keinen Spaß macht", oder etwas vorkommen lasse, dass, um es klipp und klar auszudrücken, Krieg ist. Und das entscheidene: Es ist kein rein fiktiver Krieg, sondern ein sehr realer und aktueller Krieg, der nicht nur irgendeiner ist, wie sie in Afrika teils zu dutzenden herrschen ( womit ich deren Tragik nicht in Frage stellen will). Sondern ein Krieg, der, auch wenn es wohl viele anscheinend nicht erkennen, die gesamte Politik und (bis auf einige Ausnahmen) jede größere Gesellschaft dieses Planeten immens beeinflusst und teils stark zum Negativen verändert hat.
Da können mir noch so viele Videospieler mit dem Argument "es ist doch nur nen Spiel" kommen. Die verstehen es anscheinend nicht. Es geht eben auch darum, dass sich jeder Mensch mal Gedanken machen sollte, dass man manche Dinge so ernst nehmen sollte, dass man einfach kein Spiel daraus macht. Ich nehme Rassismus, Kinderpornographie, Folter, Hunger in Afrika und anderswo, Vergewaltigungen etc. .... und eben auch Krieg so dermaßen ernst, dass ich die Entwickler von Videospielen, die diese "Tabus" für ihre wirtschaftlichen Zwecke missbrauchen, und nichts anderes tun sie, für perverse Menschen halte. Videospieler, sofern ich davon ausgehen kann, dass sie reif genug sind und sich der Tragweite bewusst sind und trotzdem diese Spiele spielen, halte ich einfach für Leute mit zu wenig moralischem Bewusstsein.
Manche Dinge sind ernst und man sollte daraus kein Spiel machen!
Und zu deinem Kunst ... Unterhaltung ... Ideologie ... Scheißdreck:
Klar, Kunst muss nicht schön sein. Unterhaltung muss nicht unterhalten. Beide Dinge können Scheißdreck sein.
Aber du übersiehst das westentliche: Um ernst genommen zu werden, muss es mehr als nur Scheißdreck sein. Es muss etwas tiefgründiges haben, etwas faszinierendes und (vor allem bei Unterhaltung) etwas unterhaltsames.
Für manche Videospieler trifft der letzte Punkt zu, alle anderen und noch viele viele andere, fehlen bei MoH und co komplett.