1. DRM hilft nicht gegen Raubkopierer, siehe z.B. Raupkopierekord bei Spore oder die zufrieden spielenden GTA4-Raubkopierer. Der Raubkopierer lacht über das DRM, die ehrlichen Käufer stöhnen darüber.LoCo31 hat geschrieben:Gebe es keinen Spielepiraterie, gebe es auch kein DRM usw. Dieser Scheiß ist auf dem eigenen Mist der Spieler gewachsen, also sollen sie sich darüber auch nicht beschweren!
2. DRM hilft gegen Gebrauchthandel, siehe z.B. Installationslimit bei Spore. Der Raubkopierer lacht darüber, der ehrliche Käufer stöhnt darüber, denn er kann massive Schwierigkeiten haben, einen Titel zu verkaufen, den er nicht mehr spielen mag. Die eingebaute DRM-Verbrauchsfunktion aller aktuellen EA-Titel zielt genau auf die Unterbindung des Gebrauchthandels - und bestraft damit den ehrlichen Käufer.
3. Wenn ein Spiel raubkopiert wird, liegt dieses weniger an den ehrlichen Käufern, sondern an den mafiaähnlich und vollprofessionell organisierten Strukturen der Raubkopierer. Da diese nicht erreicht werden können, werden per DRM die ehrlichen Käufer per Sippenhaft in die Mangel genommen. Mit dieser "Vertreterbestrafung" unschuldiger Käufer, die noch dazu wirkungslos auf Raubkopien ist, dürfte sich die Industrie jedoch ins eigene Knie schießen und dafür die Quittung bekommen. Spore wurde wegen des DRM von einem Großteil potenzieller Käufer boykottiert. Damals habe ich als PC-Fan noch zugegriffen, schon allein, um mir das DRM einmal anzusehen. Aber bei dem jetzt noch umfangreicheren DRM- und Marketingballast, der bei GTA4 auf PC installiert wird, würde ich dies Programm noch nicht einmal als geschenkte Werbefassung installieren.
Statt dem ehrlichen Käufer einen Mehrwert zu bieten und ihn für den Kauf zu belohnen, mutet das DRM dem ehrlichen Käufer einen Minderwert zu. Er muss das Spiel zusammen mit Überwachungssoftware installieren, kann das Spiel nur mit Einschränkungen spielen (wenn überhaupt, siehe GTA4) oder nur mit mit Einschränkungen verkaufen (wenn überhaupt, siehe Spore). Wenn die Raubkopieversionen am "saubersten" laufen und die regulären Versionen den Käufern in den Hintern treten, dann führen sich die Hersteller mit ihrem DRM-Wahnsinn m.E. selbst in den Abgrund.
Das Gejammer über Raubkopien und die Märchen über "Milliarden" verlorener Einahmen glaube ich nicht. Die Statistiken zeigen: Ein gutes Spiel verkauft sich von Version zu Version besser, ein schlechtes Spiel verkauft sich von Version zu Version schlechter. Sieht man, wer in der Branche am lautesten über Raubkopien jammert, dann sind es oft genau diejenigen Firmen, die am Markt vorbei produziert haben und ihren Kram nicht loswerden. Letztlich sind es die Qualitäten eines Titels und das gezielte Ansprechen einer Zielgruppe, die über einen Verkaufserfolg entscheiden, nicht das DRM. Dieses kann allerdings einen Verkaufserfolg gravierend beeinträchtigen, siehe Spore oder GTA4.
Wenn es so weitergeht, kann das Securom-DRM zum Sargnargel der PC-Plattform werden. Für mich hat kein Raubkopierer die Macht, den Ruf der PC-Plattform und den Machterfolg so nachhaltig zu ruinieren, wie es die Firmen selber nun mit dem Einsatz von Securom-DRM und Marketing-Zwangsmitgliedschaften in Clubs tun. Ich gebe mein Geld gern für gute Titel aus, aber mit DRM und Club-Zwangsmitgliedschaftenkommt kommt mir nichts mehr ins Haus. Wenn die Publisher also auf das Geld vieler ehrlicher PC-Spieler verzichten wollen, dann machen sie es mit dieser DRM-Verstümmelung von Toptiteln genau richtig. Wer mehr Hintergrundinfos über Securom-DRM sucht:
http://www.civilized.de/www/content/ind ... =spore_drm
