In Haus Tester kannst du knicken weil die in Haus Tester sind. Du kannst sie ignorieren, weil ihre Kritik und das Probleme mit dem Spiel bekannt waren erst Wochen und Monate später, wenn überhaupt raus kommen, weil sie von der selben Firma bezahlt werden die das Spiel raus bringt und weil sie nur die eigenen Produkte testen und daher gar keine wirklichen Vergleiche ziehen können.eigentlichegal hat geschrieben: ↑07.04.2017 15:04Zum Beispiel solche Leute abwerben, um eine Testabteilung aufzuziehen, die im Endeffekt dieselben Kriterien erfüllt, die du gerne hättest. Es ist ja nicht so, dass das Qualitätsmanagement in jedem anderen Unternehmen, auch in anderen Branchen durch die Bank scheiße ist. Zumal solche "In-House-Tester" ja auch nicht so behandelt werden wie Aussätzige, vermute ich mal. Sie gehören eben genauso zur Produktion dazu wie andere auch. Und nur darauf hinzuweisen: "Hey, eure Anfluganimantion sieht echt super aus. Aber vielleicht sollten wir über einen Skip nachdenken, weil es nach 40 Mal doch etwas langatmig wird" wird in einem professionellen Umfeld wohl nicht negativ ausgelegt.
Welche ethischen Richtlinien sollen das denn sein? Die meisten Spiele-"Journalisten" haben doch überhaupt keine journalistische Ausbildung, sondern sind da reingerutscht, weil sie gerne zocken. Das macht sie nicht zu notwendigerweise schlechteren Journalisten, aber wenn eine Berufsgruppe so heterogen ist, ist ein Berufsethos einfach unplausibel für mich.JackyRocks hat geschrieben: ↑07.04.2017 14:48 Dafür gibts aber ethische Richtlinien und andere Publikationen sind nicht dumm.
Natürlich kann ich dir das erzählen. Immerhin wird reihenweise auch still gehalten bei Testverboten vor Releases, Microtransactions, DRM, fragwürdige Firmenpolitik etc. Das liegt daran, dass die meisten Websites sich auf die Spiele als solche konzentrieren, weswegen ich ihre Zurückhaltung bei solch politischen Dingen verstehen kann. Von denselben Medien erwarte ich allerdings ganz gewiss keine Reaktion, wenn es zu dem von mir zitierten Szenario käme.JackyRocks hat geschrieben: ↑07.04.2017 14:48 kannst du mir nicht erzählen, dass die alle heimlich still und leise die Fresse halten, wenn ich das Event ein zweites Mal veranstalte und plötzlich die Hälfe der Publikationen nicht mehr dabei sind und die zufällig auch schlechte Reviews geschrieben haben.
Ethische Richtlinien kann ich doch selbst vorher festlegen. Es gibt bestimmte non-disclosure agreements die man auch ganz klar in diese Richtung ausbauen kann: Ihr released nix an Videos usw. was von uns nicht abgenickt wurde, dafür garantieren wir dass wir euch nicht unter dem Tisch bezahlt haben, ihr vollen Zugang habt, wir nicht in eure journalistische Meinung eingreifen usw. usf.
Ganz ehrlich fast alle "Journalisten" sind eine heterogene Gruppe weil es zwar ein Studium dafür gibt aber gefühlt jeder zweite Journalist eine solche Ausbildung bzw. ein solches Studium nicht genossen hat und der Titel "Journalist" nicht rechtlich definiert und geschützt ist. Genau so kann sich jeder Historiker nennen. Genau so wenig ist die Berufsgruppe der Politiker homogen und dafür gibt es weder Studium noch Ausbildung (Politikwissenschaft hat mit Politiker sein nichts zu tun, da kannst du jeden Dozenten fragen). Trotz Allem können sich "normale" Journalisten und auch Politiker auf bestimmte ethische Richtlinien einigen die zumindest die meisten Angehörigen dieser Gruppe grob einhalten:
Journalisten schützen ihre Quellen und gehen dafür auch ins Gefängnis, wenn es sein muss. Journalisten haben die Pflicht Fakten und Hintergründe zu überprüfen bevor sie etwas publizieren. Journalisten verpflichten sich nicht wissentlich Falschmeldungen zu verbreiten und (siehe auch 4players) solche Falschmeldungen oder falschen Details auch richtig zu stellen. Journalisten sollten keine Artikel veröffentlichen für deren Publikationen sie von anderen Kreisen bezahlt werden und sich an die Verfassung und geltende Gesetze zu halten.
Politiker verpflichten sich für die Interessen ihres Wahlkreises einzutreten, ihre Wahlkampfpositionen zu vertreten, keine politische Gefälligkeiten für Geld zu verrichten und sich an die Verfassung und geltende Gesetze zu halten.
Ob Jörg und die anderen hier oder bei RPS oder sonstwo früher mal Toaster verkauft haben oder nicht spielt doch letztendlich keine Rolle. Alle diese Publikationen haben Redakteure und diese Redakteure sind dafür verantwortlich irgendwelche computerspielgeilen Nerds die sie als Journalisten anstellen in dieser Ethik zu unterweisen und sicherzustellen, dass diese Ethik eingehalten wird. Das ist deine Hauptaufgabe als Redakteur. Stimmen die Fakten? Wird der Artikel dem Standart unserer Publikation gerecht? Hat sich der Journalist an die ethischen Maßstäbe gehalten die wir ihm gesetzt haben? Hat er legal gehandelt?
Insofern ist das für mich einfach kein Argument und nochmal: dieser Deal wäre öffentlich. Jeder wüsste davon und es wäre ein ziemlich klares Zeichen wie die Firma tickt, wenn 4players beim zweiten Mal nicht mehr dabei ist, obwohl alle anderen dabei sind, weil sie die einzigen waren die einen schlechten Review geschrieben haben und dann vielleicht noch ein Statement auf ihrer Seite veröffentlichen, dass ganz klar sagt: wir wurden nicht eingeladen. Dazu hätten sicher auch seiten wie Giantbomb, Kotaku und RPS was zu sagen und das tust du dir als Firma nicht an PR technisch weil das einfach mörderische Wirkung hat.
Wo wird denn irgendwo still gehalten? Mikrotransaktionen werden von genügen dieser Seiten angesprochen und kritisiert, auch wenn es dafür vielleicht keine 40% Abwertung kriegst. DRM ist doch ein Non-Thema. So lange die rechtliche Grundlage nicht da ist, dass ich meine digitalen Käufe tatsächlich besitze und weiterverkaufen kann ist DRM doch absolut nebensächlich. Was interessiert denn ob der Hersteller des Spiels sein Produkt vor Raubkopierern schützt, wenn es theoretisch nie voll in meinem Besitz übergeht und ich somit zumindest im grundsätzlichen Rahmen die Möglichkeit haben sollte damit machen zu können was ich will? Die meisten Seiten haben ellenlänge Geschichten über Ubisoft und veröffentlichen regelmäßig, wenn EA mal wieder die schlechteste Firma der Welt ist. Und was bitte ist mit Testverboten vor dem Release? Das hängt doch davon ab ob du da mitmachst oder nicht. Es ist das Recht der Firma keine Vorabkopien zu versenden. Wenn du eine willst unterschreibst du ein non-disclosure agreement und ab der Lack. Die Wahl liegt doch bei den Publikationen selbst. Mach ich mit oder mach ich nicht mit. Keine Firma hat die Pflicht dir vor Verkaufsstart ein Exemplar zu überreichen nur weil du der Meinung bist, du bist der King und musst das jetzt testen und deswegen hast du das Anrecht darauf.
Das sind für mich alles keine Argumente inwiefern es ethisch verwerflich wäre in eine Vereinbarung einzutreten die für beide Seiten Vorteile hat und die auf Transparenz beruht und letztendlich dem Spieler zu Gute kommt.
