Oh Gott...
schon wieder eine kräftig gesalzene Suppe, die man dem Kunden präsentiert.
Das System der DRM kann und wird nicht als ein Ersatz eines Kopierschutzes bestehen bleiben. Nicht in der Form, wie er am liebsten auch für Schachspiele eingeführt werden möchte: als Always-On System !
Der Hersteller muss stets vom kleinstem gemeinsamen Nenner ausgehen ... und das ist eben ein PC ohne Internet-Anschluss. Wenn ein Singleplayer-Spiel einen Connect erzwingt, und der Spieler bei der fehlenden Verbindung mit einer Nichtfunktion "bestraft" wird - ja, quasi gleichgesetzt mit Raubkopierern - so werden die Spieler hoffentlich dieses Stück zermatschter Software den Rücken kehren.
Ich verstehe es, dass in der heutigen Zeit - wo die Herstellungskosten nicht gerade Shareware-Niveau betragen - seine Software gerne schützen möchten. Doch das Problem besteht nicht bei den Laufwerken, die Software kopieren können und auch nicht beim Betriebssystem, dem moralische Bewertungen herzlichst wenig angehen, sondern beim Benutzer. Hier muss ein "Schutz" angreifen. Nur ein intelligenter und bewusster Benutzer ist ein "sicherer" Nutzer. Alle andere, von der Industrie "Raubkopierer" genannte, Spieler sind nur kleine "Schwarzfahrer" und sicherlich entbehrlich. Ob sie nun ein Spiel "raubkopieren" oder es vollständig ignorieren, spielt für die Zahl unterm Strich keine Rolle. Doch die DRM-Maßnahme ziehlt nicht auf DIESE Personen, sondern auf die ehrlichen Käufer. Sie werden durch diese Methode dazu gezwungen, ihre Software in einer eingeschränkten Form zu betreiben, welche unter bestimmten Vorraussetzungen einer Fehlfunktion gleichkommt.
Und dies bezeichnen sie als "Schutz" ?
Es ist und bleibt klar. Wer ein Spiel tatsächlich gut findet, der kauft sich den Titel auch. Angesichts der Masse der Titeln, kann sich nicht jeder Spieler auch alle Spiele zur selben Zeit leisten. Die heutige Verkaufspolitik zielt auf eine Gewinnmaximierung in möglichst kurzer Zeit, damit auch durch "Fortsetzungen" der Rubel weiterrollt. Die Community allerdings, die treue Fanbase, die besteht im Allgemeinem aus Spielern, welche sich den Titel auch gekauft haben. Nicht zuletzt bemerkt man dies im Multiplayer-Modus, wenn die einmaligen Seriennummern sich beim Server melden

Wer hier einen Ansatz schaffen möchte, der unterstützt das Spiel von Anfang an. Tatkräftige Unterstützung durch Foren und ständiger Weiterentwicklung der "alten" Codebase. Erweiterungen/Add-Ons und Modifikationen, mit Unterstützung der Herstellern. Wenn der Spieler "fühlt", dass er durch den Kauf nicht nur ein Stück Spiel kauft, sondern in einer Gemeinschaft von gleichgesinnten Mitspielern eintauchen kann, so wird er für den Preis gerne "belohnt" werden. Jedenfalls fühlt er sich mit dieser Art von "Schutz" wesentlich wohliger, als mit einem stockem des Spieles, weil die Ehefrau beim Staubsaugen versehentlich das LAN-Kabel aus dem PC gezogen hat.
"Schulhofkopierer", welche mit der Software kein Geld verdienen, bekommen zwar einen Einzelspieler-Titel, bzw. einen Multiplayer-Titel auf ausschließlich "gecrackten" Servern, doch mit diesen paar Kiddies kann der Entwickler sowieso nicht viel anfangen. Bietet die Software eine ausbaufähige Basis und packende Spannung, so kommt man selbst mit Spielen *ohne* einen Server (Modern Warfare 2) zu extrem erfolgreichen Verkaufszahlen. Sich dies bewusst machen und daraufhin arbeiten, wird allerdings nicht funktionieren. Spiele wie Siedler oder Rayman werden mit stark-fesselnden Online-DRM-Systeme "geschützt", wärend wahre Top Titel möglicherweise durch Verkaufsdruck oder missratener Debugtechnik in einer Form auf dem Markt kommt, den man gerade mal als Beta-Version bezeichnen kann. In dieser Zeit tüfteln Cracker an der Umgehung des Schutzsystemes, denn es ist "ihr Sport". Da der Titel die notwendigen Daten auf der Scheibe mitbringt und Spielstände auf der Platte speichert, wird es wohl nicht unüberwindbar sein. Anfragen an den Server werden umgangen und die Spielstände-Synchronisation einfach abgeschaltet. Notfalls mit einem im Hintergrund laufendes Programm, welches in Echtzeit die zuständigen Aufrufe umbiegen kann. Die Möglichkeiten sind für Cracker vielfältig, und sie reiben sich schon die Hände. Selbst VM-Routinen der neueren Schutzsysteme werden analysiert und umgangen.
Für mich bleibt es dabei: Der beste Schutz ist immer noch ein ehrlicher Käufer. So gut wie jeder Hersteller kriegt die Kopiererei zu spüren, kein zweifel. Doch hat ein Titel eine gewisse Verkaufszahl, eine gewisse treue Fanbase erhalten, so rentiert sich die Mühe und die Spieler, die kaufwilligen zumindest, gliedern sich als Teil des Franchises gar in die Produktion ein. Dies ist mit Multiplayer-Titeln wie Half-Life oder auch mit Singleplayer Titel wie die X-Serie geschehen, wo treue Spieler das Team moralisch Unterstützen.
Aber was solls ... hauptsache die erste Woche wird ja "überlebt" und die Absatzzahlen "unterstützen" dann die Entscheidung. Da hoffe ich sehnlichst, dass die Spieler solches DRM-Gebahren mit einer Abkehr "bestrafen". Zumindest solange, bis ein "Patch" das Spiel auf für Offline-Spieler ohne Always-On Philosphie spielbar macht.
Eine schöne Möglichkeit wäre es, bestimmte Routinen des Spieles beim Online-Kauf zu verschlüsseln und mit einer Stegano-ähnlichen Signatur im Code, in den Sounddateien oder in den Texturen zu verstecken. Spiele auf Tauschbörsen könne man somit eindeutig identifizieren. Und wenn die sich mal online melden oder in zukünftige Softwarepatches auch auf Offline Magazin-DVDs integriert, kann man diese "gebranntmarkten" Tauschbörsen-Spiele abgeschaltet werden. Mit guter Programmierung bleibt eine solche "Abschaltung" - zum Beispiel durch mehrmaliges und verschiedenartiges Verschlüsseln an verschiedenen Routinen, eine gewisse Zeit lang unentdeckt und könnte den Spaß unehrlicher Käufer kräftig versalzen. Zum Beispiel, in dem die Spielstände bei Siedler stets das Geld auf dem Konto um die Zahl der Häuser teilt oder indem der Highscore anhand der Systemuhr an Punktewert verliert. Schön gemein, schön versteckt und dank guter Programmierung auch nicht sehr leicht aushebelbar. Der Cracker wird seine hellste Freude mti der kompletten Analyse des Spielecodes haben, denn es muss ja nicht unbedingt immer die selbe Funktion an der selben Stelle aufgerufen werden, sondern kann auch anhand polymorphen Codes aus verschiedenen Routinen und an verschiedenen Orten erstellt werden. Der ehrliche Spiele kriegt von dieser Sache überhaupt nicht mit, denn seine Version wurde weder von einem Patch, von einem *zufälligem* Online-Check oder sonstwie erkannt und abgeschaltet.
Und die Zahl der Offline-Spieler, die niemals mit dem Spiel online gehen und erwischt werden, mag zwar groß sein, doch das ist die Zahl an Videothekenbenutzer ebenfalls ... und auch sie "kaufen" sich nicht die DVD, sondern leihen sich den Film nur aus, bis sie ihn gesehen haben. Diese "Kaugummi-Spieler", welche nach dem Genuss das Produkt ausspucken, sind zumindest für mich kein großer Verlust, aber für den Hersteller, für den Gewinnmaximierer, sicherlich das wichtigste Klientel.
Bei einer gekauften DVD unterbleibt der Kontakt mit dem Filmserver und die Lizenzüberprüfung des Datenträgers. Die Voraussetzung, dass zum abspielen eines Filmes (im Auto, im Player des Schlafzimmers oder sonstwo) erzwingend wäre, würde so manchen Käufer das Produkt wegen "Defektes" zurück zum Laden schleppen lassen. Aber mit Spielern kann man's ja machen.
Bis dahin werden uns wohl noch sehr viele weitere Zwangs-DRMs an das Spiel gekettet. Weiterverkauf wird natürlich *strikt* unterbunden - oder erst durch den *zusätzlichen* Kauf eines "Freischaltcodes" nochmals finanziell vergütet. Die Politik der Hersteller wird leider Erfolgreich haben, denn die Anzahl der "Casual-Player" ist im Vergleich zu den Hardcore-Fanbase-Spieler anscheinend gigantisch. Da sollten die Spieler sich lauthals an den Hersteller wenden damit sie verstehen, dass treue Menschen hinter ihnen stehen ... aber kräftig sauer werden, wenn man *sie* an die Leine nehmen möchte. Denn das oberste Ziel sind die Raubkopierer, und weniger den "Freund" im Spieleforum. Doch mit ihrer Politik schaden sie sicherlich *gerade* diese ehrliche Spieler.
Mit einer Dängelung von "Die Siedler" könnte ich pers. leben, da ich das Spiel nie angefasst habe. Aber hier geht es um die Philosophie der DRM-Maßnahmen ... und die ist in diesem Falle vorraussichtlich kontraproduktiv und eher "fördernd" für die Crackerszene. Doch so läuft es nun mal bei denen
@KeiichiSama:
Wer damit nicht einverstanden ist, soll von mir aus aufhören zu spielen!
Da sage ich lieber: Wer mit der Entscheidung von Ubisoft nicht einverstanden ist, soll von mir aus aufhören, dessen Produkte zu spielen.
Damit kannst Du in aller Ruhe weiterhin DRM-Maßnahmen und möglicherweise gar Bündelungen an Betriebssystemen akzeptieren und durch deinen Kauf fördern. Andere werden es Ubisoft hingegen durch den Wegfall der Einnahmen bekanntgeben, wie sehr sie diese Politik unterstützen. Ubisoft befindet sich in Konkurrenz zu anderen Publishern und Entwicklern. Eine erhöhte Nutzung von raubkopierten Ubisoft-Titeln und/oder gleich den Wegfall jeglicher moralischer Unterstützung in den Foren, ist in meinen Augen ein deutliches Zeichen der Unmut.
Wir, die Kunden, die Geldgeber, können durch unser Verhalten den Leuten zeigen, wie sehr wir ihre Entscheidungen unterstützen.
Raubkopieren lässt die primären Geschlechtsorgane schrumpfen!
YMMD ! Daumen hoch für diesen Ausdruck
@Aläx:
Auf solche Ideen kommen manche Enwtickler oder eben die Bosse von denen.
Es sind vorwiegend die Publisher, welche auf solche Regelungen und Einschränkungen Wert legen. Von Seiten der Spieledesigner gäbe es mehr als eine Möglichkeit, ein Traumspiel zu entwerfen. Doch um es auch möglichst lukrativ vermarkten zu können - in einer absehnbaren Zeit - schneiden Produzenten/Publisher mit ihrer Finanzschere sehr gerne das Produkt an allen Ecken und Kanten. Da finanziert man zwar eine gigantische Traumengine und hochdetailreiche Texturierung, splittet das Game dafür auf 2-3 Teile, um mit ihnen auch die Kosten wieder einzufahren. Da werden geplante Features in zusätzliche DLC Pakete geschnürt oder fallengelassene Levels als "Nachfolger" wieder aufgewärmt. Von der Entwicklerseite her würde man alles in einem Riesenpaket für 5 Euros verkaufen wollen, doch mit den Einnahmen können sie wohl kaum die Cola-Kosten decken

Da sagt der Publisher eben: "Macht mal die letzten 4 Levels weg und packt ein offenes Ende rein. Dann zahlen wir euch für 2 Teile, und wir können es auch als 2 eigenständige Teile auf den Markt werfen"

Die heutige Spielewelt auf PCs und teilw. auch in der Konsolenwelt sieht eben so aus. Und ich befürchte, sie wird sich so schnell auch nicht ändern. XBLive, PSN und Nintendo-Online haben mit ihren Online-Diensten eine gute Plattform für DLCs jeglicher Größe und die Entwickler planen da schon vorraus. Zurückfahren lässt sich dieses System
sicherlich nicht
@Na_Dann_Ma_GoGo:
Und bis Hacker ihr eigenes Hack-BattleNet fertig haben, das auch nur ansatzweise mit dem Offiziellem verglichen werden kann... gute Nacht.
Gepaart mit einer guten Community, und der für mich beste "Schutz" - die Kundenbindung - ist gegeben
Und naja, ich glaube so ein Online Check ist noch die beste Möglichkeit die man hat. Hat zwar auch extreme Nachteile, wie hier bei Ubisoft, wo Off-Line GAR NICHTS mehr geht aber gibt ja keine guten Alternativen.
Ach ... das kann man locker toppen: Schutzsysteme in Trojaner/Rootkit-Form, welche durch ihr Eingriff und ihre Rechtevorraussetzungen ein Einfallstor für den Hacker bieten und natürlich ein Netzwerk an IP-Nummern bzw. Seriennummern, um abzugleichen ob gewisse Kunden bei anderen "Schutzdiensten" schon auffallend geworden sind. Ob z.Bsp. der angemeldete Kunde in einem DRM-System von MP3-Diensten schon "erwischt" wurde, das er unlizenzierte Musikstücke abgespielt hat. Eine Art Schufa für die Softwarebranche. Die Wege sind vielfältig ... man muss nur Phantasie haben und natürlich den Mut, diese auch auszuprobieren.
Spätestens dann sehnt man sich an die alte Zeit zurück, wo noch in der Verpackung neben der 5,25" Diskette noch eine gefaltete Stoffkarte der Oberwelt bereit lag und in den Foren Freundschaften gepflegt wurde
@DdCno1:
Ich rechne in jedem Fall mit einem Crack oder einer Emulation, die den Aktiverungsserver vorgaukelt, kurz vor oder nach dem Release.
Einen Crack halte ich für realistischer. Verschlüsseln sie den Datenverkehr vernünftig, so wird eine "legale" Freischaltung per gefaktem Server wohl kaum per Reverse Engineering in vernünftiger Zeit möglich sein. Das raushauen der Checkroutinen im Hauptprogramm, wenn sie auch noch durch "Standardroutinen" von Ubisoft definiert werden, ist für die Cracker schon um einiges leichter.
Um dem entgegen zu wirken, müsse der Hauptcode vernünftig durch mehrmalige und unterschiedliche Schutzmethoden gegen Angriffe abgeschirmt werden. Doch damit kapselt man sich
auch gleichzeitig vor Patches aus, denn sie gelten bekanntlich ebenfalls als "Veränderung am Programmcode". Spielt man mit Signierungen rum, hat man wieder ein Einfallstor. Und so weiter ...
Der Kompromiss ist schwer abzuwiegen. Da nimmt man lieber die Online-Keule, denn sie wirkt schneller, ist viel leichter einsetzbar und verhindert nebenbei noch den lästigen Gebraucht- und Verleihmarkt
An diese zwei, drei billigen Pro-Kopierschutz-Meinungsmacher hier: Verzieht euch! Egal ob ihr für eure Kommentare bezahlt werdet oder nicht, ihr habt keine sinnvollen Argumente und macht euch hier nur lächerlich.
Was sagte damals Voltaire nochmal ?
"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst!"
@Arnulf:
Genial ! Das nenne ich eine schöne tiefzynische Satire !
Ach weisst du, Jesus hat man damals auch ans Kreuz geschlagen und heute...?
Heute werden diese Marterinstrumente, die die Römer und andere Kulturen zur Bestrafung und Abschreckung benutzten, als Modeschmuck getragen. Na und ? Was sagt uns dies ? Werden eines Tages Festplatten um den Hals getragen, weil vor langer Zeit - 2010 Zyklen seit der Installation des letzten Lizenz - diese Festplatten Abschreckungssoftware beinhalteten ?
@playyourlife:
Außer ich leihe es mir bei einem Freund oder in der Videothek aus, das ging früher auch.
Mein Freund,
genau das gehört ebenfalls zu den "gefürchteten" Problemen der Publishern. Ausleihen ? Bei 50 Euro Verleihgebür ... gerne. Ansonsten geht's nicht. Hier hat dein Porschefahrender Nachbar den Schlüssel an den Körper angetackert bekommen. Selbst wenn Du den Porsche probefahren möchtest, um dir vor einem Kauf ein Bild zu machen, musst Du den Nachbarn mitschleifen. Denn genau das ist das erwünschte Ziel solcher DRM-Systeme. Kundenbindung ... auf die extreme Art
