Der 4P-Kommentar: Zeit für "Miramax Games"

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EvilNobody
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Beitrag von EvilNobody »

Um das mal kurz zu erwähnen: das nächste richtig geile Indie-Projekt wird ohne Zweifel Baphomets Fluch 2.5 .
Da steckt viel Herzblut drin, und ich wünschte die Jungs könnten ihr Spiel richtig gross vermarkten, damit möglichst viele Menschen darauf aufmerksam werden.
Ich wette, BF2.5 wird mit so ziemlich allen professionell entwickelten Adventures der letzten 12 Monate den Boden aufwischen. Und nur Wenige werden es spielen...
Abies nordmannia
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Re: Netter Aufruf

Beitrag von Abies nordmannia »

Kajetan hat geschrieben:
erostrate hat geschrieben: Nein, auch die "Spieler" aka Kunden müssen lernen, dass Computerspiele nicht nur aus Halo, Call of Duty oder einem Burnout mit den entsprechenden Produktionswerten bestehen. Und zwar selbst dann nicht, wenn beide Spiele (der Blockbuster und das Indie-Spiel) gleich viel kosten würden. Spielepresse und Spieler selber stecken aber immer noch zu sehr in den geistigen Kinderschuhen der 80er, als die ganze Choose erst so richtig begann.
Genau so sieht das aus. Das Problem an sich ist nicht die Industrie, das Problem ist schlicht und ergreifend der Kunde, der lieber zum Altbackenen greift, als mal das Risiko eingeht, sich auf was Neues und Frisches einzulassen. Das sehe ich bei uns im Laden jeden Tag.

Anstatt mal ein tolles "Crush" für die PSP mitzunehmen, greifen die Leute lieber zu GTA oder FIFA oder NFS.
louplex
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Beitrag von louplex »

das sollte man nicht so monokausal sehen, dann geht die rechnung nicht auf. eigentlich ist das sogar immer die begründung der industrie gewesen.

"die leute wollen ja offensichtlich talkshows und richtershows sehen, sonst hätten wir nicht so eine hohe einschaltquote!"

ich behaupte: falsch!

gebt den menschen um diese sendezeit informative, anspruchsvolle programme auf diesen sendern und sie werden sie mit begeisterung schauen.

ähnlich verhält es sich mit spielen. der bekanntheitsgrad der indieproduktionen ist aus budgetgründen nicht sehr hoch und der casualgamer hat einfach auch keine lust, danach zu suchen. er greift lieber zu dem, was er vorgesetzt bekommt, weil es der geringere aufwand ist, als selbst aktiv zu werden und gezielt nach unbekannten produktionen zu suchen.
sollte man mal den test machen und eine wirklich gute indieproduktion "hypen", ordentlich bewerben (ruhig auch im tv) und in den zeitschriften und onlinemagazinen ausführlich besprechen, würde man sehen, dass es nicht die altbackene software ist, zu dem der kunde greift, sondern zu dem, was gerade "angesagt" ist.

der kunde ist nicht das hauptproblem. ja, er ist gemütlich, wählt den weg des geringsten aufwandes und lässt sich vom hype mitziehen...
die industrie muss sich den vorwurf gefallen lassen, der viel schwerwiegender ist: sie bedient nicht nur die nachfrage des kunden, zu einem ziemlich großen teil erschafft sie diese nachfrage auch erst.
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Cardinals
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Beitrag von Cardinals »

Ich würde es noch härter sagen: Die Industrie will keine Nischenprodukte oder Indieproduktionen wie ihr sie nennt. Denn mit Independent haben auch angebliche Indie-Spiele nen feuchten Dreck zu tun. Es gibt keine Independent Spiele, sowie auch keine Filme, Musik.

Indie steht für Independent und das heisst unabhängig und nicht Indiana, Indianapolis oder India....

Und wer von denen die sich Independent schreien sind unabhängig? Die aller aller wenigstens Spieleentwickler verbreiten ihre Spiele selbst und wenn dann brauchen sie vielleicht sogar Plattformen die sie auch nicht selbst aufgebaut haben. Der Kommerz ist überal, ich find das auch nicht schlecht, aber sobal eine Spielereihe bekannt und beliebt ist wird sich auch ein Publisher finden und wer sich dann noch Independent schimpft, sollte sich nochmal überlegen ob nicht selbst auch diese Bezeichnung nur noch Marketing worden ist.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

louplex hat geschrieben: gebt den menschen um diese sendezeit informative, anspruchsvolle programme auf diesen sendern und sie werden sie mit begeisterung schauen.
Du kennst die Einschaltquoten von Arte im Vergleich zu RTL2? "Niwo" war schon immer eine Randgruppenveranstaltung.
sollte man mal den test machen und eine wirklich gute indieproduktion "hypen", ordentlich bewerben (ruhig auch im tv) und in den zeitschriften und onlinemagazinen ausführlich besprechen, würde man sehen, dass es nicht die altbackene software ist, zu dem der kunde greift, sondern zu dem, was gerade "angesagt" ist.
Und wer bezahlt das? Und ob das wirklich etwas bringt? Ich erinnere mich noch gut an all die Previews, Berichte und elegischen Reviews zu "Beyond Good & Evil". Ein Spiel, das schon ein wenig aus dem sonst üblichen Schema F fiel ... BGE war ein veritabler Flopp!
der kunde ist nicht das hauptproblem. ja, er ist gemütlich, wählt den weg des geringsten aufwandes und lässt sich vom hype mitziehen...
die industrie muss sich den vorwurf gefallen lassen, der viel schwerwiegender ist: sie bedient nicht nur die nachfrage des kunden, zu einem ziemlich großen teil erschafft sie diese nachfrage auch erst.
Die Industrie hat hier viel weniger Einfluss, als man gemeinhin denkt. Warum, glaubst Du, gilt heute immer noch die "8 aus 10"-Regel? Von zehn releasten Spielen werden 8 floppen und die übrigen beiden MÜSSEN dafür sorgen, dass genug Umsatz gemacht wird.

Die Industrie wäre froh, verdammt froh, wenn sie den Kunden so beeinflussen könnte, so wie Du ihr hier unterstellst.

Nein, die Wahrheit ist so simpel wie erschreckend: Die große Masse der Käufer WILL nichts innovatives. Und nein, das bezieht sich nicht nur auf die sog. Casual Gamer. Selbst der vielgerühmte Spielefresser und Hardcore-Zocker will meist nur Bewährtes und Altbekanntes. Warum ist wohl ein Shooter wie CoD4 so erfolgreich? Weil er so fürchterlich neu und innovativ ist? Muhahahahahaha! Nein, weil er den Fans das übliche, gewohnte 08/15-Gameplay im üblichen und gewohnten 08/15-"Der gute Westen gegen die phösen Terroristen"-Szenario präsentiert.

Der Spruch "Wir bekommen die Spiele, die wir haben wollen!" trifft voll und ganz und ohne Einschränkung zu!
louplex
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Beitrag von louplex »

Kajetan hat geschrieben:
louplex hat geschrieben: gebt den menschen um diese sendezeit informative, anspruchsvolle programme auf diesen sendern und sie werden sie mit begeisterung schauen.
Du kennst die Einschaltquoten von Arte im Vergleich zu RTL2? "Niwo" war schon immer eine Randgruppenveranstaltung.
warum immer das extrembeispiel mit arte? zeig auf sat1 von 14-18 uhr statt gescripteter richtersendungen und talkshows welt der wunder oder einfach ein paar magazine, wo inhalte verbreitet werden, muss ja nicht gleich ein literarisches quartett sein. die leute werden es schauen.
sollte man mal den test machen und eine wirklich gute indieproduktion "hypen", ordentlich bewerben (ruhig auch im tv) und in den zeitschriften und onlinemagazinen ausführlich besprechen, würde man sehen, dass es nicht die altbackene software ist, zu dem der kunde greift, sondern zu dem, was gerade "angesagt" ist.
Und wer bezahlt das? Und ob das wirklich etwas bringt? Ich erinnere mich noch gut an all die Previews, Berichte und elegischen Reviews zu "Beyond Good & Evil". Ein Spiel, das schon ein wenig aus dem sonst üblichen Schema F fiel ... BGE war ein veritabler Flopp!
beyond good&evil war halt auch einfach nicht wirklich gut...
"wer das bezahlt" ist doch bei dieser fragestellung erst mal vollkommen egal, es ging darum zu widerlegen, dass der kunde schuld ist. deine antwort "wer bezahlt das?" ist keine begründung dafür...

nur weil es indie ist, muss es kein gutes spiel sein. die meisten unbekannten indieproduktionen sind aus einem bestimmten grund unbekannt: sie sind schlicht scheisse, eben weil für die produktion die finanzen fehlen, keine ordentliche programmierer eingestellt werden etc.
ich vergleiche das gerne mit filmen.. ein herr der ringe hätte ganz anders ausgesehen, wenn er von michael bay verfilmt worden wäre. es wurde sich aber für einen regisseur entschieden, der eher im indiebereich produziert hat und heraus kam etwas großes. bad taste ist nicht das, was man als risikolose referenz nehmen würde, um jemanden ein paar millionen dollar budget in die hand zu geben.

gothic hat uns vorgemacht, dass auch im spielebereich eine noname spieleschmiede mit wenig budget etwas herausragendes und auch sehr erfolgreiches schaffen kann.
der grund dafür ist nicht, dass der kunde in dieser phase plötzlich einen indie-trip hatte, sondern einfach, weil das produkt schlicht genial war.
indie um jeden preis kanns also nicht sein, es muss auch qualität bringen...
der kunde ist nicht das hauptproblem. ja, er ist gemütlich, wählt den weg des geringsten aufwandes und lässt sich vom hype mitziehen...
die industrie muss sich den vorwurf gefallen lassen, der viel schwerwiegender ist: sie bedient nicht nur die nachfrage des kunden, zu einem ziemlich großen teil erschafft sie diese nachfrage auch erst.

Die Industrie hat hier viel weniger Einfluss, als man gemeinhin denkt. Warum, glaubst Du, gilt heute immer noch die "8 aus 10"-Regel? Von zehn releasten Spielen werden 8 floppen und die übrigen beiden MÜSSEN dafür sorgen, dass genug Umsatz gemacht wird.

Die Industrie wäre froh, verdammt froh, wenn sie den Kunden so beeinflussen könnte, so wie Du ihr hier unterstellst.

Nein, die Wahrheit ist so simpel wie erschreckend: Die große Masse der Käufer WILL nichts innovatives. Und nein, das bezieht sich nicht nur auf die sog. Casual Gamer. Selbst der vielgerühmte Spielefresser und Hardcore-Zocker will meist nur Bewährtes und Altbekanntes. Warum ist wohl ein Shooter wie CoD4 so erfolgreich? Weil er so fürchterlich neu und innovativ ist? Muhahahahahaha! Nein, weil er den Fans das übliche, gewohnte 08/15-Gameplay im üblichen und gewohnten 08/15-"Der gute Westen gegen die phösen Terroristen"-Szenario präsentiert.

Der Spruch "Wir bekommen die Spiele, die wir haben wollen!" trifft voll und ganz und ohne Einschränkung zu!
warum call of duty 4 so erfolgreich war? weil es einfach ein verdammt guter shooter ist. punkt.
kennst du einen innovativen indieshooter, der auch nur ansatzweise diesen maßstab erreicht?
... ich auch nicht... aber wenn einer käme, würden die leute ihn spielen.
was heisst denn innovation? "anders" sein um jeden preis? meist ist der preis die qualität, die zu wünschen übrig lässt und da ist dann auch die tollste innovation langweilig.

wie kann man denn ernsthaft behaupten, dass die masse der käufer nichts innovatives will, wenn sich gleichzeitig die wii verkauft wie geschnitten brot?
das ist doch hahnebüchen...

wir bekommen sicher nicht immer die spiele, die wir wollen.
wir bekommen ganz sicher immer die spiele, die uns vorgesetzt werden.
louplex
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Beitrag von louplex »

Pascal Wiederkehr hat geschrieben:Ich würde es noch härter sagen: Die Industrie will keine Nischenprodukte oder Indieproduktionen wie ihr sie nennt. Denn mit Independent haben auch angebliche Indie-Spiele nen feuchten Dreck zu tun. Es gibt keine Independent Spiele, sowie auch keine Filme, Musik.

Indie steht für Independent und das heisst unabhängig und nicht Indiana, Indianapolis oder India....

Und wer von denen die sich Independent schreien sind unabhängig? Die aller aller wenigstens Spieleentwickler verbreiten ihre Spiele selbst und wenn dann brauchen sie vielleicht sogar Plattformen die sie auch nicht selbst aufgebaut haben. Der Kommerz ist überal, ich find das auch nicht schlecht, aber sobal eine Spielereihe bekannt und beliebt ist wird sich auch ein Publisher finden und wer sich dann noch Independent schimpft, sollte sich nochmal überlegen ob nicht selbst auch diese Bezeichnung nur noch Marketing worden ist.
na wenn für dich das wort independent in der praxis gar nicht existiert, brauchen wir auch diese diskussion nicht führen.

wie du selbst sagst, independent heisst unabhängig.
und das heisst im spiele-, filme- und musiksektor, dass es künstler gibt, die das verwirklichen, was ihnen vorschwebt. das keine geldgeber hinter einem stehen und die pistole auf die brust setzen, sondern einem freie hand gelassen wird.

du hast ne band, nimmst ne cd auf und vermarktest sie selbst. was ist das sonst, wenn nicht independent? und wenn selbst das kommerz ist, wie benennst du dann den unterschied von deutschland sucht den superstar und einer garagenband aus castrop rauxel?
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

louplex hat geschrieben:beyond good&evil war halt auch einfach nicht wirklich gut...
warum call of duty 4 so erfolgreich war? weil es einfach ein verdammt guter shooter ist. punkt.
Ich weiß ja nicht, ob es Dir auffällt, aber zum einen forderst von den Publishern Qualität und selber verwendest Du hier par excellence das übliche "Milliarden Fliegen können nicht irren! Esst mehr Scheisse!"-Argument.

Was kommerziell erfolgreich ist, muss gut sein. Was kommerziell nicht erfolgreich ist, kann ja nur schlecht gewesen sein.

Entscheide Dich doch einfach mal, was Du eigentlich willst :)
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Cardinals
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Beitrag von Cardinals »

louplex hat geschrieben:
Pascal Wiederkehr hat geschrieben:Ich würde es noch härter sagen: Die Industrie will keine Nischenprodukte oder Indieproduktionen wie ihr sie nennt. Denn mit Independent haben auch angebliche Indie-Spiele nen feuchten Dreck zu tun. Es gibt keine Independent Spiele, sowie auch keine Filme, Musik.

Indie steht für Independent und das heisst unabhängig und nicht Indiana, Indianapolis oder India....

Und wer von denen die sich Independent schreien sind unabhängig? Die aller aller wenigstens Spieleentwickler verbreiten ihre Spiele selbst und wenn dann brauchen sie vielleicht sogar Plattformen die sie auch nicht selbst aufgebaut haben. Der Kommerz ist überal, ich find das auch nicht schlecht, aber sobal eine Spielereihe bekannt und beliebt ist wird sich auch ein Publisher finden und wer sich dann noch Independent schimpft, sollte sich nochmal überlegen ob nicht selbst auch diese Bezeichnung nur noch Marketing worden ist.
na wenn für dich das wort independent in der praxis gar nicht existiert, brauchen wir auch diese diskussion nicht führen.

wie du selbst sagst, independent heisst unabhängig.
und das heisst im spiele-, filme- und musiksektor, dass es künstler gibt, die das verwirklichen, was ihnen vorschwebt. das keine geldgeber hinter einem stehen und die pistole auf die brust setzen, sondern einem freie hand gelassen wird.

du hast ne band, nimmst ne cd auf und vermarktest sie selbst. was ist das sonst, wenn nicht independent? und wenn selbst das kommerz ist, wie benennst du dann den unterschied von deutschland sucht den superstar und einer garagenband aus castrop rauxel?
Logisch ist da ein Unterschied, aber der Grund warum sie sich Independent Band bezeichnen heisst noch lange nicht das ihre Geldmittel selbst zusammen gekommen sind....
louplex
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Beitrag von louplex »

Kajetan hat geschrieben:
louplex hat geschrieben:beyond good&evil war halt auch einfach nicht wirklich gut...
warum call of duty 4 so erfolgreich war? weil es einfach ein verdammt guter shooter ist. punkt.
Ich weiß ja nicht, ob es Dir auffällt, aber zum einen forderst von den Publishern Qualität und selber verwendest Du hier par excellence das übliche "Milliarden Fliegen können nicht irren! Esst mehr Scheisse!"-Argument.

Was kommerziell erfolgreich ist, muss gut sein. Was kommerziell nicht erfolgreich ist, kann ja nur schlecht gewesen sein.

Entscheide Dich doch einfach mal, was Du eigentlich willst :)
nein, ehrlich gesagt fällt mir das nicht auf, im gegenteil. du legst mir worte in den mund, die ich nie gesagt habe.

ja ich fordere qualität von publisherseite, aber ich sage mit keinem wort, dass kommerziell erfolgreiche spiele zwangsläufig gut sind und weniger erfolgreiche schlecht sein müssen.
call of duty 4 ist ein sehr guter shooter, wahrscheinlich der beste, den ich seit jahren gespielt habe. ja, er ist kommerziell erfolgreich, vermutlich sogar aus genau diesem grund.
aber du ziehst den falschen umkehrschluss. ich würde cod4 auch dann gut finden, wenn es in den regalen verstaubt wäre.

beyond good & evil fand ich persönlich einfach nicht gut, kommerzieller erfolg oder miserfolg hin oder her.

need for speed: pro street verkauft sich ziemlich ordentlich, ist kommerziell sehr erfolgreich, aber ist es ein gutes spiel? nein, für mich ist es unterirdisch schwach, weil ich es absolut nicht nachvollziehen kann, wie ein entwickler ein rennspiel mit framerateproblemen auf konsolen programmieren darf.

gegenbeispiel: miami vice ist einer der kommerziell erfolglosesten filme der letzten jahre, spielte ca. 90 millionen dollar verlust ein und war für meine begriffe grandios.

ich weiß also sehr genau, was ich will, nur scheinbar konnte ich das bei dir nicht rüberbringen.
louplex
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Beitrag von louplex »

Pascal Wiederkehr hat geschrieben:
louplex hat geschrieben:
Pascal Wiederkehr hat geschrieben:Ich würde es noch härter sagen: Die Industrie will keine Nischenprodukte oder Indieproduktionen wie ihr sie nennt. Denn mit Independent haben auch angebliche Indie-Spiele nen feuchten Dreck zu tun. Es gibt keine Independent Spiele, sowie auch keine Filme, Musik.

Indie steht für Independent und das heisst unabhängig und nicht Indiana, Indianapolis oder India....

Und wer von denen die sich Independent schreien sind unabhängig? Die aller aller wenigstens Spieleentwickler verbreiten ihre Spiele selbst und wenn dann brauchen sie vielleicht sogar Plattformen die sie auch nicht selbst aufgebaut haben. Der Kommerz ist überal, ich find das auch nicht schlecht, aber sobal eine Spielereihe bekannt und beliebt ist wird sich auch ein Publisher finden und wer sich dann noch Independent schimpft, sollte sich nochmal überlegen ob nicht selbst auch diese Bezeichnung nur noch Marketing worden ist.
na wenn für dich das wort independent in der praxis gar nicht existiert, brauchen wir auch diese diskussion nicht führen.

wie du selbst sagst, independent heisst unabhängig.
und das heisst im spiele-, filme- und musiksektor, dass es künstler gibt, die das verwirklichen, was ihnen vorschwebt. das keine geldgeber hinter einem stehen und die pistole auf die brust setzen, sondern einem freie hand gelassen wird.

du hast ne band, nimmst ne cd auf und vermarktest sie selbst. was ist das sonst, wenn nicht independent? und wenn selbst das kommerz ist, wie benennst du dann den unterschied von deutschland sucht den superstar und einer garagenband aus castrop rauxel?
Logisch ist da ein Unterschied, aber der Grund warum sie sich Independent Band bezeichnen heisst noch lange nicht das ihre Geldmittel selbst zusammen gekommen sind....
das hat ja auch niemand behauptet. nicht jeder, der sich nach außen hin independent nennt, muss es auch wirklich sein.
ich habe ja vorhin den vergleich mit herr der ringe und dem eigentlich independet regisseur peter jackson aufgemacht.

um noch etwas besser zu verdeutlichen, dass "independent" keinesfalls das gegenteil von "kommerziell erfolgreich" sein muss, ist stanley kubrick vermutlich ein gutes beispiel.
seine filme sind kommerziell erfolgreich gewesen, obwohl er als regisseur fast schon die definition von independent ist, hat sich nicht reinreden lassen und reihenweise leute gefeuert und sich neue studios gesucht, wenn jemand ihm vorschreiben wollte, wie er seine werke zu drehen hat.
und da ist es auch egal, wo die geldquellen herkommen. auch kubrick hatte seine geldgeber, aber dadurch ist er noch lange nicht kommerz.

vielleicht sollte man da grundlegend erst mal zwischen independent und kommerz unterscheiden, quasi definieren, was das überhaupt ist:

kommerz: oberste priorität: gewinn.
independent: oberste priorität: selbstverwirklichung.

wenn man sich darauf einigen kann wird hoffentlich in etwa klar, was ich meine und dann kann man auch matrix 1 als independent film sehen, während teil 2 und 3 nur noch kommerz waren.
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Cardinals
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Beitrag von Cardinals »

Gut mit dieser Definition kann ich mich zufrieden geben.
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johndoe-freename-870186
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Beitrag von johndoe-freename-870186 »

Um es kurz zu machen: Die Big Player der Spieleindustrie täten gut daran, sich noch stärker an der Filmbranche zu orientieren - sie brauchen Nischen- bzw. Independent-Label. Faktisch wären das natürlich keine unabhängigen Publisher, aber ihre Inhalte würden denen der "Indies" gleichen. Weil sie ihr eigenes Publikum hätten, weniger Gewinne einfahren müssten und damit experimentierfreudiger sein könnten.
Um es kurz zu machen: Die Big Player der Internetspielepresse täten gut daran , sich noch stärker an der Filmpresse zu orientieren - sie brauchen den Blick aufs Gameplay- bzw. Independent-Label. Faktisch wären das natürlich keine unabhängige Presse, aber ihre Inhalte würden denen der "Indies" gleichen. Weil sie ihr eigenes Publikum hätten, weniger Gewinne einfahren müssten und damit experimentierfreudiger sein könnten …

Gute Gesinnung, bestimmtes Interesse.
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Meleemaru
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Beitrag von Meleemaru »

Ich stimme dem Artikel voll zu.
Mir fehlt es an Spielen mit "Seele". Irgendwie wirkt vieles was in den letzten paar jahren so rauskam einfach "tot". Es packt einen nicht. Damals saß man wie gebannt vor nem Tomb Raider teil und konnte sich nicht loßreißen, weil man wissen wollte wies weitergeht. Heude spiel ich nen Tomb Raider teil und leg ihn nach 2Stunden erstmal weg. Mir fehlt es an Charme,Charakter und Leben.

Kurz gesagt: Mir fehlt Athmosphäre die mich packt und nicht mehr loslassen will. Hoffe es kommen bald wieder Spiele, wo die entwickler mit Liebe dabei waren. :D
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Die neue Folge von Extra Credits beschäftigt sich mit dem Thema
und kommt mit genau dem selben Beispiel und dieselbe Lösung.

http://www.escapistmagazine.com/videos/ ... Innovation