Vielleicht sollten sie einfach aufhören zu existieren?
Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
- Bachstail
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Ja, diese Position heißt "sich an den Aktienmarkt begeben" und ab da haben sie dann keine Kontrolle mehr darüber, wer welche Anteile kauft.
Also ja, Nintendo war unwillig und unfähig, sich gegen diesen Ankauf zu wehren, weil sie sich nicht dagegen wehren KÖNNEN, ihnen sind hier die Hände gebunden, jeder kann die Anteile kaufen, ohne dass Nintendo da irgendwas zu sagen kann.
- Kajetan
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Genau DAS wird doch gar nicht getan! Deswegen ja meine Frage, ob denn überhaupt die Begründung gelesen wurde. Der Kontext der Verwendung wurde hier kritisiert, nicht der Begriff als solcher zur Floskel erklärt.
Denn genau DIESE FLOSKELHAFTE VERWENDUNG des Begriffes nimmt dem Begriff seine nicht ganz unwichtige Bedeutung.
- Krulemuk
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Ich versuche es mal offen und ehrlich, auch wenn ich mich dadurch angreifbar mache: Der von Khroneblume zitierte Abschnitt beschreibt für mich einen Teilaspekt von Freiheit, der wichtig ist. Ich weiß gar nicht, was gegen Selbstinteresse und Eigennutz einzuwenden ist. Das sind menschliche Eigenschaften, die natürlich im demokratischen Prozess irgendwie gegeneinander moderiert werden müssen, aber erstmal per se nicht Verwerfliches.
Die Jury erklärt also einen wichtigen Aspekt von Freiheit per Federstreich zu einer Floskel, um den Begriff entsprechend umzudeuten und meines Erachtens in sein Gegenteil zu pervertieren. Sie möchte den Freiheitsbegriff damit um diesen Bedeutungsinhalt reduzieren. Das finde ich perfide, denn indem die Jury beschreibt, sie würde die Freiheit ja nicht kritisieren sondern nur seine floskelhafte Verwendung, dann aber letztlich in ihrer Kritik Freiheit (negativ) definiert, um eben doch Freiheit zu kritisieren, nimmt sie dem Begriff einen Teil seiner Bedeutung und versucht ihn zu einer reinen Worthülse umzudeuten - im Prinzip tut sie also genau das, was sie den anderen vorwirft.
Warum tut sie das? Das lässt sich natürlich nicht mit Gewissheit sagen. Freiheit bedeutet eben nicht das gleiche wie Solidarität. Das stört einige gewaltig. Freiheit ist Freiheit und fängt beim Individuum an, auch wenn es einem Kollektivisten nicht gefallen mag und er den Begriff aufgrund seiner positiven Wahrnehmung gerne umgedeutet sehen würde. Es geht um Macht. Es geht um Deutungshoheit. Wenn Freiheit erstmal von seinem störenden Kern befreit wurde, passt der Begriff als Worthülse irgendwie überall dazu und jede politische Partei kann sich darauf berufen. Freiheit aber ist eigentlich unbequem, polarisierend und manchmal nervig.
Das ist ja auch nicht das erste Mal, dass der Freiheitsbegriff (oder Teile davon) verächtlich gemacht wurden. Ich erinnere mich an die Diskussion um "Vulgärliberalismus", die in eine ähnliche Richtung ging. Ziel ist es immer, den Freiheitsbegriff im rot-grünen Sinne umzudeuten oder wenigstens seine positive Wahrnehmung in der Bevölkerung zu untergraben. Man hat es als liberale Minderheit in diesem Land einfach nicht leicht.
Man könnte also vereinfachend und verkürzt sagen, dass die Begründung der Jury genau meinen Freiheitsbegriff adressiert. Treffer versenkt! Chapeau!
Das wird für jemanden, dem individuelle Freiheit jetzt nicht super wichtig ist, vielleicht etwas weit her geholt erscheinen, aber Liberale haben es halt irgendwann einfach mal satt, diese ständige Verschiebung des Diskurses ertragen zu müssen.
Ich habe z.b. an Silvester das letzte Mal vor vielleicht 25 Jahren irgendwie geböllert und als Hundebesitzer und junger Vater gibt es nichts nervigeres als die Silvesternacht. Mein Hund fängt schon Nachmittags an ängstlich unter dem Tisch zu zittern und mein Sohn kann nachts nicht schlafen, was erhebliche Implikationen auf die Launen der gesamten Familie auch an den Folgetagen hat. Trotzdem würde ich mir nie anmaßen, mit meinen Bedürfnissen Gott spielen zu wollen und anderen Menschen, die daran Spaß haben, vorzuschreiben, wie sie Silvester zu feiern haben. Da muss ich halt leider einmal pro Jahr durch. Das darf man ja gerne auch anders sehen aber tendenziell gilt auch hier wieder, dass so wenig Vorgaben wie möglich aber so viele wie nötig zu erfolgen haben. Dieses Prinzip sehe ich aber immer häufiger verletzt.
Das Problem ist am Ende also größer. Es geht um nichts Kleineres als um das Verhältnis zwischen Bürger und Staat, zwischen individueller Freiheit und kollektivistischer Gemeinwohlorientierung. Ein Verhältnis, was im demokratischen Diskurs ständig neu verhandelt wird und deren Konfliktlinie ständig verschoben werden kann. Und zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung ging die Entwicklung in den letzten Jahren sehr stark und einseitig in Richtung Staat und Kollektiv - zumindest fehlt mir die Phantasie bei einer offiziellen Staatsquote von 53% (Tendenz weiter steigend) die bösen Neoliberalen am Werk zu sehen, denn wenn sie es waren, waren sie nicht besonders erfolgreich. Der Staat ist größer denn je, unsere individuelle Freiheit damit kleiner denn je.
Mein Ärger ist also am Ende vielschichtiger, sodass ich nur eine differenzierte Antwort auf deine Frage geben kann. Sie fußt teilweise in sozioökonomischen Entwicklungen, die mir nicht passen und mit denen die Wahl zur "Floskel des Jahres" nur bedingt zu tun hat. Sie hat aber natürlich auch recht konkrete und direkt zurechenbare Aspekte, die mich daran stören.
Gelacht habe ich am Ende wie gesagt über die Dreistigkeit, mit der diese Sprachpolizei den Freiheitsbegriff für ihre politische Richtung zu vereinnahmen versucht. Einige Mitglieder dieser Jury sind bereits zuvor in totalitärer Weise in Erscheinung getreten, sodass ich ihnen ihr Anliegen im Sinne der Freiheit nicht ganz abnehmen konnte. Sorry.
Vielleicht kann man sich da auch nicht so gut reinversetzen, wenn man das grundlegende Problem nicht sieht. Stell dir einfach vor, Christian Lindner würde irgendeinen den Linken heiligen Begriff, z.b. "Solidarität", mit großem Tam Tam undeuten, sodass am Ende doch nur wieder die gleiche neoliberale Agenda rauskommt. Und das halt nicht von ner kleinen Splitterpartei sondern aus der Mehrheitsgesellschaft - Immer und immer wieder.
Zuletzt geändert von Krulemuk am 16.01.2023 18:17, insgesamt 2-mal geändert.
- Kajetan
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Vielen Dank für die Ausführlichkeit Deiner Begründung!
Ich frage mich dennoch, ob Du hier eher reflexhaft durch den Film in Deinem Kopf getriggert wurdest, anstatt durch das, was die Jury getan hat. Denn das hier ...
Was passieren kann, wenn man so etwas jahre- und jahrzehntelang einfach geschehen lässt, sie man ja in den USA, wo "Freedom" inzwischen zu einer vollkommen leeren und bedeutungslosen Floskel verkommen ist. Denn hier wurde durch die GOP und Rechtskonservativen jedes politische Vorhaben der Dems SOFORT zu einem direkten Angriff auf die Freiheit umgedeutet, um mit simplen Schlagworten die eigenen Wähler besser davon ablenken zu können, welche Politik man selbst in Wirklichkeit umsetzen möchte, die nämlich im Gegensatz zu den Interessen der eigenen Wählerschaft steht.
Was man schön daran sieht, wenn man Wähler der Dems und der GOP zu bestimmten wirtschaftlichen und sozialen Themen befragt und überraschend breite Übereinstimmungen vorfindet, die aber SOFORT vollständig auseinanderlaufen, wenn man bei den Fragen für die GOP-Wähler bestimmte Reizwörter einbaut, die über viele Jahre hinweg negativ aufgeladen wurden. Deswegen gibt es zwischen Dems- und GOP-Wählern auch nur wenig Kommunikation, weil sie zwar identische Begriffe verwenden, die aber jeweils vollkommen andere Bedeutungen haben. Obwohl EIGENTLICH sich beide thematisch einig sind. Was das Traurige an der verfahrenen Situation dort ist.
Worte und ihre Bedeutung sind wichtig, verdammt wichtig!
Ich frage mich dennoch, ob Du hier eher reflexhaft durch den Film in Deinem Kopf getriggert wurdest, anstatt durch das, was die Jury getan hat. Denn das hier ...
... hat sie überhaupt nicht getan. Sie deutet den Begriff gar nicht um, sie kritisiert die floskelhafte Verwendung des Begriffes, die zu einer Umdeutung führen soll, um in das Narrativ desjenigen zu passen, der hier manipulieren und verzerren möchte.
Was passieren kann, wenn man so etwas jahre- und jahrzehntelang einfach geschehen lässt, sie man ja in den USA, wo "Freedom" inzwischen zu einer vollkommen leeren und bedeutungslosen Floskel verkommen ist. Denn hier wurde durch die GOP und Rechtskonservativen jedes politische Vorhaben der Dems SOFORT zu einem direkten Angriff auf die Freiheit umgedeutet, um mit simplen Schlagworten die eigenen Wähler besser davon ablenken zu können, welche Politik man selbst in Wirklichkeit umsetzen möchte, die nämlich im Gegensatz zu den Interessen der eigenen Wählerschaft steht.
Was man schön daran sieht, wenn man Wähler der Dems und der GOP zu bestimmten wirtschaftlichen und sozialen Themen befragt und überraschend breite Übereinstimmungen vorfindet, die aber SOFORT vollständig auseinanderlaufen, wenn man bei den Fragen für die GOP-Wähler bestimmte Reizwörter einbaut, die über viele Jahre hinweg negativ aufgeladen wurden. Deswegen gibt es zwischen Dems- und GOP-Wählern auch nur wenig Kommunikation, weil sie zwar identische Begriffe verwenden, die aber jeweils vollkommen andere Bedeutungen haben. Obwohl EIGENTLICH sich beide thematisch einig sind. Was das Traurige an der verfahrenen Situation dort ist.
Worte und ihre Bedeutung sind wichtig, verdammt wichtig!
- cM0
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Ich würde alle an der Diskussion Beteiligten bitten, einigermaßen beim Thema Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile zu bleiben. Die Abschweifung zum Thema "Freiheit" lasse ich so stehen, weil ihr euch vernünftig ausgetauscht habt, trotzdem nun bitte zum eigentlichen Thema zurückkehren. Wenn Bedarf besteht, könnt ihr euch gern per Direktnachricht weiter über "Freiheit" austauschen. In diesem Thread ist das zu sehr Off Topic. Danke
- Temeter
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Doch, Aktienunternehmen haben die Fähigkeit, Streubesitz zu minimieren, Aktien zurückzukaufen, Partnerschaften zu schließen, oder was auch immer, um solchen Trends entgegenzuwirken. Wie realistisch das für Nintendo es, dessen Eignerschaft recht verstreut ist, bleibt offen. Da kann man drüber streiten, wie relevant und vermeidbar 6% sind.Bachstail hat geschrieben: ↑16.01.2023 16:50Ja, diese Position heißt "sich an den Aktienmarkt begeben" und ab da haben sie dann keine Kontrolle mehr darüber, wer welche Anteile kauft.
Also ja, Nintendo war unwillig und unfähig, sich gegen diesen Ankauf zu wehren, weil sie sich nicht dagegen wehren KÖNNEN, ihnen sind hier die Hände gebunden, jeder kann die Anteile kaufen, ohne dass Nintendo da irgendwas zu sagen kann.
Aber das kommt auch davon, wenn man den Laden aus Gier so stark monetarisiert, dass man an Kontrolle verliert. Vielleicht führt die Öffentlichkeit diese jetzigen Aufkaufs sogar dazu, dass Nintendo da aufmerksamer hinschaut? Wer weiß. Aber die Geschichte ist nicht so schwarz weiß, wie ihr hier vormacht.
Und das ist eine Sache, eure generalisierte Verteidigung ist imo sehr seltsam. Es wirkt ziemlich emotional aufgeladen, als wolltet ihr einfach nur klarmachen, dass Nintendo absolut keine Schuld treffen könnte, als ob ihr auch nur von der Idee angewidert wärt.
Doppelt seltsam, wenn ihr dann argumentiert, als wäre Nintendo eine seelenlose Aktiengesellschaft. In dem Fall ist Schuld sowieso wenig relevant, und es wird von den Inhabern definiert. Da ist diese Realität wichtig:
Mindestens 6% von Nintendos Besitzern vermutlich eine Minderheit unserer Forumspopulation für ihre Sexualität ermorden.
Zuletzt geändert von Temeter am 16.01.2023 19:31, insgesamt 3-mal geändert.
- cM0
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Der einzig wirklich effektive Schritt gegen das Aufkaufen der Anteile durch Saudi Arabien wäre hier das Zurückkaufen der Aktien. Wenn Saudi Arabien aber bereits 5% besitzt und ca. 1 weiteres Prozent kaufen möchte, müsste Nintendo quasi alle restlichen Aktien zurückkaufen, um den Kauf dieses einen Prozents zu verhindern, was den Kurs stark in die Höhe schießen lassen würde. Selbst wenn man den ansteigenden Kurs außen vor lässt, z. B. weil Nintendo allen Aktieninhabern gleichzeitig einen Preis deutlich über Marktwert anbieten würde, wäre das eine riesige Summe.
Zum Vergleich: Nintendo hat vor etwas über einem halben Jahr angekündigt 1.000.000 Aktien für 56360 Millionen Yen zurückkaufen. Macht nach jetzigem Wechselkurs etwa 405.701.120€ für 0,85% der Aktien. Es waren zu dem Zeitpunkt aber 117.321.978 Aktien im Umlauf, ohne Aktien in Nintendos Besitz mitzurechnen. Heißt ein Zurückkaufen aller Aktien wäre finanziell nicht möglich, zumal man damit das Unternehmen quasi von der Börse nehmen könnte, wobei ich nicht glaube, dass Nintendo das möchte. Wenn Nintendo alle Aktien zurückkaufen wollen würde, müssten sie etwa eine Summe wie Musk für den Twitterkauf auf den Tisch legen. Ggf. auch mehr, je nachdem, ob die Aktionäre mit dem Angebot zufrieden sind.
Der einzig wirklich praktikable Weg wäre gewesen, Nintendo gar nicht erst an die Börse zu bringen. Dafür ist es aber nun natürlich viele Jahre zu spät.
Zuletzt geändert von cM0 am 16.01.2023 20:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Alles gute Argumente, da würde ich generell zustimmen. Bei kleineren Besitzanteilen sind Nintendos Möglichkeiten relativ beschränkt. Diese 6% sind für sich wenig relevant und bedeutsam, und eher ein kleiner teil eines größeren Problems.cM0 hat geschrieben: ↑16.01.2023 20:02Der einzig wirklich effektive Schritt gegen das Aufkaufen der Anteile durch Saudi Arabien wäre hier das Zurückkaufen der Aktien. Wenn Saudi Arabien aber bereits 5% besitzt und ca. 1 weiteres Prozent kaufen möchte, müsste Nintendo quasi alle restlichen Aktien zurückkaufen, um den Kauf dieses einen Prozents zu verhindern, was den Kurs stark in die Höhe schießen lassen würde. Selbst wenn man den ansteigenden Kurs außen vor lässt, z. B. weil Nintendo allen Aktieninhabern gleichzeitig einen Preis deutlich über Marktwert anbieten würde, wäre das eine riesige Summe.
Zum Vergleich: Nintendo hat vor etwas über einem halben Jahr angekündigt 1.000.000 Aktien für 56360 Millionen Yen zurückkaufen. Macht nach jetzigem Wechselkurs etwa 405.701.120€ für 0,85% der Aktien. Es waren zu dem Zeitpunkt aber 117.321.978 Aktien im Umlauf, ohne Aktien in Nintendos Besitz mitzurechnen. Heißt ein Zurückkaufen aller Aktien wäre finanziell nicht möglich, zumal man damit das Unternehmen quasi von der Börse nehmen könnte, wobei ich nicht glaube, dass Nintendo das möchte. Wenn Nintendo alle Aktien zurückkaufen wollen würde, müssten sie etwa eine Summe wie Musk für den Twitterkauf auf den Tisch legen. Ggf. auch mehr, je nachdem, ob die Aktionäre mit dem Angebot zufrieden sind.
Der einzig wirklich praktikable Weg wäre gewesen, Nintendo gar nicht erst an die Börse zu bringen. Dafür ist es aber nun natürlich viele Jahre zu spät.
Mir ging es hauptsächlich um die Behauptung, Nintendo hätte null Einfluss, oder die Streuaktien wären unvermeidbar, etc. Das schien ein bisschen extrem, in einem sehr komplexen Kontext.
- cM0
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Verstehe, aber mir fällt wirklich nichts anderes außer ein Aufkaufen aller Aktien ein, um den Aufkauf zu verhindern und dafür müsste Nintendo eine Summe zwischen 40 und 50 Milliarden € auf den Tisch legen. Also haben sie aus meiner Sicht wirklich keine Möglichkeit hier etwas zu tun. Ich bin kein Börsenexperte, vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die ich nicht kenne, aber ich wüsste keine.
Man kann sich die Börse ein bisschen wie bei eBay vorstellen. Mal angenommen Nintendo hätte auf eBay vor vielen Jahren 100 Pokemonkarten verkauft und ~8 haben sie selbst behalten. Dann hat Nintendo keinen Einfluss darauf, was die Käufer der 100 Karten mit diesen machen. Wenn sie die wieder bei eBay anbieten, kann Nintendo nichts dagegen tun, außer selbst zu kaufen, wofür aber das nötige Kleingeld fehlt. Zumindest, wenn sie alle Karten zurückkaufen wollen würden. Wenn nun der blöde Nachbar eine dieser 100 bei eBay zirkulierenden Karten kaufen möchte, wird er das Nintendo vorher gar nicht mitteilen und kann sich eine dieser 100 Karten kaufen. Wie gesagt, einzige theoretische Chance für Nintendo das zu verhindern, wäre, wenn sie vorher alle Karten zurückkaufen. Aber da die Karten mindestens 40 Milliarden € wert sind, wird das nichts. Selbst wenn sie das Geld über hätten, bleibt der Punkt, dass Nintendo vorher nicht weiß, wer wann Aktien kaufen möchte.
Etwas seltsame Analogie, aber vielleicht wird das Problem so klarer.
Man kann sich die Börse ein bisschen wie bei eBay vorstellen. Mal angenommen Nintendo hätte auf eBay vor vielen Jahren 100 Pokemonkarten verkauft und ~8 haben sie selbst behalten. Dann hat Nintendo keinen Einfluss darauf, was die Käufer der 100 Karten mit diesen machen. Wenn sie die wieder bei eBay anbieten, kann Nintendo nichts dagegen tun, außer selbst zu kaufen, wofür aber das nötige Kleingeld fehlt. Zumindest, wenn sie alle Karten zurückkaufen wollen würden. Wenn nun der blöde Nachbar eine dieser 100 bei eBay zirkulierenden Karten kaufen möchte, wird er das Nintendo vorher gar nicht mitteilen und kann sich eine dieser 100 Karten kaufen. Wie gesagt, einzige theoretische Chance für Nintendo das zu verhindern, wäre, wenn sie vorher alle Karten zurückkaufen. Aber da die Karten mindestens 40 Milliarden € wert sind, wird das nichts. Selbst wenn sie das Geld über hätten, bleibt der Punkt, dass Nintendo vorher nicht weiß, wer wann Aktien kaufen möchte.
Etwas seltsame Analogie, aber vielleicht wird das Problem so klarer.
Zuletzt geändert von cM0 am 16.01.2023 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
- greenelve
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Dafür ist es doch egal, wer der Käufer ist und was er an Verbrechen begeht? Oder ändert dies etwas am Einfluss von Nintendo beim Aktienhandel? Mich irritiert, wie stark du das eingebracht hast.
- Levi
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Dann erkläre mir bitte, wie du zu der absurden Behauptung gekommen bist... Die ich zitiert hatte
... Und wenn du dabei bist auch gerne nochmal, wie sich nintendo in die Position gebracht haben sollte....
Beides Behauptungen die einfach keinen Sinn ergeben, wenn man auch nur grob versteht, wir das mit der Börse und Aktien funktioniert...
Zuletzt geändert von Levi am 16.01.2023 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nintendo: Saudi Arabien sichert sich 6 Prozent der Unternehmensanteile
Hm, wird da nicht vorschnell ein etwas zu großes Fass aufgemacht? Ich mein, es sind (erstmal) nur 6%, und einem börsennotierten Unternehmen kann das durchaus passieren, dass sich auch fragwürdigere Gestalten ein paar Anteile holen.
Mit etwa der SNK Situation ist das (noch) wenig vergleichbar, oder Newcastle United, der englische Fußballverein wurde letztens zu 100% von PIF geschluckt.
Der saudische PIF scheint in die Breite der Gaminglandschaft zu investieren, und sicherte sich kreuz und quer bei diversen namhaften Publishern wie Embracer, Capcom, Nexon, Activision Blizzard, EA, Take Two und co. jeweils an die 5-8%. Nintendo ist hier erstmal nur einer von vielen.
https://www.play3.de/2022/06/08/embrace ... publisher/
Mit etwa der SNK Situation ist das (noch) wenig vergleichbar, oder Newcastle United, der englische Fußballverein wurde letztens zu 100% von PIF geschluckt.
Der saudische PIF scheint in die Breite der Gaminglandschaft zu investieren, und sicherte sich kreuz und quer bei diversen namhaften Publishern wie Embracer, Capcom, Nexon, Activision Blizzard, EA, Take Two und co. jeweils an die 5-8%. Nintendo ist hier erstmal nur einer von vielen.
https://www.play3.de/2022/06/08/embrace ... publisher/
Zuletzt geändert von Gast am 16.01.2023 23:52, insgesamt 5-mal geändert.
