Gerstmann: Gamespot äußert sich
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- Spunior
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Bei Gamespot gibt es aber wohlgemerkt auch einen kostenpflichtige Abo-Dienste, GS Total Access und GS Plus, die u.a. besseren Zugang zu den Downloads etc. versprechen. Es ist also nicht so, dass die Leser überhaupt keine Einkommensquelle darstellen, auch wenn sicherlich das Gros der Einnahmen woanders gemacht wird.
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hehehe
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- Jörg Luibl
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Das ist streng genommen richtig.Kajetan hat geschrieben:Wer von Werbung lebt, die größtenteils von Publishern bezahlt wird, der KANN NICHT unanhängig sein. Das ist faktisch und praktisch nicht möglich. Unabhängigkeit ist nur dort gegeben, wo man wirtschaftlich nicht von denen abhängig ist, deren Produkte man bespricht.
Wir haben den Hebel der Abhängigkeit immer dann bemerkt, wenn ein großer Publisher nach einer Wertung plötzlich mit dem Einfrieren seiner Werbekampagne drohte - und zwar für unbestimmte Zukunft. Je nachdem, wie viele Euro da flöten gehen, kann das an der Substanz zehren und sogar die Redaktionsrichtung beeinflussen - vor allem, wenn der Chef des Unternehmens die Gewinne vor die Unabhängigkeit stellt.
Ich befinde mich in der angenehmen Lage, dass mein Chef die redaktionelle Freiheit als wichtigstes Erfolgsmerkmal von 4P betrachtet - ohne diese Rückendeckung wäre unsere Linie nicht haltbar und ich sicher nicht mehr Chefredakteur. Wir mussten ja mit einigen großen Publishern genau diese Szenarien durchmachen. Unsere Haltung war dabei immer die harte Schmidt'sche: Mit Terroristen wird nicht verhandelt! Und wir haben alle Drohungen ohne Kompromisse überstanden, weil...
1) Unsere Geschäftsführung voll hinter der Redaktionslinie steht. Und das ist das kostbarste Gut, das wir haben. Es gab Versuche von außen, unser Magazin vielleicht etwas weniger "bissig" und "mainstreamiger" aufzustellen, aber die prallten alle an unserem Selbstverständnis ab.
2) Wir mit dem Marketing einiger Publisher (manche werben hier immer noch nicht) auf einer Vernunftebene sprechen konnten, die beinhaltet, dass sie ihrer eigenen Branche schaden, wenn sie einem Magazin die Existenzgrundlage entziehen: Gute Spiele bekommen gute Wertungen, schlechte Spiele eben schlechte. Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss Qualität anbieten. Wenn es keine scharfe Kritik mehr gibt, wird selbst aus Mittelmaß ein Topspiel. All das führt zu einem inflationären Brei an hochgejubeltem Durchschnitt. Und all das schadet letztlich auch einem Publisher, der gute Produkte entwickeln will.
3) Wir haben den Vorteil, dass die Werbeeinnahmen zwar die größte, aber erstens nicht die einzige Einnahmequelle sind und zweitens nicht mehr nur von Spiele-Publishern geleistet werden. Sprich: Immer mehr spielefremde Firmen von Tchibo über Adidas bis zur Sparkasse werben bei 4Players. Und genau das ist ein fruchtbarer Trend, der hoffentlich in Zukunft anhält und auch dem Leser ein anderes Gefühl vermittelt. Wenn wir Super Mario Galaxy 94% geben und darüber das Nintendo-Banner funkelt, dann wirkt das inzestuös.
Bis dahin können aber nur unsere Tests für sich sprechen. Und ihr könnt uns bis dahin einfach nur abnehmen: Es ist uns schnurzpiepegal, wie viele Euro in einem Banner oder einer Werbung stecken - die Wertung hat damit nix zu tun. Wer das Portal beobachtet, wird das hoffentlich des Öfteren erkennen - man nehme RRR2, Kane&Lynch & Co. Aber vielleicht ist euch auch aufgefallen, dass wir weder bunte Gefälligkeits-Features noch irgendwelche vorgefertigten Interviews anbieten; auch damit werden Redaktionen von Publishern zugemüllt.
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kibyde
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Wenn der Redakteur aufgrund seines Testes entlassen wurde ist das schon was ungwöhnliches, vor allem wenn es auf Grund des Drängens des Publishers geschehen ist. Dass man Tests in Magazinen nicht wirklich ernst nehmen kann sollte einem beim Lesen schon klar sein. Schließlich kann auch kein Test 100% objektiv sein. Aber man kann einen guten Test daran erkennen, ob er möglichst viele Bereiche des Spiels erörtert, so dass der Leser einen möglichst tiefen Eindruck erhält, worum es bei dem Spiel geht und wie es aufgebaut ist.
Dann bekommt man die Infos, die man braucht um das Spiel selber bewerten zu können.
Dann bekommt man die Infos, die man braucht um das Spiel selber bewerten zu können.
- UXMAL
- Beiträge: 2264
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Darum seit ihr für mich One of the best forums :wink:4P|T@xtchef hat geschrieben: Bis dahin können aber nur unsere Tests für sich sprechen. Und ihr könnt uns bis dahin einfach nur abnehmen: Es ist uns schnurzpiepegal, wie viele Euro in einem Banner oder einer Werbung stecken - die Wertung hat damit nix zu tun. Wer das Portal beobachtet, wird das hoffentlich des Öfteren erkennen - man nehme RRR2, Kane&Lynch & Co. Aber vielleicht ist euch auch aufgefallen, dass wir weder bunte Gefälligkeits-Features noch irgendwelche vorgefertigten Interviews anbieten; auch damit werden Redaktionen von Publishern zugemüllt.

- ColdFever
- Beiträge: 3262
- Registriert: 30.03.2006 14:54
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Genau das ist der Grund, warum 4P das einzige Games-Portal ist, dass ich wirklich regelmäßig besuche - nicht nur, um auf dem Laufenden zu bleiben und wirklich ehrliche Meinungen zu lesen, sondern auch, weil 4P einen richtig guten Stil entwickelt hat, nicht zu reden von den oftmals köstlichen Kolumnen. Ich drücke die Daumen, dass 4P sich trotz der immer bissiger werdenden Welt treu bleibt und der verdiente Erfolg erhalten bleibt.4P|T@xtchef hat geschrieben:Ich befinde mich in der angenehmen Lage, dass mein Chef die redaktionelle Freiheit als wichtigstes Erfolgsmerkmal von 4P betrachtet...Und das ist das kostbarste Gut, das wir haben...Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss Qualität anbieten.
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Methadonmann
- Beiträge: 58
- Registriert: 02.12.2005 14:21
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Warum sollte die Videospielbranche moralisch besser sein als der Rest der Gesellschaft(en)?
Es ist nun mal so, dass, sobald eine große Menge Geld im Umlauf ist, Einzelschicksale keine Rolle spielen. Im Endeffekt funktioniert das auch, da jeder Normalo zu sehr mit seinen eigenen Schwierigkeiten und Problemen beschäftigt ist. Dagegen würde nur helfen, geschlossen auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren.
Man möge nur mal schauen, wie sich die Preise bei Strom, Gas, Öl, einigen Lebensmitteln etc. entwickelt haben. Da interessieren auch keine Einzelschicksale, sondern der Profit.
"Richtig interessant" wird's aber erst dann, wenn wir uns wegen wirklicher Ressourcenknappheit bzw. regionaler Exklusivverfügbarkeit derer endlich wieder die Köppe einschlagen. Zuvor werden wir dieses Szenario aber bestimmt noch x-mal in einem Videospiel bewundern dürfen.
Es ist nun mal so, dass, sobald eine große Menge Geld im Umlauf ist, Einzelschicksale keine Rolle spielen. Im Endeffekt funktioniert das auch, da jeder Normalo zu sehr mit seinen eigenen Schwierigkeiten und Problemen beschäftigt ist. Dagegen würde nur helfen, geschlossen auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren.
Man möge nur mal schauen, wie sich die Preise bei Strom, Gas, Öl, einigen Lebensmitteln etc. entwickelt haben. Da interessieren auch keine Einzelschicksale, sondern der Profit.
"Richtig interessant" wird's aber erst dann, wenn wir uns wegen wirklicher Ressourcenknappheit bzw. regionaler Exklusivverfügbarkeit derer endlich wieder die Köppe einschlagen. Zuvor werden wir dieses Szenario aber bestimmt noch x-mal in einem Videospiel bewundern dürfen.
- gracjanski
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