Habe bisher nur ein einziges Spiel so wahrgenommen, dass mich über meine Entscheidungen mit den dazugehörigen Konsequenzen erschüttert zurückließ: Yager's "SpecOps - The Line". Ist heute grafisch angestaubt (welch' illustres Wortspiel), aber von der Story immer noch extrem heftig und erschütternd mit einem Twist am Ende, der mich an "Jacobs Ladder" erinnert hat. Wirklich empfehlenswert! Hab es seit Erscheinen in meiner Steambibliothek und vor ein paar Wochen habe ich es mir nochmal auf GoG zum dortigen Re-Release gekauft.Danny. hat geschrieben: ↑02.06.2019 15:01 bin gespannt, ob sie es wirklich schaffen einen zum Unwohlsein zu bringen
wirklich schuldig habe ich mich in Videospielen bisher nie gefühlt wenn ich Zivilisten oder Kinder erschieße, Sprengsätze in der Öffentlichkeit zünde oder Omas ihren 90er Jahre Kombi mit einem Kopf-auf-Lenkrad-Move klaue
dieses mulmige Gefühl schaffen bisher nur Filme bei mir, wobei gerade die Spiele der letzten Jahre einfach auch aufgrund ihrer guten Grafik schon sehr nahe an solche Gefühlslagen herankommen
Gefühl ist allerdings hier nicht gleich Gefühl - Mitgefühl, Freude, Trauer erreichen Spiele schon lange, aber dieses auf die Realität beziehen und Angst entwickeln hab ich bisher noch nicht so erlebt
Beim neuen CoD bleibe ich mal neugierig, ob die sich wirklich soviel zutrauen und wieviel Kritik sie dabei ertragen können, wenn der Vorwurf der Darstellung der Gewalt wegen der Gewalt im Raum stehen wird. Denn Kritiker werden da sehr schnell am Start stehen - erlebt man bei Filmen auch so häufig. Ich gehe dabei von einem Ansatz aus, dass die Gewalt nicht zum Selbstzweck verkommt, sondern Bestandteil der Story ist oder dazu beiträgt, eben die Kriegsgräuel ansatzweise verständlich zu machen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir das ganze Spektrum eines solchen Grauens zu sehen bekommen. Wie gehabt, SpecOps - The Line hat sich da schon viel getraut weitab von Massentauglichkeit (Stichwort: Mutter, die Ihr Kind in den Armen hält).
