Sarkasmus hat geschrieben: ↑18.04.2019 18:35 Das Probleme/Ereignisse die vor der eigenen Haustür passieren, einen mehr tangieren als Probleme/Ereignisse die tausende Kilometer weit entfernt passieren. Ist eine normale menschliche Eigenschaft, schon allein als Selbstschutz vor dem ganzen Leid in der Welt.
Das ist keine Eigenschaft für die man sich schämen müsste.
Ich kann mit dieser Art der Ehrlichkeit wesentlich mehr anfangen als mit den vollkommen überzogenen und realitätsentrückten Idealen vieler Leute. Ich kann mir auch gut vorstellen, das die Leute, die für sich selbst erkannt haben, das ihnen der lokale Bereich mehr am Herzen liegt als die fernen Probleme auf anderen Kontinenten, eher noch stärker tangiert werden vom Weltgeschehen als die Leute, die gerne große Reden schwingen.Sarkasmus hat geschrieben: ↑18.04.2019 22:26 Ist das schlimm was in diesen Ländern passiert? Auf jeden Fall!
Bin ich egoistisch weil es mich nicht tangiert? Jop, defenetiv!
Aber es betrifft mich nun mal nicht und wenn ich mich mit jedem Leid auf dieser Welt befassen würde, wer meine Depression mit Sicherheit schlimmer und ich hätte ein Alkohol Problem. Woher man auch die Zeit und Energie nehmen soll um sich mit all den Problemen dieser Welt dich zu beschäftigen, wüsste ich auch gern.
Für mich ist der lokale Bereich auch wichtiger als die Probleme in anderen Ländern. Ich müsste mir selbst in die Tasche lügen wenn ich was anderes behaupten würde. Ich hab schon mal hier und da nach Afrika gespendet, habe bei Fukushima tief in die Tasche gegriffen und mein Geld geht momentan in kleinen Mengen ins digitale Ausland für Software-Projekte. Aber der meiste Teil meiner Spenden geht entweder an Europa (Freie und offene Software, Wikipedia) oder an Organisationen wie das Rote Kreuz. Dazu bin ich ehrenamtlich aktiv - aber auch das lokal.
Würden mir die Probleme in Afrika oder in Asien genau so wichtig sein, dann würde mein Spendenprofil und mein alltägliches Verhalten anders aussehen. Tuts aber nicht. Und das ist, wie Du ja gesagt hast, keine Eigenschaft für die man sich schämen müsste. Es ist unglaublich anstrengend gegen die eigene Programmierung aus der Jugend und die alltäglichen Widerstände wie Gesellschaftsdruck und Marketing anzukommen. Es ist fucking hart die Welt zu retten. Es ist anstrengend und erschöpfend. Jeder ders wirklich versucht weiß das.
Wer erkannt hat, das er sich selbst schonen sollte auf der Reise auf der steinigen Straße in eine bessere Welt, der hat mit hoher Sicherheit mehr erreicht als derjenige, der nur das Maul aufreißt und anderen erzählt, wofür sie sich zu schämen hätten.
