Gummirakete hat geschrieben: ↑08.04.2019 14:12
Natürlich hatte der Boykott keinen Effekt. Im Internet wird wegen jedem Furz laut gebrüllt, aber die meisten kaufen dennoch.
Hätte damals *niemand* HL2 gekauft, wäre es das erste und letzte Spiel mit Steamzwang gewesen. Daher ist es selbstverständlich die Schuld der Konsumenten. Der Markt regelt das Angebot, die Konsumenten bilden den Markt.
Du hast meinen Punkt offensichtlich nicht verstanden. Die Konsumenten als GANZES sind natürlich direkt mitverantwortlich. Ich würde nicht soweit gehen und behaupten, dass sie allein Schuld wären. Denn was ein Publisher, Entwickler, etc. gar nicht erst veröffentlicht, kann von Konsumenten auch nicht konsumiert werden. Es sind die Schweinereien die sich kapitalistische Unternehmen ausdenken. Der Fehler der Konsumenten ist, diese Schweinereien wie selbiges Tier einfach zu fressen. Somit haben Konsumenten grundlegend maximal nur eine Teilschuld.
Darüber hinaus funktioniert aber deine Deduktion nicht. "Der Konsument" ist keine Person. Man kann als keinen kausalen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung herstellen, wie man dies bei Einzelpersonen machen kann. Welchen genauen Effekt eine Handlung als Teil der Konsumentschaft hat hat und welche nicht, ist nicht so einfach und unmittelbar ersichtlich und lässt sich auch nur schwer überprüfen, weshalb halt jeder Horst irgendwas behaupten kann ohne das man ihn groß angreifen könnte ohne in die Verlegenheit zu kommen, selbst keine Beweise vorlegen zu können.
Es ist aber gegen alle Logik und Verstand die Schuld am Aufstieg von Steam auf das Konsumverhalten von Einzelpersonen umzuschlagen. Denn de facto ist es immer ein mehrdimensionaler Prozess aus Angebot, Nachfrage, etc. Das heißt: Es kann vollkommen irrelevant sein, ob z.B. ich oder du 2-3 Jahre auf Steam verzichtet hast, weil es genug andere Konsumenten gab, die gleich auf den Steam-Zug aufgesprungen sind. Darum kannst du konkreten Personen gar nicht die Schuld geben. Es ist immer eine difuse nicht zu durchblickende Dynamik. Es könnte z.B. auch passieren, dass kollektiv ein ganzes Land wie z.B. Deutschland Steam boykottiert hätte, aber Länder wie USA, China, etc. nicht und Steam wäre trotzdem so groß und mächtig geworden.
Die irrige Vorstellung, bei 7 Millarden Menschen auf der Welt, es wäre möglich eine kollektive Dynamik auf Einzelpersonen umzulegen, ist vollkommen absurd. Das ist nur ein vollkommen falsches Argument, das gebracht wird um anderen ein schlechtes Gewissen einzureden oder falsche Zusammenhänge zu produzieren. Ja klar, wenn kollektiv alle Menschen etwas boykottieren WÜRDEN dann würde das auch funktionieren. bzw. es würden auch schon weniger Personen reichen, sagen wir mal 70-80%.
Aber es ist eine ziemlich irrige Diskusionstaktik, die Schuld eines Kollektivs auf die Schuld von Einzelpersonen umzumüzen, damit man ein Gegenargument gegen Kritiker hat. Das ergibt überhaupt erst gar keinen Sinn. Fakt ist nunmal, es gab viele vernünftige Menschen, die gegen Steam argumentiert haben. Ich gehörte dazu. Dann hab ich Steam ca. 3 Jahre gemieden, da die Proteste ja nichts gebracht haben. Muss so gegen 2006 oder 2007 gewesen sein, weiß nicht mehr so genau, vllt. war es sogar mehr als 3 Jahre. Und was hat es am Ende gebraucht? Nix. Was ist die Schlussfolgerung daraus? Das mein Protest falsch war? Sicher nicht. Aber es ist eine Schlussfolgerung, das die Vernunft weniger Personen und deren Protest nicht ausreicht, denn ihnen gegenüber steht eine Masse aus unvernünftigen, uneinsichtigen Menschen und die Vernünftigen haben gar keine Macht um die Unvernünftigen irgendwie zu überzeugen. Sonst wären es ja "vernünftige". Denn Vernunft bedingt ja die Fähigkeit, Fehler einzusehen und auf Basis von Abwägung und Vernunft Dinge zu bewerten, nicht auf Basis wie Konsumgier oder dergleichen.
Also sag du mir: Was soll man als vernünftiger Mensch gegen die Dummheit einer Masse von Menschen tun?
MfG Ska