shakeyourbunny hat geschrieben: ↑16.03.2019 22:21
Du schlägst also vor, daß die Leute sich für Steam und/oder den Epic Launcher auf Windows daß jeweils in ein extra Benutzeraccount verfrachten. Dann erklär mal das jenen Leuten, die gerade mal Installer durchklicken können und mit Standardberechtigungen (dh Hauptbenutzer und/oder UAC weitestgehend abgedreht) ihren Rechner benutzen.
Nein, ich würde eher vorschlagen, das es ein vernünftiges Betriebssystem gibt, das sowas von ganz alleine macht. Dafür braucht man keinen zweiten Nutzer-Account, das wäre in der Tat viel zu umständlich. Warum kann eine App wie Steam nicht einfach einen eigenen Bereich bekommen? Nur die Berechtigungen, die es braucht um zu funktionieren. Warum sollte mehr möglich sein? Warum stehen innerhalb eines Betriebssystems alle Türen offen wie Scheunentore? Das gilt übrigens auch für Linux. Wer sich Steam ohne Sandbox installiert, der gibt Steam die Berechtigung wortwörtlich alle Daten zu lesen, die nicht verschlüsselt sind. Mittlerweile gibt es in Flatpak ein Projekt, das sich (unter anderem) diesem Thema widmet. Aber in der Windows-Welt sind immer noch die 90er angesagt, was IT-Sicherheit angeht.
Android macht es vor: Hier kann per default keine App Daten abgreifen, weder die Nutzerdaten, noch die Daten von anderen Apps. Jede installierte App hat ihren eigenen kleinen Kosmos, eigene Verzeichnis-Berechtigungen mit allem Drum und Dran. Das funktioniert, und das gibts schon ne ganze Weile. Ganz genau so kann das auch auf allen anderen Computern gemacht werden. Technisch gibts da keine Hürden. Warum das nicht gemacht wird... da darf sich jeder seinen Teil denken.
Was Android betrifft: Leider ist es so, das die Berechtigungen, die angefordert werden, dermaßen grob gestaltet sind, das das ganze Sicherheitssystem, was erst programmiert wurde, direkt wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Zumindest, wenn der Nutzer seine Zustimmung gibt. Und leider wollen die Apps ja meistens fast alles haben, auch wenn sie es eigentlich gar nicht brauchen. Ein Beispiel wäre da der gute alte Zugriff auf die Telefondaten. Erkärt wird das damit, das eine App reagieren muss, falls bei der Benutzung ein Anruf eingeht. Eigentlich könnte das Betriebssystem einfach an alle Apps melden: "Achtung, Anruf geht ein, aber keiner von euch Schwanzlurchen darf wissen wer genau anruft - weil euch das nix angeht und weil ihr das für eure Funktion gar nicht wissen müsst, ihr neugierigen Spackos!"
Aber so ist es leider nicht... Warum das so ist, das muss sich jeder selbst zusammenreimen. Ne gute und positive Antwort fällt mir nicht ein. Denn es ist eigentlich möglich.
shakeyourbunny hat geschrieben: ↑16.03.2019 22:21
Davon abgesehen, installieren beide Anwendungen jeweils Dienste und für diese Installation werden Adminrechte zwingend benötigt. Auch wenn die Launcher selber mit geringeren Rechten laufen, wäre das Abgreifen immer noch via den Updatedienst möglich, zumindest während der Aktivierung von diesen.
Eigentlich kann das alles auch anders gemacht werden. Wirds aber nicht. Für Dienste braucht man nicht zwangsweise Adminrechte. Das geht unter Linux auch als Benutzer-Dienst. Das ist alles technisch möglich.
(Edit als Beispiel: Zum Beispiel Transmission, ein BitTorrent-Dienst unter Linux. Unter Debian wird Transmission ein eigener Benuter-Account generiert. Transmission hat sein eigenes Verzeichnis, in dem alle Einstellungen und Torrents liegen. Der Dienst kann sonst auf nix zugreifen. So wird das schon seit einiger Zeit mit Diensten gemacht. Nicht auf allen Distributionen, aber auf vielen. Dazu kann ein Nutzer das auch noch nachträglich selbst so einstellen, wenn er kann und will.)
Mein Punkt: Die Systeme, die wir heute nutzen, sind hart veraltet, was sowas angeht. Da muss was dran geändert werden. Eigentlich geht das schon seit über 10 Jahren, aber... ja. Windows ist immer noch Windows. Aber bei Linux ist man nur ein bisschen weiter. Auch hier gibts noch viel zu tun.
Um das mal auf das Beispiel mit dem Bahnhof umzumünzen: Wer immer wieder sein Fahrrad unverschlossen an den Bahnhof stellt, nur weil ihm damals niemals aufgefallen ist, das es regelmäßig geklaut wurde, der ist ein Stück weit selbst schuld, wenn es immer und immer wieder passiert, und er sein Verhalten nicht ändert. An einem gewissen Punkt müssen die Leute auch mal auf die Bequemlichkeit verzichten und in den sauren Apfel beißen. Bis dahin sind sie ein Spielball der Industrie. Und diese Industrie schert sich einen Dreck um die Shitstorms im Wasserglas. Wenn so gut wie keiner sein Verhalten ändert, worauf sollte die Industrie dann reagieren?