Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

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RVN0516
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von RVN0516 »

Das denke ich auch, denke aber das würde ihn nicht groß stören, da er ja zugibt sich darüber schon einen Kopf zu machen und sich ja auch mit der Materie auseinander setzt. Er hat ja auch geschrieben das er sowas gerne machen würde, also eine Spiele Umsetzung seiner Werke und das eben Spiele in der Qualität eines Witchers eben auch eine tierische Werbung für die Bücher wäre.

Zu Sapkowski, der hat wahrscheinlich den Scheck von Netflix für die Serie gesehen und hat sich gedacht, die Abmachung damals war ein Fehler und will das korrigieren , aber gibt es einfach eventuell andere Möglichkeiten. WÜrde mich halt interresieren ob er eventuell es schon anders versucht hat an CDPR heranzutreten oder ob eben direkt die Keule ausgepackt wurde.
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TheLaughingMan
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von TheLaughingMan »

Wirklich überraschend emotionales Thema.

MMN sollte CDP Sapkowski, unabhängig von irgendwelchen juristischen Sachlagen oder gerichtlichen Entscheidungen, einen gewissen Betrag auszahlen. Egal ob er ein Idiot ist und keiner in dem Laden ihn leiden kann. Das sollte man IMO professionell sehen, und wenn man es sich leisten kann und es ein Image Gewinn wäre bzw. man als die souveränere der beiden Parteien dastehen würde wäre es wohl besser so.
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DirtyDirk41
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von DirtyDirk41 »

ronny_83 hat geschrieben: 08.10.2018 11:31 Ist natürlich sehr einfach für Sanderson, sich jetzt auf dem Rücken von Sapkowski als der Samariter der Buchautoren hinzustellen und so zu tun, als wäre der richtige Wert eines Autors gegenüber den eigenen Werken, diese für umsonst zu verscherbeln, nur um "weitere kreative Werke" seiner eigenen Idee in anderen Medien zu erhalten.

Solche Aussagensind für mich sinnlos. Gerade wenn sie im Zusammenhang einer Thematik entstehen, deren Kernaussage genau die gegenteilige ist. Für mich ist das nur ein "Ich rück mich mal eben in das bessere Licht, wenn ein andere sich grad ins Abseits geschossen hat". Lässt sich ja auch schön daher reden, wenn man gar nicht in der selben Situation steckt und gar nicht diese Optionen zur Verfügung stehen.

Er kann ja gerne seine "Ich brauch kein Geld, ich lebe von Luft"-Menthalität nach außen tragen. Wäre ich an einer der beiden Stellen, dann mit Sicherheit auch auf der von Sapkowski. Dieses schnulzige "die Erschaffung eines kreativen Werks ist wichtiger als jeder Cent dieser Welt"-Gehabe erlauben sich meist Leute, die entweder schon zu viel Geld haben oder einfach tatsächlich keinen Bedarf nach Geld. Ottonormal-Bürger hätte aber wohl ebenfalls versucht, jeden Cent aus einer Versoftung des eigenen Buches herauszuschlagen. Auch im Nachgang. Seh ich auch nichts verkehrt dran. Ist Gang und Geben in Industrie und Gewerbe. Von allen Seiten.
:?:

Da ich Sanderson als Menschen extrem schätze (als Autor etwas weniger, aber immer noch sehr), setze ich mal zur Verteidigung an.

Wenn ich Sanderson, der übrigens Bestseller-Autor ist und Eigenwerbung auf Reddit eher nicht nötig hat, richtig verstehe, geht es ihm um die Nobilitierung des eigenen Werks durch eine hervorragende Videospieladaption. Der Erwerb symbolischen Kapitals, der mit der auktorial gesuchten Erzeugung kulturell bedeutsamer Dinge einhergeht, gehört eigentlich zu den eher gut dokumentierten Motiven von Autorschaft – auch wenn der Weg über eine Videospieladaption für Vertreter "alter" Medien sicherlich ungewöhnlich (und erfreulich progressiv) ist.

Und es ist ja nicht so, als wenn sich das für die Autoren nicht auch finanziell rechnen würde (das hat Sanderson auch im Blick). Natürlich existieren rekursive Synergieeffekte zwischen dem Erfolg einer Verwertung und dem Erfolg der Vorlage. Ohne genaue Zahlen zu kennen, gehe ich stark davon aus, dass Sapkowski nach den Witcher-Spielen mehr Bücher verkauft als davor; genauso wie Martin, Rowling usw. Der Herr der Ringe fand sich zwischen 2001 und 2003 sicherlich auch auf der Beststeller-Liste wieder.
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Dangalf
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Dangalf »

Zwei Kids teilen sich ein tolles Spielzeug. Eines Tages erhält einer ein kleineres Spielzeug, weil er das tolle nicht mehr möchte, so kann der andere ganz alleine damit spielen so viel er will.
Ewtas später, sieht das Kind, das das tolle Spielzeug ja gar nicht haben wollte, wie viel Spaß das andere Kind damit hat. Nun möchte es doch wieder damit spielen, weil es ja doch einen Heidenspaß macht. Es geht zum Vater und erklärt ihm den Sachverhalt.

Was macht der Vater mit dem tollen Spielzeug? Sollen sie es wieder teilen? Soll der eine nun damit leben, ohne mit dem tollen Spielzeug spielen zu können? Vielleicht kommt es zu einem großen Streit, und die Kids wollen nie wieder etwas miteinander zu tun haben...

Hach, ja. Die Kinder...

Edit: Kommt ein drittes Kind: Ihr könnt alle meine Spielzeuge haben!
Zuletzt geändert von Dangalf am 08.10.2018 13:21, insgesamt 1-mal geändert.
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zmonx
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

winkekatze hat geschrieben: 08.10.2018 10:45 hat mal einer einen link zu besagtem gesetz?
Es ist wohl von einem Artikel 44 im polnischen Gesetz die Rede, aber gefunden habe ich nur das...

„Im Falle einer groben Diskrepanz zwischen der Vergütung des Urhebers und den Vorteilen des Erwerbers oder Lizenznehmers, kann der Urheber verlangen, dass das Gericht seine Vergütung angemessen erhöht.“

Wie wir alle wissen liegt das hier vor. Der 8000 Euro Deal ist doch ein Witz. Da sollte CDP von sich aus schon reagieren statt sich auf die Vertragslage zu berufen... Pfui, CDPR :)
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R_eQuiEm
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von R_eQuiEm »

zmonx hat geschrieben: 08.10.2018 13:02 Der 8000 Euro Deal ist doch ein Witz.
Woher hast du diese Zahl?
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zmonx
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

Hier, aus diesem Artikel... Woher auch dieses Gesetz hervorging. Hab es aber auch hier schon irgendwo gelesen, was ich nicht mehr finden kann?!

https://www.playnation.de/spiele-news/w ... 75676.html
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Bachstail
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Bachstail »

Waren das laut Sebastian Zielinski nicht 9500 Euro ?
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zmonx
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

Bei so "kleinen" Summen rundet man immer auf 8000 ab.

"Zu meiner Verteidigung" ^^
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R_eQuiEm
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von R_eQuiEm »

zmonx hat geschrieben: 08.10.2018 13:20 Hier, aus diesem Artikel... Woher auch dieses Gesetz hervorging. Hab es aber auch hier schon irgendwo gelesen, was ich nicht mehr finden kann?!

https://www.playnation.de/spiele-news/w ... 75676.html
:lol:

Sollte dies stimmen wäre das einer der epischsten fails^^ Und stimmt, CDP würde es gut stehen wenn sie ihm da nen Kuchen, wenn auch nur ein Häppchen abgeben.

Wobei ich Artikel gelesen habe, wonach die Summe unbekannt sein soll. Wenn es wahr ist, ist es witzig^^
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zmonx
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

Für damalige Verhältnisse vielleicht nicht unbedingt, ich meine, junges, unbekanntes Entwicklerteam und ein "ausserhalb" Polens unbekannter Autor... Und Polen halt ^^

Aber ja man, episch, wenn man sich anschaut was daraus alles entwickelt hat :D
DEMDEM
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von DEMDEM »

Das Gesetz setzt aber voraus, dass eine Verbindung zwischen dem Erfolg und der Lizenz hergestellt wird. Da der kommerzielle Megaerfolg nach dem ersten Teil aber ausblieb, CDP sogar kurz vor der Pleite steht, wird es wohl etwas schwer werden. Desweiteren, weil es sich um Zivilrecht handelt, kann die Gegenseite auch argumentieren, dass Sapkowski durch den Vertrag zwischen beiden Parteien mehr profitiert hat als andersrum, da er es so zu großer Prominenz geschafft hat, seine Bücher ein globaler Hit sind und das AUSSCHLIEßLICH wegen den Spielen und er wohl auch noch am Netflix-Deal, dank den Spielen, mitverdient.

Manche vergessen hier wohl auch, dass Sapkowski kein armer Schlucker ist. Er ist durch den Deal reich geworden, eine Benachteiligung wird also schwer sein nachzuweisen.
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manu!
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von manu! »

Sapkowski hat nicht an den Erfolg geglaubt,lieber die schnelle Kohle genommen und wollte ausdrücklich kine Gewinnbeteiligung.Das ganze hat er auch noch öffentlich zugegeben,bzw. sprach ganz offen davon.Er ist aufs Mowl gefallen und will nun die Kohle die ihm entgangen ist,weil er damals dumm war und lieber die Taler genommen hat,die damals ja wohl anscheinend angemessen waren....Wer sonst hätte sich denn darauf eingelassen.Jetzt kommt er geschissen mitm Anwalt.Ich finde das moralisch so wahnsinnig ekelhaft,dass ich tatsächlich hoffe das er keinen müden Sloti bekommt.
Moralisch kann ich da absolut jeden verstehen der gegen ihn ist.Frage dazu ist,ist es wirklich genau so abgelaufen damals.Ansonsten wären ja sämtliche Verträge fürn Arsch der geistiges Kontent betrifft in Polen.Ich kann mir das so nicht vorstellen.Ich kenne aber auch diesen ominösen Artikel 44 nicht.
Das Autoren teilweise echt übern Tisch gezogen werden,wurden ...ahjo.Is halt wenn man keine Lobby hat,dann ist dieses Gesetz ja in Ordnung.Aber wenn man abgelehnt hat...und dann angekackt kommt.boah nee eh.Sorry aber so Arschkrampen hams dann auch net verdient.
Ich habe so viele dumme Entscheidungen in meinem Leben getroffen...Ich bereue jede einzelne öfter und auch teilweise echt immer und immer wieder...Aber eh man,das ist das Leben.Lerne daraus!
Für mich gibts keinen Artikel 44...
Ich hoffe ernsthaft er bekommt kein Geld.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von DEMDEM »

Man sollte auch bedenken, dass die polnischen Gesetzgeber nicht ganz auf den Kopf gefallen sind, auch in Hinblick, in was für einer Zeit die Gesetze geschrieben wurden. Es ist natürlich nicht im Interesse des Gesetzgebers Lizenzinhaber (nicht das Gleiche wie Urheber nur mal so btw.) zu ermöglichen einen festen Betrag im Voraus zu verlangen und dann, sollte doch ein größerer Erfolg aus der Lizenz entstehen, nochmal abzukassieren. Dafür war das Gesetz NIE gedacht. Sollten Einige sich mal zu Herzen nehmen, die gerne mit "er hat das Gesetz auf seiner Seite", welches nämlich erstmal festgestellt werden muss.

Desweiteren geht es ja explizit um die Urhebervermögensrechte. Diese sind stark reguliert und es gilt dann auch erstmal festzustellen, ob Sapkowski sie überhaupt hat, oder ob er sie mit dem festen Betrag an CDP nicht komplett abgetreten hat. In diesem Falle hätte er grundsätzlich erstmal keine Klagegrundlage mehr.
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

Ich könnte S. ja verstehen, wenn er tatsächlich ein armer Schlucker wäre, der unter ner Brücke schläft, weil keiner seine Bücher kauft, die Spielereihe, die auf diesem Büchern basiert, den Machern aber goldene Kloschüsseln verschafft.

Aber so ist es ja nicht. Der Synergieeffekt ist ja enorm. In beide Richtungen. Die Spiele Reihe wäre im Leben nicht so gut geworden, ohne die Vorlage. Denn vom literarischen mal abgesehen, ist das eine sehr interessante und eigenständige Fantasy Welt, mit vielen gut ausgearbeiteten Charakteren, und Handlungssträngen, ohne die die Spiele, auch und gerade der dritte Teil, nicht annähernd so gut wären. S. hat da ja stellenweise Kultfiguren geschaffen, extrem erwachsene Motive verarbeitet und zudem sogar noch eine super spannende Romanze geschaffen, die auch in den Spielen immer wieder auftaucht. Dazu ein paar coole Begleiter und mit Rittersporn sogar einen extrem geilen Sidekick der immer mal wieder für den comic relief sorgt.

Auf der anderen Seite haben die Spiele diese tolle Saga aber erst international bekannt gemacht, sodass Leute auf der ganzen Welt in den Genuss der Bücher kommen konnten, wodurch S. aus finanzieller Sicht natürlich profitiert hat, aber auch dahingehend, dass sein Werk einfach international Anerkennung gefunden hat, was für einen Autoren oft auch wichtig ist. Die Spielereihe hat sein Universum toll eingefangen, viele Ideen weitergesponnen, neue Geschichten geschrieben und hat ebenfalls Kultfiguren geschaffen. Dass ist schon aus künstlerischer Sicht enorm, wie sich da beide Seiten befeuert haben und aus finanzieller Sicht glücklicherweise auch - für beide Seiten.

Es ist schade, dass S. dass nie so wirklich erkennen wollte, und dass er jetzt juristische Tricks nutzt, um nachträglich nochmal einen Vertrag auszubessern, der damals womöglich gar nicht so schlecht war, aus heutiger Sicht aber schon. Das kann einem im Leben öfter passieren, nur hat er scheinbar die juristische Möglichkeit, dass rückgängig zu machen. Sei es ihm gegönnt, schön finde ich es nicht.

Komisch finde ich aber auch, dass CDPR scheinbar nie auf ihn zugegangen sind, um das krasse Gefälle womöglich doch auszugleichen. Bei jeder anderen Firma würde ich das natürlich verstehen, aber in diesem Falle muss man ja doch von einem Sonderfall sprechen, da sich diese Firma ja vor allem aus Liebe zu den Büchern von Sapkowski gegründet hat, und sie ja auch immer wieder ihren großen Respekt ihm gegenüber bezeugen. Börsenorientiertes Unternehmen hin oder her, aber mit dem Gedanken, meinem absoluten Lieblingsautor, aufgrund dessen ich sogar eine Firma gegründet habe, um seine Geschichten als Videospiel umzusetzen, mit irgendwas zwischen 8000 - 10000 € abgespeist zu haben und mit der Sache Millionen zu verdienen, würde mich nachts nicht ruhig schlafen lassen.

Aber gut, ist halt auch ne große Firma. Die geben ja auch nicht freiwillig Geld aus, wenn sie es nicht müssen. Und S. hat ja, wie gesagt, auch extrem davon profitiert.

Ich finde diesen Rosenkrieg als Fan beider Sachen aber wirklich fürchterlich, und bin enttäuscht von beiden Seiten, aber von S. noch ein ganzes Stück mehr, weil er sich aus kaufmännischer Sicht ekelhaft verhält. Vertrag ist Vertrag. Eine der Grundregeln für jeden Kaufmann, und wenn beide Seiten ihre Pflichten erfüllt haben muss man eben mit den Konsequenzen leben. 10 Jahre später zu kommen, um einen abgeschlossen Vertrag, den beide Seiten im Prinzip ebenbürtig beschlossen haben, für nichtig zu erklären ist kaufmännisch kein besonders ehrenhaftes Verhalten. Auch wenn jeder Kaufmann immer versucht, das Beste für sich raus zuschlagen, gibt es auch sowas wie einen Kodex, und der ist einfach Vertrag ist Vertrag. Vorher kann man alle Spitzfindigkeiten nutzen, um einen Vorteil raus zuschlagen, aber mit dem Abschluss des Vertrages muss man mit den Folgen leben, wenn der Vertrag rechtsgültig ist, keine unerwarteten Klauseln enthält, und beide ihren Pflichten nachkommen.

Es gibt Sonderfälle, dieser hier ist keiner davon. CDP haben sich etwas gekauft, und damit Gewinn erwirtschaftet. Die Rechte waren eine Ressource, die sie fair und korrekt erworben haben, und welche sie mit Fleiß und Risikobereitschaft gewinnbringend weiterverarbeitet haben, und das erst Jahre später. Aus künstlerischer Solidarität heraus hätte man S. sicherlich einen neuen Vertrag anbieten können, oder eine einmalige Sonderzahlung aufgrund besonderer Umstände überweisen können, aber verpflichtet waren sie dazu sicher nicht.

S. wäre so ein Typ, der bei mir als Kaufmann ne Persona non Grata würde, weil er sich nicht an Verträge hält, bzw. sie versucht, nach Abschluss umzudichten. Das mag juristisch alles möglich sein, aber mit ihm zu tun haben, muss man dann ja trotzdem nicht mehr.

Das macht für mich seine literarische Leistung aber nicht schlecht. Er ist und bleibt trotzdem ein toller Fantasy Autor, der in dieser Situation ein wenig übers Ziel mit seiner Grummeligkeit hinaus schießt.