Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

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die-wc-ente
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von die-wc-ente »

Ich kann manchmal das Verhalten der Spieler nicht nachvollziehen. Wenn EA 15€ für drei neue Karten möchte, ist das ein Skandal und Abzocke.

Wenn Epic 20€ für einen künstlich limitierten Skin möchte, ist das der heiße Scheiß.
Hab ich letztens "live" erlebt. Da unterhielten sich die Kinder (Grundschüler) über Fortnite und waren total stolz drauf das die so viel Kohle für den Mist ausgegeben haben...
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Kajetan
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Kajetan »

die-wc-ente hat geschrieben: 28.05.2018 09:36 Hab ich letztens "live" erlebt. Da unterhielten sich die Kinder (Grundschüler) über Fortnite und waren total stolz drauf das die so viel Kohle für den Mist ausgegeben haben...
Ich habe das vor Jahren mitbekommen, als junge Kerle ihre Großmütter verkauft haben, um sich maßlos überteuerte Sammelkartenpacks kaufen zu können. Da gab es einen Laden im Industriegebiet, der NUR sowas verkauft hat. Total schlecht für Schüler zu erreichen und trotzdem war die Bude immer irgendwie rammelvoll. Ich bin froh, dass es in der Phase meines Lebens, wo ich für sowas anfällig war, NICHTS dergleichen gab. Denn ich hätte ebenfalls meine Großmutter selig verkauft.

Sich an Kindern und Jugendlichen so gnadenlos zu bereichern, gehört direkt nach Drogen- und Waffenhandel zu den Gewerben, die nur Leute ohne Skrupel ausüben können.
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PickleRick
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von PickleRick »

Für mich als Erziehungsberechtigten stellt sich da die Frage, wie geht man damit um?

Verbietet man es, kann es dazu führen, dass das Kind gesellschaftlich ausgeschlossen und im schlimmsten Fall sogar geächtet ist.

Macht man es mit, lässt man zu, dass das eigene Kind ein Teil dieser Industrie wird, zumal das eigene Geld dafür rausgeballert wird.

Der persönliche Einfluss ist ja eh schon stetig am Schwinden, sobald die Kinder abgestillt sind.

Was bleibt, ist Hoffen und Beten, dass das eigene Kind selbst klug genug ist... das führt wohl aber zu nix.
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Heruwath »

ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 10:57 Für mich als Erziehungsberechtigten stellt sich da die Frage, wie geht man damit um?

Verbietet man es, kann es dazu führen, dass das Kind gesellschaftlich ausgeschlossen und im schlimmsten Fall sogar geächtet ist.

Macht man es mit, lässt man zu, dass das eigene Kind ein Teil dieser Industrie wird, zumal das eigene Geld dafür rausgeballert wird.

Der persönliche Einfluss ist ja eh schon stetig am Schwinden, sobald die Kinder abgestillt sind.

Was bleibt, ist Hoffen und Beten, dass das eigene Kind selbst klug genug ist... das führt wohl aber zu nix.
Ähhmm, wie wärs mit Erziehung und Aufklärung? Verbieten und einfaches Erlauben, sind schnelle und recht einfache "Lösungen". Erziehung und Aufklärung ist allerdings schwer.
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Robstah
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Robstah »

Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 10:19
die-wc-ente hat geschrieben: 28.05.2018 09:36 Hab ich letztens "live" erlebt. Da unterhielten sich die Kinder (Grundschüler) über Fortnite und waren total stolz drauf das die so viel Kohle für den Mist ausgegeben haben...
Ich habe das vor Jahren mitbekommen, als junge Kerle ihre Großmütter verkauft haben, um sich maßlos überteuerte Sammelkartenpacks kaufen zu können. Da gab es einen Laden im Industriegebiet, der NUR sowas verkauft hat. Total schlecht für Schüler zu erreichen und trotzdem war die Bude immer irgendwie rammelvoll. Ich bin froh, dass es in der Phase meines Lebens, wo ich für sowas anfällig war, NICHTS dergleichen gab. Denn ich hätte ebenfalls meine Großmutter selig verkauft.

Sich an Kindern und Jugendlichen so gnadenlos zu bereichern, gehört direkt nach Drogen- und Waffenhandel zu den Gewerben, die nur Leute ohne Skrupel ausüben können.
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PickleRick
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von PickleRick »

Heruwath hat geschrieben: 28.05.2018 11:01 Ähhmm, wie wärs mit Erziehung und Aufklärung? Verbieten und einfaches Erlauben, sind schnelle und recht einfache "Lösungen". Erziehung und Aufklärung ist allerdings schwer.
Das kann eigentlich nur jemand sagen, der keine Kinder hat. :D

Natürlich erzieht man seine Kinder und versucht sie aufzuklären, aber gerade im pubertären Alter entziehen sie sich genau diesen Mechanismus mal mehr, mal weniger stark. Das Umfeld hat da einen viel größeren Einfluss, als die Eltern und das kann man nur schwer ändern.

Wenn jetzt alle in der Klasse Fortnite spielen und die supercoolen Skins haben und das Kind jeden Tag nur damit konfrontiert ist, dass es ausgeschlossen ist aus dieser Gruppe, braucht des schon sehr viel Selbstvertrauen, dass es diesem Druck standhält. Schlimmer wird das noch, wenn der Druck direkt ausgeübt wird und das Kind z. B. in sozialen Netzwerken verspottet wird.

Da kann ich in meinem reifen Alter lange darüber aufklären, dass nicht so wichtig ist, was andere sagen und über einen denken, und meine Individualität vorleben. Das kommt da nicht wirklich an bei manchen Kindern.

Und am Ende läuft es doch auf die Frage raus: Darf das Kind Fortnite spielen? Darf es sich Skins kaufen? Da gibt es kein "Erziehen und Aufklären". Da bleibt nur, ja oder nein.

Kannst ja mal einem vierzehnjährigen was verbieten und ihm dann ausführlich erklären, warum er jetzt nicht dass darf, was in seiner Wahrnehmung gerade ALLE außer ihm dürfen.

Ich sehe das wie Kajetan. Die Politik hat bisher diese ganzen Mechanismen nicht in der Altersfreigabe berücksichtigt und während ein 14-jähriger ja keine Titten sehen darf, dürfen 8-jährige selbstverständlich die Cartoonserie sehen, die nur darauf basiert, dass sie dann bitte im Nachgang den zugehörigen Merch kaufen. Im Idealfall dann noch als die Realausführung der Lootbox, dem Boosterpack. Und das alles vor dem Hintergrund, dass die Welt ja in Schwarz und Weiß eingeteilt ist und sich Probleme am besten mit direkter oder Stellvertretergewalt lösen lassen.

Das ist alles großer Mist und keinen interessiert es.
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von yopparai »

Ich werde nie dahinter kommen, warum jemand einen 20$ Skin kauft, nur, weil der ein paar Tage später für immer aus dem Programm genommen wird. Selbst als Kind wär ich nie auf sowas reingefallen (Sammelkartenscheiß empfand ich allerdings auch als Grundschüler schon als Abzocke). Ich mein, das sind immer noch 20$ für einen verdammten Skin. Das ist wirklich schwierig für mich, das nachzuvollziehen. Offensichtlich funktioniert‘s ja, also scheint mein eigenes Empfinden da meilenweit an der Realität vorbeizugehen...

Moralisch seh ich das jedenfalls schon sehr kritisch. Hier wird ausgenutzt, dass sich in jüngeren Jahren noch kein richtiges Gefühl für den finanziellen Wert von Dingen gefestigt hat. Ich bin trotzdem niemand, der allzu schnell nach dem Staat und Regulierung schreit. Alles in Allem handelt es sich dabei zunächst mal „nur“ um einen überhöhten Preis eines Guts, das keiner wirklich braucht. Ich denke, hier sollte man es zunächst mit Aufklärung insbesondere der Eltern versuchen, denn deren Geld wird da üblicherweise verbraten. Bzw. wenn man gesetzlich einschreiten will, dann müsste man irgendwie einen Weg finden, dass bei jeder Transaktion bzw. ab einer bestimmten Summe inmerhalb einer vorgegebenen Zeit ein OK von den Eltern vorliegen muss. Wie genau das aussehen könnte weiß ich aber auch nicht. Klar ist, dass die Eltern eigentlich selbst in der Verantwortung stünden, sich darum zu kümmern, aber das ist als Neueinsteiger in einem solchen Bereich nicht so leicht wie es scheint.

Ich habe mehrere Lehrer in der Verwandtschaft, von denen mich ein paar schon angesprochen haben, ob ich ihnen erklären könnte was das Spiel ist und wie die Kinder da zum Geld ausgeben gebracht werden, musste bisher aber immer passen, da ich es nie gespielt hab. Das zeigt mir jedenfalls, dass da Aufklärungsbedarf herrscht.
Zuletzt geändert von yopparai am 28.05.2018 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
Heruwath
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Heruwath »

ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 11:10
Heruwath hat geschrieben: 28.05.2018 11:01 Ähhmm, wie wärs mit Erziehung und Aufklärung? Verbieten und einfaches Erlauben, sind schnelle und recht einfache "Lösungen". Erziehung und Aufklärung ist allerdings schwer.
Das kann eigentlich nur jemand sagen, der keine Kinder hat. :D

Natürlich erzieht man seine Kinder und versucht sie aufzuklären, aber gerade im pubertären Alter entziehen sie sich genau diesen Mechanismus mal mehr, mal weniger stark. Das Umfeld hat da einen viel größeren Einfluss, als die Eltern und das kann man nur schwer ändern.

Wenn jetzt alle in der Klasse Fortnite spielen und die supercoolen Skins haben und das Kind jeden Tag nur damit konfrontiert ist, dass es ausgeschlossen ist aus dieser Gruppe, braucht des schon sehr viel Selbstvertrauen, dass es diesem Druck standhält. Schlimmer wird das noch, wenn der Druck direkt ausgeübt wird und das Kind z. B. in sozialen Netzwerken verspottet wird.

Da kann ich in meinem reifen Alter lange darüber aufklären, dass nicht so wichtig ist, was andere sagen und über einen denken, und meine Individualität vorleben. Das kommt da nicht wirklich an bei manchen Kindern.

Und am Ende läuft es doch auf die Frage raus: Darf das Kind Fortnite spielen? Darf es sich Skins kaufen? Da gibt es kein "Erziehen und Aufklären". Da bleibt nur, ja oder nein.

Kannst ja mal einem vierzehnjährigen was verbieten und ihm dann ausführlich erklären, warum er jetzt nicht dass darf, was in seiner Wahrnehmung gerade ALLE außer ihm dürfen.
Ich selbst habe keine Kinder, allerdings habe ich über die Jahre einige Kinder meiner Schwestern mit erzogen. Das ging über Wochen und Monate.

Deine Initiale Frage war, wie geht man damit um und darauf gibt es eigentlich nur eine richtige Antwort. Man erzieht. Natürlich hat man nicht die volle Kontrolle, und mit der Zeit sogar noch weniger. Das ist selbstverständlich und man muss damit klarkommen, was an sich schon recht schwer ist. Wenn dieser Kontrollverlust dir zusetzt, dann hast du ein Konflikt in dir und ein Problem mit dem Kontrollverlust und nicht mit Fortnite, oder irgendeinem anderen Spiel/Film usw.

Wenn du so große Bedenken hast in Bezug auf den Ausschluss deines Kindes, dann ist das auch ein ganz anderes Thema und das Spiel ist nur der Auslöser, nicht die Ursache.

Dem Kind etwas zu erlauben oder zu verbieten ist Erziehung meiner Ansicht nach. Und hier geht es auch nicht um den einfachen Weg eines Verbotes, oder den Weg der freien Hand. Hier geht es um viel mehr.

Ich habe schon einem 14 jährigen Sachen verboten und auch versucht diese zu erklären. Das war fast unmöglich. Ist die Schwierigkeit davon dein Konflikt? Alles wichtige auf dieser Welt ist schwer. Wir können uns darüber Gedanken machen, wie wir damit umgehen, oder wir entscheiden uns damit umzugehen.

Zur Erziehung gehört auch akzeptieren, dass man über Zeit immer Weniger Einfluss auf sein Kind hat und trotzdem nicht aufzugeben and den letzten übrigen Stellen das beste rauszuholen.
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PickleRick
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von PickleRick »

Heruwath hat geschrieben: 28.05.2018 11:28 Zur Erziehung gehört auch akzeptieren, dass man über Zeit immer Weniger Einfluss auf sein Kind hat und trotzdem nicht aufzugeben and den letzten übrigen Stellen das beste rauszuholen.
Verkürzen wir das mal auf dieses Statement und darum gehts.
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Kajetan
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Kajetan »

ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 11:10 Die Politik hat bisher diese ganzen Mechanismen nicht in der Altersfreigabe berücksichtigt und während ein 14-jähriger ja keine Titten sehen darf, dürfen 8-jährige selbstverständlich die Cartoonserie sehen, die nur darauf basiert, dass sie dann bitte im Nachgang den zugehörigen Merch kaufen. Im Idealfall dann noch als die Realausführung der Lootbox, dem Boosterpack. Und das alles vor dem Hintergrund, dass die Welt ja in Schwarz und Weiß eingeteilt ist und sich Probleme am besten mit direkter oder Stellvertretergewalt lösen lassen.

Das ist alles großer Mist und keinen interessiert es.
Weil das unsere aktuell geltende neoliberale Moral ist, die unsere Gesellschaft tief durchdrungen hat. Gut ist, was viel Geld macht. Schlecht ist, was verhindert, dass jemand viel Geld machen kann. Deswegen haben sich eine Handvoll Konzerne auch erfolgreich in die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen einklinken können und ziehen diese noch formbaren Geister zu willigen Konsumenten heran, die mit dem Geld der Eltern und der Verwandschaft besagte Produkte kaufen.

Und wenn man mitbekommt, wie immer mehr Firmen sich direkt in den Kindergarten/Schulbetrieb einklinken und über die Schiene Sponsoring sich noch unmittelbarer and die Kinder ranwanzen ... ich habe mittlerweile den Eindruck, dass Schulpflicht nicht mehr für "Wir wollen sicher gehen, dass alle Kinder solide und gute Grundlagen vermittelt bekommen" steht, sondern für "Wir müssen alle Kinder brainwashen, damit wir mehr verkaufen können!". Die Lehrer sind entweder teilnahmslos oder hilflos, weil ihnen das teilweise direkt vom Ministerium aufgedrückt wird, wo die Industrie ganz massiv für Private-Public Partnership im Bildungsbereich wirbt und doch einfach nur mehr verkaufen will. Man denkt sich dann, dass es mittlerweile fast schon Notwehr ist, wenn man die Kids selber schult, anstatt sie jeden Tag in die Konsumentenausbildungsanstalt zu schicken.

Aber es gibt auch Hoffnung :) Ich kenne immer mehr junge Eltern, die erkennen, was hier passiert und die ganz explizit nicht wollen, dass ihre Kinder zu willenlosen Konsumzombies erzogen werden. Da wird auf den Elternabenden der Schulleitung massiv Feuer unterm Arsch gemacht und die Ausrede, dass das Ministerium ja vorschreibe ... zieht auch immer weniger. Da werden dann Adressen und Ansprechpartner besorgt und die Damen und Herren im Ministerium entsprechend belästigt.
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seppiro
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von seppiro »

ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 09:25 P. S: Ich dachte ja schon mit den "sich abnutzenden Skins" in CS:GO hätte ich alles gesehen, aber...
Die Skins in CSGO nutzen sich bei Gebrauch nicht ab? Die haben einfach einen bestimmten Zustand den sie beim "ziehen" bekommen und der bleibt dann immer so
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PickleRick
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von PickleRick »

seppiro hat geschrieben: 28.05.2018 12:02
ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 09:25 P. S: Ich dachte ja schon mit den "sich abnutzenden Skins" in CS:GO hätte ich alles gesehen, aber...
Die Skins in CSGO nutzen sich bei Gebrauch nicht ab? Die haben einfach einen bestimmten Zustand den sie beim "ziehen" bekommen und der bleibt dann immer so
Oh, dann nehme ich alles zurück. Das wusste ich nicht!

Macht aber auch mehr Sinn, sonst wäre der Markt ja überschwemmt mit "brandneuen" Skins. Das habe ich nicht zuende gedacht. Danke für den Hinweis.
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Heruwath »

ZappZarapp69 hat geschrieben: 28.05.2018 11:43
Heruwath hat geschrieben: 28.05.2018 11:28 Zur Erziehung gehört auch akzeptieren, dass man über Zeit immer Weniger Einfluss auf sein Kind hat und trotzdem nicht aufzugeben and den letzten übrigen Stellen das beste rauszuholen.
Verkürzen wir das mal auf dieses Statement und darum gehts.
Ok, das ist ein guter Anfang. Wenn es aber ums Akzeptieren geht, warum sprichst du dann noch über das Thema? Für mich heißt Akzeptieren sich auch nicht mehr mit diesem Thema aktiv zu befassen. Das ist ja der genaue Punkt, den ich vortrage. Die Diskussion über den Grad von Einfluss, den man als Elternteil hat ist recht irrelevant bei der Frage, wie gehe ich damit um. Du hast es akzeptiert und hast dich bereits entschieden, also. Die Frage selbst erscheint irrelevant, denn du hast dich bereits entschieden, wie du damit umgehst. Ob es nun ein Verbot ist, oder nicht geht mich persönlich überhaupt nichts an, ist schließlich nicht mein Kind :)
Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 11:59 Weil das unsere aktuell geltende neoliberale Moral ist, die unsere Gesellschaft tief durchdrungen hat. Gut ist, was viel Geld macht. Schlecht ist, was verhindert, dass jemand viel Geld machen kann. Deswegen haben sich eine Handvoll Konzerne auch erfolgreich in die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen einklinken können und ziehen diese noch formbaren Geister zu willigen Konsumenten heran, die mit dem Geld der Eltern und der Verwandschaft besagte Produkte kaufen.

Und wenn man mitbekommt, wie immer mehr Firmen sich direkt in den Kindergarten/Schulbetrieb einklinken und über die Schiene Sponsoring sich noch unmittelbarer and die Kinder ranwanzen ... ich habe mittlerweile den Eindruck, dass Schulpflicht nicht mehr für "Wir wollen sicher gehen, dass alle Kinder solide und gute Grundlagen vermittelt bekommen" steht, sondern für "Wir müssen alle Kinder brainwashen, damit wir mehr verkaufen können!". Die Lehrer sind entweder teilnahmslos oder hilflos, weil ihnen das teilweise direkt vom Ministerium aufgedrückt wird, wo die Industrie ganz massiv für Private-Public Partnership im Bildungsbereich wirbt und doch einfach nur mehr verkaufen will. Man denkt sich dann, dass es mittlerweile fast schon Notwehr ist, wenn man die Kids selber schult, anstatt sie jeden Tag in die Konsumentenausbildungsanstalt zu schicken.

Aber es gibt auch Hoffnung :) Ich kenne immer mehr junge Eltern, die erkennen, was hier passiert und die ganz explizit nicht wollen, dass ihre Kinder zu willenlosen Konsumzombies erzogen werden. Da wird auf den Elternabenden der Schulleitung massiv Feuer unterm Arsch gemacht und die Ausrede, dass das Ministerium ja vorschreibe ... zieht auch immer weniger. Da werden dann Adressen und Ansprechpartner besorgt und die Damen und Herren im Ministerium entsprechend belästigt.
Oh jaa, die bösen, bösen Firmen. Es kann auch einfach nicht sein, dass Menschen, die bei diesen Firmen arbeiten die Förderung der Schulen/Kindergärten aus dem Grund tun um den Kindern zu helfen gut zu sein und sie tatsächlich zu fördern. Es muss immer in die Richtung von wissentlichem/willentlichem und aktiver Manipulation gedrückt werden.

Hört doch einfach auf immer irgendwelche "Firmen", "Ministerien" oder "Ideologien" zu sehen, sondern fangt mal an "Menschen" zu sehen. Hört auf hinter jeder Aktion, immer nur die Habgier und das Negative zu sehen, sondern versucht mal zu akzeptieren, dass die meisten Aktionen aus guten Beweggründen entstehen.

Alles Andere ist nur den Teufel an die Wand malen durch Versimplifizierung.
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Kajetan
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Kajetan »

Heruwath hat geschrieben: 28.05.2018 13:13 Oh jaa, die bösen, bösen Firmen. Es kann auch einfach nicht sein, dass Menschen, die bei diesen Firmen arbeiten die Förderung der Schulen/Kindergärten aus dem Grund tun um den Kindern zu helfen gut zu sein und sie tatsächlich zu fördern. Es muss immer in die Richtung von wissentlichem/willentlichem und aktiver Manipulation gedrückt werden.
WEIL ES DAS IST! Hier wird nicht aus reiner Selbstlosigkeit geholfen, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun. Wer derart Mühe aufwendet, um in Ministerien direkt vor Ort Schulpläne "zu ergänzen" oder mit Segen des Ministeriums Aktionen an Schulen startet, entsprechend gekennzeichnetes Lehrmaterial verteilt, der macht das nicht aus Altruismus. Der investiert in Kundenbindung, um später ganz nüchtern Gewinn daraus zu ziehen. Wer anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung oder ist unrettbar naiv.
Hört doch einfach auf immer irgendwelche "Firmen", "Ministerien" oder "Ideologien" zu sehen, sondern fangt mal an "Menschen" zu sehen. Hört auf hinter jeder Aktion, immer nur die Habgier und das Negative zu sehen, sondern versucht mal zu akzeptieren, dass die meisten Aktionen aus guten Beweggründen entstehen.
Wenn Firmen Gutes tun wollen, dann sollen sie Geld zur Verfügung stellen, OHNE aber Einfluss auf das Schulmaterial zu nehmen oder sich selbst in den Unterricht einbringen. So aber geht es nur um Marketing und langfristige Kundenbindung.
Alles Andere ist nur den Teufel an die Wand malen durch Versimplifizierung.
Ich habe mich mit dem Thema Private-Public-Partnership, Sozialmarketing und artverwandten Bereichen intensiv beschäftigt und glaube mir ... die "Guten" sind so vernachlässigbar wenige, dass man durchaus davon ausgehen kann, dass der überwiegende Teil der Firmen, die sich hier engagieren, das nur aus reinem kommerziellen Selbstzweck tun. Weil die Verantwortlichen in keinen anderen Schienen denken können. Weil sie wie der Krebs sind, der sich langfristig seiner eigenen Grundlage beraubt, weil er nur sinnlos und unkontrolliert wachsen kann.

Ich bin übrigens alles andere als anti-kapitalistisch. Ich bin nur für klare Verhältnisse und verlogenes Schul-Sponsoring, wo es nur darum geht die Kids an bestimmte Marken zu gewöhnen und zu binden, ist verlogener Dreck, der gestoppt werden muss.
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Re: Fortnite: Michael Pachter über den brillantesten Preismechanismus; Battle-Pass-Umsatz weit über 50 Mio. Dollar

Beitrag von Heruwath »

Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 13:49 WEIL ES DAS IST! Hier wird nicht aus reiner Selbstlosigkeit geholfen, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun. Wer derart Mühe aufwendet, um in Ministerien direkt vor Ort Schulpläne "zu ergänzen" oder mit Segen des Ministeriums Aktionen an Schulen startet, entsprechend gekennzeichnetes Lehrmaterial verteilt, der macht das nicht aus Altruismus. Der investiert in Kundenbindung, um später ganz nüchtern Gewinn daraus zu ziehen. Wer anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung oder ist unrettbar naiv.
Wer hat was von reiner Selbstlosigkeit gesagt? Ließt du überhaupt, was genau die Leute schreiben, oder reagierst du nur auf das, wie es dein Gehirn interpretiert?

Also jeder Mitarbeiter, der zu Schule geht und den Schülern ein Tablet in die Hand drückt denkt ausschließlich an Kundenbindung und Manipulation? Solche Generalisierung, ist in meinen Augen überhaupt nicht haltbar. Nein so ist es nicht. Jeder Mitarbeiter hat seine eigenen Beweggründe und nicht alle davon fallen unter Manipulation und Kundenbindung. Genau das ist das Problem von solchen vereinfachten Sichtweisen. Es ist typisches Schubladendenken, wo viele Menschen nicht mehr als Individuen mit eigenen Gründen, Vorstellung und Wünschen gesehen werden sondern unter eine Haube mit jedem anderen, der in der selben Firma arbeitet gepackt werden.

Nein Kajetan, du liegst falsch. So ist das nicht, du siehst es nur so!
Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 13:49 Wenn Firmen Gutes tun wollen, dann sollen sie Geld zur Verfügung stellen, OHNE aber Einfluss auf das Schulmaterial zu nehmen oder sich selbst in den Unterricht einbringen. So aber geht es nur um Marketing und langfristige Kundenbindung.
Noch so eine extrem ausgerichtete Denkweise. "Wenn du gutes tun willst, dann gib Geld, aber deinen Einfluss wollen wir nicht haben". Ein weiteres Indiz für eine Versimplifizierung der Situation.
Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 13:49 Ich habe mich mit dem Thema Private-Public-Partnership, Sozialmarketing und artverwandten Bereichen intensiv beschäftigt und glaube mir ... die "Guten" sind so vernachlässigbar wenige, dass man durchaus davon ausgehen kann, dass der überwiegende Teil der Firmen, die sich hier engagieren, das nur aus reinem kommerziellen Selbstzweck tun. Weil die Verantwortlichen in keinen anderen Schienen denken können. Weil sie wie der Krebs sind, der sich langfristig seiner eigenen Grundlage beraubt, weil er nur sinnlos und unkontrolliert wachsen kann.

Ich bin übrigens alles andere als anti-kapitalistisch. Ich bin nur für klare Verhältnisse und verlogenes Schul-Sponsoring, wo es nur darum geht die Kids an bestimmte Marken zu gewöhnen und zu binden, ist verlogener Dreck, der gestoppt werden muss.
Ich beschäftige mich immer noch mit den Thema PR, PPP, Influencern und anderen Bereichen, die mit diesem Thema zu tun haben. Ich habe auch an keiner Stelle gesprochen, dass es aus keinem kommerziellen Selbstzweck passiert. Wenn du meine Aussage genau ließt merkst du hoffentlich dass ich mich auf ganz bestimmte Stellen in deiner Aussage beziehe. Wie immer ist es nur eine ganz bestimmte Botschaft: "Der Vorwurf der willentlichen und gezielten Manipulation"

Ein Beispiel?
Kajetan hat geschrieben: 28.05.2018 11:59 "Wir müssen alle Kinder brainwashen, damit wir mehr verkaufen können!".
Und das wird als eine Äußerung der "Firma" dargestellt ohne einen eizigen Unterschied zwischen den Menschen, die dort arbeiten zu machen. Nein alle werden in einem Topf geworfen und ihnen wird ein Stempel mit dem Vorwurf aktiv, Manipulation tu betreiben um andere Menschen auszubeuten und sich daran zu bereichern, verpasst.

Du möchtest klare Verhältnise? Ich gebe dir welche. Hör auf Menschen in "Firmen" und "Ministerien" Schubladen zu stecken, dann werden andere vielleicht auch aufhören dich in eine "Gamer" Schublade zu stecken. Du willst gehört werden? Dann behandle die Leute, die dir zuhören sollen mit Vernunft statt ihnen Vorwürfe zu machen und sie mit anderen in einen Topf zu werfen.

Glaubst du jemand wird irgendwelchen Wert auf deine Meinung legen so lange du nicht bereit bist sie als Person zu sehen?

Edit: Ich habe einen Vorschlag. Um das etwas zielgerichteter zu machen lass uns doch mal einige Fragen beantworten.

Welche Firmen?
Welche Schulen?
Welche Lehrer?
Welche Schüler?
Welche Eltern?
Welche Bücher?
Welche Verantwortlichen?
Welche Schulpläne?

Werde spezifisch, dann kann das Problem erfasst und angegangen werden. Solange du dich mit Vorwürfen und Beleidigungen um dich werfend auf der nicht eindeutigen Ebene befindest, wird sich weder was ändern, noch werden viele deine Meinung ernst nehmen.
Zuletzt geändert von Heruwath am 28.05.2018 15:29, insgesamt 1-mal geändert.