Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

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SethSteiner
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von SethSteiner »

@Wulgaru
Gewicht misst sich aber an den Konsequenzen. Nehmen wir doch mal Das Leben des Brian, da fühlten sich einige Christen angesprochen um nicht zu sagen provoziert, da gab es Demonstrationen (übrigens auch mit Juden), Anzeigen und Ähnliches aber was soll hier schon passieren? Civilization ist an und für sich schon mal kein provozierender Titel, man kann aus zig Nationen wählen und dieses auf die verschiedensten Weisen aufbauen, wie der Spieler will, das ist einfach unverfänglich. Schon die damaligen Life of Bryan Proteste haben schlußendlich nicht viel erreicht und das war immerhin ein ganzer Film zentriert um ein Thema aber die Cree hier sind ja nicht das Hauptthema, sondern eben einfach nur eine weitere spielbare Nation. Was also sollte da die Konsequenz für Nichtbeachtung sein? Und klar, die Frage stellt sich beim Zentralrat der Juden ja genauso hin und wieder. Warum soll man das nicht von vorneherein abtun? Gerade wenn es inhaltlicher Unfug ist, ist es umso wichtiger es abzutun und Unfug nicht mit Aufmerksamkeit aufzuwerten, sonst landet man schnell wieder genau dort wo Monty Python damals Probleme hatte, so dinge wie Blasphemie.
Smer-Gol
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Smer-Gol »

Ach, man sollte den Civ-Leuten jetzt auch nicht zuviel Autorität in Sachen Geschichte verpassen. In Civ 4 (glaube es war das vierer) stand in der internen Enzyklopädie über die USA das sie unter anderem das Automobil erfunden haben. Vielleicht benutzen sie ja Trumps Lexikon über die Welt um ihre Spiele zu basteln. Jedenfalls arbeiten die an einem Unterhaltungsspiel und nicht am Brockhaus.

Edit:
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr vermute ich es im fünften Teil. Habs leider nicht mehr installiert :roll:
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Schnurx
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Schnurx »

Wieder mal ein Fall von Romantisierung ....

"Es [Civilization 6: Rise and Fall] setzt den Mythos fort, dass die First Nations ähnliche Werte wie die koloniale Kultur hatten, und dazu gehört die Eroberung anderer Völker und die Beanspruchung ihres Landes. Das passt nicht zu unseren traditionellen Wegen und unserer Weltanschauung (...)", sagte Milton Tootoosis."

Ja, ne ist klar. Wie die massenhafte Sklavenhaltung, die völlige oder fast komplette Ausrottung anderer Stämme und die Eroberung von Gebieten (oder deren Verteidigung dagegen) dazu paßt, wäre vielleicht noch zu erklären...
Nur mal so....
"As one of the five original members of the Iroquois League, the Mohawk were known as the Keepers of the Eastern Door. For hundreds of years, they guarded the Iroquois Confederation against invasion from that direction by tribes from the New England and lower New York areas."

Warum denn eigentlich, wenn aufgrund der völlig anderen Wertvorstellungen doch gar keine invasiven feindlichen Stämme existiert haben können?
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Kajetan
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kajetan »

Schnurx hat geschrieben: 09.01.2018 11:42 Wieder mal ein Fall von Romantisierung ....

"Es [Civilization 6: Rise and Fall] setzt den Mythos fort, dass die First Nations ähnliche Werte wie die koloniale Kultur hatten, und dazu gehört die Eroberung anderer Völker und die Beanspruchung ihres Landes. Das passt nicht zu unseren traditionellen Wegen und unserer Weltanschauung (...)", sagte Milton Tootoosis."

Ja, ne ist klar. Wie die massenhafte Sklavenhaltung, die völlige oder fast komplette Ausrottung anderer Stämme und die Eroberung von Gebieten (oder deren Verteidigung dagegen) dazu paßt, wäre vielleicht noch zu erklären...
Nur mal so....
"As one of the five original members of the Iroquois League, the Mohawk were known as the Keepers of the Eastern Door. For hundreds of years, they guarded the Iroquois Confederation against invasion from that direction by tribes from the New England and lower New York areas."

Warum denn eigentlich, wenn aufgrund der völlig anderen Wertvorstellungen doch gar keine invasiven feindlichen Stämme existiert haben können?
Es spricht ein Cree über seinen Stamm. Er spricht nicht von den Mohawk. Und selbst wenn, sich gegen Angriffe zu verteidigen ist wirklich nicht dasselbe wie andere anzugreifen.

Abgesehen davon ... der gute Mann weist nur darauf hin, dass das nicht so wirklich gut passt und er hätte sich gefreut, wenn man den Ältestenrat vorher gefragt hätte. Mehr ist da nicht passiert. Muss man nicht die Schneeflocke heraushängen lassen ...
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Kobba
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kobba »

Wurde "The Battle of the Belly River" nicht ausgelöst durch ein Angriff seitens der Crees auf ein Lager der Blood, weil die Crees scharf auf die Büffel der Cypress Hills waren?
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Wigggenz
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Wigggenz »

Soweit ich weiß ist man in Civ nicht gezwungen, auf Militär zu spielen oder territorial zu expandieren, sondern kann auch komplett friedlich fortschreiten, oder täusche ich mich?

Wo ist dann das Problem?
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Kajetan
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kajetan »

ronny_83 hat geschrieben: 09.01.2018 15:37 [Aber ich denke, dass einige sehr abgeschottet, andere sehr zivilisiert gelebt haben oder sehr naturnah und ruhig und andere sehr aggressiv und herrisch. Im Spiel geht es ja generell um Landeroberung und Landerweiterung. Kann schon sein, dass das nicht zu den Cree passt.
Jepp. Es gibt nicht DEN Indianer oder DAS typische Verhalten. Es gab hunderte von Stämmen, manche seßhaft, andere auf dem Sprung zur Seßhaftigkeit, andere durch und durch nomadisch. Es gab wüste Kriegszüge in den Territorien anderer Stämme, wo man sich Frauen, Waffen und Pferde besorgt hat. Es gab friedliche Stämme, die so reich waren, dass sozialer Status dadurch errungen wurde, in welchem Ausmaß man eigenen Besitz zerstört hat. Der Umgang untereinander war teilweise sehr liebevoll und nachsichtig und so, wie man es sich unter Menschen wünscht ... aber ohne zu zögern wurde einem Aussenseiter die Kehle aufgeschlitzt, der Skalp genommen, die Frauen geraubt, die Kinder getötet. Manchmal auch nicht, manchmal erstreckte sich der positive Umgang auch auf andere, die NICHT Teil des Stammes waren. Waren und sind halt auch nur Menschen in ihrer ganzen Bandbreite.

Wie auch immer ... wir alle wissen, dass es die Civilization-Reihe eh nie so genau mit der tatsächlichen Geschichte genommen hat. Von daher besteht kein Grund hier ein extra Faß aufzumachen.
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Kajetan
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben: 09.01.2018 16:10 Soweit ich weiß ist man in Civ nicht gezwungen, auf Militär zu spielen oder territorial zu expandieren, sondern kann auch komplett friedlich fortschreiten, oder täusche ich mich?

Wo ist dann das Problem?
Weil man es kann. Und das Spiel somit auf den kulturellen Hintergrund scheisst, der hier nur als nettes Setting verwendet wird. Ich kann als Dschingis Khan ein liberales, friedliches Paradies auf Erden errrichten. Hat nur nix mit der historischen Person Dschingis Khan zu tun, dessen Eroberungszüge (in Relation zur Anzahl an damals lebenden Menschen) mit zum Brutalsten und Blutigsten zählen, was Menschen anderen Menschen je angetan haben. Mein größter Spaß ist es immer als Mahatma Gandhi die Konkurrenz mit Atombomben in die Steinzeit zu schicken. Geschichtstreue? Null!

Der Cree sagt hier auch nur, dass das alles eigentlich nicht viel mit der tatsächlichen Kultur der Cree zu tun hat. Was ja auch stimmt. Civilization war nie eine historisch akkurate Simulation der Menschheitsgeschichte. Alles (!) in diesem Spiel ist nur harmlose Kulisse.
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Wigggenz
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben: 09.01.2018 16:19
Wigggenz hat geschrieben: 09.01.2018 16:10 Soweit ich weiß ist man in Civ nicht gezwungen, auf Militär zu spielen oder territorial zu expandieren, sondern kann auch komplett friedlich fortschreiten, oder täusche ich mich?

Wo ist dann das Problem?
Weil man es kann. Und das Spiel somit auf den kulturellen Hintergrund scheisst, der hier nur als nettes Setting verwendet wird. Ich kann als Dschingis Khan ein liberales, friedliches Paradies auf Erden errrichten. Hat nur nix mit der historischen Person Dschingis Khan zu tun, dessen Eroberungszüge (in Relation zur Anzahl an damals lebenden Menschen) mit zum Brutalsten und Blutigsten zählen, was Menschen anderen Menschen je angetan haben. Mein größter Spaß ist es immer als Mahatma Gandhi die Konkurrenz mit Atombomben in die Steinzeit zu schicken. Geschichtstreue? Null!

Der Cree sagt hier auch nur, dass das alles eigentlich nicht viel mit der tatsächlichen Kultur der Cree zu tun hat. Was ja auch stimmt. Civilization war nie eine historisch akkurate Simulation der Menschheitsgeschichte. Alles (!) in diesem Spiel ist nur harmlose Kulisse.
Und regen sich nun eventuelle Nachfahren von Dschingis Khan auf?

Oder beschwert sich nun Georg Friedrich von Preußen, dass man im krassen Gegensatz zum kulturellen Selbstverständnis der Nation seiner Vorfahren auch völlig pazifistisch spielen kann?

Es liegt einfach in der Hand des Spielers, das Spiel setzt überhaupt keinen Mythos fort, sondern lässt lediglich alle Möglichkeiten.

Ich sehe das verdammte Problem nicht.
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Kajetan
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben: 09.01.2018 16:29 Und regen sich nun eventuelle Nachfahren von Dschingis Khan auf?
Niemand regt sich auf.
Ich sehe das verdammte Problem nicht.
Weil Du nach einem Skandal Ausschau hälst, der aber nicht da ist. Der Cree macht das alles nämlich auch nicht zum Skandal. Er weist nur darauf hin, dass er sich zwar darüber freut, dass die Cree in diesem Spiel als spielbare Partei vertreten sind, dass das aber keine repräsentative Darstellung der Cree ist. Was ja auch stimmt. Und mehr ist das nicht.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Nennen wir das Kind doch endlich beim Namen: 4Players hat hier Clickbait gepostet :)
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Kajetan
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Kajetan »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 10.01.2018 14:13 Nennen wir das Kind doch endlich beim Namen: 4Players hat hier Clickbait gepostet :)
Ja, das kann man so sagen :)
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Temeter 
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben: 09.01.2018 14:58Abgesehen davon ... der gute Mann weist nur darauf hin, dass das nicht so wirklich gut passt und er hätte sich gefreut, wenn man den Ältestenrat vorher gefragt hätte. Mehr ist da nicht passiert. Muss man nicht die Schneeflocke heraushängen lassen ...
Nene, er sagt schon ganz klar, dass Civ6 Leute über die Cree in die Irre führt. Das ist ein Vorwurf, und zwar einer, der anhand der Freiheit in Civ6 nicht wirklich funktioniert.

Keine wirklich nennenswerte Sache, sicher, aber halt auch nicht ohne eine gewisse Anklage.
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Wigggenz
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben: 09.01.2018 16:47
Wigggenz hat geschrieben: 09.01.2018 16:29 Und regen sich nun eventuelle Nachfahren von Dschingis Khan auf?
Niemand regt sich auf.
Ich sehe das verdammte Problem nicht.
Weil Du nach einem Skandal Ausschau hälst, der aber nicht da ist. Der Cree macht das alles nämlich auch nicht zum Skandal. Er weist nur darauf hin, dass er sich zwar darüber freut, dass die Cree in diesem Spiel als spielbare Partei vertreten sind, dass das aber keine repräsentative Darstellung der Cree ist. Was ja auch stimmt. Und mehr ist das nicht.
Es ist davon auszugehen, dass wenn dieser Ältestenrat vorher mit einbezogen worden wäre (mit Mitspracherecht), die "Darstellung" der Cree anders ausgefallen wäre. Vermutlich in die Richtung, dass die Eroberer-Spielmöglichkeiten komplett weggefallen wären.

Also äußert er sehr wohl Kritik und hat ein Problem.

Und eben dieses vermeintliche Problem, dass die Darstellung (was an sich ja schon nicht richtig ist, da das komplett dem Spieler überlassen ist und es somit eine offizielle Darstellung einer Kultur durch das Spiel gar nicht gibt) nicht repräsentativ sei, ist für mich keines.

Denn absolut jede Nation kann nicht gemäß ihrer eigentlichen historisch kulturellen Eigenschaften gespielt werden, seien es kriegerische Cree oder pazifistische Europäer, aber eben auch im Einklang mit den tatsächlichen "Werten".
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Scorcher24_
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Re: Civilization 6: Rise and Fall: Kritik an der Darstellung der Cree-Zivilisation

Beitrag von Scorcher24_ »

Oder Ghandi, der in Civ V der übelste Kriegstreiber ist.