WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

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4P|BOT2
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WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von 4P|BOT2 »

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) im nächsten Jahr offiziell als eine psychische Störung anerkennen. Die Erkrankung soll in die nächste Auflage der ICD, der internationalen Klassifikation der Krankheiten, aufgenommen werden. Es wird erwartet, dass die ICD-11 im nächsten Jahr erscheint.Die "Spiele-Sucht" wird als "Störung aufgrund von Suchtverhalten" in de...

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Temeter 
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Temeter  »

Macht wohl Sinn. Hatte nie solche Probleme, aber gerade von MMO Spielern hört man ja immer mal wieder, wie Leite teils fast krankhaft am Spielen über Jahre hinweg festhalten.
PogopuschelX
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von PogopuschelX »

Schwieriges Thema.
Einerseits gut, dass die Problematik mehr offiziellen Stellenwert und Behandler konkretere Diagnosen zur Hand bekommen. Andererseits halte ich die Gruppe der Betroffenen für sehr heterogen, was es schwierig macht, gute Diagnosekriterien zu finden. Außerdem geht in den letzten Jahren in den USA der Trend wieder Richtung Pathologisierung, heißt, Verhalten/Zustände werden als krankhaft bezeichnet, obwohl das keinesfalls eindeutig ist. Insofern hoffe ich, dass die Diagnose nicht das neue AD(H)S wird, weil's gerade Mode ist.
Insgesamt aber ein notwendiger Schritt.
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Todesglubsch
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Todesglubsch »

Ernstgemeinte Frage: Wieso wird nicht einfach allgemein "Sucht" als psychische Störung anerkannt? Bzw. würde das bedeuten, dass die WHO Spiele-Sucht vorher nicht als Krankheit gesehen hat?
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greenelve
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von greenelve »

Todesglubsch hat geschrieben: 26.12.2017 16:34 Ernstgemeinte Frage: Wieso wird nicht einfach allgemein "Sucht" als psychische Störung anerkannt? Bzw. würde das bedeuten, dass die WHO Spiele-Sucht vorher nicht als Krankheit gesehen hat?
Durch die Anerkennung als Krankheit, bzw. Störung, bekommt es mehr Aufmerktsamkeit und den Status, man müsse aktiv etwas dagegen unternehmen, bereits in frühen Stadien aufmerksam sein.

Störung ist auch ein ganz gutes Wort, denn nicht alles, was außerhalb der Norm läuft, ist gleich schlechtes Verhalten, welches korrigiert werden müsste. Grob gesagt, solang die Personen ihr Leben im Griff haben, ist alles ok. Aber, wie jetzt anerkannt wird, läuft die Sucht in unkontrollierbaren Bahnen, die Leute schaden sich und ihrer Umwelt. Grob heruntergebrochen.

Durch die Differenzierung verschiedener Störungen / Süchte kann jede davon einem eigenen Gebiet zugewiesen werden. Auch ist es so klarer definiert, was alles zu "Gefahren des Alltags" gehört. Einfach nur zu sagen "Sucht" kommt kurz. Dafür sind die Unterschiede einfach zu groß.
Die Unterscheidung ist schon wichtig für weitere Forschungen, um diese jeweils abgrenzen zu können, und um in der Gesellschaft auf bestimmte Umstände hinzuweisen.


edit: Übergewicht gibt es in der Gesellschaft seit Jahrzehnen, und in der letzten Dekade hat es sich zu einem solch verbreiteten Problem entwickelt, dass gesondert auf die Gefahr der übermäßigen Gewichtszunahme hingewiesen wird.
Easy Lee
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Easy Lee »

Halte ich für Blödsinn, weil so eine Einstufung die wahren Ursachen von gesteigertem Eskapismus-Bedürfnis oder virtuellem Kompensationsverhalten maskiert.
ica
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von ica »

Ich bin Krankenpfleger von Beruf, arbeite auf einer psychiatrischen Station für paranoide Schizophrene; vorher hatte ich in erster Linie mit Patienten aus dem Formenkreis der Depression zu tun. Sucht ist bei all diesen Patienten ein großes Thema, wobei man immer stark differenzieren muss: Begünstigt eine psychische Krankheit die Gefahr, einer Sucht zu erliegen, oder kann ein dauerhaft bestendes Suchtverhalten eine psychische Erkrankung begünstigen? Prinzipiell ist beides möglich; da macht man ein riesen Fass auf.

Sucht an sich ist zu ausgeprägt, als dass die WHO es als eigene Kategorie etablieren wird. Man muss sich hier auch vor Augen führen, dass es nicht "eine" WHO gibt, sondern diese sich in den unterschiedlichen Nationen und deren Mitgliedsstaaten weit verzweigt; mit 6 Regionalbüros, 34 Experten im Exekutivrat und der WHA nochmals als Instanz. Wenn jetzt also so ein Beschluss kommt, gibt es da auf jeden Fall auch Stimmen von innerhalb, die das kritisch betrachten oder auch dagegen sind. Das ist schon bei anderen Krankheitsbildern so gewesen und wird wahrscheinlich auch immer so sein. Ist ja auch wirklich kein einfaches Thema; es werden immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen bzw. alte Theorien in Frage gestellt oder widerlegt. Und gerade bei allem, was psychisch ist, muss man nur mal in der jüngeren Geschichte zurückgehen, wie oft da Symptome und Diagnosen neu zugeordnet werden (bestes Beispiel: Burnout; nicht mal ein Krankheitsbild an sich, sondern eine Vorstufe der Depression; hätte vor 5 Jahren in der Allgemeinheit kein Mensch was von gewusst).

Ohne jetzt einen Exkurs machen zu wollen: Es gibt Süchte, die "nichtstofflicher Natur" sind. Heißt, was da auch immer konsumiert wird, verursacht von sich aus keine körperliche Abhängigkeit wie z.B. bestimmte Drogen oder Medikamente. Die Sucht kommt durch das Erleben eines bestimmten Bewusstseinszustandes zustande. Ich denke das kann auch ein Laie gut verstehen. Und im Prinzip ist es tatsächlich so: Man kann nach allem süchtig werden, wenn es bei einem eben den entsprechenden Zustand auslöst. Es reagiert ja nicht jeder Mensch auf jeden Stimulus gleich, weder somatisch noch psychisch.

Spielsucht an sich ist ja kein neues Thema; dass jetzt einfach nochmal unterschieden wird zwischen virtuellen Medien und "analogem Spiel" hat in erster Linie wohl damit zu tun, wie zugänglich und verbreitet Videospiele sind im Vergleich zu Spielcasinos oder Wettbüros. Mit einer Behandlung hat das Ganze erst einmal weniger zu tun, da man bei Feststellung eines Suchtverhaltens immer individuell ermitteln muss, was es begünstigt, wie der Konsum möglich ist, welche weiteren Einflussfaktoren bestehen, wie vulnerabel und compliant der Betroffene ist, etc. Es steckt immer mehr dahinter.

Ich halte die Entwicklung an sich erst einmal gut, denn Videospielsucht ist definitiv ein echtes und sehr ernstes Thema; ich sehe es jeden Tag bei der Arbeit. Dass hier mehr Bewusstsein geschaffen wird für einen gesunden Umgang mit Medien ist etwas, von dem eigentlich jeder nur profitieren kann.
Ich selber sehe es auch sehr kritisch, wie hier in den Kommentaren z.B. oft geschrieben wird, wie ein Spiel "gesuchtet" wird. Hier wird eigenes Verhalten beschrieben und recht läppisch mit einem Wort in Verbindung gebracht, dessen Bedeutung hier runtergespielt wird. Würde solch ein Kommentar von einem Therapeuten gelesen, hätte der Patient ein ernsthaftes Problem. Ich bin kein Erbsenzähler aber das Wort Sucht steht nunmal für eine klare Beschreibung krankhaften Verhaltens. Wenn jemand den ganzen Tag zocken will, soll er das gerne tun, aber sich dann doch bitte mit anderen Worten ausdrücken. Mir ist klar was derjenige meint; ich selber zocke auch an manchen Tagen deutlich mehr als ich sollte; deshalb ist mein Verhalten aber noch nicht suchtgeprägt. Mein soziales Umfeld, meine Familie, Arbeit und Gesundheit leiden nicht darunter. Es ist einfach ein Hobby, dem ich gerne und ausgiebig nachgehe. Von daher will ich aber auch selbst nicht mit dem Begriff "Sucht" assoziiert werden.

Sicherlich werden sich einige Populisten drauf stürzen und verpauschalisieren. War ja bisher immer so, wenn z.B. irgendwelche "Studien" über das Gewaltverhalten unter Gamern veröffentlicht wurden. Bei einer renommierten Institution wie der WHO jedoch werden solche Ansätze schnell im Keim erstickt; denn die wissen, wovon sie sprechen. Und die wollen ganz sicher nicht an irgendwelchen Hexenjagden teilnehmen oder in Verruf kommen.
Viel mehr kommen Videospiele als Medium so vielleicht wieder mehr im Bewusstsein der nicht videospielenden Gesellschaft an. Ich würde es mir jedenfalls wünschen.
Zuletzt geändert von ica am 26.12.2017 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Kajetan »

Serious Lee hat geschrieben: 26.12.2017 17:26 Halte ich für Blödsinn, weil so eine Einstufung die wahren Ursachen von gesteigertem Eskapismus-Bedürfnis oder virtuellem Kompensationsverhalten maskiert.
Nope. GENAU DAMIT wird man auf die Ursachen dieser Sucht aufmerksam machen können.
PogopuschelX
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von PogopuschelX »

Todesglubsch hat geschrieben: 26.12.2017 16:34 Ernstgemeinte Frage: Wieso wird nicht einfach allgemein "Sucht" als psychische Störung anerkannt? Bzw. würde das bedeuten, dass die WHO Spiele-Sucht vorher nicht als Krankheit gesehen hat?
Es gibt bereits zahlreiche Diagnosecodes, jedoch meist für stoffgebundene Abhängigkeiten. Die nicht-stoffgebundenen Abhängigkeiten sind bisher weniger im Fokus gewesen (weil statistisch auch seltener), außer der klassischen Spielsucht (Geldautomaten, casino). Das änder sich über die letzten Jahre.
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Pioneer82
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Pioneer82 »

Hmm frage ist was als Spielesucht definiert wird. Mein letzter Kenntnisstand war das mehr als 2 Stunden am Tag bereits Sucht ist.
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Todesglubsch
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Todesglubsch »

Pioneer82 hat geschrieben: 26.12.2017 19:20 Hmm frage ist was als Spielesucht definiert wird. Mein letzter Kenntnisstand war das mehr als 2 Stunden am Tag bereits Sucht ist.
Ich dachte damit etwas als Sucht gilt, muss man nicht eigenständig damit aufhören können und / oder Defizite bekommen, wenn man keinen Nachschub herstellen kennen.

Jemand, der außer Zocken keine anderen Hobbys hat, ist ja nicht zwangsläufig süchtig.
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cM0
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von cM0 »

4SM hat geschrieben: 26.12.2017 19:45 naja das gefährdungspotential dürfte wohl eher gering sein bei der leider doch sehr überschaubaren anzahl interessanter releases bzw die opfer sind dann halt die meiste zeit auf zwangsentzug :lol:
Ja, gibt nur schlechte Spiele und besonders dieses Jahr ist kein gutes erschienen... :roll:
Btw: Schon mal an Spiele gedacht die man länger spielt? MMOs, bzw. Multiplayer im allgemeinen? Das dürfte bei den meisten Süchtigen wohl die Droge der Wahl sein und nicht der Singleplayer von z. B. CoD.

Zum Thema: Guter und in meinen Augen überfälliger Beschluss. Die im Text erwähnten Kriterien muss man vlt noch etwas mehr spezifizieren. Mir fällt da als Beispiel auf Anhieb ein Schüler ein, der mehr spielt als er sollte und dafür weniger lernt. Aber ist der deswegen gleich süchtig? Oder hat er daran einfach mehr Spaß als am Lernen? Falls man Frage 1 mit "ja" beantworten kann, gibt es eine ganze Menge Süchtige. Die genaue Definition muss sich wohl noch entwickeln.
abcde12345
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von abcde12345 »

Pioneer82 hat geschrieben: 26.12.2017 19:20 Hmm frage ist was als Spielesucht definiert wird. Mein letzter Kenntnisstand war das mehr als 2 Stunden am Tag bereits Sucht ist.
Da reichen die ICD-11 Kriterien im Artikel.
Show
Die drei Hauptmerkmale sind:

Eingeschränkte bzw. beeinträchtigte Kontrolle über das Spielen (zum Beispiel Beginn, Häufigkeit, Intensität, Dauer, Beendigung, Kontext)
Erhöhte Priorität für das Spielen, bis zu den Punkt, an dem das Spiel Vorrang vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten hat
Fortsetzung oder Ausbau des Spielens trotz des Auftretens von negativen Folgen

"Das Verhaltensmuster ist so schwerwiegend, dass es in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen zu erheblichen Beeinträchtigungen kommt. Das Muster des Spielverhaltens kann kontinuierlich oder episodisch und wiederkehrend sein", heißt es weiter. Für die Diagnosestellung sollte das Verhalten über einem Zeitraum von mindestens 12 Monaten beobachtet/nachgewiesen werden.
An die Redaktion: Wenn ihr jetzt noch den Namen des Magazins bis hin zur 48 einschließlich kursiv darstellen würdet, hättet ihr APA gerecht referiert - wenngleich die DOI noch fehlt. :D
*hust* 10.1037/pro0000150

PS: Die Zahl in Klammern (Xte Auflage im Jahr glaub) muss seit 1 oder 2 Jahren nicht mehr vermeldet werden. Mache es trotzdem.
unknown_18
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von unknown_18 »

Was mich bei diesem Suchgerede von nicht stofflicher Sucht immer stört ist dieses, für mich immer halb dabei mitschwingende "Wir anderen Menschen bestimmen jetzt was für den einzelnen Gesund ist und was nicht". Zu schnell stopft man andere Aufgrund von Halb-/Falschwissen oder gar persönliche Meinung zu dem Thema in eine Suchtecke.

Es sollte schon wirklich Stichfest bewiesen werden können, dass Jemand eine Spielsucht hat, die ihm wirklich nachweislich im Alltag schadet. Es sollte wirklich darum gehen solchen Leuten helfen zu wollen, die auch Hilfe brauchen und nicht darum der Gesellschaft zu helfen, weil etwas nicht in ihr Weltbild passt.

Zumindest geht mir so etwas durch den Kopf, wenn es um ein solches Thema geht. Bei eindeutig Suchtkranken, da ist es einfach, klar, nur gibt es eben keine "Du bist süchtig" "Du bist nicht süchtig" Linie und entsprechend bewegen sich viele auch im Grenzbereich, mal mehr auf der einen mal mehr auf der anderen Seite. Und da hoffe ich das man die Linie richtig ziehen wird.

Gerade bei online Spielen stelle ich mir das teilweise schwierig vor, zumindest bei Spielen mit viel Kontakt zu den immer gleichen Spielern. Ist es da wirklich die Spielsucht, die die Person in dem Spiel hält oder sind es die Mitspieler und die soziale Interaktion mit ihnen, die man nicht mehr missen möchte, aber halt über dieses Spiel statt findet. Welche Plattform im INet kann sich ja Jeder selbst aussuchen. Von WoWlern hab ich auch schon oft genug gehört, dass sie WoW nur noch wegen ihren Mitspielern spielen, nicht wegen dem Spiel an sich.

Generell verschiebt sich doch gerade durch das Internet, Smartphones und jetzt VR die soziale Interaktion immer mehr, die findet eben nicht mehr nur wie früher nur im direkten Umfeld statt, sondern eben auch immer mehr und mehr über das Internet über verschiedenste Plattformen, wie eben auch Online Spiele. Unsere Gesellschaft ist stark im Wandel und das wird die nächsten 10 Jahre noch "schlimmer" werden. Dann sind wohl 90% Internet/Computer süchtig. ^^
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Wigggenz
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Re: WHO wird "Spiele-Sucht" (Gaming Addiction) offiziell als psychische Störung anerkennen

Beitrag von Wigggenz »

Balmung hat geschrieben: 26.12.2017 22:22 Was mich bei diesem Suchgerede von nicht stofflicher Sucht immer stört ist dieses, für mich immer halb dabei mitschwingende "Wir anderen Menschen bestimmen jetzt was für den einzelnen Gesund ist und was nicht". Zu schnell stopft man andere Aufgrund von Halb-/Falschwissen oder gar persönliche Meinung zu dem Thema in eine Suchtecke.

Es sollte schon wirklich Stichfest bewiesen werden können, dass Jemand eine Spielsucht hat, die ihm wirklich nachweislich im Alltag schadet. Es sollte wirklich darum gehen solchen Leuten helfen zu wollen, die auch Hilfe brauchen und nicht darum der Gesellschaft zu helfen, weil etwas nicht in ihr Weltbild passt.

Zumindest geht mir so etwas durch den Kopf, wenn es um ein solches Thema geht. Bei eindeutig Suchtkranken, da ist es einfach, klar, nur gibt es eben keine "Du bist süchtig" "Du bist nicht süchtig" Linie und entsprechend bewegen sich viele auch im Grenzbereich, mal mehr auf der einen mal mehr auf der anderen Seite. Und da hoffe ich das man die Linie richtig ziehen wird.

Gerade bei online Spielen stelle ich mir das teilweise schwierig vor, zumindest bei Spielen mit viel Kontakt zu den immer gleichen Spielern. Ist es da wirklich die Spielsucht, die die Person in dem Spiel hält oder sind es die Mitspieler und die soziale Interaktion mit ihnen, die man nicht mehr missen möchte, aber halt über dieses Spiel statt findet. Welche Plattform im INet kann sich ja Jeder selbst aussuchen. Von WoWlern hab ich auch schon oft genug gehört, dass sie WoW nur noch wegen ihren Mitspielern spielen, nicht wegen dem Spiel an sich.

Generell verschiebt sich doch gerade durch das Internet, Smartphones und jetzt VR die soziale Interaktion immer mehr, die findet eben nicht mehr nur wie früher nur im direkten Umfeld statt, sondern eben auch immer mehr und mehr über das Internet über verschiedenste Plattformen, wie eben auch Online Spiele. Unsere Gesellschaft ist stark im Wandel und das wird die nächsten 10 Jahre noch "schlimmer" werden. Dann sind wohl 90% Internet/Computer süchtig. ^^
Du kannst davon ausgehen, dass es sich hierbei (Klassifizierung durch die WHO) nicht um Halbwissen, sondern fundiertes Fachwissen handelt und nicht um ein "Suchtgerede" oder dass etwas nicht in irgendein Weltbild passe.