Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

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SethSteiner
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von SethSteiner »

Es ist nicht jedes Glücksspiel gleichwertig, entspechend muss man nicht jedes gleich behandeln, so wie mit allen anderen Dingen auch. Ein LKW ist genauso ein Fahrzeug wie ein PKW, trotzdem braucht man einen eigenen Führerschein, weil sie halt nicht gleichwertig sind. Regulierung funktioniert nicht über "ich verbiete alles oder mach alles ab 18 oder erlaube alles", sondern durch Differenzierung und Beachtung der Verhältnismäßigkeit. Eine Wundertüte ist kein Überraschungs-Ei und ein Überraschungs-Ei ist keine Lootbox. Regulierung wird dann notwendig, wenn es zu Problemen kommt und im fall von Glücksspiel dürfte das wohl vor allem auf Sucht und die damit verbundenen Probleme hinauslaufen.
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EllieJoel
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von EllieJoel »

DARK-THREAT hat geschrieben: 03.12.2017 18:12 Dann musst du aber wie gesagt auch die Ü-Eier oder Wundertüten als Glückspiel deklarieren und sie ebenso erst ab18 kaufbar machen. Oder auch Losbuden es untersagen ihre Lose an Minderjährige zu verscherbeln.
Nur so kann man jedes Glückspiel gleich definieren. Und wenn das nicht geht, kann man den Publishern es nicht verbieten oä MTAs usw in ihren Spielen einzubauen. Schließlich sind diese wie ein Überraschungsei kein Zwang.
Absolut richtig endlich spricht jemand aus wie es wirklich ist. Wird Zeit das wir alle Kasinos Online und Offline für Jugendliche und Kinder öffnen das doch nichts anderes als nen Ü-Ei oder die Losbude auf der örtlichen Kirmes.
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DARK-THREAT
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von DARK-THREAT »

EllieJoel hat geschrieben: 03.12.2017 20:01
DARK-THREAT hat geschrieben: 03.12.2017 18:12 Dann musst du aber wie gesagt auch die Ü-Eier oder Wundertüten als Glückspiel deklarieren und sie ebenso erst ab18 kaufbar machen. Oder auch Losbuden es untersagen ihre Lose an Minderjährige zu verscherbeln.
Nur so kann man jedes Glückspiel gleich definieren. Und wenn das nicht geht, kann man den Publishern es nicht verbieten oä MTAs usw in ihren Spielen einzubauen. Schließlich sind diese wie ein Überraschungsei kein Zwang.
Absolut richtig endlich spricht jemand aus wie es wirklich ist. Wird Zeit das wir alle Kasinos Online und Offline für Jugendliche und Kinder öffnen das doch nichts anderes als nen Ü-Ei oder die Losbude auf der örtlichen Kirmes.
Und genau den Vergleich habe ich nicht gemacht!

Sportwetten, Lotto, Kasion usw = Glücksspiel ohne Gewinngarantie
Ü-Eier, Wundertüten, Lootboxes/MTAs = Glücksspiel mit granierten Inhalten

Losbuden würde ich allgemein verbieten lassen. Schlimmeres gibt es nicht.
Pepper21
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von Pepper21 »

Ich empfinde MTAs und Lootboxen dennoch noch mind. ein Grad manipulativer, weil ich bereits im Spiel bin, wenn die Sache relevant werden. Jetzt in den perverseren Fällen wird Werbung für diese Dienstleistungen/Content gemacht, in dem bewusst ein Mangel ausgelöst wird, indemim MP gesagt wird, OK du hast nun X Stunden im Spiel verbracht, jetzt musst du zahlen, wenn du in den nächsten X Stunden wieder soviel Spaß haben möchtest.
Im Fall von BF2 ist die Sache noch krasser, weil die Leute bereits eine Investition in das Spiel getätigt haben und somit bereits ein Bein im Spielgeschehen ist.

Bei Glücksspielen mit garantierten Gewinn wie z.B.Ü-Eier usw. , dort existiert keine Werbung, weil der Nutzen vom Gewinn eher kurzweilig ist und wenn du jetzt nicht gerade mit deiner HappyHippoFigur in MMOHippo eintauchst, wo mit jeder gleichen Hippofigur dein Level um 10% steigt, dann hält sich der Mehrgewinn abseits von Jäger und Sammlern in Grenzen.

Bezüglich Kasino und Sportwetten kann ich nichts sagen, außer dass mir ein guter Freund mal gesagt hat, dass er Sportwetten macht, damit die Fußballspiele interessanter werden ^^
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matzab83
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von matzab83 »

Ich finde den Vergleich von Lootboxen mit Überraschungseiern, Losbuden und Tombolas auch nicht als angemessen.

Loot-Boxen sind für mich eine Form des Glücksspieles, da da kein Gewinn garantiert werden kann.

Bei Loot-Boxen gibt es, wie auch bei anderen Formen des Glücksspieles, nie eine Garantie, dass man das gewünschte gewinnt. Es gibt keinen festen Pool X, aus dem eine bestimmte Anzahl an Entnahmen irgendwann den gewünschten Gewinn garantiert.
- Ich kann 100 Loot-Boxen öffnen und immer wertlosen Schrott erhalten. Oder einmal, und das von mir gewünschte gewinnen. Aber es gibt keinen garantierten Gewinn nach x mal öffnen. (Hinzu kommt, dass die Ausschüttung prinzipiell auch manipuliert sein könnte...
- Ich kann 100 x mal Roulette (Black Jack; Poker; einarmiger Bandit) spielen und immer verlieren. Oder einmal, und gewinnen. Aber es gibt keinen garantierten Gewinn nach x mal spielen.
- Ich kann 100 x mal Lotto spielen und immer verlieren. Oder einmal, und gewinnen. Bei einer Gewinnchance von 1 zu 95.344.200 für den Hauptgewinn (Quelle: https://www.lotto.de/de/informationen/e ... hkeit.html) müsste ich 95.344.200 Lottoscheine (verschieden) ausfüllen, um auf jeden Fall etwas zu gewinnen. Aber es garantiert dennoch nicht den vollen Gewinn, da ja auch andere ebenso alles richtig haben (was den Gewinn schmälert), also kein genauer Betrag garantiert werden kann.

Tombola, Ü-Eier, Los-Buden und Wundertüten stellen da etwas anderes für mich dar.
Sie haben eine feste Anzahl an Gewinnen. Mit jeder Entnahme steigert sich die Wahrscheinlichkeit, dass ich das von mir gewünschte erhalte.

(fiktives) Beispiel Lose:
In 1.000 Losen sind 20 Gewinne enthalten. Mit jeder gezogenen Niete steigert sich die Chance, einen Gewinn zu ziehen, bis irgendwann theoretisch eine Gewinn- oder Nieten-Chance von 100 % besteht. Das wird aber so nicht passieren, da bei Bedarf wieder 1.000 Lose (mit 20 Gewinnen) nachgefüllt werden.

Beispiel Tombola:
Im Gegensatz zu Los-Buden ist die Anzahl der Lose limitiert und jedem einzelnen Los ist ein Gewinn oder Niete zuzuordnen. Diese werden in der Regel nicht aufgefüllt.

Ü-Eier, Sammelkarten (Sticker) und Wundertüten:
Es gibt eine feste Anzahl produzierter Gewinne, auf die prinzipiell immer zugegriffen werden kann. Mit jeder Niete (Müll?) steigt die Chance, beim nächsten Mal was (aus meiner Sicht) Hochwertigeres zu erhalten.

Das war eine etwas lange Textwand, sorry. Aber aus dem Grund sind für mich Loot-Boxen eine Form des Glücksspiels, Ü-Eier aber nicht.

In wie weit Loot-Boxen schädlich sind, vermag ich aber nicht einzuschätzen
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RVN0516
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung

Beitrag von RVN0516 »

Als wenn sich jemand über MTAs beklagen würde der damit sein Geldtäschle füllt.