Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
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- 4P|BOT2
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Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Bei der "Credit Suisse 21st Annual Technology, Media & Telecom Conference" äußerte sich Karl Slatoff (Präsident von Take-Two) via Gamesindustry auch zur aktuellen Debatte rund um die Lootboxen bzw. Beutekisten, die hauptsächlich durch Star Wars Battlefront 2 entbrannte. Sie bei Take-Two Interactive (2K Games, Rockstar Games) seien der Ansicht, dass Beutekisten nicht in die Glücksspiel-Kategorie fa...
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Marobod
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Traditionsgemaeß sieht er es natuerlich anders. Nur , wenn ichGeld ausgebe und keinen Einfluß datrauf habe , was ich dafuer bekomme , also Glueck haben muß um das gewuenschte Objekt zu erhalten, so ist das eindeutig Gluecksspiel.
- dx1
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Überangebot = niedrige Preise. Bei "unendlichem" Angebot geht der Preis normalerweise gegen Null. Luft zum Atmen z.B. gibt's kostenlos. Am Flughafen und im Einkaufszentrum bezahlen Leute aber, um Sauerstoff aus der Rückenlehne eines Sessels zu atmen. Und Taucher bezahlen Geld für Druckluftbehälter sowie für die Befüllung selbiger mit Luft. Druckluft gibt's auch in Dosen, damit man beim Laptopreinigen das Gerät nicht vollspuckt. Bei Wasser ähnlich: Könnte ich kostenlos bekommen, in dem ich es aus dem Teltowkanal schöpfe oder bei Regen auffange, ich bezahle aber lieber 19 Cent für 1,5 Liter davon in einer Plastikflasche. Für das selbe Geld kann ich auch 100 Liter aus dem Wasserhahn trinken.Es geht darum, ein Überangebot an Inhalten zu schaffen und sicherzustellen, dass man sich auf die Spielerbindung konzentriert.
It's about overdelivering on content and making sure you're focused on engagement.
Wenn mich Take 2 also mit Inhalten überversorgt, bezahle ich am Ende nicht mehr als bisher. War eh schon wenig. Sportspiele sind nicht mein Fall und die Spiele aus den Häusern Rockstar wollen sie mir teils nicht verkaufen.
- SethSteiner
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Dass die Saufirma das gut findet, wundert mich gar nicht. Ein Grund mehr, dass die Politik aktiv wird und ihnen nicht nur auf die Finger haut, sondern ihnen die "Instrumente" zeigt.
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HappyDays
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Die "Politik" hat doch das Versteuern der Luft erfunden... CO2 Abgaben... Und dementsprechend wird diese nicht aktiv werden... Gibt ja Geld...
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Black Stone
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Die meisten Dealer verkaufen ihre Drogen als harmlos, daher kein allzu überraschendes Statement.
- DonDonat
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Ich sehe es zwar ähnlich, zumindest in Deutschland ist die Definition jedoch etwas enger gefasst und gilt nur dann, wenn man die Chance hat auch tatsächlich etwas von "Wert" zu gewinnen.
Da dies jedoch bei quasi allen Spielen, nach eben dieser Definition, nicht der Fall ist, greiften die Regelungen bezüglich Glücksspiel auch nicht...
Rein methodisch gesehen, handelt es sich bei Lootboxen jedoch auf jeden Fall um Glücksspiel, da hast du absolut recht:
durch Einsatz von echtem Geld, bekomme ich ein Objekt zufälliger Art UND man muss, im Gegensatz zu MMOs/ RPGs, auch keinerlei Spielleistung erbringen, um die Objekte zu erhalten bzw. habe durch mein Spiel keinerlei Einfluss auf das erhaltene Objekt.
Hinzu kommt, dass man psychologisch gesehen hier die exakt SELBEN Mechanismen nutzt, wie bei Einarmigen-Banditen: Ton, bunte Farben, Animationen die einem zunächst nicht zeigen was man bekommt und am Ende ein wie auch immer geartetes Ergebnis, was entweder der "Hauptgewinn" ist oder eben ein Flop.
Wenn man sich bei, egal welcher, Regierung mal ein paar unabhängige Psychologen heranziehen würde, die sich mit dem Thema Glücksspiel beschäftigen, würden Lootboxen auf jeden Fall in irgendeiner Weise reguliert und in Deutschland würde wahrscheinlich auch der Glücksspiel-Sachverhalt auf der Verpackung vermerkt werden und es würde eine FSK18 Einstufung geben.
Und ganz ehrlich: ich bin für einen Vermerk von Glücksspiel auf der Verpackung von Spielen bzw. bei der Werbung im Internet und eine FSK18 Einstufung.
Weitere Regulierungen müsste man erst nach ausführlicheren Diskusionen und Faktenuntersuchung einbringen, die beiden davor genannten sind aber zumindest unter dem Sachverhalt, dass Glücksspiel normal immer FSK18 ist und in Werbung dafür ein Vermerk nötig ist, auf jeden Fall angebracht.
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yopparai
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Es ist völlig egal ob das Glücksspiel nach irgendeiner Definition ist oder nicht. Die Frage, die sich der Gesetzgeber stellen muss ist, ob diese Praktiken schädlich sind und eingeschränkt gehören oder nicht. Wie man das dann nennt ist letztendlich egal.
- DonDonat
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Aufgrund der objektiven Ähnlichkeit von Lootboxen zu Einarmigen-Banditen, muss das Fazit auf die Frage "ob solche Praktiken schädlich sind" ja mit Ja beantwortet werden. Für diese ist seit vielen Jahren wissenschaftlich quasi unwiederlegbar bewiesen, dass sie "schädlich" sind (deswegen auch erst ab 18)
- LP 90
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
pfff.....keiner nimmt die ESA diesbezüglich eh für voll....das ist nichts anderes als die Versammlung dieser Unternehmen....und die werden denen nach dem Mund reden....doof nur, das funktioniert nicht überall auf der Welt...
PS: Es gibt schon Untersuchungen mancher US-Unis, die sagen, dass Lootboxen GENAU wie Glücksspiel funktionieren.
PS: Es gibt schon Untersuchungen mancher US-Unis, die sagen, dass Lootboxen GENAU wie Glücksspiel funktionieren.
- cM0
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Warum kann ich dann nicht die Droge meiner Wahl im Supermarkt kaufen? Bringt doch Geld. Oder warum überhaupt Alkohol, Zigaretten und Glücksspiel auf "ab 18" beschränken? Mit jüngeren Kunden macht man viel mehr Geld
Soll heißen: Ganz so einfach ist das nicht. Zumal der Staat an MTAs sicher nichts verdient. Ich weiß nicht genau wie das abläuft, aber ich bezweifle dass die Anbieter Steuern an den Staat zahlen aus dem die Lootboxen gekauft wurden.
- BigEl_nobody
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Problem ist nur wie man "Wert" definiert. Einzig und allein in Form von Bargeld? Mir scheint es das die meisten offiziellen Kanäle und Institutionen noch nicht gänzlich realisieren, dass die nach dem Prinzip des Glückspiels ausgegeben Inhalte in jedem Fall einen echten Wert haben.... sonst würden die Leute es ja wohl kaum benutzen und echtes Geld reinstecken.DonDonat hat geschrieben: ↑03.12.2017 10:00Ich sehe es zwar ähnlich, zumindest in Deutschland ist die Definition jedoch etwas enger gefasst und gilt nur dann, wenn man die Chance hat auch tatsächlich etwas von "Wert" zu gewinnen.
Da dies jedoch bei quasi allen Spielen, nach eben dieser Definition, nicht der Fall ist, greiften die Regelungen bezüglich Glücksspiel auch nicht...
Selbst wenn man sich offizielle Mikrotransaktionen der Publisher anschaut wird das mehr als eindeutig: 3 Euro für einen Waffenskin in einem Vollpreis - AAA? XP Booster für 10? Die Publisher und die Nachfrage selbst zeigen den Wert auf.
Was die pure Definition von Glückspiel angeht: In meinen Augen zentral ist nicht in erster Linie, dass man hier nach Zufallsprinzip etwas bestimmtes erhält, was in seinem Wert unterschiedlich sein kann. Viel wichtiger ist doch der Suchtfaktor, der vom spezifischen Fall der Lootboxen ausgeht. Sollen sie es halt wenn möglich als suchtgefährdend einstufen, wenn es nicht haargenau in die Kategorie von Glücksspiel passt.
- DARK-THREAT
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Ein Glückspiel ist für mich eines, wenn man auch kein Gegenwert für seinen Einsatz bekommen kann. Also zB Lotto, Sportwetten oder Losbuden.
MTAs, Überraschungseier oder Wundertüten sind nach meiner Definition kein Glücksspiel.
MTAs, Überraschungseier oder Wundertüten sind nach meiner Definition kein Glücksspiel.
- SethSteiner
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
"Für mich" ist eigentlich schon ein falscher Ansatz hier. Ich kann doch nicht einfach anfangen fröhlich rumzudefinieren. "Ein Glücksspiel ist kein Glücksspiel, wenn man garantiert etwas gewinnt, dieser Gewinn aber vom Glück abhängig ist" ist eine paradoxe Definition. Diese Ausnahme "ja aber wenn du was kriegst, ist es kein Glücksspiel" ignoriert an und für sich ja bereits das fundamentale Prinzip eines Glücksspiels, dem es seinen Namen verdankt, nämlich das Glück also Zufall. Selbst ein Spiel in dem jeder Teilnehmer garantiert bei jedem Einsatz einen Diamanten gewinnt, ist immer noch ein Glücksspiel, wenn es noch weitere, vom Zufall abhängige Gewinne gibt. Natürlich ist nicht jedes Glücksspiel gleichwertig zueinander, allen ist aber gemein dass es Glücksspiele sind, denn das Glück entscheidet über den Gewinn.
- DARK-THREAT
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Re: Take 2 Interactive: Karl Slatoff (Präsident) über Lootboxen, Glücksspiel, Mikrotransaktionen & Kundenbindung
Dann musst du aber wie gesagt auch die Ü-Eier oder Wundertüten als Glückspiel deklarieren und sie ebenso erst ab18 kaufbar machen. Oder auch Losbuden es untersagen ihre Lose an Minderjährige zu verscherbeln.
Nur so kann man jedes Glückspiel gleich definieren. Und wenn das nicht geht, kann man den Publishern es nicht verbieten oä MTAs usw in ihren Spielen einzubauen. Schließlich sind diese wie ein Überraschungsei kein Zwang.
Nur so kann man jedes Glückspiel gleich definieren. Und wenn das nicht geht, kann man den Publishern es nicht verbieten oä MTAs usw in ihren Spielen einzubauen. Schließlich sind diese wie ein Überraschungsei kein Zwang.
