FuerstderSchatten hat geschrieben: ↑01.12.2017 14:00
4. Ich denke nicht, dass so etwas wie Chanengleichheit auch nur jemals in irgendeinen MMO bestanden hat. Weil auch Zeit (und Skill) nichts anderes als Geld ist. (Hat schon seinen Grund, dass sich Zeit im Englischen und Deutschen in Verbindung mit Verben wir Geld verhält: z.B. Geld verlieren, Zeit verlieren.) Warum sollte also jemand, den Zeiteinsatz nicht durch Geld zumindest etwas ausgleichen, den Skill, der auch nichts anderes als ein wenig Talent und viel Zeiteinsatz und noch mehr Socialskills (jemand der gut ankommt bei Leuten, wird auch viel beigebracht bekommen) ist. Ich meine wieso soll es fair sein, dass jemand mit mehr Zeit und Socialskills besser ist als jemand der beides nicht hat. Warum darf man das nicht durch monetäre Mittel ausgleichen, wenn es einen so wichtig ist?
Wenn ich das richtig sehe, geht es im Wesentlichen nur noch um den Punkt, der Rest hat sich als Ausprägung persönlicher Präferenzen ergeben.
Noch kurz zum Punkt 1:
Ich denke der Grund, warum es zu Beginn von WoW etwa so etwas wie Charakter-Boosts oder Gold-Tokens nicht gab, hat tatsächlich etwas mit Chancengleichheit zu tun. Es wäre für Blizzard ein Leichtes gewesen, Gold-Tokens und die Boosts von Anfang an anzubieten. Das hätte Goldfarmern und Accountseller von Anfang an den Wind aus den Segeln genommen, zumindest zu einem großen Teil. Und ein bisschen davon bleibt auch heute noch zurück, wenn Actiblizz sich nach wie vor weigert etwa T-Sets gegen Echtgeld herauszugeben.
Nun zum Punkt 4:
Nun, ich sehe es fundamental anders: Zeit und Skill sind für mich etwas völlig anderes als Geldeinsatz. Vielleicht würde ich deiner Argumentation hier folgen, wenn jeder Mensch äquivalent zu mehr Geld, das er zur Verfügung hat, weniger Zeit hat und umgekehrt. Aber das ist ja nicht so. Wer einen mäßig bezahlten 40-Stunden-Job hat und nebenher ein MMO spielt, ist gegenüber einer Person, die einen top bezahlten 40-Stunden-Job hat, in so einem MMO im Nachteil. Oder ein Schüler mit viel Freizeit aber mit nicht so reichen Eltern gegen das Anwältins- und Arztkind mit viel Freizeit, das Mamis und Papis Geld im MMO auf den Kopf haut. Freizeit ist etwas, das man zwar nicht völlig gleich verteilt, aber im Mittel der Gesellschaft doch um ein Vielfaches gleicher verteilt finden wird als Geld. Es ist nicht so, dass mehr Geld sich in weniger Zeit zum Spielen äußert.
Zum Thema Skill:
Dass jemand, der mehr/bessere Skills, die relevant für ein Spiel sind (bei MMOs sind das oft auch solche Social Skills) hat, auch besser darin abschneidet, ist das Fairste der Welt.
Ich glaube, hier wird einiges bewusst oder unbewusst fehlinterpretiert, wenn von Fairness und Chancengleichheit die Rede ist. Fairness bedeutet für mich nicht Gleichheit des Ergebnisses, sondern der
Startchancen, soweit dies möglich ist. Und Vorteile gegen Echtgeld verletzt dieses Ideal für mich eklatant.