Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

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johndoe711686
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von johndoe711686 »

Kajetan hat geschrieben: 20.09.2017 17:00
Ryan2k6 hat geschrieben: 20.09.2017 16:49 Also ich meine, zu sagen "Ja, is halt jeder anders, wa?" zeugt nicht gerade davon eine Diskussion führen zu wollen. ;-)
Du verstehst mich nicht. Warum verstehst Du mich nicht? *heul*
Ich glaube, es ist eher umgekehrt. Meine Aussage war, wenn ich Spiel A habe oder kaufe und etwas zum Publisher wissen will, schaue ich nicht bei Spiel B in die Reviews. Und bei Spiel A zu lesen was bei Spiel B passiert ist, ist meiner MEinung nach einfach die falsche Stelle.
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Kajetan
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Kajetan »

Ryan2k6 hat geschrieben: 20.09.2017 17:03 Ich glaube, es ist eher umgekehrt. Meine Aussage war, wenn ich Spiel A habe oder kaufe und etwas zum Publisher wissen will, schaue ich nicht bei Spiel B in die Reviews. Und bei Spiel A zu lesen was bei Spiel B passiert ist, ist meiner MEinung nach einfach die falsche Stelle.
Ich verstehe Dich, Du verstehst mich nicht :)

Es geht darum andere Leute mit meinem Anliegen zu erreichen. Mein Anliegen lautet: Publisher X oder Entwickler Y ist shice, weil ...! Manche wollen Spiel A kaufen, manche Spiel B. Oder C. oder D. Also review-bombe ich alle Spiele eines Publishers/Entwicklers. Oder ich review-bombe nur den jeweils neuesten Teil einer populären Reihe. Weil mein Ziel ist möglichst viele Leute zu erreichen. Um möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen!

Oder nur um ganz persönlich Dampf abzulassen. Was in der Regel meist weniger zielführend ist :)
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Bachstail
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Bachstail »

Ryan2k6 hat geschrieben: 20.09.2017 17:03Und bei Spiel A zu lesen was bei Spiel B passiert ist, ist meiner MEinung nach einfach die falsche Stelle.
Finde ich nicht, zumindest nicht zwangsläufig, der Kontext ist wichtig.

Wenn in den Reviews zu Spiel A steht, dass Spiel B eine blöde Story oder diverse Bugs besitzt, dann interessiert mich das nicht, das überlese ich.

Ich würde bei den Bugs zwar stutzen aber dies muss ja nicht bedeuten, dass Spiel A auch Bugs dieser Art besitzt.

Wenn in den Reviews zu Spiel A aber steht, dass der Publisher in Spiel B ziemlich fiese Micro Transactions eingebaut und das Spiel gegebenfalls sogar drauf konzipiert hat, dann werde ich mich davor hüten, Spiel A zu kaufen, auch wenn das nicht unbedngt etwas mit Spiel A zu tun haben muss, ich würde das schlicht nicht unterstützen wollen.
HulkHodn
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von HulkHodn »

Ich mag Bewertungen. Bin ja selber Restaurantkritiker bei yelp und kenne mich daher mit der Materie aus.
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Usul
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Usul »

HulkHodn hat geschrieben: 20.09.2017 17:13 Ich mag Bewertungen. Bin ja selber Restaurantkritiker bei yelp und kenne mich daher mit der Materie aus.
OK. Ich denke, das ist das beste Schlusswort für diesen Thread und bitte alle anderen, die Diskussionen einzustellen. :D
Liesel Weppen
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Liesel Weppen »

Usul hat geschrieben: 20.09.2017 13:01 Wenn man sieht, wie viele Leute, ihre Kaufentscheidung z.B. nach Amazon-Bewertungen ausrichten, denke ich schon, daß sich nicht wenige auch an Steam-Reviews orientieren. Ich muß ehrlich zugeben, daß ich mir bei kleineren, unbekannteren Titeln, die mir im Shop auffallen, auch mal paar Bewertungen durchlese.
Das ist der Schlüssel: Durchlesen und den Inhalt der Bewertung interpretieren. Einfach nur nach der Gesamtwertung auszusortieren funktioniert halt nicht mehr, eben weil das System derart "missbraucht" wird.
Wieviele 1-Sterne Bewertungen habe ich schon Amazon gelesen, wo dann drinstand "Artikel zu spät eingetroffen" oder "Artikel wurde beim Versand beschädigt"...
Tettsui hat geschrieben: 20.09.2017 13:51 Euch ist schon klar, dass das so ziemlich die einzige Möglichkeit ist Publishern spürbar Unzufriedenheit, bezüglich ihres Vorgehens, mitzuteilen. Wenn es sie nicht an ihrem Bankkonto trifft, geben sie einen Scheiß auf die Meinung der Geld blutenden Konsumschafe.
Ja, dem stimme ich auch zu. Aber wenn ich mir Reviews jetzt durchlese, dann eigentlich nur, weil ich das Spiel jetzt kaufen will und dabei interessiert mich nicht, was der Publisher vielleicht irgendwann mal versprochen, aber dann nicht gehalten hat.
Die Bewertungen sind eigentlich dazu gedacht, für Kunden hilfreich zu sein, nicht dafür den Publisher zu bestrafen. Macht man letzteres, verhindert man das, was man mit ersterem erreichen wollte.
Ich kann verstehen, wenn sich Leute aufregen weil ein Anbieter versprochen hat keine Microtransactions einzuführen, es dann aber doch getan hat. Dann kann man eine Bewertung ändern oder eine neue abgeben und reinschreiben, dass man es wegen Microtransactions so schlecht bewertet. Wenn ich das dann als Neukunde sehe, denke ich mir vielleicht, ok, mich stören Microtransactions nicht, also ist diese Bewertung für mich nichtig. Abgesehen davon, würde man ehrlicherweise deswegen nicht gleich 1-Stern geben, ausser vielleicht es wird dadurch dann zum reinsten Pay2Win, aber dann sollte man auch nicht schreiben, dass die MTs stören, sondern dass die MTs Pay2Win draus machen.
Balmung hat geschrieben: 20.09.2017 15:38 Kaum Jemand, aber viele sortieren Spiele mit schlechter Gesamtbewertung direkt wieder aus ohne sich anzugucken warum diese so schlecht benotet wurden. Mache ich teilweise auch so, es sei denn es ist ein Spiel bei dem mein Interesse größer ist, dann schaue ich mir auch die Reviews dazu an, ansonsten reicht aber schon eine nicht blaue Durchschnittswertung das ich nicht weiter gucke.
Ganz grob funktioniert das ja auch und das lässt sich auch durch die Unterscheidung "kürzlich" und "gesamt" sehr gut interpretieren. Hat ein Spiel kürzlich "schlecht" aber insgesamt "gut", guckt man sich ein paar neue Bewertungen an und sieht dann schon, ob das kürzlich nur einen Shitstorm abgekriegt hat, oder ob an dem Spiel in letzter Zeit wirklich etwas schlechter geworden ist. Ist die Bewertung umgekehrt, guckt man rein und sieht recht schnell, ob/was an dem Spiel wirklich kürzlich verbessert wurde, wie das neulich auch für No Mans Sky hier berichtet wurde.
Wenn beides "schlecht" ist, dann guck ich mir das Spiel idR gar nicht erst weiter an. Wenn das Spiel aber nur einen Shitstorm abgekriegt hat, ist nicht beides "schlecht".
Zudem gucke ich auch meistens auf die Anzahl der Bewertungen. Sind das nur 50, kann man oft nicht viel auf die Bewertungen geben.

Ich hab mir neulich Life is Feudal angeguckt. Das hat nur "ausgeglichen". Liest man sich die Bewertungen mal durch sieht man schnell dass 90% der Bewertungen nur mittelmäßig bis schlecht sind, weil sich alle darüber aufregen, dass es ja nur ein Abklatsch von "Banished" ist, ohne wesentliche Änderungen, aber mit hübscherer Grafik. Mir hat das geholfen, weil Banished habe ich schon und auf "ein bisschen bessere Grafik" lege ich absolut keinen Wert.
Aber die Bewertungen sind falsch, zumindest gibt es keinen Grund das Spiel deswegen schlecht zu bewerten. Man kann daraufhinweisen, ja, aber nicht abwerten. Hab ich Banished noch nicht und dieses Spiel hat noch dazu die bessere Grafik, dann ist es doch besser als Banished.
Banished dagegen hat die Bewertung "sehr gut", das passt doch irgendwie überhaupt nicht zusammen.

Eigentlich müsste ich Banished eine schlechte Bewertung geben, weil ich mich darüber geärgert habe, dass ich das Spiel direkt beim Publisher gekauft habe, lange bevor es überhaupt auf Steam kam. Jetzt ist es auf Steam, ich habe aber keinen Steamkey gekriegt, also kann ich jetzt z.B. auch den Workshop nicht nutzen.
Das wäre aber eine genauso falsche Bewertung, weil das einfach nichts mit dem Spiel ansich zu tun hat.

Im Sinne dieses neuen Trends, sollte ich zukünftig alle Spiele von EA und Ubisoft schlecht bewerten, nur weil ich keinen Bock auf Origin und uPlay habe. ;)
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DonDonat
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von DonDonat »

Finde einen solchen Schritt für mehr Transparenz super :)
Allerdings sollte man dabei bitte auch die "andere Seite der Medaille" zeigen: nämlich die Patch-Historie und die DLC-Politik.

Erst wenn man beides übersichtlich miteinander in Relation setzt, lässt sich auf die Schnelle ein gutes Bild davon bekommen wieso das Spiel plötzlich "Review Bombardiert" wird ;)
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Lebensmittelspekulant
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Usul hat geschrieben: 20.09.2017 16:14
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 20.09.2017 16:04Das ist unlogisch. Wenn ich GTA überhaupt nicht kaufe kann ich erst recht keine GTA-Mods spielen. Der Protest in Form von Review Bombs mag zwar so manches ästhetische Empfinden verletzen, aber letztendlich war es erfolreich. Das Modtool wurde mit ein paar Einschränkungen wieder zugelassen. Rockstar war dazu gezwungen sich mal hinzusetzen und über eine versöhnlichere Lösung nachzudenken.
Nun kann jeder, der Wert auf Mod-Support bei GTA legt, wieder wie gewohnt Mods benutzen. Mit deiner Strategie hätte das nicht geklappt.
Wenn du GTA5 gekauft hast und danach der Mod-Support entfernt wird - dann könntest du dich negativ äußern, das würde ich nicht als Review-Bombing bezeichnen.
Aber wenn du andere Rockstar-Spiele negativ bewertest, weil der Mod-Support bei GTA5 entfernt wurde... das ist dann schon was anderes.
Gewiss. Man kann das von Fall zu Fall betrachten. Ein Spiel wegen einem anderen Spiel abzustrafen ist wenig hilfreich. Dota 2 schlecht zu bewerten, weil Half Life 3 nicht erscheint, ist wirklich äußerst albern :)

Auch das was den Firewatch-Entwicklern nun widerfahren ist nützt mir wenig, um mir ein Bild vom Produkt zu machen. Aber vielleicht dann doch, um einen gewissenhaften Einkauf tätigen zu können.

Immerhin haben sie höchstselbst angefangen ihre Macht zu missbrauchen, in dem sie einen willkürlichen DMCA Claim gegen einen Youtuber erhoben. Wer selber zu unfairen Methoden greift, muss sich nicht wundern, wenn man ihn genauso unfair behandelt.

Wenn man den Spielern solche Protestaktionen untersagen will, müsste man gewissen Unternehmen auch erst einmal gewisse Handlungsschritte untersagen.

Ansonsten sei jedem gleichermaßen die Freiheit der Destruktion gegönnt. Valve war so freundlich dies einzusehen, und statt den Spielern etwas zu verbieten und wegzunehmen haben sie uns stattdessen zu mehr Selbstkontrolle ermächtigt. Dafür nehme ich die Nachteile gerne in Kauf.
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Tettsui
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Tettsui »

Liesel Weppen hat geschrieben: 20.09.2017 17:21
Ja, dem stimme ich auch zu. Aber wenn ich mir Reviews jetzt durchlese, dann eigentlich nur, weil ich das Spiel jetzt kaufen will und dabei interessiert mich nicht, was der Publisher vielleicht irgendwann mal versprochen, aber dann nicht gehalten hat.
Die Bewertungen sind eigentlich dazu gedacht, für Kunden hilfreich zu sein, nicht dafür den Publisher zu bestrafen. Macht man letzteres, verhindert man das, was man mit ersterem erreichen wollte.
Naja, ich sehe das durchaus als dem Kunden helfen.
Wenn sich jemand von negativen Reviews beeinflussen lässt, wenn er nichts von den Praktiken eines Publishers hält, dann war ihm damit geholfen.
Was dem einzelnen hilfreich erscheint, muss er für sich selbst entscheiden.

Tatsache ist, dass die positiven Reviews nicht verschwinden und dass man zudem positive und negative Reviews gesondert anzeigen lassen kann.
Will man den positiven oder den negativen Eindruck des Spiels vermittelt bekommen?
Ich persönlich schaue immer zuerst nach dem Negativen, ist es für mich das Gravierendste.
Hat man einen gesunden Verstand kann man abwägen was Sinn macht und was nicht.

Andere mögen alle Vorwarnungen gerne ignorieren und ein Spiel blind, anhand der positiven Bewertungen kaufen. Die dürfen sich dann eben im Nachhinein aufregen, dass sie enttäuscht worden sind ;)
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NewRaven
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von NewRaven »

Tettsui hat geschrieben: 20.09.2017 17:46
Naja, ich sehe das durchaus als dem Kunden helfen.
Wenn sich jemand von negativen Reviews beeinflussen lässt, wenn er nichts von den Praktiken eines Publishers hält, dann war ihm damit geholfen.
Was dem einzelnen hilfreich erscheint, muss er für sich selbst entscheiden.

Tatsache ist, dass die positiven Reviews nicht verschwinden und dass man zudem positive und negative Reviews gesondert anzeigen lassen kann.
Will man den positiven oder den negativen Eindruck des Spiels vermittelt bekommen?
Ich persönlich schaue immer zuerst nach dem Negativen, ist es für mich das Gravierendste.
Hat man einen gesunden Verstand kann man abwägen was Sinn macht und was nicht.

Andere mögen alle Vorwarnungen gerne ignorieren und ein Spiel blind, anhand der positiven Bewertungen kaufen. Die dürfen sich dann eben im Nachhinein aufregen, dass sie enttäuscht worden sind ;)
Beim Review-Bombing geht es aber in der Regel nicht um das eigentliche Produkt, es geht um andere Produkte des gleichen Entwicklers, des gleichen Publishers, um Aufschreie wegen irgendeiner politischen Agenda oder weil man grad den Drang hat, seinem Lieblingsyoutuber "beistehen" zu müssen. Oder kurz: schlicht um absolut alles, was nichts in einem Produktreview zu suchen hat, während zu Details zum eigentlichen Produkt in solchen "Reviews" meist gänzlich gar keine Aussagen getroffen werden. Und dafür ist diese Sektion halt schlicht nicht da... jeder soll seine Meinung kund tun dürfen - positiv wie negativ, wegen mir auch gern als Information in Produktreviews... "Reviews" die allerdings nur aus mal mehr oder mal weniger fundierter Kritik am Drumherum bestehen und das Produkt nicht mal wirklich erwähnen, sollten dann auch bitte an Stellen geäußert werden, wo sie besser passen und sinnvoller sind. Mit den hier angesprochenen Reviews bekommst du jedenfalls im Regelfall GAR KEINEN Eindruck vom Produkt - und das ist das Problem.
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Liesel Weppen »

Tettsui hat geschrieben: 20.09.2017 17:46 Wenn sich jemand von negativen Reviews beeinflussen lässt, wenn er nichts von den Praktiken eines Publishers hält, dann war ihm damit geholfen.
Das ist richtig, allerdings geht es bei den Bewertungen zum Spiel eben um das Spiel und nicht um den Publisher. Wenn jemand einen Publisher meiden will, weil ihm seine Praktiken nicht taugen, darf er das natürlich gerne tun, aber der Informationsweg über die Spielebewertungen ist der falsche.
Mir z.B., und ich gehe schwer davon aus, sogar dem weit überwiegenden Teil der Spieler ist der Publisher völlig egal. Häufig weiß ich gar nicht von welchem Publisher ein bestimmtes Spiel ist und es interessiert mich auch gar nicht.
Ich boykottiere auch keinen Publisher direkt nur weil es dieser Publisher ist, ich boykottiere bestimmte Verhaltensweisen. Ich kaufe z.B. keine Titel die uPlay oder Origin vorraussetzen. Ich kaufe die Spiele nicht nicht, weil sie von EA oder Ubisoft sind, auch wenn das in diesem Fall halt mehr oder weniger alle Spieler dieser beiden Anbieter trifft. Der entscheidende Unterschied ist aber: Würde EA oder Ubisoft wieder anfangen Titel ohne Origin/uPlay-Zwang anzubieten, würde ich auch wieder Titel von diesen Publishern kaufen.

NMS hat seinen schlechten Ruf weg, aber eben das Spiel NMS. Aber das betrifft erstmal das Spiel ansich, auch wenn sicherlich von diesem Ruf auch was an Hello Games haften bleibt (das waren doch die, oder? Wie gesagt, Publisher interessieren mich nicht sonderlich). Wer sich für Publisher interessiert, wird alleine deswegen das nächste Spiel von HG meiden. Mich interessiert das aber nicht, ich bin da jetzt ein wenig vorsichtiger, wenn es um diesen Publisher geht, aber ich räume ihnen die Chance ein, dass das nächste Spiel gut werden kann. Ich werde jedenfalls nicht das nächste Spiel schlecht bewerten, nur weil mir das Geschehen von NMS nicht gepasst hat und ich deswegen dem Studio nachhaltig auch noch eins reindrücken will indem ich möglichst viele Leute durch meine Bewertung auch vom Kauf des nächsten Spiels abhalte. Genau das ist aber leider das, was diese Bewertungen häufig bewirken sollen. Die Leute sind sauer auf den Publisher, nicht unbedingt auf das Spiel.

Die Bewertungen kann man natürlich überfliegen und für sich interpretieren. Das ist aber auch immer nur ein Ausschnitt, weil gerade wenn ein Spiel 50.000 Bewertungen hat, liest sicherlich keiner alle. Und ich wette, auch du liest bei einem 12 Monate alten Spiel nicht jeweils 5-10 Bewertungen aus jedem Monat, um auch sicher noch mitzukriegen, was irgendwelchen Bewertern vor 8 Monaten möglicherweise mal nicht gepasst hat, oder?

Vielleicht sollte man noch eine separate Bewertung für Publisher/Studios einführen. Dann kannst du da deinen Unmut reinkippen, dass du den Publisher nicht mehr magst, weil er bei einem Spiel Microtransaktionen eingeführt hat.
Es bleibt dann auch jedem selbst überlassen, ob er ein Spiel, welches mit "sehr gut" bewertet ist, aber von einem Publisher stammt, der mit "überwiegend negativ" bewertet ist, immernoch kaufen will. Das würde allerdings vorraussetzen, dass sich die Bewertungen des Spiels wirklich nur auf das Spiel beziehen.
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Usul
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Usul »

*gelöscht, weil eigentlich belanglos und bereits gesagt*
Doc Angelo
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Doc Angelo »

Das ist schon irgendwie interessant: Die eine Seite begrüßt die Methode von Steam, damit man sich ein Spiel angucken kann, ohne von Review-Bombing irregeführt zu werden. Die andere Seite begrüßt die Methode, damit man sich ein Bild vom Entwickler/Publisher machen kann, ohne von den Reviews irregeführt zu werden.

Wobei ich da definitiv bei der einen Seite wäre, und nicht bei der Anderen. Ich fänds schön, wenn ein Review sich wirklich nur auf das Produkt bezieht. Ich finde, wer sich fürs Thema Gaming nicht so wirklich interessiert und nur das eine oder andere Spiel spielen möchte - und daher keine sonstigen Informationskanäle über die "Machenschaften" von Entwicklern/Publishern hat, den interessiert das auch nicht. So jemanden interessiert doch nur das Spiel an sich. Und da beißt sich die Schlange irgendwie in den Schwanz - denn Review-Bombing informiert solche Leute nicht wirklich besser. Was natürlich bleibt, ist der gewollte Schaden für den Entwickler/Publisher. Auge um Auge ist auch ne Methode.
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Tettsui
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Tettsui »

Separate Kanäle für Spiele bzw. Publisher Bewertung wäre wieder eine Form von Zensur, da der Kanal der negativer ausfällt einfach nach und nach hinter ein paar extra Clicks "versteckt" werden könnte.
Die Reviews sind eine Form von sozialen Medien. Sie sind der richtige Ort für Kritik, da sie hier am ehesten von unbehelligten Spielern gesehen werden wird. Es ist nicht im Interesse der Spieler, dass diese Form an Protest verhindert wird.

Sicher, Leuten ist es am Liebsten, wenn sie ihren Verstand gar nicht verwenden müssen, aber kurz die vorhandenen Filter der Reviews verwenden und schon erhält man die Bewertungen die einen selbst interessieren. Wie ich es vorher schon erwähnte, die Reviews von den Nutzern, die sich nicht für die Machenschaften des Publishers kümmern, verschwinden nicht und zudem hat Valve jetzt den zusätzlichen Graphen implementiert, das bekommt man schon hin.
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Usul
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Usul »

Tettsui hat geschrieben: 20.09.2017 20:42Separate Kanäle für Spiele bzw. Publisher Bewertung wäre wieder eine Form von Zensur, da der Kanal der negativer ausfällt einfach nach und nach hinter ein paar extra Clicks "versteckt" werden könnte.
Wieso sollte das passieren? Du hast dann einfach pro Spiel zwei Bewertungen, es muß und wird nix versteckt werden. Warum sollte Valve bei Steam z.B. was verstecken?

(Ganz abgesehen davon, daß das selbst dann keine Zensur wäre, weil Zensur ein Vorgang ist, der vom Staat bzw. von der herrschenden Machtstruktur ausgeht, während ein solches Verstecken, was du meinst, vom reinen Privatanbieter ausginge - ohne irgendeinen rechtlichen/staatlichen Zwang.)