Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

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muecke-the-lietz
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von muecke-the-lietz »

Wäre pewdiepie nicht vorher schon wegen rassistischer Vorwürfe im Gespräch gewesen, wäre dieser Ausrutscher hier sicher als Kavaliersdelikt durchgegangen, auch wenn das Wort natürlich rassistisch ist, und es da auch überhaupt keinen Zweifel dran gibt. Benutzt ein Weißer das N-Wort, steht es in diesem Fall immer in einem diskriminierenden und rassistischen Kontext. Aber wie gesagt - wäre es sein erster Ausrutscher dieser Art, hätte man ihm auch seine Entschuldigung danach abgenommen, und akzeptiert, dass eine typische unüberlegte Affekthandlung war, die halt nicht mehr vorkommen darf.

Das ist aber nicht der Fall. Pewdiepie stand in letzter häufiger wegen Rassismusvorwürfen im Rampenlicht und das ist nur ein weiteres Kapitel. Und irgendwann sollte das eben auch mal Konsequenzen haben, zumal er nun mal als Person des öffentlichen Lebens auch immer eine Projektionsfläche seiner Zuschauer ist, und das bringt auch immer ein gewisses Maß an Verantwortung mit sich. Und die Verantwortung sollte zumindest sein, Rassismus nicht (wieder) salonfähig zu machen, und rassistische Taten und Äußerungen nicht zu dummen Jungen Streichen herabzustufen.

Ein gewisses Maß an Brisanz sollte die Gesellschaft diesem Thema durchaus zukommen lassen. Rassismus ist weltweit nämlich durchaus immer noch ein ernst zu nehmendes Thema.
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Sir Richfield
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Sir Richfield »

Cpl. KANE hat geschrieben: 11.09.2017 23:34Die von Dir genannten Namen bzw. Begebenheiten kenne ich nicht (in dem Thema ist mir das Medium total fremd),
Das war Teil des Arguments. ;)
aber aus meiner (in diesem Fall begrenzten Sicht) liegt das Problem auch darin dass sich solche Typen wie der hier nicht im Klaren darüber sind dass sie auch eine Verantwortung für ihre Handlungen tragen (oder es ist ihnen einfach egal).
Oder schlimmer: Sie nutzen es aus wie die CSGO Lotto Typen. (Denen laut Jim Sterling btw. gar nöscht passiert ist).
Ich persönlich komme auch nicht mit dem Widerspruch klar, 50 Mio Abonnenten zu haben und sich einen Influencer schimpfen (zu lassen) und DANN völlig überrascht zu sein, dass man einen Einfluss haben soll. (Ich gehe davon aus, euer Englisch ist gut genug.)
Wenn ich eine Hörerschaft habe (egal ob 5 Leute oder 50 Mio.) dann kann ich nicht ständig mit dem kommen was mir gerade auf der Zunge liegt oder gar Beleidigungen aussprechen.
Ganz meine Meinung. Sobald ich irgendwas öffentlich sage, muss ich mit Konsequenzen rechnen.
Ich kann meinen Kunden auch nicht sagen, was ich wirklich von ihnen halte.
(Es ist eine Dystopie von mir, dass eines Tages ein Bug dafür sorgen wird, dass Telefone nicht mehr auflegen, sondern das Gespräch noch ca. 5 Sekunden aufrecht halten. Wahrlich, ich sage euch, die Wirtschaft wird dann zusammenbrechen.)
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sabienchen.banned
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von sabienchen.banned »

Rabidgames hat geschrieben: 12.09.2017 07:47 Also wenn er nach "I tried to think of the worst word..." dann auf "nigger" kommt, dann macht diese Entschudligung die Sache eher schlimmer als besser ... manche Leute denken offnebar lieber gar nicht mehr nach ...
Nigger ist nunmal das schlimmste Wort, das du in Amerika als Weißer in den Mund nehmen kannst.. warum es denn so sehr beleidigend ist,... frag die WörterbuchPolizei ;)
Zuletzt geändert von sabienchen.banned am 12.09.2017 10:35, insgesamt 2-mal geändert.
Grauer_Prophet
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Grauer_Prophet »

Es ist halt auch Lächerlich genug das man mit so einem Müll Millionär werden kann willkommen im Jahr 2017 :lol:

Ist halt wieder der übliche Pseudomoralische Aufschrei ,aber wenn man sein Geld in dieser Branche verdient sollte man auch schlau genug sein sich sowas zu verkneifen..
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Kajetan
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Kajetan »

Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 09:22 Dazu habe Ich eine Frage: Warum genau wird über den Herrn Höcke von vorne herein so gesprochen obwohl er diesem Land noch rein gar nichts angetan hat?
Rassismus und rechtsradikales Gedankengut gehen nicht. Und mit einem simplen Blick auf die deutsche Geschichte sollte auch klar sein, warum das so ist.
Ich frage deshalb weil mir folgendes auffällt: Die SPD und CDU geben sich zum Wahlkampf besonders "sozial", um Stimmen einzufangen. deren Politik sieht in meinen Augen alles andere als sozial aus. Da werden seit über 10 jahren Eliten bedient und einfache Leute schikaniert. Stichwort HartzIV. Die grünen geben sich besonders grün, aber bei dem herrschenden Diesel Skandal stimmen Sie schön in den Kanon ein, einfach "neue Autos" zu verkaufen anstatt die Umweltsünder richtig bluten zu lassen und das Verkehrsproblem der Zukunft richtig anzugehen, indem man beispielsweise Bus und Bahn weiter ausbaut.
Hier geht es um das Kleinklein der täglichen Politik, die ein Schweinetrog für sich ist. Und nicht darum andere Menschen nur auf Grund ihrer Hautfarbe. Herkunft oder Religionszugehörigkeit zu diskriminieren.
Der Höcke reißt also die gleichen Sprüche wie die anderen nur in seine eigene Richtung und trifft ja sogar einen Nerv, sonst wäre die Partei ja nicht so groß geworden. Wieso wird er verdammt während die anderen, die dem Land bereits heftig geschadet haben nicht beachtet werden und ungestraft, sogar ungesehen, weiter dieses Land kaputt machen?
WEIL RASSISMUS NICHT GEHT!!!!! Die einen sind einfach nur unfähige Politiker. Wobei, spiel mal "Democracy 3" ...

http://www.positech.co.uk/democracy3/
Eine lehrreiche Erfahrung für all diejenigen, die meinen, dass sie es besser hinbekommen würden :)

Hoecke spricht hingegen Menschenhass das Wort. Zwei vollkommen verschiedene Dinge!
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The_Spectre
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von The_Spectre »

Hm. Also bei der ersten Debatte um PewDiePie muss ich ehrlich sagen, dass die Medien sich hier nicht wirklich mit Ruhm bekleckert haben. Ich bin bei weitem kein Fan (Bro) von Felix (dafür bin ich auch viel zu alt), aber was ich gemacht habe, ist mir die Videos mal komplett und im Kontext anzusehen. Wenn man das getan hat, konnte man wirklich keinen Antisemitismus erkennen. Nur einige fragwürdige Gags, die aber keineswegs auf eine rechte Gesinnung schließen lassen.

Die würde ich ihm auch jetzt nicht unbedingt zuschreiben wollen. Das Problem jetzt ist nur, dass er diese, mit Sicherheit unbedachte, Äußerung vor einem breiten Publikum gemacht hat. Wenn jemand so etwas in einem privaten Kreis vorbringt, wird er vermutlich von den Umstehenden zurechtgewiesen, oder vielleicht sogar ignoriert, aber das funktioniert in einem Stream nicht so. Ich weiß nicht ob jemand die Geschichte bei Hearthstone Global Games mit P4wnyhof und Sintolol mitbekommen hat, aber hier war es ähnlich: Beide haben sich online zu Aussagen hinreißen lassen, die so einfach nicht okay waren, was zum Ausschluss beider geführt hat.

Jemanden mit dem Wort "Nigger" beleidigen zu wollen ist m.M.n. in keinem Kontext in Ordnung. Allerdings würde das in einem privateren Umfeld kaum große Wellen machen. Tut dies aber eine Person, die in der Öffentlichkeit steht auch noch vor Publikum, so wird diese Person verständlicherweise auch öffentlich dafür zurechtgewiesen.

Das größte Problem, das ich hier sehe, ist die Tatsache dass er nicht nur sich selbst damit schadet (vielleicht schadet er sich selbst sogar noch am wenigsten), sondern allen Youtubern und vor allen denen, die auf Werbeeinnahmen angewiesen sind. Denn schon beim letzten "Skandal", folgte ein Massenexodus an Werbenden und die Entmonetarisierung von unzähligen Videos.

Zusammenfassend hätte er sich einfach seiner Stellung als a) Person des öffentlichen Lebens und b) quasi-Aushängeschild aller professionellen Youtuber bewusst sein müssen.
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WH173W0LF
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von WH173W0LF »

Show
Kajetan hat geschrieben: 12.09.2017 10:20
Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 09:22 Dazu habe Ich eine Frage: Warum genau wird über den Herrn Höcke von vorne herein so gesprochen obwohl er diesem Land noch rein gar nichts angetan hat?
Rassismus und rechtsradikales Gedankengut gehen nicht. Und mit einem simplen Blick auf die deutsche Geschichte sollte auch klar sein, warum das so ist.
Ich frage deshalb weil mir folgendes auffällt: Die SPD und CDU geben sich zum Wahlkampf besonders "sozial", um Stimmen einzufangen. deren Politik sieht in meinen Augen alles andere als sozial aus. Da werden seit über 10 jahren Eliten bedient und einfache Leute schikaniert. Stichwort HartzIV. Die grünen geben sich besonders grün, aber bei dem herrschenden Diesel Skandal stimmen Sie schön in den Kanon ein, einfach "neue Autos" zu verkaufen anstatt die Umweltsünder richtig bluten zu lassen und das Verkehrsproblem der Zukunft richtig anzugehen, indem man beispielsweise Bus und Bahn weiter ausbaut.
Hier geht es um das Kleinklein der täglichen Politik, die ein Schweinetrog für sich ist. Und nicht darum andere Menschen nur auf Grund ihrer Hautfarbe. Herkunft oder Religionszugehörigkeit zu diskriminieren.
Der Höcke reißt also die gleichen Sprüche wie die anderen nur in seine eigene Richtung und trifft ja sogar einen Nerv, sonst wäre die Partei ja nicht so groß geworden. Wieso wird er verdammt während die anderen, die dem Land bereits heftig geschadet haben nicht beachtet werden und ungestraft, sogar ungesehen, weiter dieses Land kaputt machen?
WEIL RASSISMUS NICHT GEHT!!!!! Die einen sind einfach nur unfähige Politiker. Wobei, spiel mal "Democracy 3" ...

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Hoecke spricht hingegen Menschenhass das Wort. Zwei vollkommen verschiedene Dinge!
Ich glaube jetzt wird mir so langsam klar was das Problem ist. Meine Sichtweise auf die Dinge ist zu technisch und zu sehr von Emotionen befreit ohne die Menschen, nein eher "Persönlichkeiten" dahinter zu sehen. Wenn man dies mit in Betracht zieht ergeben die Aussagen Sinn. Auch was das "Nigger" angeht. Das macht die Dinge um einiges schwieriger zu bewerten. Ich denke, dann habe Ich in dieser Diskussion nichts weiter zu suchen. Danke für die Bereicherung.
Zuletzt geändert von WH173W0LF am 12.09.2017 10:49, insgesamt 1-mal geändert.
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SethSteiner
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von SethSteiner »

@Ego sum Noctis
Es ist ein Unterschied, ob Parteien unsoziale Politik machen oder gemacht haben oder ob eine Partei alle Probleme auf einen Teil der Bevölkerung schiebt, die Presse verantwortlich macht und ein Feindbild aufbaut. Wäre die AfD einfach eine Partei wie alle anderen, würde sie auch ganz anders wahrgenommen aber Fremdenfeindlichkeit und ein rückwärtsgewandtes, diskriminierendes Weltbild, sorgen eben für harsche Reaktionen. Ohne AfD würde die wohl die CSU abbekommen.
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Spiritflare82
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Spiritflare82 »

Der Typ hat genug Kohle, also ists ihm scheissegal was er da sagt-lässt aber auf seine Gesinnung schließen und das finde ich bei sovielen Zuschauern absolut bedenkenswert, da das unter anderem auch viele Kids erreicht, die denken nachher es sei cool
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WH173W0LF
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von WH173W0LF »

SethSteiner hat geschrieben: 12.09.2017 10:46 @Ego sum Noctis
Es ist ein Unterschied, ob Parteien unsoziale Politik machen oder gemacht haben oder ob eine Partei alle Probleme auf einen Teil der Bevölkerung schiebt, die Presse verantwortlich macht und ein Feindbild aufbaut. Wäre die AfD einfach eine Partei wie alle anderen, würde sie auch ganz anders wahrgenommen aber Fremdenfeindlichkeit und ein rückwärtsgewandtes, diskriminierendes Weltbild, sorgen eben für harsche Reaktionen. Ohne AfD würde die wohl die CSU abbekommen.
Ja, Ich verstehe das nun. Ich habe diesen Aspekt einfach nicht beachtet und alles eher Schematisch als Inhaltlich betrachtet. Das Schematische hilft mir zwar eine gewisse Neutralität auf eine Sache zu haben, aber Ich hätte nicht gedacht, dass mir dadurch wichtige Inhalte verborgen bleiben würden. Das ist für mich persönlich jetzt sogar ein wenig erschreckend. 8O
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Kajetan
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Kajetan »

Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 10:38 Ich glaube jetzt wird mir so langsam klar was das Problem ist. Meine Sichtweise auf die Dinge ist zu technisch und zu sehr von Emotionen befreit ohne die Menschen, nein eher "Persönlichkeiten" dahinter zu sehen. Wenn man dies mit in Betracht zieht ergeben die Aussagen Sinn. Auch was das "Nigger" angeht. Das macht die Dinge um einiges schwieriger zu bewerten. Ich denke, dann habe Ich in dieser Diskussion nichts weiter zu suchen. Danke für Bereicherung.
Wir Menschen sind sehr emotional und Politik wird in erster Linie über Emotionen gemacht.

Es gibt genug Wähler, die geben ihre Stimme einer Partei weil der Spitzenkandidat so ein netter Mensch ist. Ahnung vom Wahlprogramm hat man nicht. Ahnung davon, was diese Partei und die Kandidaten so alles verbrochen haben, hat man auch nicht. Will man gar nicht wissen: "Das isn Netter, den wähl ich."

Dann gibt es genug Wähler, die zwar rationalen Argumenten zugänglich sind, die diese Argumente aber nicht hören wollen, weil sie lieber den Kopf in den Sand stecken wollen, weil sie Angst vor Veränderungen haben, weil die Argumente an ihrem Selbstverständnis rütteln. Deshalb werden Parteien und Politiker gewählt, die einem das versprechen, was man hören will.

Also präsentieren sich Politiker lieb und nett und sie unterlassen es nach Möglichkeit den Wähler mit zuviel schrecklichen Fakten zu verunsichern. Man bleibt im Ungefähren, man dampft Probleme auf kurze Talking-Points ein (Für Frieden und Freiheit. Für mehr Gerechtigkeit. Für mehr Weiterso.), die alles und nichts bedeuten können.

Der Politiker, den Du wahrscheinlich gerne wählen würdest, würde kläglich untergehen. Fakten interessieren nicht. Nur Emotionen zählen.

Oskar Lafontaine hat aus seiner Wahlniederlage gegen Helmut Kohl gelernt und nach seinem Weggang zur Linkspartei einen auf LInkspopulist gemacht. Denn damals hat er den Wählern gesagt, dass die Wiedervereinigung teuer wird und mühsam wird und allen Deutschen einiges abverlangen wird. Er hat davon gesprochen den Generationenvertrag zu überarbeiten, um diese Kosten besser stemmen zu können. Er hat krachend gegen Kohl verloren, der wohlwissend einfach nur auf Schwarz-Rot-Goldene Glückseligkeit gesetzt hat, weil der Wähler nicht wissen wollte, wie problematisch die Zukunft wird. Kohl hat danach die Rentenkassen geplündert, hat den Generationvertrag aufgekündigt, hat allen viel Kosten aufgebürdet. Weil Probleme gelöst werden mussten. Probleme, von denen seitens Kohl aber nie die Rede war, weil die Wähler das alles nicht hören wollten.

Es ist ziemlich einfach über die blöden Politiker zu schimpfen. Dass Politiker aber so sind, weil sie regelmäßig von ignoranten, ahnungslosen, naiven und leichtgläubigen Wählern gewählt werden, das wird seitens der Wähler gerne unter den Tisch fallen gelassen.
johndoe1904612
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von johndoe1904612 »

Spiritflare82 hat geschrieben: 12.09.2017 10:47 Der Typ hat genug Kohle, also ists ihm scheissegal was er da sagt-lässt aber auf seine Gesinnung schließen und das finde ich bei sovielen Zuschauern absolut bedenkenswert, da das unter anderem auch viele Kids erreicht, die denken nachher es sei cool
Der Großteil davon wird sicherlich auch GTA V gespielt haben. Das werden die schon verkfraften. Viel Wind um Nichts.
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WH173W0LF
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von WH173W0LF »

Kajetan hat geschrieben: 12.09.2017 10:55
Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 10:38 Ich glaube jetzt wird mir so langsam klar was das Problem ist. Meine Sichtweise auf die Dinge ist zu technisch und zu sehr von Emotionen befreit ohne die Menschen, nein eher "Persönlichkeiten" dahinter zu sehen. Wenn man dies mit in Betracht zieht ergeben die Aussagen Sinn. Auch was das "Nigger" angeht. Das macht die Dinge um einiges schwieriger zu bewerten. Ich denke, dann habe Ich in dieser Diskussion nichts weiter zu suchen. Danke für Bereicherung.
Wir Menschen sind sehr emotional und Politik wird in erster Linie über Emotionen gemacht.

Es gibt genug Wähler, die geben ihre Stimme einer Partei weil der Spitzenkandidat so ein netter Mensch ist. Ahnung vom Wahlprogramm hat man nicht. Ahnung davon, was diese Partei und die Kandidaten so alles verbrochen haben, hat man auch nicht. Will man gar nicht wissen: "Das isn Netter, den wähl ich."

Dann gibt es genug Wähler, die zwar rationalen Argumenten zugänglich sind, die diese Argumente aber nicht hören wollen, weil sie lieber den Kopf in den Sand stecken wollen, weil sie Angst vor Veränderungen haben, weil die Argumente an ihrem Selbstverständnis rütteln. Deshalb werden Parteien und Politiker gewählt, die einem das versprechen, was man hören will.

Also präsentieren sich Politiker lieb und nett und sie unterlassen es nach Möglichkeit den Wähler mit zuviel schrecklichen Fakten zu verunsichern. Man bleibt im Ungefähren, man dampft Probleme auf kurze Talking-Points ein (Für Frieden und Freiheit. Für mehr Gerechtigkeit. Für mehr Weiterso.), die alles und nichts bedeuten können.

Der Politiker, den Du wahrscheinlich gerne wählen würdest, würde kläglich untergehen. Fakten interessieren nicht. Nur Emotionen zählen.

Oskar Lafontaine hat aus seiner Wahlniederlage gegen Helmut Kohl gelernt und nach seinem Weggang zur Linkspartei einen auf LInkspopulist gemacht. Denn damals hat er den Wählern gesagt, dass die Wiedervereinigung teuer wird und mühsam wird und allen Deutschen einiges abverlangen wird. Er hat davon gesprochen den Generationenvertrag zu überarbeiten, um diese Kosten besser stemmen zu können. Er hat krachend gegen Kohl verloren, der wohlwissend einfach nur auf Schwarz-Rot-Goldene Glückseligkeit gesetzt hat, weil der Wähler nicht wissen wollte, wie problematisch die Zukunft wird. Kohl hat danach die Rentenkassen geplündert, hat den Generationvertrag aufgekündigt, hat allen viel Kosten aufgebürdet. Weil Probleme gelöst werden mussten. Probleme, von denen seitens Kohl aber nie die Rede war, weil die Wähler das alles nicht hören wollten.

Es ist ziemlich einfach über die blöden Politiker zu schimpfen. Dass Politiker aber so sind, weil sie regelmäßig von ignoranten, ahnungslosen, naiven und leichtgläubigen Wählern gewählt werden, das wird seitens der Wähler gerne unter den Tisch fallen gelassen.
Uff! Du verstärkst mein Vertrauen in die Menschheit nicht gerade. Das drückt mich ehrlich gesagt sogar ziemlich nach unten. Hat es denn dann überhaupt einen Sinn sich Wahlprogramme und Volksvertreter anzusehen?
johndoe1197293
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von johndoe1197293 »

Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 11:10Hat es denn dann überhaupt einen Sinn sich Wahlprogramme und Volksvertreter anzusehen?
Unbedingt! Es sei denn du möchtest zu den
Kajetan hat geschrieben: 12.09.2017 10:55ignoranten, ahnungslosen, naiven und leichtgläubigen Wählern
gehören.
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Kajetan
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Re: Nach rassistischer Äußerung von PewDiePie: Firewatch-Entwickler klagt und fordert Widerstand

Beitrag von Kajetan »

Ego sum Noctis hat geschrieben: 12.09.2017 11:10 Uff! Du verstärkst mein Vertrauen in die Menschheit nicht gerade. Das drückt mich ehrlich gesagt sogar ziemlich nach unten.
Wenn man begreift, wie dumm Menschen sein können und wie wenig schlau man oft genug selber ist ... ja, das zieht runter, stimmt. Aber irgendwann hat man es verinnerlicht und man macht das Beste daraus. Was dann ziemlich gut klappt, weil man sich keinen Illusionen mehr hingibt und nicht mehr in sprachlosem Entsetzen verharrt, wenn Menschen wieder zeigen, dass sie zwar hochintelligente Tiere sind, sie und somit wir alle noch eine ganzes Stück davon entfernt sind ein sich selbst bewusstes Intelligenzwesen zu sein.

Um es mal ein wenig esoterisch zu sagen ... wir sind noch verdammt weit von der Erleuchtung entfernt.

Aber es wird. Ich bin da, frei von jeglichem Zynismus, sehr zuversichtlich. Kann sich zwar noch um ein paar Jahrhunderte oder Jahrtausende handeln, aber für mich besteht kein Anlaß für dystopische Paranoia. Denn wir Menschen sind verdammt gut darin uns irgendwie durch all die Scheisse durchzuwurschteln, die wir uns vor allem selbst aufhalsen. DAS ist unsere Stärke. Uns selbst in den dümmsten Dreck hineinzumanövrieren, aber es doch irgendwie zu schaffen mit einem blauen Auge und geprellter Schulter wieder herauszukommen.

Sicher, "blaues Auge und geprellte Schulter" bedeuten aus dieser Perspektive Tote. Viele Tote. Kriege. Selbstverschuldete Naturkatastrophen. Hunger. Krankheiten, die auf Grund religiöser-moralischer-finanzieller Gründe nicht bekämpft werden. Aber wir Menschen sind heute immer noch da. Und werden auch in Zukunft immer noch da sein. Ein wenig schlauer und weiser als vorher. Zwei Schritte vor, wieder einer zurück. Aber es geht voran, wenn man sich mal die Jahrtausende anschaut.
Hat es denn dann überhaupt einen Sinn sich Wahlprogramme und Volksvertreter anzusehen?
Aber sicher. IMMER!

Denn irgendwann habe ich damit angefangen nach dem geringsten Übel unter all den schlechten Alternativen zu suchen, anstatt krampfhaft zu versuchen mein Ideal zu finden. Ich wähle die Grünen nicht, weil ich sie am besten dafür geeignet halte mit den Problemen der Zukunft fertig zuwerden, sondern weil ich mich da am wenigsten fremdschäme. Du kommst vielleicht zu einem anderen Ergebnis, zu einer anderen Partei, die für Dich von all den schlechten Alternativen am wenigsten schlecht erscheint.

Denn in der Politik geht es nicht darum, dass ich meine persönlichen Maximalforderungen durchsetze, sondern dass man sich idealerweise halbwegs konstruktiv durchwurschtelt, ohne dabei allzu viel kaputtzumachen. Man geht Kompromisse ein. Und wenn KEINER glücklich über den Kompromiss ist, hat man einen guten Kompromiss gefunden :)

Das ist übrigens das Geheimnis von Merkels Erfolg. Sie legt sich auf nix fest und reagiert nach Bedarf mal so oder so. Sie wurschtelt sich durch! :mrgreen:
Zuletzt geändert von Kajetan am 12.09.2017 11:30, insgesamt 1-mal geändert.