gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

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mr archer
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von mr archer »

Hinzu kommt noch die in solchen Foren immer gern aufgebaute Illusion einer irgendwie gearteten kollektiven Gesamtidentität "der Gamer". Konnte ich noch nie ernst nehmen.
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Wigggenz
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Wigggenz »

Siehst du dich nicht als Gamer?

Ich für meinen Teil spiele sehr gerne und auch viel Videospiele, das macht mich zum Gamer. Etliche andere Menschen ebenfalls, und das macht sie zu Gamern. Daraus entsteht insgesamt die Gruppe der Gamer.

Die mag eine recht heterogenene Gruppe sein, trotzdem ist es eine Gruppe.
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Wulgaru
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Wulgaru »

Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 18:01 Für "voll genommen" werden Gamer noch lange nicht.

Beispielhaft sei einfach mal die bayerische (bzw. offiziell "eine") Landesregierung genannt, die immer wieder versucht, die USK-Freigabe vermeintlich ganz böser Titel zu verhindern.

Die aktuelle Generation Politiker ist immernoch die "Killerspiele verbieten!"-Generation, siehe auch die Reaktion unseres Innenministers auf den Amoklauf von München letztes Jahr. Da kann ich den Unmut oder das Misstrauen schon verstehen. In anderen Branchen und Szenen ohne so eine Vorgeschichte nimmt man Politikern zumindest ein gewisses Grundinteresse ab, hier hingegen ist die Glaubwürdigkeit erstmal verspielt.
Für voll genommen werden aber auch andere Szenen nicht, die ich dann doch für sehr viel gesellschaftlich akzeptierter halte. Sehr wenige Politiker nehmen zum Beispiel generell die künstlerische Szene ernst, sofern sie sich nicht ebenfalls mit ihr schmücken können.

Was ich damit gemeint habe, ist eben das es heute Politiker als sinnvoll erachten bei so einer Veranstaltung aufzutauchen, weil sie potentielle Wähler sehen und keine verwahrlosten Jugendlichen die potentiell Amok laufen. Selbst diejenigen die heute noch von Killerspielen verbieten reden, meinen es nur noch selten ernst bzw. würden wahlweise auch Horrorfilme verbieten wollen, weil sie den Standpunkt halt einfach seit 40 Jahren haben.

Sofern wir als Gamer eine Szene darstellen wollen, müssen wir zudem auch mal aufhören diese Abwehrhaltung zu zeigen. Ich bin der Meinung das zumindest die letzten Jahre gezeigt haben, dass wir da noch sehr viel Nachholbedarf haben.
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zego99
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von zego99 »

Es sollte mal immer wieder nachgefragt werden, was der Mist mit der Rundfunklizenz für Twitch & co soll! Wenn die Politik ja so offener für Gamer werden soll und sich so darstellen will, dann ist es doch fraglich warum so ein veraltetes Gesetz dafür in Kraft treten soll.
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Onekles
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Onekles »

Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 19:38 Siehst du dich nicht als Gamer?

Ich für meinen Teil spiele sehr gerne und auch viel Videospiele, das macht mich zum Gamer. Etliche andere Menschen ebenfalls, und das macht sie zu Gamern. Daraus entsteht insgesamt die Gruppe der Gamer.

Die mag eine recht heterogenene Gruppe sein, trotzdem ist es eine Gruppe.
Ich bin nur ein Käschuäl Gaymer, hab ich gehört. Weil ich mag Die Sims und Minecraft und nicht nur Calladooty und GTA. Von daher bin ich wohl kein truer Gamer. Wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nicht unbedingt true 4K brauche. True Story.

Aber das nur am Rande. Generell war ich nie so der Freund vom Schubladendenken. Diese Gruppe, jene Gruppe, wir, die anderen... Das führt doch zu nichts.
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Wigggenz
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Wigggenz »

Menschen, die mindestens ein gemeinsames Merkmal aufweisen, bilden bezüglich dieses Merkmals nunmal Gruppen.

Entscheidend ist, welche Schlüsse man daraus zieht. Schubladendenken setzt voraus, in seiner Denke aus Mitgliedschaft in einer Gruppe ein die Persönlichkeit prägendes Merkmal zu machen, was es jedoch nicht ist.
Zuletzt geändert von Wigggenz am 19.07.2017 20:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Kajetan
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 19:38 Die mag eine recht heterogenene Gruppe sein, trotzdem ist es eine Gruppe.
Das ist keine Gruppe, sondern nur eine Sammelbezeichnung. So wie Luftatmer, Brotesser und Unterwäschelinksträger. Mehr nicht. Spielen ist Alltagsbeschäftigung geworden und wir hier im 4P-Forum haben nur über das Spielen als Merkmal nichts mit Leuten zu tun, die unter Videospiel irgendein Klickerdings auf dem Smartphone verstehen, mit dem sie sich beim Warten auf XYZ die Zeit vertreiben. Und selbst wir "Hardcore-Gamer" hier sind so unterschiedlich und divers, dass wir keine Gruppe, sondern nur Leute mit dem gleichen Haupthobby sind.

Das ständig gebräuchliche "Wir Gamer" setzt aber MEHR voraus als nur ein einziges gemeinsames Merkmal. Nämlich gemeinsame Ansichten, gemeinsame Vorlieben und Abneigungen. Eine Gemeinschaft und nicht einfach "nur" eine Gruppe.
Zuletzt geändert von Kajetan am 19.07.2017 20:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Lebensmittelspekulant
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 16:57
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 19.07.2017 14:54 Fast jede etablierte Partei gewinnt ihre Anhängerschaft indem sie ihnen das blaue vom Himmel verspricht. Wenn die AfD aus den genannten Gründen einen solchen Wählerschwund zu verzeichnen hat, daß ihr Einzug in den Bundestag gefährdet ist, dann erklär mir mal warum die CDU seit 3 Legislaturperioden die Regierung stellt. Erklär mir mal warum der Bundestag sich fast nur aus solchen Parteien zusammensetzt.
Ich war früher bei den Piraten aktiv. Die Piraten waren mal bei 18-20 Prozent. Dann begann der haltlose Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Nicht, weil die phöse "Systempresse" nur Lügen verbreitet hat oder weil man die Piraten im Wahlkampf sabotiert hat, sondern weil durch die große Popularität Leute ans Ruder kamen, die schlichtweg nicht kompetent waren. Selbstdarsteller wie Ponader, Irre im Bundesvorstand und im medial äusserst präsenten Berliner Landesverband in Gleichschritt mit Leuten, die bei der Linkspartei rausgeflogen sind und deswegen die Piraten ums Verrecken zur 4. (!) linken Partei machen wollten, führten dann zu eher sehr kleinen, einstelligen Prozentzahlen. Die Piraten waren durch die Bank selber Schuld, weil sie viel zu inkompetent agiert haben. Kein Fremdverschulden, keine Verschwörungstheorien nötig.

Die AFD zerlegt sich auch gerade selbst, der Umgangston ist dort noch derber als bei den Piraten., die ständigen Flügelkämpfe zwischen Neunazis und Rechtskonservativ zermürben auf Dauer alle Aktiven. Der einzige Unterschied zu den Piraten: Es wird nicht jeder Furz gleich getwittert, die Auseinandersetzungen finden mehr hinter verschlossenen Türen statt. Ansonsten ... auch hier ist der Lack ab, der Weg in die Irrelevanz ist (fast) nicht mehr aufzuhalten.
Aha, und woher hast du den Umkehrschluss, daß eine sich streitende Partei irrelevant macht? Das klingt für mich schon als würdest du die Systempresse zitieren :)

Ich war auch mal Mitglied bei den Piraten. Aber nur passiv. Bin es glaub ich immer noch? ^^
Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum man politisch diskrediert wird, nur weil man sich streitet. Meinungsverschiedenheiten gehören zu einer Demokratie dazu. Und eine demokratisch strukturierte Partei trägt nunmal viele Streitereien und Flügelkämpfe aus. Das ist eigentlich völlig normal. Nur wird uns von den Medien hysterisch eingetrichtert, daß es genau das nicht ist.
Parteien, die keine kollektive Einigkeit zeigen, werden gerne mal mit jeder Menge Hetze bedacht. Eine absolut diktatorisch organisierte Partei wie die CDU, die selbst die innere Struktur der chinesischen KP als liberal erscheinen lässt, wird höchstens mal mit vorsichtig sachlicher Kritik bedacht. Aber bitte auch nicht allzu oft.

Vielleicht wollen das die Leute auch einfach. Die ordnende Hand, die alles leitet. Gerade die Deutschen haben dafür ja eine große Affinität. Wir kennen das ja aus unserer Geschichte :D

Aber zu meinen, daß die Medien keine Schuld daran haben, mit ihrer systematisch einseitigen Berichterstattung, finde ich weltfremd. Medien haben sehr viel Macht über eine Gesellschaft. Sie können den Massen Werte diktieren, ihre Gefühle steuern und ihnen grundlegend wichtige Informationen vorenthalten. Schon vergessen wie sie vor wenigen Jahren erst für den Rauswurf eines unbescholtenen Bundespräsidenten gesorgt haben?

Die Medien wollen und brauchen auch keine Demokratie. Die gehören großen, bösen Konzernen. Die wollen nur Geld verdienen. Mehr nicht. Die Medien werden immer jene Politik bekämpfen, die den Renditen ihrer Besitzer im Weg steht.
Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 16:57 Warum ist die CDU ständig an der Regierung vertreten? Weil sie zwar scheisse ist, die Oppositionsparteien aber teilweise noch inkompetenter und beschissener sind.
Danke für die Erklärung. Jetzt seh ich alles klarer ^^
Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 16:57 Ich bin zwar alles andere als ein CDU/SPD-Wähler, aber sooooo übel geht es in Deutschland nicht zu.
Das ist aber eigentlich eine andere Fragestellung. Hier ging es darum, warum die AfD an Wählerstimmen verliert.

Und ich denke die wurden einfach klassisch ausgemerkelt. Mutti hat die Flüchtlingskrise weitesgehend gelöst und damit hat die AfD ihr wichtigstes Wahlkampfthema verloren. Das macht sie ja gerne bei allen möglichen Parteien, die mal ein bisschen Höhenwind bei Wahlen und Umfragen bekommen. Bestes Beispiel dafür sind immer noch die Grünen und der Atomausstieg.

Merkel versucht es soweit nötig allen Recht zu machen. Reinster Populismus. Was an sich nicht schlimm ist. Ich wünschte nur die Presse würde nicht systematisch verweigern, daß Kind beim Namen zu nennen. Stattdessen verwenden sie Populismus als Ausdruck um eben alle Meinungsströmungen zu diskreditieren, die ich oben erwähnt habe.

Ohne die linientreue Unterstützung der Medien würde Merkel nicht schon seit über einem Jahrzehnt unser Land regieren und immer noch der absolute Topfavorit bei der nächsten Wahl sein.
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Wigggenz
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 20:22
Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 19:38 Die mag eine recht heterogenene Gruppe sein, trotzdem ist es eine Gruppe.
Das ist keine Gruppe, sondern nur eine Sammelbezeichnung. So wie Luftatmer, Brotesser und Unterwäschelinksträger. Mehr nicht. Spielen ist Alltagsbeschäftigung geworden und wir hier im 4P-Forum haben nur über das Spielen als Merkmal nichts mit Leuten zu tun, die unter Videospiel irgendein Klickerdings auf dem Smartphone verstehen, mit dem sie sich beim Warten auf XYZ die Zeit vertreiben. Und selbst wir "Hardcore-Gamer" hier sind so unterschiedlich und divers, dass wir keine Gruppe, sondern nur Leute mit dem gleichen Haupthobby sind.
Du hast eine zu enge Definition von Gruppe.
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Kajetan
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 20:24 Du hast eine zu enge Definition von Gruppe.
Du eine viel zu weite, zu ungenaue. Ich bin Terminologe, ich bevorzuge enge, präzise Definitionen. Berufskrankheit, sry :)
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Kajetan
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Kajetan »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 19.07.2017 20:23 Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum man politisch diskrediert wird, nur weil man sich streitet.
Sorry , ich meine hier nicht den üblichen politischen Streit, der ja dazu gehört, dazu gehören MUSS, sondern tiefgehende, persönliche Auseinandersetzungen, Anfeindungen und Kreuzzüge innerparteilicher Gruppen gegen alles, was irgendwie als Abweichler der eigenen Position wahrgenommen wird. Wenn kein Kompromiss mehr möglich ist, sondern nur noch die politische Vernichtung des Gegners Zufriedenheit schaffen kann.

Und wenn das so weite Züge annimmt, wie das bei den Piraten der Fall war, wie das bei der AFD mittlerweile zum normalen Umgangston zählt, dann schreckt das Leute ab, die sich politisch engagieren wollen, die aber keine Lust auf Hexenjagden und rücksichtsloses Mobbing haben. Die Partei verliert also immer mehr Leute an der Basis. Wenn Du nicht genug Leute an der Basis hast, kannst Du immer weniger in der Breite auftreten, wirst irgendwann nur noch durch das Spitzenpersonal in den Hauptmedien wahrgenommen. Wenn sich die Führungsriege nur selber zerfleischt, hat sie weniger Zeit sich um die politische Auseinandersetzung mit anderen Parteien zu kümmern. Wenn sich ein Flügel nach solchen brutalen Auseinandersetzungen dann durchgesetzt hat, verlierst Du massiv die Leute des unterlegenen Flügels. Du verlierst noch mehr Leute an der Basis, Du verlierst Personal an der Spitze.

Und so, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr um Jahr, schmilzt so eine Partei dahin, bis sie nicht mehr relevant ist. Ganz aus eigener Kraft, aus eigenem Verschulden. Und das beste ist ... je intensiver die Parteimitglieder die Schuld für solche Stimm- und Umfragenverluste ausserhalb der Partei sucht, die Presse und die bösen anderen Parteien verantwortlich macht, immer mit dem Finger auf andere zeigt ... umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Entwicklung gestoppt und eventuell sogar umgekehrt werden kann. Wenn ich also sehe, wie massiv AFD-Parteileute und Unterstützer ALLE ANDEREN für diesen Rückgang verantwortlich machen und man mittlerweile sogar inständig einen neuen. großen Anschlag erhofft, um wieder auf die Pauke hauen zu können ... das könnte knapp werden im Herbst. Und selbst wenn sie es in den Bundestag schaffen (was jetzt auch kein Weltuntergang, sondern eben Demokratie ist) ... das wird nicht besser, solange diese innerparteiliche Hauen und Stechen anhält. Ganz im Gegenteil.
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mr archer
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von mr archer »

Wigggenz hat geschrieben: 19.07.2017 19:38 Siehst du dich nicht als Gamer?
Nö. Ich spiele gern Videospiele. Habe mich hier in zehn Jahren nicht einmal im Forum ohne Ironiestriche als "Gamer" bezeichnet. Kannste gern nachschauen.
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Lebensmittelspekulant
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 20:42
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 19.07.2017 20:23 Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum man politisch diskrediert wird, nur weil man sich streitet.
Sorry , ich meine hier nicht den üblichen politischen Streit, der ja dazu gehört, dazu gehören MUSS, sondern tiefgehende, persönliche Auseinandersetzungen, Anfeindungen und Kreuzzüge innerparteilicher Gruppen gegen alles, was irgendwie als Abweichler der eigenen Position wahrgenommen wird. Wenn kein Kompromiss mehr möglich ist, sondern nur noch die politische Vernichtung des Gegners Zufriedenheit schaffen kann.
Was wäre denn die Lösung? Einen starken Parteichef wählen, der die Kompromisse alleine bestimmt, Abweichler bestraft und die Flügel stutzt? Die CDU hatte mit Kohl und Merkel zwei sehr erfolgreiche Parteichefs gekrönt von rekordsetzenden Kanzlerschaften, die genau das innerparteilich geschafft haben. Das mag erfolgreich sein, gefällt mir aber auch nicht wirklich.
Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 20:42Und wenn das so weite Züge annimmt, wie das bei den Piraten der Fall war, wie das bei der AFD mittlerweile zum normalen Umgangston zählt, dann schreckt das Leute ab, die sich politisch engagieren wollen, die aber keine Lust auf Hexenjagden und rücksichtsloses Mobbing haben.
Achwas. Mobber schaffen es bei der CDU doch auch zum Generalsekretär. ;)
Kajetan hat geschrieben: 19.07.2017 20:42 Und so, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr um Jahr, schmilzt so eine Partei dahin, bis sie nicht mehr relevant ist. Ganz aus eigener Kraft, aus eigenem Verschulden. Und das beste ist ... je intensiver die Parteimitglieder die Schuld für solche Stimm- und Umfragenverluste ausserhalb der Partei sucht, die Presse und die bösen anderen Parteien verantwortlich macht, immer mit dem Finger auf andere zeigt ... umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Entwicklung gestoppt und eventuell sogar umgekehrt werden kann.
Ich red ja hier nicht mit dir als Mitglied irgendeiner Partei. Für die Parteistrategie wäre es natürlich klug, wenn man über sich selbst reflektiert, Wege findet sich dem System anpassen, bevor man es selber anpassen kann.
Aber als einfacher Bürger und Wähler, als die wir hier im Forum aufeinandertreffen, finde ich sollten wir den medialen Einfluss auf die Politik kritisch beäugen und nicht verleugnen.
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

Beitrag von billy coen 80 »

@ Kajetan, @ Lebensmittelspekulant

Bin und war selbst nie Piratenmitglied, hab aber auch von etlichen (meist ehemaligen) gehört und gelesen, dass die Piraten gekapert wurden (was ja nicht ganz frei von Ironie ist) von ziemlich schrägen, abwegigen Gestalten, die teils von den Linken oder den Grünen, wo sie aber in der Regel auch erst ein bis zwei Jahre gewesen waren, gekommen sind. Als die Piraten gerade so en vogue waren, sahen die da die Gelegenheit, auf diesem Wege ihren ziemlich abstrusen, postmodern "linken" Bullshit öffentlichkeitswirksam breittreten zu können. In der Regel hatte nichts davon auch nur im Geringsten etwas damit zu tun, womit sich die ursprünglichen Parteimitglieder befassen oder gar identifizieren wollten. Und die Wahrnehmung, dass die dann folgenden Ausartungen nichts mit normaler gelebter innerparteilicher Demokratie zu tun hatten, sondern eher das genaue Gegenteil waren, weil es nicht darum ging, Meinungen pluralistisch auszuhandeln, sondern von einem selbst abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen, diesen Eindruck hatten da viele im Nachgang vermittelt.

Einer der bei der Partei eigentlich mal ganz gut vorne mit dabei war (komm jetzt nicht mehr auf den Namen), sitzt nun bei der SPD und ist dort direkt dadurch aufgefallen, ein Parteimitglied öffentlich und über dritte (medial) ziemlich weit unter der Gürtellinie beleidigt zu haben und kurze Zeit später sah er es als seine Bürgerpflicht, einen sich negativ über die SPD und wohlwollend über die AfD äußernden Menschen direkt bei dessen Arbeitgeber zu denunzieren mit dem deutlichen "Wink mit dem Zaunpfahl", ob man denn solche Leute wirklich gerne bei sich beschäftigen möchte. Das sind so die Leute, die sich wie Metastasen über die anderen Parteien verstreuten, kaum dass die Piraten absehbar erledigt waren. So richtig eklige Parteienhopper, denen es erkennbar nur um Aufmerksamkeit geht.

Wenn sich dann Mitgliederinnen (ebenfalls ehemalige Mitgliederinnen; sitzen jetzt glaub ich bei den Linken und kamen zuvor von den Grünen) mit vermummtem Gesicht und nackten Titten mit der Aufschrift "Thanks Bomber Harris" darauf zum Jahrtag der Bombardierung Dresdens mitten in der Stadt exponieren, trägt das auch nicht gerade für einen guten Ruf einer Partei in der Öffentlichkeit bei.

Meine Wahrnehmung war da auch, dass sich die Piraten in erster Linie selbst zerschossen haben, zum Teil gewiss weil da von Anfang an Leute zusammen saßen, die politisch abseits von "freies Internet" als Thema keine wirklichen Gemeinsamkeiten hatten. Und das war dann keine gute Basis, dann auch noch mit einer Flut an durchgeknallten Spinnern umzugehen, die in der neuen, hippen Partei eine Chance sahen, dort an Pöstchen und Einfluss zu kommen.

Aber genau da sehe ich den großen Unterschied zur AfD. Die Piraten wurden in den Medien vorwiegend sehr wohlwollend behandelt. Gab gerade in den ersten ein bis zwei Jahren zahlreiche Berichte über diese Partei, in der sie eigentlich immer sehr sympathisch präsentiert wurden. An der AfD hat sich die Medienlandschaft von Anfang an in teils grotesker Weise abgearbeitet. Es wird immer gerne vergessen, wo die AfD herkommt. Die AfD war unter Bernd Lucke eine gesellschaftlich konservative und marktpolitisch liberalistische Partei. Da ging es nie um Asylanten und Grenzen zu; das Kernthema war, dass man den Euro ablehnte, was im Übrigen im weitesten Sinne auch die Ansicht durchaus als links zu bezeichnender Politiker war. Dennoch hatte man von Anfang an versucht, diese Partei in ein derartiges Schmuddeleck zu stellen. Gab da, so als Beispiel, ne Talkrunde, in der sich eineinhalb Stunden lang die anderen geladenen Gäste (Vertreter der SPD, Linken und CDU) ausschließlich nur daran abarbeiteten, dass der Lucke doch echt Zustände in der deutschen und europäischen Politik als "entartet" bezeichnet hatte, was ja ein böses Hitlerwort ist. Da ging es nicht eine Sekunde um Inhalte. Versuchte Lucke auf diese zu kommen, wurde immer und immer wieder derailt, ganz im Stile von "Er hat Jehova gesagt!!!". Dieser Umgang zog sich permanent durch die Medien und die Parteienlandschaft.

Man könnte sagen, es war wohl nicht zuletzt dieser Umgang mit der AfD, die diese für wirklich Rechte, denen aber die NPD irgendwie doch noch zu verrucht erschien, überhaupt erst hatte interessant werden lassen. Speziell jenen, die von der PEGIDA kamen, mussten die Parallelen des medialen Umgangs mit der AfD sowie ihnen selbst geradezu als zwingender Grundkonsens erscheinen. Man fühlte sich schlicht vereint im Opfernarrativ.

Die Folge waren ein schleichendes nach Rechts Driften der AfD, die Entmachtung und letztlich der Ausstieg von Bernd Lucke und inzwischen dürfte auch Frauke Petry in der Partei weitgehend auf verlorenem Posten stehen, spätestens seit ihr Vorstoß mit einem versuchten Kursschwenk weg vom rechten Rand auf einem Parteitag chancenlos abgelehnt worden war.

Trotz alledem sehe ich die Medien nicht als verantwortliche für den zumindest vermeintlichen Einflussverlust der AfD in der Öffentlichkeit. Meines Erachtens war die AfD sowohl in ihrer Entwicklung als auch ihrer Popularität viel mehr gar ein Produkt der Medienberichterstattung, wenngleich die Medienschaffenden eigentlich das Gegenteil bezweckt haben dürften.

Den Grund sehe ich da eher in der immer noch recht starken Monothematik der Partei und dem Umstand, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich nicht mehr so stark auf eben dieses eine Thema fokussiert.

Mit den Piraten sind sie aber, um dies nochmals abschließend zu erwähnen, nicht wirklich vergleichbar. Die Machtkämpfe in der AfD gab es schon viel früher und sie haben ihr nicht geschadet, wohl im Gegensatz zu eben den Piraten.
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mr archer
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Re: gamescom 2017: "Wahlkampf-Arena" mit Teilnehmern von CDU, SPD, Linke, Grüne und FDP angekündigt

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Na klar, die bösen Medien tragen Schuld daran, dass Lucke und Henkel ihre eigene Partei entglitten ist. Die ARD hat in geheimen Trainingscamps des WDR lauter Rechte dafür geschult, die AFD zu zerstören! Höcke ist in Wirklichkeit der Freund von Anja Reschke!