greenelve hat geschrieben: ↑22.06.2017 18:45
SethSteiner hat geschrieben: ↑22.06.2017 01:24
Genau da hat Rogue One IMO gezeigt wie es besser geht. Der Film hat seine Probleme aber unbekannter Cast an Charakteren mit ein paar eingestreuten Big Names, zugegeben etwas altmodische Story aber kein allseits bekannte feuchter Fantraum und ein Ende dass man sich so eigentlich bei der Marke nicht trauen würde. SO muss das laufen. Was neues, was das Universum erweitert und nicht einfach "Yoda: Origins - Year One - The Movie - The Green Awakens".
Rogue One ist gefüllt mit Fanservice. Die zwei Typen aus Mos Eisley, die Streit mit Luke suchten? Die sind da rumgelaufen, weil....Gründe. Da war schon gut Fanservice dabei, den du kritisiert.
https://youtu.be/t9-pTStLGGo?t=193 Einiges zusammengefasst.
Die Story ist jetzt auch nicht neuer als die Vorgeschichte von Yoda, der Film ist eine aufgeblähte Erzählung einiger Sätze des Lauftextes vom ersten Star Wars Filmes. Da würde man bei Yodas Kindheit mehr erfahren.
Der Tod sämtlicher Charakter ist logisch, da sie in Episode 4 nicht auftauchen - oder gar erwähnt werden. Sie müssen also wortwörtlich weggebombt werden. Kritisiert am Film werden die blassen Charaktere, inklusive der Begründung, man dürfe nicht zu viel über sie erfahren, sie dürfen einem nicht zu sehr ans Herz wachsen. denn sie können den Film nicht überleben. Der Ablauf mit Jyn Erzo erinnert auch frappierend an Episode 7. Junge Frau schlägt sich allein auf wüstenartigen Planet durch? Trifft auf Mann und sie ist wichtig für die weitere Story? Beide müssen auf ihrer Reise vor dem Imperium verstecken?
Rogue One ist recht naheliegend, lässt es sich vermarkten mit "Ihr wolltet schon immer wissen, wie die Rebellen an die Pläne des Todessterns gekommen sind" und "So können wir easy alte Charaktere einbauen". Risiko sieht anders aus. Etwas völlig Neues aufzubauen, was vorher niemand gefragt hat, das wäre Mutig. Mutig war in der Hinsicht der Ton, alles mehr in Richtung Kriegsfilm zu führen.
Force Awaken war, auch durch die vielen Referenzen zu Episode 4, ein Beweis dafür, zu den Ursprüngen zurück zu kehren und die Prequel-Trilogie vergessen zu machen. Symbolisch dafür, wenn ich es noch richtig im Kopf hab, fingen die alten Filme mit Laserschüssen an, während Episode 1 im speziellen mit Diplomatie begann. Durch die Wiederholung der Szene aus Ep4 in Ep7 zu Beginn, sollte den Fans klargemacht werden, es geht wieder in die richtige Richtung, in die der alten Filme: Star Wars so, wie man es liebt.
Und ja, das ist eine Entschuldigung für die vielen Anleihen in Ep4. Das hätte weniger sein können. Das Signal aber war das Richtige: Es geht überlegt weiter, die Fans sollen wieder abgeholt werden. Und Ep8 wird dann erst so richtig zeigen, ob komplett eigene Story geht.
Es ist interessant wie du Dinge schlecht siehst, die andere loben und im Umkehrschluss positives siehst, was andere kritisieren. Und du sagst es zum Schluss ja auch, früher war nicht alles Gold und jetzt ist auch einiges dabei, was dir gefällt. ^^x
@greenelve
Weißt du wie lang mein Kommentar geworden wäre, hätte ich auch noch eine komplette Rogue One Abhandlung geschrieben?^^ Genau die Szene mit Ponda Baba und Dr. Evazan ist auch ein Kritikpunkt von mir, betrifft ebenso R2D2. Es ist recht ulkig aber Rogue One hat exakt beide Arten von Fanservice vertreten, nämlich den der gelungen, weil subtil ist und gut eingebunden und den der laut und plumb ist. Das gerade genannte ist letzteres, die Erwähnung von General Syndulla über Lautsprecher oder die Ghost aus Rebels, die man in ein paar Szenen erkennen kann, wenn man genau hinsieht, dagegen sind absolut gelungen. Gleiches trifft auch auf den Auftritt von Leias Ziehvater, Bail Organa, zu. Darth Vaders Auftritt würde ich dazwischen verordnen, er wird nicht nur um seiner selbst Willen auf die Leinwand geworfen, die ganze Szene ist nicht nur einfach cool weil "muh, Vader dreht durch", sondern weil sie großartig choreographiert ist und meiner Meinung nach viel besser als die einzelnen vorangegangenen Tode diesen verzweifelten Kampf der Schwachen gegen die Starken, des Guten gegen das Böse visualisiert. Natürlich ist da eine ordentliche Portion Fanservice bei, dem ich als jemand der eben kein Vader Fan ist, nicht viel abgewinnen kann. Aber es ist noch mal etwas anderes als wenn die Kamera auf zwei Charaktere aus einem alten Film gehalten wird, in einer Szene die keinen anderen Zweck erfüllt als zusagen: Schaut her, die beiden kennt ihr doch! Erkennt ihr sie? Genau, das sind die zwei Typen aus der Bar auf Tatooine! Und wir haben sie hier in diesem Film, für euch, man ist das geil oder? Voll der throwback!
Was jetzt den Tod der Charaktere angeht:
Es ist nicht logisch. Es ist in Ordnung aber es gibt keine Bedingung für ihren Tod. Dass sie in Episode IV nicht auftauchen ist kein Grund, auch nicht dass sie generell in der OT nicht auftauchen. Die gesamte OT zeigt maßgeblich die Perspektive von Luke und seinen Freunden. Alles was wir von der Rebellenallianz sehen ist die Tantive, die kurzen Szenen auf Yavin IV im Hangar, Kontrollzentrum und der Siegesfeier, ein paar Gänge/Gräben, ein Sanitätsraum und der Hangar auf Hoth, die Armada am Ende von TESB und ein bisschen was vom Sanitätsschiff, den Konferenzraum in ROTJ sowie die Brücke von Home One. Das war es eigentlich. Vom eigentlichen Galaktischen Bürgerkrieg kriegen wir eigentlich nichts mit, außer wenn Luke und seine Freunde involviert sind. Wir sehen keine urbaneren Gegenden, den Untergrundkampf, die Spezialeinheiten (abgesehen vielleicht von ROTJ und selbst da liegt der Fokus auf unsere Gang), Agenten und so weiter.
Dass man also Jyn oder Cassian nicht sieht, hätte denselben Grund, warum man auch keine Deah Trooper oder Shoretrooper oder Tie-Striker sieht. Sie sind nicht am selben Ort, entweder nicht gerade an Stelle der Kamera oder einem ganz anderen Teil der Galaxis, sie haben unter Umständen ach ganz andere Aufgaben. Cassian bspw. war ein Agent, kein regulärer Soldat. Jyn war auf der Mission auch nur wegen ihrem Vater, Chirrut und Baze waren Tempelwächter, Bodhi ein imperialer Frachterpilot ecetera. Es ist eine riesige Galaxis, übrigen ist General Draven aus Rogue One auch ohne zu sterben nicht in ANH aufgetaucht und ich habe noch keinen gehört der sich darüber beschwert hätte.^^ Man muss nichts töten, was nicht in den Filmen zusehen ist, auch wenn man es tun kann. Die einzige Bedingung die wir tatsächlich haben ist eigentlich, dass es um Yoda Tod herum keine Jedi mehr geben sollte.
Zu TFA:
Hat mich nicht abgeholt, sondern abgeschreckt. Man hatte ja schon die alte Garde, den alten Stil, wozu noch die ganzen Selbstreferenzen und Wiederholungen? Ich werde TLJ voraussichtlich nicht mehr im Kino sehen, das was bisher zusehen war von TLJ sah auch nicht danach aus als ob sich da irgendwas an der schreiberischen Qualität ändern würde oder gar Fehler anerkannt hätte bspw. bei Captain Phasma, die man vermutlich einfach weiter versucht super cool und awesome zu verkaufen. Ich habe mich zu erst auf einen neuen, eigenständigen Film und eine Fortsetzung der alten Trilogie gefreut, dann bin ich ins Kino gegangen einfach in der Hoffnung, dass wenn schon kopiert, dann wenigstens die schreiberische Qualität stimmt und am Ende rausgegangen im Bewusstsein, dass auch das nicht funktioniert hat. Das reicht nicht mich in eine Trilogie mitzunehmen, da reicht kein "im nächsten Film wirds ja vielleicht besser". Zumindest bei mir. Wie es mit dem Rest ist, werden wir dann im Dezember sehen.
Das Ganze ich finde schlecht, was andere Loben und umgedreht und früher war nicht alles Gold und jetzt gibt es Dinge die ich mag: Das liegt daran, dass ich das alles differenziert sehe. Wir haben ja nicht nur ein, sondern mehrere Medien, unterschiedliche Autoren oder Köpfe, unterschiedliche Zeiten mit unterschiedlichen Bedingungen. Wir haben also viele Faktoren, ja selbst in einem Film wie Rogue One. Entsprechend kann ich auch nur grob von Tendenzen, wiederum vor allem in bestimmten Bereichen sprechen. Ich teile das ganze mal grob in 4 Ären auf.
Die Lucas-Ära der 80er und 90er hat irrelevante TV-Serien und Filme rausgebracht (also nach 1983), einige herausragende und andererseits vergessenswerte Comics und Bücher und eine Reihe ganz großartiger Videospiele. Eine tolle Zeit, die aber auch ein wenig verschwendetes oder ungenutztes Potential hatte.
Dann kam die Lucas-Special Edition/PT Ära, die Star Wars nachhaltig verändert hat und auf der positiven Seite das Universum endlich erweiterte und neu visualisierte, noch bessere Videospiele, nun mittlerweile eine sehr zweischneidige Literatur (Stichwort Yuuzan Vong in der New Jedi Order), auf der Negativen aber das Fandom in zwei Lager teilte.
Dann die Lucas-TCW Ära, in der Star Wars eigentlich nur noch die TCW-Serie im Fernsehen war, das den Kanon ebenfalls noch ein Mal sehr stark selbstbestimmt hat, in der die Videospiele sich reduzierten und auch qualitativ nicht mehr mithalten konnten. Mit der Legacy Reihe hat man im Comic-Sektor noch mal einen Meilenstein geschaffen. Merchandise technisch also was Figuren betraf war man in dieser Ära grundsätzlich ganz stark.
Und schließlich in der Disney-Ära haben wir streckenweise eine Fortsetzung der TCW-Ära, wie mit Rebels, eine Rückbesinnung die oftmals aber zu Selbstzitaten verkommt und einen "Schwebezustand" würde ich es mal nennen, wo man eine Menge Potential hat, bei dem man nicht sicher sein kann, ob das genutzt wird und vor allem wann. Qualitativ ist das meiste, auch die neuen Filme, zwischen grausig, solala bis nett anzusiedeln. Wobei halt ausgerechnet die TV Serie und TFA eher zwischen grausig und solala schwanken. Was Merchandise angeht, ist man abseits von Hasbro vielfach vermutlich größer als je zuvor. Allein die ganzen Produkte von FFG wie X-Wing, Rebellion, Armada oder Imperial Assault sind einsame Klasse. Was Videospiele angeht, herrscht im Grunde immer noch ziemliche Flaute.
Die momentane Situation ist ziemlich ambivalent, ich habe keine großen Hoffnungen derzeit für FIlm und Fernsehen, was eigentlich Star Wars Kern ist (allen voran Kino), denke auch nicht dass die Monopole sonderlich gut sind, sehe aber eben zumindest hin und wieder Versuche durchscheinen, Star Wars weiter zu bringen und neue oder vernachlässigte Aspekte zu nutzen und damit eine Nachfrage zu befriedigen, der man sich sehr lange entzogen hat, wie im Fall von Battlefront II die imperiale Perspektive. Einiges ist aber immer noch ziemlich gleich geblieben, obwohl George Lucas weg ist, weil immer noch Lucas sehr nahe Leute das sagen haben, wie Kennedy oder Filoni, die vieles immer noch sehr ähnlich machen in politischer und/oder inhaltlicher Hinsicht.