Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
NewRaven
Beiträge: 2558
Registriert: 08.12.2006 04:15
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von NewRaven »

Wulgaru hat geschrieben: 21.06.2017 15:41 Einer der Aspekte die ihn eben zum heutigen Mainstream gemacht hat, waren diese Sales.
Sicherlich. Aber eben nur einer von vielen. Ich denke, wenn es die Orange Box oder Halflife 2 nicht geschafft hat, dann dürfte spätestens das Release von Skyrim 2011 dafür gesorgt haben, dass Steam auch über den Hardcore-Gamer-Markt hinaus kommt.
Wulgaru hat geschrieben: 21.06.2017 15:41 Ich weiß allerdings auch nicht ob Paradox das beste Beispiel für eine solche Diskussion ist, da vieles was zu deren Geschäftsmodell gehört nur durch Steam wirklich im großen Stil möglich wird. Die Modder-Community ist in dieser Größe bei Paradox fast nur durch Steam wirklich möglich. Klar gab es sowas schon vorher, aber eben nicht in diesem Maße das ein Hein Blöd wie ich sich eine GoT-Mod raufziehen kann ohne Tage dafür zu brauchen es zum laufen zu kriegen.
Naja, nein, nicht wirklich. Kuck dir dir Sims-Modding-Community an. Die ist wesentlich größer als die Mods für Paradox-Spiele und die haben noch nie eine einheitliche Plattform besessen, obwohl die Zielgruppe technisch wohl merklich unversierter sein dürfte. Oder Second Life zu seinen Hochzeiten. Oder Minecraft. Anderer Beispiele sind der Nexus oder ModDB, beide lange vor dem Steam Workshop existent und beiden geht es nach wie vor blendend.
Wulgaru hat geschrieben: 21.06.2017 15:41 Auch die DLCs...klar gab es schon vorher Add-Ons und Patches, aber so all diese kleinen Dinge wie Kostüme für 4 Euro und dergleichen...das hätte ein Paradox ohne Steam auch nicht gemacht.
Auch hier empfiehlt sich wieder ein Blick zu EA: die haben es durchaus gebracht, für ihre Sims-Games, neben "vollwertigen AddOns" auch "Item-Packs" mit einer Hand voll Gegenständen in den Handel zu bringen. Bethesda hat das übrigens, in einer leicht abgeschwächten Form, ebenfalls mit der Knight Of The Nine DLC-Sammlung für Oblivion getan, allerdings netterweise wenigstens noch ein etwas größeres DLC mit ins die Sammlung gepackt. Paradox hätte dann eben ein paar mehr "Kleinkram"-Dinge zusammen gepackt und es für 20 EUR im Laden verkaufen können. Das hätte vermutlich nicht ganz so viel Gewinn gebracht wie die DLCs einfach per Steam zu verkaufen, aber sicher noch genug, so das es sich lohnen würde.
Wulgaru hat geschrieben: 21.06.2017 15:41 Diese Billigmentalität gefährdet wenn überhaupt die mittelgroßen Publisher, die auf eine bestimmte Preisspanne angewiesen sind, gleichzeitig diesen Preis aber kaum lange aufrecht erhalten können, weil der Sales-Druck auf Steam so groß ist. Was 20 Euro wollt ihr dafür haben? Ich warte bis es 10 kostet oder noch weniger. Sowas ist Paradox dann doch eher egal.
Keiner Firma ist es egal, wenn sie weniger verdient, als sie glaubt, es theoretisch zu können. Da spielt die Größe nicht wirklich eine Rolle. Der Unterschied ist: bei nem kleinen Studio kann eine solche Fehlkalkulation auch mal schnell das Aus bedeuten, bei ner großen Firma sucht man irgendwelche schuldigen, um Anleger zu beruhigen und verfällt dann in Aktionismus, der oft alles nur noch schlimmer macht. Bei beiden ist aber am Ende auf irgendeine Art der Spieler der Arsch.
Benutzeravatar
Weeg
Beiträge: 436
Registriert: 08.02.2016 20:41
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von Weeg »

Was ich noch anfügen möchte wegen Paradox:
In sogut wie allen Strategiespielen, nicht nur denen von Paradox, hast du am Rand einen Ledger, also die Übersicht über einzelne Einheiten, Provinzen usw. nur gerade in HoI4 war der einfach weg (bezogen auf das Release, Vanilla, also ich weiss nicht ob es den jetzt mittlerweile wieder gibt)...

Die Aussage von der verantwortlichen Leiterin, Podcat, war im Forum folgende:
"Ich brauche den Ledger nicht, also werden wir den auch nicht mehr hinein machen"

Das ist an Arroganz nicht zu überbieten. Das ist einfach nur krass, so mit den Kunden umzugehen.
Vor allem auch private Einstellungen so definitiv rein- und rüberzubringen, ist heftig.

Das Problem war bei HoI3, das man als Spieler erstmal extrem, wirklich extrem viele Details mitbekam und das viele überforderte (weil sie u.a. auch nicht einstellen, was sie überhaupt sehen wollen und was nicht. Wenn man in HoI3 den Russlandfeldzug startet 1941, gehen aber auch so geschätzte tausend Fenster von Meldungen über Schlachten usw. los)

Nur hat man da keinen Kompromiss gemacht bei der Vereinfachung, man ist einfach zu krass darüber gefahren.
Anstatt das etwa zu verringern, die Anzahl Informationen, hat man sie komplett rausgeschmissen.

Am Anfang wurde einem noch nicht einmal mitgeteilt, das der Feind gerade die eigene Küste angreift (die Briten etwa)
Die Luftkämpfe wurden nicht etwa übersichtlicher, nein, im Gegenteil, null Infos, festgelegte Regionen und viel mehr Geklicke um Luftflotten zu verlegen als vorher.

Auch die OOB - Heeresstruktur hat viele in HoI3 überfordert. Aber auch dort, anstatt von 5 Ebenen auf 2-3 zu wechseln, hat man lediglich noch eine einzige Ebene. Das wiederum schafft keine Übersicht, sondern Verwirrung, weil man nicht mehr sieht, welche Einheit zu welcher Armeegruppe, Armee, Heeresgruppe und Kriegsschauplatz gehört.

Insofern, man wollte einen komplexen Hardcore-Titel für Strategiefans so vereinfachen, das er ein breiteres Massenpublikum anspricht. Hat aber letztendlich kaum funktioniert, eher trat zeit- und stellenweise das Gegenteil ein, da man dem Spieler zuviele Infos vorenthalten hat.

Man hätte auch EU4 und CK2 so beschneiden können und dann noch die Übersicht entfernen können, zum Glück hat man dort nicht einen so harten Vereinfachungs-Prozess gemacht und ist mehr Kompromisse eingegangen zwischen Anfänger und Profi.
flo-rida86
Beiträge: 5292
Registriert: 14.09.2011 16:09
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von flo-rida86 »

Dark Mind hat geschrieben: 21.06.2017 14:42 Ist das nicht generell die Strategie von Steam, alles "teuer" zu lassen damit die Leute dann ihr Hirn beim Steam Sale ausschalten?
das stimmt auch wiederum.
ich hab vor 2tage ac syndicate auf mmoga gekauft und war erstaunt über den preis,da kostet die gold edition imo 26€ wo hingegen auf steam alleine der season pass immer noch 30€ kostet.(hauptspiel 40€).
aber man merkt dennoch den negativen Entwicklungsgang von paradox.
ich hoffe aber so sehr das stellaris nicht auch noch weiter darunter leidet und paradox die Kritik ernst nimmt.
nicht das es andere spiele betrifft abseits von hauseigenen spielen gerade wie POE.
Benutzeravatar
DoktorDoh
Beiträge: 85
Registriert: 01.12.2014 13:08
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von DoktorDoh »

Ich bin mir beim durchlesen jetzt nicht wirklich sicher geworden über was sich alles aufgeregt wird^^

- Das DLC's generell zu teuer sind egal wie viel Spielspaß sie bieten (unabhängig P/L)?
- Das DLC's zu wenig für das Geld bieten (P/L einbezogen)
- Das es generell zu viele DLC's gibt, egal ob Gute oder Schlechte?
- Das lieber DLC's entwickelt werden und nicht das Hauptspiel gefixt wird?
- Das die Preise plötzlich in bestimmten Ländern erhöht wurden.
- Das Leute dumm sind, die nicht im Sale kaufen?


Ich selber habe in letzter Zeit nur Stellaris von den ganzen genannten Spielen gespielt, samt allen Erweiterungen. Und bis jetzt finde ich, sind die DLC's ihren Preis wert, vor allem weil in meine Zockerrunde jeder sich nur das Grundspiel kaufen muss, da ja alle DLC's vom Host übernommen werden. Das finde ich echt nice, ist einfacher ein paar Leute zu überreden nen 20er auszugeben anstatt so ne GoTY-Gold edition zu kaufen ;)
Benutzeravatar
NewRaven
Beiträge: 2558
Registriert: 08.12.2006 04:15
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von NewRaven »

flo-rida86 hat geschrieben: 22.06.2017 07:15 das stimmt auch wiederum.
ich hab vor 2tage ac syndicate auf mmoga gekauft und war erstaunt über den preis,da kostet die gold edition imo 26€ wo hingegen auf steam alleine der season pass immer noch 30€ kostet.(hauptspiel 40€).
Ich war auch verwundert, da kostet die Goldkette im Schmuckladen doch glatt 110 EUR, während dieser nette Mann, der mich beim Verlassen des Ladens in der Stadt plötzlich ansprach, mich zu seinem Auto auf dem nahegelegenem Parkplatz führte und dort auch zufällig ein paar der gleichen Ketten im Kofferraum hatte, doch nur 60 EUR dafür wollte ;)
johndoe452118
Beiträge: 1548
Registriert: 26.03.2005 08:32
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von johndoe452118 »

Dark Mind hat geschrieben: 21.06.2017 14:42 Ist das nicht generell die Strategie von Steam, alles "teuer" zu lassen damit die Leute dann ihr Hirn beim Steam Sale ausschalten?
Ja durchaus! Preisdifferenzierung nennt sich das: Unterschiedliche Preise für gleiche Leistung. Und die Differenzierung erfolgt dann geografisch oder zeitlich (u.a.). Die, die es haben müssen werden als erstes zur Kasse gebeten und die Leute, die im Sale später zuschlagen, als zweites.
Genau genommen, um auf die Formulierung von Wulgaru zurück zu greifen (ohne mich beleidigit zu fühlen oder einen "Streit" anfachen zu wollen), sind beide "unklug": Der eine zahlt für etwas, das er sofort haben will zu viel und der andere zahlt wenig für etwas, das er gar nicht wirklich braucht :D
Benutzeravatar
Weeg
Beiträge: 436
Registriert: 08.02.2016 20:41
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von Weeg »

Die Preiserhöhungen waren am Ende nur der berühmte eine, kleine Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.

Steam ist mit den Shop Regionen schon eine Schweinerei an und für sich.
Ich geb euch mal ein Beispiel: Als Schweizer darf ich für alles, ja, alles wirklich mehr bezahlen auf Steam.
Früher wurde es in Euro gerechnet und ich hab deutsche Preise bezahlt, jetzt zahle ich in Franken und alles ist teurer.

Aber, hey, hier kann man sowas verkraften mit einem Einkommen, Preise für sowas wie ein Computerspiel sind nicht die Welt.
Aber: Gerade viele osteuropäische Fans, insbesondere aus Russland, die haben andere Einkommen. Und für die waren die Anstiege bei den Preise wegen "Prosperity of Region" sehr hoch. Die haben sich massiv beschwert darüber.

P.S.
Der einzige Vorteil mit CH-Account ist, das ich nicht vom deutschen Jugendschutz betroffen bin.
Auch bei Paradox Spielen etwa, die grad in deutschen Versionen halt "zensiert" werden müssen wegen verfassungsfeindlichen Symbolen, man kennt ja dieses Problem.

Das schräge ist eher, wenn ich mit meinem Account einen Kauf bei sowas tätige, kriege ich oftmals beide Versionen. z.B. bei Wolfenstein: The New Order krieg ich damit sowohl die deutsche Version in meine Bibliothek, wie auch die US-Fassung mit den bösen Symbolen. Warum ich beide kriege? Ich habe überhaupt keine Ahnung.
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von SethSteiner »

Reaktion des CEO von Paradox, Fredrik Wester:
https://forum.paradoxplaza.com/forum/in ... 1031635%2F
Benutzeravatar
Weeg
Beiträge: 436
Registriert: 08.02.2016 20:41
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von Weeg »

@Seth
Danke für den Link. Interessant.
Offenbar wurde der Shitstorm und der Druck zu gross, denn sonst krebst man nicht so zurück.
Vor allem meist entschuldigt man sich nur, ändert aber nicht wirklich etwas, geschweige denn die Preiserhöhung rückgängig zu machen.

Ach, Paradox... wie auch dort im Posting steht, die sind angewachsen von 7 auf 225 Mann...
Nur, Grösse ist da nicht immer besser. Zumindest sollte Paradox im Rahmen bleiben und nicht meinen, zu einer Art EA in der Strategiespiel Nische zu werden.

Mir haben übrigens auch Titel wie PoE oder Cities Skylines gefallen, die von PDX published werden, man hat da so einige Male gute Arbeit abgeliefert. Ist auch der Grund warum ich nicht generell Käufe von PDX ablehne sondern das weiter im Auge behalte.
Benutzeravatar
Wulgaru
Beiträge: 29391
Registriert: 18.03.2009 12:51
Persönliche Nachricht:

Re: Paradox Interactive: Viele Spieler kritisieren Preiserhöhungen, DLC-Politik, Erweiterungen und Patches

Beitrag von Wulgaru »

Cloonix hat geschrieben: 22.06.2017 15:26
Dark Mind hat geschrieben: 21.06.2017 14:42 Ist das nicht generell die Strategie von Steam, alles "teuer" zu lassen damit die Leute dann ihr Hirn beim Steam Sale ausschalten?
Ja durchaus! Preisdifferenzierung nennt sich das: Unterschiedliche Preise für gleiche Leistung. Und die Differenzierung erfolgt dann geografisch oder zeitlich (u.a.). Die, die es haben müssen werden als erstes zur Kasse gebeten und die Leute, die im Sale später zuschlagen, als zweites.
Genau genommen, um auf die Formulierung von Wulgaru zurück zu greifen (ohne mich beleidigit zu fühlen oder einen "Streit" anfachen zu wollen), sind beide "unklug": Der eine zahlt für etwas, das er sofort haben will zu viel und der andere zahlt wenig für etwas, das er gar nicht wirklich braucht :D
Sicher, das ist wie Napster damals, als plötzlich jeder 5GB Musik hatte (zu einem Zeitraum als die meisten noch nicht wirklich wussten was für eine Größe nach MB kommt). Wir haben sicherlich alle eine Handvoll oder mehr Spiele von Steam (sofern wir das nutzen), die wir nicht brauchen.

Allerdings...dieser Summer Sale, der im Nachbarthread bereits ausführlich besprochen wird, zeigt eben einfach wann genau diese langen Spielelisten entstehen und zwar jetzt im Summer Sale und bei den 3-4 anderen großen Sales die Steam hat. Prozentual wird kaum der Vollpreis in jeder Spieleliste die Führung haben. Das kann man jetzt als gut dressierten Konsumenten bezeichnen, aber warum sollte man eben auch Vollpreise bezahlen. Das Geld kann man eben einfach wirklich anderswo sinnvoller ausgeben...und das halte ich dann doch für generell klüger. :wink: