Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

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4P|BOT2
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Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von 4P|BOT2 »

Cliff Bleszinsky hat sich auf der Reboot Develop Conference im kroatischen Dubrovnik kritisch zum Geschäftsmodell aufwändiger Triple-A-Spiele geäußert. Wie Dualshockers.com berichtet, verglich er die Entwickler heutiger Großprojekte mit bekannten US-amerikanischen Restaurantketten wie Applebee's dem Outback Steakhouse oder der Cheesecake Factory. Sie seien weder besonders gut noch schlecht, sonder...

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Kajetan
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Kajetan »

Nur gut, dass Horizon Zero Dawn kein AAA-Spiel ist, weil sonst wäre es ja nie erfolgreich geworden. Genauso wenig wie NIER Automata, The Division oder The Witcher keine AAA-Produktionen waren und sind. Cyberpunk 2077 wird mit Sicherheit ein Flopp, weil es wie ein teures AAA-Spiel produziert wird. Hat Cliffy B. schon in Warschau angerufen?

Ach, Cliffy ... ganz unrecht hast Du nicht, aber kennst Du nicht den Spruch: Keine Regel ohne Ausnahme? :)
eigentlichegal
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von eigentlichegal »

Unabhängig von den Beispielen, die er bringt, halte ich die generelle Ausrichtung, dass es nur noch wenige AAA-Spiele und dafür mehr AA-Spiele (was immer man genau darunter verstehen mag) für durchaus plausibel. Der Martk scheint nicht wirklich bereit zu sein mehr als 70€ für ein Videospiel auszugeben. Das bedeutet, wenn die Kosten immer weiter steigen, und das tun sie, wie man sich leicht ergooglen kann, dass immer mehr Spiele abgesetzt werden müssen, um die Kosten reinzuholen, bzw. einen Gewinn zu erwirtschaften, den die Anteilseigner als akzeptabel erachten. Und das ist einfach für die allermeisten Studios nicht in dieser Größenordnung zu stemmen. Man schaue sich da nur das Extrembeispiel Platinum Games an. Wenn man mal von wenigen Ausreißern absieht produzieren sie wirklich hochwertige Spiele, die aber zu sehr von der Norm abweichen, als dass sie es sich erlauben könnten ein Okami 2 auf ME:A Größe aufzublasen.

Edit: Kann es sein, dass du ihn falsch verstanden hast? Er stellt doch gar nicht in Abrede, dass AAA-Titel erfolgreich (finanziell) sein können, nur dass man sich halt anschauen sollte, wer mit solcherart von Spielen noch in der Lage ist Gewinn zu generieren. Und Sony zählt er sogar explizit auf. Ich glaube auch nicht, dass er mit seiner Aussage gerade den Branchenriesen Ubisoft im Blick hatte. Und das Nier Automata ein AAA-Projekt wie The Witcher 3, GTA, AC, CoD etc. ist, halte ich ebenfalls für unplausibel. Also eigentlich bleibt nur als (meiner Meinung nach) valides Beispiel The Witcher 3. Und das scheint einfach nach allen Regeln ein Ausnahmeprojekt gewesen zu sein. ;)
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Chibiterasu
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Chibiterasu »

Naja, oder eben über DLCs, Mikrotransaktionen, Skin Packs etc.
Dein Teddybaer
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Dein Teddybaer »

Dem wäre ja schon entgegengewirkt, wenn die AAA Spiele nicht im Normalfall immer mehr an Qualität abnehmen.
Dass er ausgerechnet bekannte Marken, die immer mehr an Zugkraft verlieren, als die große Ausnahme hernimmt, finde ich merkwürdig. Ich sehe nur (wie von ihm inzwischen üblich) als schlechten Versuch seine jetzt kleinen Spiele zu pushen.
Wobei ich natürlich finde, dass viele davon inzwischen gefördert werden sollten.
eigentlichegal
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von eigentlichegal »

Chibiterasu hat geschrieben: 24.04.2017 14:08 Naja, oder eben über DLCs, Mikrotransaktionen, Skin Packs etc.
Die haben ja auch so einen hervorragenden Ruf bei den Spielern. ;) Ich kanns ehrlich gesagt verstehen, dass Firmen mittlerweile über all so einen Quatsch noch Geld einzunehmen. Seit der Euroumstellung im Jahr 2002 kosten Spiele immer noch dasselbe wie früher. Gleichzeitig schreit alle Welt im Internet über Spiele, die nach subjektiven Empfinden nicht die Messlatte der Grafik berühren, was man zum Beispiel das letzte mal bei Fallout gesehen hat. Aber obwohl die Ansprüche der Spieler steigen, steigt nicht ihre Zahlungsbereitschaft.
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Pioneer82
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Pioneer82 »

Ein unsympatischer Kerl der Unsinn blubbert.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Kajetan »

eigentlichegal hat geschrieben: 24.04.2017 14:02 Unabhängig von den Beispielen, die er bringt, halte ich die generelle Ausrichtung, dass es nur noch wenige AAA-Spiele und dafür mehr AA-Spiele (was immer man genau darunter verstehen mag) für durchaus plausibel.
Nicht einfach nur "plausibel". Das ist alles andere als eine neue Erkenntnis. Das ist über zehn Jahre alter Branchenstandard. Das richtig große Geld bringen nur etablierte Marken. Was neu ist, darf kein AAA-Budget haben. Und dann bringt Ubisoft nach der Pleite mit Beyond Good & Evil ein seltsames Spiel namens Assassins Creed auf den Markt und macht für die nächsten Jahre nichts anderes. Dann bringt Ubisoft mit The Division ein neues (!) MP-Spiel auf den eh übersättigten MP-Markt ... und hat so sehr Erfolg damit, dass es natürlich einen Nachfolger, erm ... Addon, ahh, doch Nachfolger? geben wird.

Seit ein paar Jahren jedoch weicht diese etablierte Formel immer mehr auf. Galt CDP als sonderlicher Exot, dessen Ausnahme "The Witcher" die allgemeingültige Regel bestätigt, so sind heute neue, erfolgreiche AAA-Produktionen keine extreme Seltenheit mehr. Es kann sich heute wieder rechnen ein AAA-Budget für neue Titel auszugeben.

Von daher ... Cliffy erzählt nun wirklich nichts neues UND er scheint nicht auf dem Laufenden zu sein.
heretikeen
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von heretikeen »

Dein Teddybaer hat geschrieben: 24.04.2017 14:13 Ich sehe nur (wie von ihm inzwischen üblich) als schlechten Versuch seine jetzt kleinen Spiele zu pushen.
Essenz gut erkannt. AAA böse, AA besser und billiger.
eigentlichegal
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von eigentlichegal »

Kajetan hat geschrieben: 24.04.2017 14:27 so sind heute neue, erfolgreiche AAA-Produktionen keine extreme Seltenheit mehr.
Dann bin ich auch nicht auf dem neuesten Stand. Welches kleinere Studio, dass nicht gerade Ubisoft, Activision, EA, SquareEnix etc. heißt bringt denn einen Titel, den man ziemlich zweifelsfrei als AAA-Titel bezeichnen kann? Und mal davon abgesehen, wäre es ein AAA-Titel, wenn es auch kleinere Studios gebacken kriegen würden? :ugly:
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MrLetiso
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von MrLetiso »

Stimmt. So wie Horizon. Oder Nier. Oder...
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Kajetan »

eigentlichegal hat geschrieben: 24.04.2017 14:31 Dann bin ich auch nicht auf dem neuesten Stand. Welches kleinere Studio, dass nicht gerade Ubisoft, Activision, EA, SquareEnix etc. heißt bringt denn einen Titel, den man ziemlich zweifelsfrei als AAA-Titel bezeichnen kann? Und mal davon abgesehen, wäre es ein AAA-Titel, wenn es auch kleinere Studios gebacken kriegen würden? :ugly:
Was hat das denn mit kleineren Studios zu tun? Es geht um AAA-Projekte, die natürlich nur die großen Majors stemmen können. Doch da stößt man im Vergleich zu den vergangenen jahren auf immer mehr Risiko, welches sich auch noch rentiert, weil der Markt, bzw. der Mainstream-Kunde nach Jahren erdrückender Traditionsmarken-Dominanz offenbar mehr und mehr Geschmack an der Abwechslung findet.

So halte ich Horizon New Dawn für keine Ausnahme, sondern für einen Trendsetter. AAA darf heute insgesamt riskanter sein als noch vor fünf oder zehn Jahren. Wobei man unter Berücksichtigung der Produktionsvorlaufzeiten sagen muss, dass hier bereits vor drei, vier Jahren gewisse Risiken eingangen wurden. Vielleicht, weil die Umsätze der Traditionsmarken nicht mehr im gewohnten Maße gestiegen sind. Vielleicht, weil in manchen Firmen Entscheider sitzen, die früh genug, proaktiv genug anti-zyklisch denken können, anstatt nur einfallslos dem aktuellen Marktgeschehen hinterherzurennen.
eigentlichegal
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von eigentlichegal »

MrLetiso hat geschrieben: 24.04.2017 14:35 Stimmt. So wie Horizon. Oder Nier. Oder...
Ich weiß nicht, ob du dich auf mich beziehst, aber Horizon als Beispiel zu nutzen, dass ein kleines Studio ein AAA-Titel entwickeln kann ist doch einfach nur abstrus. Wenn Sony in der Spielebranche auf einmal ein kleiner Entwickler sein soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Und Nier, wie bereits von mir weiter oben erwähnt, geht wohl nun wirklich nicht als AAA-Titel durch. Zumindest kommt es, abgesehen vom spielerischen Inhalt, nichtmal ansatzweise an die AAA-Titel wie eben AC, FF, GTA, CoD, Fifa etc. ran.

Aber vielleicht eine kleine Erläuterung, was ich unter AAA verstehe: Ein Spiel, dass sich durch einen "medialen Rummel" auszeichnet, grafisch normalerweise zu der besseren Hälfte der aktuellen Spiele gehört und das bei erscheinen auch einen gewissen Absatz findet, sprich, im Extremfall kann für mich ein Spiel, dass alle anderen Kriterien erfüllt, aber sich nur 500.000 mal verkauft einfach kein vollwertiger AAA-Titel sein.

Kajetan: Sorry, ich hab dich vorhin einfach falsch verstanden.
_Semper_
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von _Semper_ »

Kajetan hat geschrieben: 24.04.2017 14:42So halte ich Horizon New Dawn für keine Ausnahme, sondern für einen Trendsetter. AAA darf heute insgesamt riskanter sein als noch vor fünf oder zehn Jahren.
horizon ist ein actionspiel mit eingestreuten rpg-elementen, einer offenen welt mit viel sammelkram, knalliger grafik und cineastischer inszenierung. was daran ist jetzt genau riskant? oder riskanter als vor wenigen jahren?
Solidus Snake
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Re: Spielkultur: Triple-A-Titel rechnen sich laut Cliff Bleszinsky nur noch mit bekannten Markennamen

Beitrag von Solidus Snake »

Ganz im ernst. Was soll sich dann noch lohnen? Hero Shooter oder Free To Play Shooter? Ich denke man muss eben immer die Weitsicht besitzen etwas zu entwickeln was der Markt braucht, es derzeit aber kein anderer macht. Ein ganz klassiches Hack and Slay zum Beipsiel wäre hier so ein Fall. Zurzeit ist dieses Genre absolut unterpräsentiert. Was gegen seine Theorie spricht sind die Spiele von David Cage bzw. Quantic Dream. Seit Heavy Rain sind das auch AAA Titel, aber die Marke ist immer eine andere. Ich denke schon das sich Qualität und Gewinn auch unabhänig von einer Bekannten Marke erreichen lassen, aber es ist eben nur viel schwieriger.