Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.com

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Kensuke Tanabe
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kensuke Tanabe »

Seppel21 hat geschrieben:Wenn Du solche Kopien verbreitest, oder eine solche Kopie herunterlädst, dann ist es illegal.
Deswegen würde ich nur von Privatkopien sprechen, wenn man diese selbst angefertigt hat. In allen anderen Fällen ist es eine Raubkopie.
Das es illegal ist bestreite ich doch gar nicht. Es gibt halt legale und illegale (Privat)kopien.
Außerdem verbreite oder lade ich keine Kopien herunter.
Ich kaufe mir nichteinmal Spiele aus dem Keyshop. =p
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greenelve
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von greenelve »

Metal King Slime hat geschrieben:
Seppel21 hat geschrieben:Wenn Du solche Kopien verbreitest, oder eine solche Kopie herunterlädst, dann ist es illegal.
Deswegen würde ich nur von Privatkopien sprechen, wenn man diese selbst angefertigt hat. In allen anderen Fällen ist es eine Raubkopie.
Das es illegal ist bestreite ich doch gar nicht. Es gibt halt legale und illegale (Privat)kopien.
Das Ding ist allerdings, es gibt genügend - du verfolgst die Themen ja - die versuchen aus dem Illegalen etwas (halbwegs) legales zu machen. Mit diversen Rechtfertigungsversuchen und Aufweichungen, zum Beispiel es sei gar keine Straftat sondern ein Vergehen - und sowas ist ja nicht so schlimm. Und um denen einen Riegel vorzuschieben, wird direkt gesagt, dass es sich um etwas illegales handelt.
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Todesglubsch
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Todesglubsch »

Wieso erinnert mich dieser Zank hier immer mehr an die alte South Park-Episode mit dem Schwarzen auf der Stadtflagge? Die einige motzen rum, weil das rassistisch wäre, die anderen erkennen das Problem nicht und werden als Rassisten gebrandtmarkt - und am Ende kommt raus, dass sie das Problem nicht erkennen, weil sie das komplette Gegenteil von Rassisten sind und die verschiedenen Hautfarben auf der Flagge garnicht wahrnehmen.

Und hier kloppt ihr euch um den Begriff Raubkopie, weil das doch nur ein böser, böser Begriff ist der angeblich von der Industrie geschaffen wurde um eine angeblich völlig harmlose Tat zu kriminalisieren ... und ich versteh darunter einfach nur den im Volksmund typischen Begriff für "unrechtmäßig angefertigte und weitergegebene Kopie". Ohne jeglichen Industrie- oder Wertungskontext - außerhalb des Copyrights.
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Kensuke Tanabe
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kensuke Tanabe »

Wer kloppt sich hier?
Seppel21
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Seppel21 »

Kajetan hat geschrieben:
Seppel21 hat geschrieben: Deswegen würde ich nur von Privatkopien sprechen, wenn man diese selbst angefertigt hat. In allen anderen Fällen ist es eine Raubkopie.
Schwarzkopie. Das sind Schwarzkopien, da hier lediglich auf dem Blatt Papier das Urheberrecht verletzt wird, ein simpler Regelverstoß vorliegt und niemand weiß, ob da überhaupt ein Schaden entsteht.

Raubkopien sollte man bitte für die Fälle reserviert lassen, wo sich jemand illegal Inhalte aneignet, um diese im gewerblichen (!) Rahmen zu Geld zu machen. Denn hier lässt sich zweifelsfrei ein Schaden feststellen und die äusserst krumme Analogie vom "Raub" am ehesten noch anwenden.
Ich bleibe bei Raubkopie. Auch digitale Güter sind eben das: Güter. Und wenn ich mir etwas aneigne UND NUTZE ohne zu zahlen, dann ist das ganz klar und eindeutig Diebstahl. Ich habe dann Spass mit einem Spiel, in das sehr viel Zeit und Geld gesteckt wurde, ohne dass ich das mit Geld kompensiere. Na wenn das kein Diebstahl ist, was denn dann?
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SethSteiner
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von SethSteiner »

Nein, das ist kein Diebstahl, denn dafür muss es physisch vorhanden sein. Und bei Raub kommt auch noch Gewalt dazu. So schwer ist die deutsche Sprache nun auch wieder nicht.
Doc Angelo
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Doc Angelo »

Kajetan hat geschrieben:Raubkopien sollte man bitte für die Fälle reserviert lassen, wo sich jemand illegal Inhalte aneignet, um diese im gewerblichen (!) Rahmen zu Geld zu machen. Denn hier lässt sich zweifelsfrei ein Schaden feststellen und die äusserst krumme Analogie vom "Raub" am ehesten noch anwenden.
(Nur ums vorweg zu nehmen: Das hier soll keine bestimmte Ansicht zementieren oder polarisieren. Ich finds einfach nur interessant. :) )

Gedankenexperiment: Ich bin im Besitz einer Kopie eines beliebten Spiels. Ich versehe es, weil ich nunmal so drauf bin :Blauesauge: , mit meinem ganz persönlichen Kopierschutz. Niemand kann ihn knacken (weil keinerlei Dokumentation hätte leaken können). Ansonsten kann man nur an das Spiel gelangen, wenn man auf offiziellem und legalen Wege 60€ bezahlt. Jetzt habe ich folgende Optionen:
  • Ich verschenke das Spiel an meine Freunde und Bekanten.
  • Ich gebe das Spiel zum Unkostenpreis an eben diese.
  • Ich gebe das Spiel zum Unkostenpreis ab und schlage noch einen (1) € drauf.
  • Ich gebe das Spiel an meine Freunde und Bekannten, wenn diese mir 5€ geben.
  • Ich gebe das Spiel an meine Freunde und Bekannten, wenn diese mir 10€ geben.
Es ist doch irgendwie eine interessante Frage, ab wann der Urheber einen "Schaden", aka ausbleibender Absatz, hat. Man könnte sagen, das keinerlei Schaden entstanden ist, da die Leute nicht mehr als 10€ bezahlen würden und niemand 60€ ausgegeben hätte. Daher kein ausbleibender Absatz. Andererseits könnte man natürlich sagen, das diese 10€ eigentlich dem Urheber "gehören". Würde man dieser Logik folgen, dann würde eine kostenlose Kopie bedeuten, das genau 0€ an die falsche Person gehen. Aber halt auch 0€ an die Person, die eigentlich 60€ haben wollte.
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Kajetan
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kajetan »

Seppel21 hat geschrieben: Na wenn das kein Diebstahl ist, was denn dann?
Zuerst musst Du nachweisen, dass nicht nur eine unrechtmäßige Nutzung von Inhalten stattgefunden hat, sondern dass auch tatsächlich ein finanzieller Schaden entstanden ist. Nicht jede Kopie wäre auch bezahlt/gekauft worden, wenn es keine Kopie gegeben hätte. Nicht jede Kopie entspricht einem finanziellen Schaden. Sprich, wie kann es ein Diebstahl sein, wenn kein nachweisbarer Schaden entsteht? Dieser kleine, aber sehr wichtige Unterschied sollte zuerst begriffen werden, weil genau HIER der Unterschied zwischem den physischen Wegnehmen einer Sache (Diebstahl) und der unrechtmäßigen Nutzung von Information (Schwarzkopie) besteht. Das eine ist ein klarer Schaden zum Nachteil des rechtmäßigen Besitzers, das andere zuerst nur ein simpler Regelverstoß, der jedoch nicht zwangsläufig sofort ein Schaden zu Lasten des Rechteinhabers ist. Da muss noch mehr zusammenkommen.

Nicht einmal die Musikindustrie argumentiert mehr mit dieser einfachen Milchmädchenrechnung.
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Kajetan
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kajetan »

SethSteiner hat geschrieben:Nein, das ist kein Diebstahl, denn dafür muss es physisch vorhanden sein. Und bei Raub kommt auch noch Gewalt dazu. So schwer ist die deutsche Sprache nun auch wieder nicht.
Sprache ist post-faktisch. Alles kann alles bedeuten, wenn es nur der eigenen gedanklichen Faulheit entgegenkommt :)
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Kajetan
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kajetan »

Doc Angelo hat geschrieben:Es ist doch irgendwie eine interessante Frage, ab wann der Urheber einen "Schaden", aka ausbleibender Absatz, hat.
Ab dem Moment, wo Dir jemand Geld für Inhalte gibt, über die Du aber gar nicht verfügen kannst. Gleichgültig ob 1 Cent oder 100 Trilliardenbillionen Dollar. Dieses Geld steht nämlich dem Rechteinhaber zu und nicht Dir. Und Schaden entsteht genau in der Höhe, in der hier Geld geflossen ist. Alles andere (der Empfänger der Kopie hätte sich vielleicht eine legale Kopie gekauft, wenn nicht ...) ist lediglich Spekulation.
Würde man dieser Logik folgen, dann würde eine kostenlose Kopie bedeuten, das genau 0€ an die falsche Person gehen. Aber halt auch 0€ an die Person, die eigentlich 60€ haben wollte.
Diese Logik ist eigentlich keine Logik, sondern lediglich eine unbewiesene Behauptung auf der Basis "Wenn es keine Kopie gegeben hätte, hätte ich 60 Euro mehr bekommen. Mindestens! Doppelschwör!".
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Temeter 
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Temeter  »

Btw, bei dem 'theoretischen Verlust' muss man auch immer bedenken, dass die Leute in etwa die gleiche Summe Geld für Luxusgüter ausgeben.

Sprich, wenn ein Schwarzkopierer, der tatsächlich Spiele nie gekauft, und immer nur kopiert hat, jetzt plötzlich nur noch seine Spiele kauft, muss er parallel für andere Luxusgüter weniger Geld ausgeben. Vielleicht sogar weniger Geld für andere Spiele.

In die Industrie in ihrer Gesamtheit wird auch bei diesem extremen Grenzfall immer die gleiche Menge an Euronen investieren.
Doc Angelo hat geschrieben:Das ist ja irgendwie das interessante daran. Die Tatsache, das das Thema so hohe Wellen schlägt, zeigt das da Gesprächsbedarf ist und noch kein Konsens gefunden wurde, mit dem sich die meisten wohlfühlen können. Und das von allen "Seiten" der Thematik. Sowohl von "DRM-Gläubigern" als auch von "Geistes-Piraten". So lange das Thema so hoch gekocht wird, nehme ich den Teilnehmern der Diskussion nicht ab, das es ihnen wirklich egal sei. :Hüpf:
Es ist seltsam: Einerseits hast du die emotionalen, sehr defensive Reaktionen, andererseits will sich kaum jemand wirklich Gedanken darüber machen und verteidigt stattdessen lieber die gewohnte Perspektive (was IMO eine ziemliche Verschwendung von Energie ist).
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Seppel21 »

SethSteiner hat geschrieben:Nein, das ist kein Diebstahl, denn dafür muss es physisch vorhanden sein.
NEIN. Muss es nicht. Das Gut ist nicht der Datenträger, sondern die zuvor investierte Leistung die in jahrelanger Arbeit erbracht wurde. Und diese Leistung gibt es nicht umsonst, sondern muss kompensiert werden.
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danke15jahre4p
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von danke15jahre4p »

Seppel21 hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Nein, das ist kein Diebstahl, denn dafür muss es physisch vorhanden sein.
NEIN. Muss es nicht. Das Gut ist nicht der Datenträger, sondern die zuvor investierte Leistung die in jahrelanger Arbeit erbracht wurde. Und diese Leistung gibt es nicht umsonst, sondern muss kompensiert werden.
unsinn. spiele unterliegen dem lizenzrecht. du klaust weder irgendwem die zeit, noch die arbeit noch einen datenträger.

du nutzt software für welche du keine lizenz besitzt. die gründe dies zu tun sind vielfältig, ebenso wie die dinge die daraus entstehen, positiv wie auch negativ.

greetingz
Doc Angelo
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Doc Angelo »

Kajetan hat geschrieben:
Doc Angelo hat geschrieben:Es ist doch irgendwie eine interessante Frage, ab wann der Urheber einen "Schaden", aka ausbleibender Absatz, hat.
Ab dem Moment, wo Dir jemand Geld für Inhalte gibt, über die Du aber gar nicht verfügen kannst. Gleichgültig ob 1 Cent oder 100 Trilliardenbillionen Dollar. Dieses Geld steht nämlich dem Rechteinhaber zu und nicht Dir. Und Schaden entsteht genau in der Höhe, in der hier Geld geflossen ist. Alles andere (der Empfänger der Kopie hätte sich vielleicht eine legale Kopie gekauft, wenn nicht ...) ist lediglich Spekulation.
Würde man dieser Logik folgen, dann würde eine kostenlose Kopie bedeuten, das genau 0€ an die falsche Person gehen. Aber halt auch 0€ an die Person, die eigentlich 60€ haben wollte.
Diese Logik ist eigentlich keine Logik, sondern lediglich eine unbewiesene Behauptung auf der Basis "Wenn es keine Kopie gegeben hätte, hätte ich 60 Euro mehr bekommen. Mindestens! Doppelschwör!".
Also könnte man das vielleicht so zusammenfassen:
  • Werden 0€ für eine illegale Kopie bezahlt, ist kein Schaden für den Urheber entstanden, da kein Schaden nachweisbar ist.
  • Werden x€ für eine illegale Kopie bezahlt, ist ein Schaden in Höhe von x€ entstanden, da der Schaden in Höhe von x€ nachweislich entstanden ist.
Warum unterscheiden sich die beiden Sachen so eindeutig? Ich verstehe die Aussage, das eine Person die nur bereit ist 0€ für ein Spiel auszugeben, es nicht gekauft hätte wenn 60€ die einzige Option wären. Klar, so kann man argumentieren, das es in diesem Falle keinen ausbleibenden Absatz gegeben hätte. Aber was, wenn jemand nur bereit ist, 10€ für ein Spiel auszugeben? Meiner Meinung nach liegen da die Dinge für den Urheber identisch. Die 60€ von diesem Kunden hätte er so oder so nicht bekommen. Daher nach dieser Logik auch kein ausbleibender Absatz. Das jemand anderes 10€ bekommen hat, ändert daran ja nichts. (Wichtig anzumerken: Es ist natürlich ein fiktives Beispiel in einem engen Korsett. Wir blenden hier ja immerhin Sales und Preisverfall aus.)

Wie sähe ein Nachweis im zweiten Falle aus? Und wie hoch ist der entstandene Schaden bei Fall 2? Sind es die x€, die der Urheber nicht bekam? Oder ist ein Schaden in Höhe von 60€ entstanden? Meiner Meinung nach liegt es irgendwo in der Mitte. Denn es gibt sicherlich auch Personen, die vielleicht nur 30€ für ein Spiel bezahlen würden, aber bei einem richtigen Hype-Hit dann auch mal ein Spiel für 60€, anstatt sich 2 Spiele für 30€ zu kaufen. Das macht natürlich nicht jeder für jedes Spiel, von daher streut sich das statistisch. Ich kenne Beispiele aus meinem Bekanntenkreis, die teilweise direkt daran gebunden waren, das es noch keinen Crack gab. Manchmal reichen da schon ein paar Tage "Leidensdruck" aus, um das Budget nochmal durchzugehen.
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Kajetan
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Re: Owlboy: Entwickler des Indie-Plattformers spricht über Software-Piraterie, Vorteile von Raubkopien, Steam und GOG.co

Beitrag von Kajetan »

Doc Angelo hat geschrieben: Also könnte man das vielleicht so zusammenfassen:
  • Werden 0€ für eine illegale Kopie bezahlt, ist kein Schaden für den Urheber entstanden, da kein Schaden nachweisbar ist.
  • Werden x€ für eine illegale Kopie bezahlt, ist ein Schaden in Höhe von x€ entstanden, da der Schaden in Höhe von x€ nachweislich entstanden ist.
Japp.
Warum unterscheiden sich die beiden Sachen so eindeutig?
Weil das eine nur Spekulation (!) ist. Das andere ist eine nachweisliche (!) Geldausgabe. Der Unterschied liegt in der Nachweisbarkeit.
Ich verstehe die Aussage, das eine Person die nur bereit ist 0€ für ein Spiel auszugeben, es nicht gekauft hätte wenn 60€ die einzige Option wären. Klar, so kann man argumentieren, das es in diesem Falle keinen ausbleibenden Absatz gegeben hätte.
Dem ist auch so. Denn das enorme Wachstum von z.B. all den Streaming-Anbietern kommt ja nicht aus dem blauen Himmel. Das sind die Leute, die das Internet-Äquivalent von Radio und TV haben wollen und nur in Ausnahmefällen für Einzelinhalte zahlen würden. Die haben früher kopiert, jetzt zahlen sie halt ein paar Euro fuffzig pro Monat und sind glücklich.
Aber was, wenn jemand nur bereit ist, 10€ für ein Spiel auszugeben?
Für die gab es früher den Gebrauchtmarkt, von dem die Erstverkaufsanbieter durch Freisetzung von Kaufkraft bei den Erstkäufern profitiert haben. Heute gibt es denn Sale, der entsprechend genutzt wird.
Wie sähe ein Nachweis im zweiten Falle aus? Und wie hoch ist der entstandene Schaden bei Fall 2?
Im Grunde kannst Du hier so gut wie nichts nachweisen. Der Einfluß von Kopien auf den Umsatz ist eine große Grauzone. Indizien von halbwegs seriösen Studien deuten in manchen Fällen eine positive Wirkung an (also nicht grundsätzlich), andere lassen vermuten, dass der Einfluß von Kopien auf den Umsatz (positiv, wie auch negativ) kaum über normale statistische Umsatzschwankungen hinausgeht, also keinen meßbaren Einfluß hat. Auf jeden Fall NICHT nachweisbar waren die angeblich so klaren negativen Folgen von Kopien für den Umsatz. Dafür gibt es keinen Beleg, nicht einmal Indizien.

Einfluß auf den Umsatz haben da eher so Dinge wie Marketing, Verfügbarkeit, Preismodell und Kaufkraft.

Aus meiner Sicht wird hier ein Nicht-Problem zu einem riesengroßen Popanz aufgeblasen. Vor allem, damit man als Anbieter im Falle eines kommerziellen Scheiterns einen Sündenbock hat und zum anderen, um den Gesetzgeber mit erfundenen Horrorstories zum Verabschieden gefälliger Gesetze zu bewegen. Ich weiß, dass vor allem die börsennotierten Konzerne DRM und Kopierschutz in erster Linie als Showveranstaltung für die Investoren verwenden, um im Rahmen des Geschäftsplanes die verpflichtende Risikoabdeckung nachweisen zu können. Die mit "Schaut, wir verwenden hier diesen tollen Kopierschutz" ganz einfach abzuwickeln ist, ohne dass man noch großartig Hirnschmalz investieren muss.