Leon-x hat geschrieben:
Es gibt schon bei den Top LCDs mit LED Backlight Geräte die sehr viele direct Dimmingzonen haben.
Ist war nicht so ideal wie ein selbstleuchtendes Display dass jeden Bildpunkt einzeln steuern kann kommt aber je nach Bildinhalt gut ran.
Die Sony Z Serie schafft ordentlich Kontrast mit bis zu 2000Nits Helligkeit.
HDR bezieht sich aber nicht nur auf den Kontrast, sondern eigentlich auf den Farbumfang. Um einen entsprechenden Farbumfang darstellen zu können, braucht man entsprechend hohen Kontrast. Der Umkehrschluss, dass mit einem hohen Kontrast automatisch mehr Farben darstellbar wären, ist aber leider falsch.
Abgesehen davon ist bei LCD-Panels, egal welche Hintergrundbeleuchtung die haben, nicht die Helligkeit das Problem, sondern die "Dunkelheit".
Bei einem LCD-Panel ist der Hintergrund immer voll weiß beleuchtet. Die LCs filtern dann pro Pixel das weiße Licht der Hintergrundbeleuchtung in die entsprechende Farbe. Das wird über Subpixel geregelt. Pro Pixel hat man idR einen roten, einen grünen und einen blauen LC. Wenn diese LCs nur 8Bit können, oder nur mit 8Bit angesteuert werden, ergeben sich nur 16,7Mio Farbmöglichkeiten. Bei einem echten HDR-Display werden die aber mit 10Bit angesteuert, was 1,07Mrd Farben ergibt.
Das zweite Problem bei LCDs ist, dass die Hintergrundbeleuchtung eben voll strahlt, aber wenn schwarz dargestellt werden soll, die LCs nicht vollständig abdunkeln können, es kommt Restlicht durch. Schwarz ist also nicht gleich schwarz.
Das kann man ganz einfach testen: In einem völlig dunklen Raum, nachts, Rollos runter, darf in einem Raum indem ein Monitor ein komplett schwarzes Bild darstellt, absolut nichts zu sehen sein. Ein Plasma oder Oled kann das. Mit einem LCD leuchtet aber auch der "schwarze" Bildschirm noch Licht in den Raum und man sieht was.
Mit dynamischer Hintergrundbeleuchtung versucht man das bei LCDs zu kompensieren, aber wie du schon sagtest, das geht nicht pro Pixel, man hat also immer "Schlieren" beim Übergang von helleren Bereichen auf komplett schwarze Bereiche. Und selbst das erhöht eben nur den lokalen Kontrast, nicht aber den Farbumfang.
Die Billig-Fake-HDR-Panels nutzen das, was man natürlich machen kann, um über den lokalen Kontrast einen höheren Farbumfang vorzugaukeln. Das funktioniert auch, das Auge nimmt das tatsächlich als "besser" wahr, es ist aber trotzdem kein HDR, richtiges HDR kann noch viel mehr.
Leon-x hat geschrieben:
OLEDs brechen in der Gesamthelligkeit ein wenn viel Weiß dargestellt werden muss. Sie sind halt eher für abgedunkelte Räume wirklich spitze bei HDR.
Afaik brennen Oleds nicht ein, ganz im Gegensatz zu Plasmas. Aber selbst bei Plasmas ist das nur ein Problem, wenn sehr lange ein statisches Bild dargestellt wird. Mit wechselnden Inhalten, also jeder Film, jede Serie, jedes Spiel, gibts kein Problem. Auch auf Dauer nicht. Das ist übrigens auch Post-CRT der Grund, warum "Screensaver" benutzt werden.
Ich habe auch noch keinen OLED gesehen, der in nicht-abgedunkelten Räumen ein Helligkeitsproblem hätte. Das weiß ist hell genug um auch bei Tageslicht keine Probleme zu haben.
Funfact nebenbei: Ein Oled braucht keinen Strom um schwarze Pixel darzustellen. Deswegen können sich z.B. Smartphhones mit OLED-Display es sich auch leisten im Standby trotzdem permanent die Uhrzeit auf dem Display anzuzeigen, also das Display wirklich nie komplett abzuschalten. Die paar Pixel die weiß die Uhrzeit anzeigen, während der Rest des Bildschirms schwarz bleibt, brauchen kaum Strom.
Leon-x hat geschrieben:
Eingabeverzögerung mit HDR scheint zumindest bei Samsung (20ms) und Sony (30-35ms) nicht ganz so wild je nach Modell.
Die Aussage ist leider komplett wertlos, ohne ein konkretes Modell zu nennen. Wenn das Modelle sind, die nativ HDR darstellen können, haben die dabei natürlich kaum (eigentlich gar kein (zusätzliches)) Inputlag.
Und wenn die kein natives HDR können, stellt sich die Frage, wie sie das "emulieren". Evtl. schalten die im Gamemode auch auf eine "günstigere" Emulation um, um eben das Inputlag nicht zu sehr zu strecken, die aber dann auch nicht den vollen erwünschten Effekt bringt. Sofern man von gefaktem HDR überhaupt von Effekt reden kann.