US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
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US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Die US-amerikanischen Gewerkschaft Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Artists (SAG-AFTRA) hat ihre Mitglieder zu einem Streik gegen verschiedene Entwickler und Publisher von Videospielen aufgerufen: Wie Develop berichtet, soll der Streik a, 21. Oktober stattfinden. Ziel der Aktion ist u.a. eine bessere Bezahlung der Synchronsprecher, Motion-Capture-Darsteller und and...
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- NewRaven
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Natürlich sind die meisten Dinge, für die gestreikt wird gut und berechtigt. Keine Frage - und ich wünsche viel Erfolg dabei, denn Synchronsprecher/VAs sind heutzutage ein wichtiger Teil der Gaming-Industrie und sollten als solche auch angemessen vergütet und behandelt werden.
Aaaaber: wie schon bei den letzten News zu SAG-AFTRA so bleibe ich dabei, dass eine dauerhafte Gewinnbeteiligung eine völlig überzogene Forderung ist, mit der sie niemals durchkommen werden. Voice Actors sind zweifelsfrei wichtig, aber sie sind nicht die wichtigsten Personen, die zur Entstehung eines Videospiels beitragen. Es kann also nicht wirklich sein, dass diese studioexternen Leute als einzige eine zugesicherte dauerhafte Gewinnbeteiligung bekommen, denn ein jeder Leveldesigner, Engine-Programmierer, Scripter, Storywriter, Textureartist und so weiter, der bei einem Entwickler angestellt ist, verdient an einem erfolgreichen Spiel ebenfalls nicht dauerhaft weiter. Oft tut nicht einmal die Entwicklerfirma selbst das. Die Gewinne bleiben beim Publisher, der bestenfalls Bonuszahlungen an den Entwickler beim Erreichen bestimmter Milestones zahlt, die dieser dann an seiner Mitarbeiter weiter gibt oder eben auch nicht - und während man durchaus kritisch sehen darf, dass Publisher so immer mehr Profit anhäufen ohne ihn direkt weiterzugeben (ähnlich wie es ja auch Plattenlabels tun), sollten nun nicht ausgerechnet die Voiceactors die sein, die zuerst ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Das wäre ein ganz schlechtes Zeichen für jeden, der sich bei einem Entwickler den Hintern an einem Spieleprojekt abarbeitet und, besonders in der Crunchtime, seine eigenen Bedürfnisse und sein Privatleben oft hinten anstellt.
Aaaaber: wie schon bei den letzten News zu SAG-AFTRA so bleibe ich dabei, dass eine dauerhafte Gewinnbeteiligung eine völlig überzogene Forderung ist, mit der sie niemals durchkommen werden. Voice Actors sind zweifelsfrei wichtig, aber sie sind nicht die wichtigsten Personen, die zur Entstehung eines Videospiels beitragen. Es kann also nicht wirklich sein, dass diese studioexternen Leute als einzige eine zugesicherte dauerhafte Gewinnbeteiligung bekommen, denn ein jeder Leveldesigner, Engine-Programmierer, Scripter, Storywriter, Textureartist und so weiter, der bei einem Entwickler angestellt ist, verdient an einem erfolgreichen Spiel ebenfalls nicht dauerhaft weiter. Oft tut nicht einmal die Entwicklerfirma selbst das. Die Gewinne bleiben beim Publisher, der bestenfalls Bonuszahlungen an den Entwickler beim Erreichen bestimmter Milestones zahlt, die dieser dann an seiner Mitarbeiter weiter gibt oder eben auch nicht - und während man durchaus kritisch sehen darf, dass Publisher so immer mehr Profit anhäufen ohne ihn direkt weiterzugeben (ähnlich wie es ja auch Plattenlabels tun), sollten nun nicht ausgerechnet die Voiceactors die sein, die zuerst ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Das wäre ein ganz schlechtes Zeichen für jeden, der sich bei einem Entwickler den Hintern an einem Spieleprojekt abarbeitet und, besonders in der Crunchtime, seine eigenen Bedürfnisse und sein Privatleben oft hinten anstellt.
Zuletzt geändert von NewRaven am 18.10.2016 09:23, insgesamt 2-mal geändert.
- EvilReaper
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Verstehe ich nicht. Sind Synchros nicht Auftragsarbeiten? Man beauftragt ein Studio/Einzelpersonen, der Lohn wird vorher im gegenseitigen Einverständnis festgelegt, und fertig. Wenn das Spiel jetzt mega erfolgreich wird, haben die Synchronsprecher mMn nichts zusätzlich verdient, sie tragen immerhin auch kein Risiko, oder sind sie umgekehrt auch bereit bei Spielen, die floppen und ein Minus für die Entwickler bedeuten, entsprechend finanzielle Verantwortung zu tragen? Ich mein hier streiken doch Leute, die nicht regulär bei den genannten Firmen angestellt sind, oder nicht? Echt sinnlos.
- |Chris|
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Synchronsprecher sind wichtig für Spiele, besonders 'cineastische' Erlebnisse. Wenn nicht würden Marketing Departments nicht unentwegt 'gameplay' trailer mit professionellen voiceover raushauen.
Ist die Frage was den Publisher auf Dauer weniger kostet. Wenn von Gewinnbeteiligung geschrieben wird wird es sich vielleicht um Margen im Bereich von unter 0,005% handeln - nach dem break even. Kann sein das dass günstiger kommt als direkt fünf oder sechsstellige Honorare zu zahlen.
Ist die Frage was den Publisher auf Dauer weniger kostet. Wenn von Gewinnbeteiligung geschrieben wird wird es sich vielleicht um Margen im Bereich von unter 0,005% handeln - nach dem break even. Kann sein das dass günstiger kommt als direkt fünf oder sechsstellige Honorare zu zahlen.
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Timerus
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Ich stehe hier voll auf Seiten der Synchronsprecher. Wobei ich auch dazu sagen muss, dass mir gute Synchronisation, ordentlicher Sound und atmosphärische Musik mittlerweile wichtiger sind als Grafikpracht.
Das große Problem ist meiner Meinung nach, dass Voiceactor mittlerweile die gleiche Arbeit machen wie Schauspieler für Filme (was man schnell erkennt, wenn man sich mal ein Making Of zu z.B. einem Gears of War 4 anschaut).
Voiceacting ist schon lange nicht mehr nur in einem Studio stehen und Texte ablesen. Viele der Voiceactor haben nebenbei eine grundlegende Stuntausbildung abgeschlossen, da sie gerade für Action- und Shooterspiele auch oft Ganzkörper-Auftritte haben.
Schauspieler erhalten auch Tantieme für ihre Rollen bei Film und Fernsehen. Ich fände es nur gerecht, wenn Voiceactor das auch bekommen, insbesondere dann, wenn sie gefährliche Stunts machen müssen für die Rolle.
Ich bin nur besorgt, dass besagte Publisher die Forderungen dazu nutzen werden, die Preise für ihre Spiele noch weiter zu erhöhen.
Das große Problem ist meiner Meinung nach, dass Voiceactor mittlerweile die gleiche Arbeit machen wie Schauspieler für Filme (was man schnell erkennt, wenn man sich mal ein Making Of zu z.B. einem Gears of War 4 anschaut).
Voiceacting ist schon lange nicht mehr nur in einem Studio stehen und Texte ablesen. Viele der Voiceactor haben nebenbei eine grundlegende Stuntausbildung abgeschlossen, da sie gerade für Action- und Shooterspiele auch oft Ganzkörper-Auftritte haben.
Schauspieler erhalten auch Tantieme für ihre Rollen bei Film und Fernsehen. Ich fände es nur gerecht, wenn Voiceactor das auch bekommen, insbesondere dann, wenn sie gefährliche Stunts machen müssen für die Rolle.
Ich bin nur besorgt, dass besagte Publisher die Forderungen dazu nutzen werden, die Preise für ihre Spiele noch weiter zu erhöhen.
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billy coen 80
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Wobei ich in dieser News nirgends etwas von "dauerhaft" gelesen habe. Gewinnbeteiligung bedeutet nicht zwingend dauerhaft; um genau zu sein, tut sie das quasi nie. In der Regel ist das dann vertraglich so geregelt, dass im Falle einer festgelegten Umsatz- (eventuell auch ersatzweise Reingewinn-) höhe nach einem definierten Zeitraum ein gestaffelter Bonus gezahlt wird. Solche Formen der Umsatz- / Gewinnbeteiligung sind gerade in gewerkschaftlich organisierten Branchen recht üblich.NewRaven hat geschrieben:...
Das halte ich prinzipiell nicht für überzogen (hängt dann eben von der Höhe der Bonifizierungen ab). Wenn andere an dem Produkt beteiligten das tatsächlich nicht bekommen (was ich in dieser kategorischen Darstellung stark bezweifle), kann das kein Argument sein, diese Umsatzbeteiligungsforderungen einer Gewerkschaft als maßlos zu bezeichnen, sondern sollte eher Ansporn für die anderen sein, auch mal mehr für eine mögliche Beteiligung an Erfolgen von mit ihrer Mithilfe entstandenen Produkten einzutreten.
- Sarkasmus
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Haben die Synchronsprecher nicht erst letztes Jahr gegen die Filmstudios gestreikt?
Für mich hört sich das so an wie bei unseren ÖPNV an, die Streiken auch jedes Jahr und genau zum neuen Jahr werden die Preise erhöht.
Wobei die Gewerkschaften des Bahnverkehrs ja auch gefühlt jedes Jahr streikt.
Ich persönlich bekomm manchmal echt das Gefühl das Gewerkschaften auch nur Konzerne sind die auf max. Gewinn aus sind.
Für mich hört sich das so an wie bei unseren ÖPNV an, die Streiken auch jedes Jahr und genau zum neuen Jahr werden die Preise erhöht.
Wobei die Gewerkschaften des Bahnverkehrs ja auch gefühlt jedes Jahr streikt.
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billy coen 80
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Könnte daran liegen, dass der jeweilige Tarifvertrag nur für ein Jahr ausgehandelt worden war. Dann muss eben eine neue Tarifrunde starten und wenn sich die Tarifparteien nicht einig werden, ist das letzte Mittel der Gewerkschaften / der abhängig Erwerbstätigen nur die Arbeitsniederlegung.Sarkasmus hat geschrieben:Haben die Synchronsprecher nicht erst letztes Jahr gegen die Filmstudios gestreikt?
Für mich hört sich das so an wie bei unseren ÖPNV an, die Streiken auch jedes Jahr und genau zum neuen Jahr werden die Preise erhöht.
Wobei die Gewerkschaften des Bahnverkehrs ja auch gefühlt jedes Jahr streikt.
Ich persönlich bekomm manchmal echt das Gefühl das Gewerkschaften auch nur Konzerne sind die auf max. Gewinn aus sind.
- Wulgaru
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Zumal es aus meiner Perspektive ein recht schwaches Argument ist, auf die Forderungen einer Gewerkschaft damit zu reagieren, das es andere in der Spielentwicklung ähnlich mies oder mieser haben.billy coen 80 hat geschrieben:Wobei ich in dieser News nirgends etwas von "dauerhaft" gelesen habe. Gewinnbeteiligung bedeutet nicht zwingend dauerhaft; um genau zu sein, tut sie das quasi nie. In der Regel ist das dann vertraglich so geregelt, dass im Falle einer festgelegten Umsatz- (eventuell auch ersatzweise Reingewinn-) höhe nach einem definierten Zeitraum ein gestaffelter Bonus gezahlt wird. Solche Formen der Umsatz- / Gewinnbeteiligung sind gerade in gewerkschaftlich organisierten Branchen recht üblich.NewRaven hat geschrieben:...
Das halte ich prinzipiell nicht für überzogen (hängt dann eben von der Höhe der Bonifizierungen ab). Wenn andere an dem Produkt beteiligten das tatsächlich nicht bekommen (was ich in dieser kategorischen Darstellung stark bezweifle), kann das kein Argument sein, diese Umsatzbeteiligungsforderungen einer Gewerkschaft als maßlos zu bezeichnen, sondern sollte eher Ansporn für die anderen sein, auch mal mehr für eine mögliche Beteiligung an Erfolgen von mit ihrer Mithilfe entstandenen Produkten einzutreten.
Das ist für meine Begriffe wenn überhaupt ein Anlass sich dort ähnlich zu organisieren. Schauspieler/Synchronsprecher usw. sind in den USA leider eine der wenigen Gewerkschaften die das wenigstens ab und zu hinkriegen.
Dem dann zu entgegnen wie schlecht es anderen geht, ist für meine Begriffe ein klassisches Argument der Gegenseite um alle gegeneinander auszuspielen, auch wenn ich jetzt nicht glaube das New Raven es so gemeint hat. Aber dieses Argument höre ich sonst wirklich nur von Arbeitgeberseite.
- NewRaven
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Du hast sogar in der Tat Recht - auch wenn das in der Vergangenheit anders dargestellt wurde... auch von SAG-AFTRA selbst. Sie möchten jetzt "nur" noch bei 2, 4, 6 und 8 Millionen Verkäufen eine weitere Zahlung, alles was drüber ist, ist dann netterweise gratisbilly coen 80 hat geschrieben:Wobei ich in dieser News nirgends etwas von "dauerhaft" gelesen habe. Gewinnbeteiligung bedeutet nicht zwingend dauerhaft; um genau zu sein, tut sie das quasi nie. In der Regel ist das dann vertraglich so geregelt, dass im Falle einer festgelegten Umsatz- (eventuell auch ersatzweise Reingewinn-) höhe nach einem definierten Zeitraum ein gestaffelter Bonus gezahlt wird. Solche Formen der Umsatz- / Gewinnbeteiligung sind gerade in gewerkschaftlich organisierten Branchen recht üblich.NewRaven hat geschrieben:...
Das halte ich prinzipiell nicht für überzogen (hängt dann eben von der Höhe der Bonifizierungen ab). Wenn andere an dem Produkt beteiligten das tatsächlich nicht bekommen (was ich in dieser kategorischen Darstellung stark bezweifle), kann das kein Argument sein, diese Umsatzbeteiligungsforderungen einer Gewerkschaft als maßlos zu bezeichnen, sondern sollte eher Ansporn für die anderen sein, auch mal mehr für eine mögliche Beteiligung an Erfolgen von mit ihrer Mithilfe entstandenen Produkten einzutreten.
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billy coen 80
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Die Gewinnbeteiligung von Mitarbeitern an einem Endprodukt ist typische Gewerkschaftspolitik. Ein Stück weit spielgelt sich da, in stark abgeschwächter Form, der gute Marx drin.
Ob man dabei nun dauerhaft angestellt ist oder nur für ein spezielles Projekt "mal reingeschaut" hat, spielt da keine Rolle. Der Grundgedanke ist der, dass jeder an einem Entwicklungsprozess beteiligte auch fairerweise einen gewissen Anteil von dessen Erfolg spüren sollte. Dass sich dieses nur als Bonus und nicht als Malus niederschlägt, wird dadurch legitimiert, dass die Vertragsmitarbeiter lediglich einen im Vergleich verschwindend geringen Anteil am Erfolg mitbekommen, so dass das unternehmerische Risiko zurecht bei denen liegt, die immer noch, im Erfolgsfall, mit Abstand am meisten davon profitieren.
Die ganze Sache ist ja nun auch kein Hexenwerk und es ist ja nicht so, dass sich die Gewerkschaft da halbkriminell gebärdet. Am Ende wird auch so etwas ganz normal in Verträgen ausgehandelt, bei denen auch die Arbeitgeber- / Auftraggeberseite mitgestalten kann.
Und vor allem darf man nie einen Fehler begehen: schon beim Einstieg in Verhandlungen die Forderungen von Gewerkschaften und deren Verlautbarungen vorab geißeln. Da ist immer viel Verhandlungsmasse mit eingeplant; machen Arbeitgeber auch nicht anders - nur eben dann eher von unten kommend... :wink:
Ob man dabei nun dauerhaft angestellt ist oder nur für ein spezielles Projekt "mal reingeschaut" hat, spielt da keine Rolle. Der Grundgedanke ist der, dass jeder an einem Entwicklungsprozess beteiligte auch fairerweise einen gewissen Anteil von dessen Erfolg spüren sollte. Dass sich dieses nur als Bonus und nicht als Malus niederschlägt, wird dadurch legitimiert, dass die Vertragsmitarbeiter lediglich einen im Vergleich verschwindend geringen Anteil am Erfolg mitbekommen, so dass das unternehmerische Risiko zurecht bei denen liegt, die immer noch, im Erfolgsfall, mit Abstand am meisten davon profitieren.
Die ganze Sache ist ja nun auch kein Hexenwerk und es ist ja nicht so, dass sich die Gewerkschaft da halbkriminell gebärdet. Am Ende wird auch so etwas ganz normal in Verträgen ausgehandelt, bei denen auch die Arbeitgeber- / Auftraggeberseite mitgestalten kann.
Und vor allem darf man nie einen Fehler begehen: schon beim Einstieg in Verhandlungen die Forderungen von Gewerkschaften und deren Verlautbarungen vorab geißeln. Da ist immer viel Verhandlungsmasse mit eingeplant; machen Arbeitgeber auch nicht anders - nur eben dann eher von unten kommend... :wink:
- NewRaven
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Und ich geh da auch generell mit. Ich persönlich halte Publisher, wie eben auch bei der Musik die Majorlabels, ja ein bisschen für geldverschlingende schwarze Löcher, die oft nicht annähernd eine Leistung erbringen, die ihren Gewinn, den sie letztlich für sich behalten, legtimiert. Meiner Meinung nach sollte ein deutlich größerer Anteil wieder dahin zurück fließen, wo am eigentlichen Produkt gearbeitet wurde. Allerdings sehe ich da selbstständige Zulieferer wirklich so ziemlich am Ende der Kette von Menschen, wo eine solche Gewinnbeteiligung hin gehört, denn im Gegensatz zu fest Angestellten handeln die ihre Verträge für jedes Produkt, zu dem sie etwas beitragen einzeln selbst aus und haben immer die Freiheit, "nö" zu sagen, wenn ihnen die Bezahlung für dieses Projekt nicht passt. Ein Angestellter beim Entwickler hat diese Freiheiten der freien Verhandlung nicht - und trägt letztlich möglicherweise deutlich mehr zum Produkt bei und trägt ggf. auch ein Risiko, nämlich das, dass der Laden, in dem er arbeitet bei einem Misserfolg dicht gemacht wird.billy coen 80 hat geschrieben:Die Gewinnbeteiligung von Mitarbeitern an einem Endprodukt ist typische Gewerkschaftspolitik. Ein Stück weit spielgelt sich da, in stark abgeschwächter Form, der gute Marx drin.
Ob man dabei nun dauerhaft angestellt ist oder nur für ein spezielles Projekt "mal reingeschaut" hat, spielt da keine Rolle. Der Grundgedanke ist der, dass jeder an einem Entwicklungsprozess beteiligte auch fairerweise einen gewissen Anteil von dessen Erfolg spüren sollte. Dass sich dieses nur als Bonus und nicht als Malus niederschlägt, wird dadurch legitimiert, dass die Vertragsmitarbeiter lediglich einen im Vergleich verschwindend geringen Anteil am Erfolg mitbekommen, so dass das unternehmerische Risiko zurecht bei denen liegt, die immer noch, im Erfolgsfall, mit Abstand am meisten davon profitieren.
Naja... also mal aus der FAQ:billy coen 80 hat geschrieben:Die ganze Sache ist ja nun auch kein Hexenwerk und es ist ja nicht so, dass sich die Gewerkschaft da halbkriminell gebärdet.
Ich glaub, man versucht sich hier einfach ein wenig gegenseitig zu erpressenAre the employers’ proposals even legal?
We think not. But, saying no will be much easier if the interactive community is on board. It comes down to a question of power. The employers can dig in their heels indefinitely. A strong strike authorization vote is the best way to shift the power dynamic.
- Sylver001
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Puh ein Glück sind Idea Factory und NIS America nicht vertreten.
Würden Nep-Nep & Co bei Melissa Fahn & Co kürzer treten, oder gar wegfallen, dann wäre ich ein sehr trauriges Pandabärchen
Würden Nep-Nep & Co bei Melissa Fahn & Co kürzer treten, oder gar wegfallen, dann wäre ich ein sehr trauriges Pandabärchen
- BigEl_nobody
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Es ist also in diesem Fall wie so oft in den Unternehmensstrukturen und Wirtschaftsprozessen der freien Marktwirtschaft, es verdienen diejenigen am meisten die das geringste Risiko tragen und diejenigen am wenigsten, die das größte Risiko tragen.NewRaven hat geschrieben: Und ich geh da auch generell mit. Ich persönlich halte Publisher, wie eben auch bei der Musik die Majorlabels, ja ein bisschen für geldverschlingende schwarze Löcher, die oft nicht annähernd eine Leistung erbringen, die ihren Gewinn, den sie letztlich für sich behalten, legtimiert. Meiner Meinung nach sollte ein deutlich größerer Anteil wieder dahin zurück fließen, wo am eigentlichen Produkt gearbeitet wurde. Allerdings sehe ich da selbstständige Zulieferer wirklich so ziemlich am Ende der Kette von Menschen, wo eine solche Gewinnbeteiligung hin gehört, denn im Gegensatz zu fest Angestellten handeln die ihre Verträge für jedes Produkt, zu dem sie etwas beitragen einzeln selbst aus und haben immer die Freiheit, "nö" zu sagen, wenn ihnen die Bezahlung für dieses Projekt nicht passt. Ein Angestellter beim Entwickler hat diese Freiheiten der freien Verhandlung nicht - und trägt letztlich möglicherweise deutlich mehr zum Produkt bei und trägt ggf. auch ein Risiko, nämlich das, dass der Laden, in dem er arbeitet bei einem Misserfolg dicht gemacht wird.
Und ich stimme dir zu deinem ersten Beitrag ebenfalls zu, natürlich wäre es schön zu sehen das Synchronsprecher für ihre Arbeit an solchen Projekten (höhere/angemessene) Gewinnbeteiligungen einfahren, aber das ändert leider nichts daran das so etwas auch und eigentlich noch grundsätzlicher für ein Entwicklerstudio und seine Mitarbeiter gelten sollte bzw. alle, die an einem solchen Projekt direkt arbeiten und in der Regel nichts von den Millionen oder Milliardengewinnen zu sehen kriegen.
- Todesglubsch
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Re: US-Synchronsprecher streiken gegen Spielefirmen, Gewerkschaft fordert höhere Beteiligungen an Gewinnen
Ist ja kein Wunder. Die Gewerkscha... Pandabärchen? *summt* sexueller Belästigungs ... Panda! *hust*just_Edu hat geschrieben:Puh ein Glück sind Idea Factory und NIS America nicht vertreten.
Würden Nep-Nep & Co bei Melissa Fahn & Co kürzer treten, oder gar wegfallen, dann wäre ich ein sehr trauriges Pandabärchen
Die Gewerkschaften picken sich natürlich die Publisher raus, die ordentlich Asche haben und bei denen der Streik ordentlich Medienrummel verursacht. Bei so kleinen Klitschen wie Japano-Publisher funktioniert das nicht.
Oder denkst du verdi bestreikt Amazon, weil ihnen tatsächlich etwas an den Mitarbeitern liegt? Muha.
