Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stunden pro Woche gearbeitet habe"

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JeffreyLebowski
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von JeffreyLebowski »

lAmbdA hat geschrieben:Was ich an der Sache nicht ganz verstehe: wie geht das überhaupt? Was machen die restlichen 8 Stunden, wenn das tägliche budget an kognitiven Fähigkeiten verbraucht ist, vor allem, wenn das jeden Tag so ist? So viel quantitative arbeit kanns doch gaenicht geben?
Z.b. bin ich programmierer und muss mich die meiste konzentrieren. Wenn ich jeden Tag 12 Stunden arbeiten müsste, wäre ich in meiner Zeit, in der ich was leisten kann, nur damit beschäftigt, meinen müll von gestern wieder aufzuräumen. Ging mir jedenfalls schon recht oft so, wenn ich noch unbedingt was fertig bekommen wollte, aber nur noch balla im Kopf war.
Um fit zu bleiben sind diverse Drogen weit verbreitet 8)
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

Und mal ein bischen, abseits: Wo wir bei Uncharted von Qualität reden, in U3 hat man schon gemerkt, dass das ganze Spiel unfertig war: Dein wichtigster Gegenspieler machte überhaupt keinen Sinn; seine Launen sind widersprüchlich, erst hat er ein magisches Serum, mit dem er Leute manipuliert, dann teleportiert er sich hin und her, und überlebt eine tödliche Schusswunde. Das Serum wird irgendwie mit dem magischen Wasser erklärt, aber das ist auch eher ein Ex Machina Ding, welches aus unerfindlichen Gründen gerade das macht, was die Autoren wollen: Einmal manipuliert es die Leute, ein anderes mal versetzt es Drake einfach in einen Drogenrausch, zum Ende hin produziert es superrealistische Illusionen.

Gerade wenn du die Wüstenstadt findest, gehts bei U3 arg bergab. Und selbst davor gibts im Writing arge Löcher, da dir aus irgendwelchem Grund immer Feinde folgen, selbst wenn du in der vorherigen Mission Feinde hinderst, dir zu folgen.

Nur mal soviel zur gleichbleibenden Qualität. Der erste Teil war sogar noch ein ganzes Stückchen schlechter, mit miesen Kämpfen gegen Gegnerwellen, massiven reuse von Orten, und generell Writing, welches eher an Cartoon-Charachtere erinnert. Und die Jet-Ski Sequenzen kann ich mir auch nur mit völlig überarbeiteten Entwicklern am Rande des Deliriums erklären.



Schaue mir gerade ein bischen von Uncharted 4 an, und das ist tatsächlich mal das erste Spiel der Serie, dass (zumindest im ersten Drittel) tatsächlich seinen 'cinematischen' Part mit (IMO fast schon schockierend) gutem Writing unterlegen kann, die sympatischen, aber ziemlich überzeichneten Charachtere von vorher haben plötzlich echte Gefühle, Motivationen und all die kleinen Charachterdetails, die man von Menschen (oder gut geschriebenen Chars) erwartet. Ganz zu schweigen von Charachterentwicklung. Vielleicht nicht Oskarreif, aber wohl auf einem Level, das Spiele normal einfach nicht erreichen.

Und wisst ihr was? Das ist ebenfalls das einzige Spiel, welches mehr Entwicklungszeit als die Trilogie hatte. Anfang dieses Jahres rausgekommen, war es seit 2011 in Entwicklung!
Zuletzt geändert von Temeter  am 08.10.2016 20:54, insgesamt 1-mal geändert.
Liesel Weppen
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

Temeter  hat geschrieben: Gab schon Berichte von Devs, die behauptet haben, ohne Crunchphasen spart man tatsächlich Geld, weil die Arbeit sauberer von statten geht.
Jup, Dev hier. Hatte erst vor wenigen Wochen den Fall (auch wenns nicht um ein Spiel ging). Deadline war gesetzt, es musste auf Biegen und Brechen alles gehalten werden, also wurde die Woche vorher ein Hackmarathon angesetzt. Die Kollegen (ich als Externer hatte da zum Glück ohnehin Urlaub) wurden dann also in ein Büro gepfercht, mit immerhin gratis Kaffee & Pizzaversorgung und haben da ihre 12-14h/Tage runtergewerkelt/gepfuscht, musste ja "fertig" werden.
Fazit: Trotzdem nur 80% fertig, Kollegen völlig erschöpft, geschätzter Aufräumaufwand für den schnell-schnell-Pfusch: 2-3 Wochen.
Immerhin haben meine armen Kollegen für ihren 5x12h/Tag+ Einsatz einen ganzen Tag frei bekommen.
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

Liesel Weppen hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben: Gab schon Berichte von Devs, die behauptet haben, ohne Crunchphasen spart man tatsächlich Geld, weil die Arbeit sauberer von statten geht.
Jup, Dev hier. Hatte erst vor wenigen Wochen den Fall (auch wenns nicht um ein Spiel ging). Deadline war gesetzt, es musste auf Biegen und Brechen alles gehalten werden, also wurde die Woche vorher ein Hackmarathon angesetzt. Die Kollegen (ich als Externer hatte da zum Glück ohnehin Urlaub) wurden dann also in ein Büro gepfercht, mit immerhin gratis Kaffee & Pizzaversorgung und haben da ihre 12-14h/Tage runtergewerkelt/gepfuscht, musste ja "fertig" werden.
Fazit: Trotzdem nur 80% fertig, Kollegen völlig erschöpft, geschätzter Aufräumaufwand für den schnell-schnell-Pfusch: 2-3 Wochen.
Immerhin haben meine armen Kollegen für ihren 5x12h/Tag+ Einsatz einen ganzen Tag frei bekommen.
Und so machen inkompetente Arschlöcher, die nicht richtig planen können, Leute kapput. >_>

Aber yep, diese Crunchphasen sollen (nach dem, was ich gelesen habe), genau wegen solchem Scheiß bereits in vielen anderen Branchen außer Mode gekommen sein.
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Alter Sack
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Alter Sack »

Temeter  hat geschrieben:
Balmung hat geschrieben:Das Problem ist halt auch das typischen Zeit ist Geld Prinzip. Würde man den Entwicklern statt zwei drei Jahre zeit lassen, dann müsste man ein Jahr mehr Kosten tragen für Gehälter etc. was die Spiele in der Produktion teurer macht und somit die Einnahmen schmälert.

Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.

Das haben wir uns mit unserem Aktienmarkt und den Investoren, die schnelles Geld und nicht Langzeit investieren wollen, selbst eingebrockt. Geldgier eben, in dem Punkt lernt die Menschheit nie dazu.
Ob du nun soviel Geld sparst, ist eine andere Frage. Das meine ich damit, dass es immer komplexer ist:

Schließlich bezahlst du deine Leute dann für 80 Stunden plus alle möglichen Zuschläge. Mit einer Milchmädchenrechnung sind 40 Stundenwoche in 3 Jahren das gleiche wie 60 Stundenwoche in 2 Jahren; und ich vermute mal die Personalkosten der teuerste Teil in der Spieleentwicklung. Natürlich neben dem Marketing, welches nicht so zeitkritisch ist, also besser mit einem Jahr mehr an Entwicklungszeit zurechtkommt - denn da kann die Kampagne halt einfach später anfangen.

Nur erhöht Crunch nicht nur mit Zuschlägen die Kosten; stattdessen machen deine überarbeiteten Mitarbeiter massig Fehler, die dann mit zusätzlicher Zeit gefixt werden müssen. Das ist gerade Schlimm bei superkomplexen Codekonstrukten wie Spielen, selbst als Spieler bekommst du zahllose dieser Fehler und Probleme mit, selbst nach Jahrelangem Arbeiten.

Gab schon Berichte von Devs, die behauptet haben, ohne Crunchphasen spart man tatsächlich Geld, weil die Arbeit sauberer von statten geht.
Ist mir neu das man in dem Bereich einen Stundenlohn bezahlt. Ob die Leute 40 oder 80 Stunden arbeiten das Gehalt bleibt identisch.
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Kajetan
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Kajetan »

Liesel Weppen hat geschrieben:DAS müsste man unterbinden.
Nicht "müsste". Muss!
Liesel Weppen
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

Temeter  hat geschrieben: Und so machen inkompetente Arschlöcher, die nicht richtig planen können, Leute kapput. >_>
Das Problem ist leider schwieriger als einfach nur "inkompetent". Die Leute in meinem Fall sind alles andere als inkompetent, wie so oft scheitert es hauptsächlich an der Kommunikation.
Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, kommt genau sowas raus. Wenn dir ein Marketingmensch irgendwas verkauft, was in 3 Monaten fertig sein soll, ohne mit dem Ingenieur zu reden, ob das in 3 Monaten überhaupt realisierbar ist, vielleicht weil er denkt "das ist ja gar nicht so komplex", dann kommt halt Mist raus.
Und wenn der Kunde dann noch wie ein kleine Kind mit dem Fuß aufstampft "ich will das aber in spätestens 2 Monaten", und der ahnungslose BWLer seinen Job fürchtet, wenn er das jetzt nicht verkauft kriegt, dann ist die Misere schon da und die A-Karte haben die anderen.
Ich habe das schmerzhaft gelernt. ABER, ich habe es gelernt. Und soooo klein bin ich auch als "nur" Entwickler nicht, das muss man halt auch erst lernen. Also naja, Codingaffen kriegt man überall. Nur die bringens halt nicht.
Der Spruch "if you pay peanuts, you only get monkeys" ist da voll richtig. Oder andersrum gesehen: So einfach mal eben schnell Ersatz für mich, wird mein AG einfach nicht finden, schon gar nicht schnell. Und ich bin bei weitem noch keine Korifäe auf dem Niveau eines John Carmacks :D

Ich kann reihenweise verfolgen, wie lokale Softwareentwicklung a 15 Mitarbeiter nach Indien auf 50 Mitarbeiter ausgelagert wird, und ein halbes Jahr später wieder zurück, weil man feststellt, dass die Inder-Coderaffen (nicht böse gemeint) doch nichts taugen. Nur ein halbes Jahr später sind die lokalen Kompetenzen schon über alle Berge und verdienen woanders 20k/Jahr mehr.
chrische5
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von chrische5 »

Hallo

Als Lehrer habe ich nur wenig Verständnis für Überstunden.... :wink:

Chrische
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

Alter Sack hat geschrieben:Ist mir neu das man in dem Bereich einen Stundenlohn bezahlt. Ob die Leute 40 oder 80 Stunden arbeiten das Gehalt bleibt identisch.
Bin mir nicht sicher, wie die Bezahlung ausschaut, aber ich würde doch mal vermuten, dass die Bezahlung in etwa proportional zur Arbeitszeit verläuft?
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

Liesel Weppen hat geschrieben:Das Problem ist leider schwieriger als einfach nur "inkompetent". Die Leute in meinem Fall sind alles andere als inkompetent, wie so oft scheitert es hauptsächlich an der Kommunikation.
Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, kommt genau sowas raus. Wenn dir ein Marketingmensch irgendwas verkauft, was in 3 Monaten fertig sein soll, ohne mit dem Ingenieur zu reden, ob das in 3 Monaten überhaupt realisierbar ist, vielleicht weil er denkt "das ist ja gar nicht so komplex", dann kommt halt Mist raus.
Und wenn der Kunde dann noch wie ein kleine Kind mit dem Fuß aufstampft "ich will das aber in spätestens 2 Monaten", und der ahnungslose BWLer seinen Job fürchtet, wenn er das jetzt nicht verkauft kriegt, dann ist die Misere schon da und die A-Karte haben die anderen.
Ich habe das schmerzhaft gelernt. ABER, ich habe es gelernt. Und soooo klein bin ich auch als "nur" Entwickler nicht, das muss man halt auch erst lernen. Also naja, Codingaffen kriegt man überall. Nur die bringens halt nicht.
Der Spruch "if you pay peanuts, you only get monkeys" ist da voll richtig. Oder andersrum gesehen: So einfach mal eben schnell Ersatz für mich, wird mein AG einfach nicht finden, schon gar nicht schnell. Und ich bin bei weitem noch keine Korifäe auf dem Niveau eines John Carmacks :D

Ich kann reihenweise verfolgen, wie lokale Softwareentwicklung a 15 Mitarbeiter nach Indien auf 50 Mitarbeiter ausgelagert wird, und ein halbes Jahr später wieder zurück, weil man feststellt, dass die Inder-Coderaffen (nicht böse gemeint) doch nichts taugen. Nur ein halbes Jahr später sind die lokalen Kompetenzen schon über alle Berge und verdienen woanders 20k/Jahr mehr.
Jep, aber lässt sich das nicht alles auf mangelnde Kompetenz zurückführen? Du sagst ja selbst, dass die meisten Probleme mit Unerfahrenheit zu tun haben.

Das Irsinnige bei Spielen ist ja gerade, dass anscheinend absolut jedes Tripple A die eine oder andere Crunchphase zu haben scheint, und die Dinger meistens dann doch völlig verbuggt rauskommen. Nie findet man einen Weg, es nicht doch irgendwie besser zu machen. Mafia 3 ist auch gerade völlig unfertig rausgekommen, crasht auf Konsolen, und mangelt an grundlegenden Features am PC.

Selbst Spieler, die eigentlich nichts von der Entwicklung zu sehen bekommen, kennen das mittlerweile als Standard.

ND scheint als 'Lösung' ja praktisch 2 Jahre lange Crunch's zu haben, was auch irgendwie krank ist.
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JunkieXXL
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von JunkieXXL »

Temeter  hat geschrieben:
JunkieXXL hat geschrieben:Also ein Uncharted-Spiel hat eine derart hohe Qualität, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte, es in zwei Jahren ohne Überlastung der Mitarbeiter fertigzustellen.
Soso, du bist also Spezialist in Sachen Spieleentwicklung? Wie viele Tripple-A's hast du denn schon als leitender Angestellter mit raus gebracht? :mrgreen:
Gar keins. Ich sehe nur als Spieler die hollywoodreife Story und den unglaublichen Detailreichtum von Uncharted 4. Und wenn man weiß, wie aufwändig Spiele heutzutage sind, dann bleiben nur zwei Schlüsse: Entweder Naughty Dog hat in den zwei Jahren Entwicklungszeit ein Wunder vollbracht oder die Mitarbeiter investierten ungeheuer viel Arbeit und Fleiß in das Game. Und ich glaube nicht an Wunder.

Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn Sony die Deadline nicht bei zwei, sondern bei drei oder vier Jahren setzen würde, um Naughty Dog humanere Arbeitszeiten lassen zu können. Andererseits gehört das "Ranklotzen" aber zu dieser Branche dazu und das ist auch bekannt. Wer dort arbeitet, weiß also, worauf er sich einlässt.
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von CritsJumper »

dx1 hat geschrieben:Ja, aber dann sieht das Spiel aus wie ein drei Jahre altes Spiel und nicht wie eines, das nur zwei Jahre in der Mache war.
Uh stimmt, daran habe ich noch nicht gedacht, das die Technische Entwicklung eine Rolle spielt. Ich dachte immer man schaut in die Zukunft testet ein wenig hier und da und wenn die Rechenkraft bezahlbar ist, veröffentlicht man das einfach. ;)
Temeter hat geschrieben:Jep, aber lässt sich das nicht alles auf mangelnde Kompetenz zurückführen?
Ich glaube an der Stelle hast du einfach nicht im Blick das sich Erfahrung auf neuen Gebieten oft nur so sammeln lässt. Natürlich ist man am ENDE schlauer als zu Beginn. Trotzdem, man kann nicht einfach nur das Ergebnis oder die Verbesserung betrachten und behaupten das sei mangelnde Kompetenz. Erfahrung baut halt sehr oft in einzelnen Schritten auf und wird durch einzelne Fehler verbessert. Es gibt nicht jemanden der dir bei einem Problem einfach die Lösung stecken kann und man sagt dann "dieser Mensch ist deswegen Kompetenter". In den meisten schon aber, bei den spannenden Fragen ist das wie mit den Lotto-Zahlen. Heute kann man die in einer Datenbank ablesen... aber sie sind nahezu Wertlos. ;)

Aber damals wären sie Gold Wert. Wenn aber dann jeder die Lottozahlen von nächster Woche kennt und der Betrag durch 81 Mio Deutsche geteilt werden müsste, macht das Spielen aber auch keinen Sinn mehr.
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Alter Sack
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Alter Sack »

Temeter  hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:Ist mir neu das man in dem Bereich einen Stundenlohn bezahlt. Ob die Leute 40 oder 80 Stunden arbeiten das Gehalt bleibt identisch.
Bin mir nicht sicher, wie die Bezahlung ausschaut, aber ich würde doch mal vermuten, dass die Bezahlung in etwa proportional zur Arbeitszeit verläuft?
Das wäre sehr ungewöhnlich. In der Regel gibt's in der Branche ein festes Gehalt. Und das weltweit. Wenn man Glück hat bekommt man noch einen Freizeitausgleich für geleistete Überstunden.
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casanoffi
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von casanoffi »

Ein Problem, dass ich als Mediengestalter in meiner Branche sehr gut kenne.

Ich habe selbst zwischen 18 und 25 regelmäßig 80 Stunden pro Woche gearbeitet, manchmal 2 bis 3 Monate am Stück ohne einen einzigen freien Tag. Aber das sah man mir nach solchen Phasen auch deutlich an und ich konnte nach diesen Phasen auch immer die notwendige Pause einlegen (4 bis 5 Wochen Urlaub). Ohne diese Pausen wäre ich wahrscheinlich entweder mit 30 an einem Herzinfarkt gestorben oder in einer psychiatrischen Anstalt gelandet.


Aber wenn die Dame sagt, dass sie über 10 Jahre lang im Durchschnitt 7 Tage die Woche mindestens 12 Stunden pro Tag gearbeitet hat, dann frage ich mich ernsthaft, ob sie hier nicht maßlos übertreibt, oder "Arbeit" ganz anders definiert, als ich...
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Aurellian
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Aurellian »

casanoffi hat geschrieben:Ein Problem, dass ich als Mediengestalter in meiner Branche sehr gut kenne.

Ich habe selbst zwischen 18 und 25 regelmäßig 80 Stunden pro Woche gearbeitet, manchmal 2 bis 3 Monate am Stück ohne einen einzigen freien Tag. Aber das sah man mir nach solchen Phasen auch deutlich an und ich konnte nach diesen Phasen auch immer die notwendige Pause einlegen (4 bis 5 Wochen Urlaub). Ohne diese Pausen wäre ich wahrscheinlich entweder mit 30 an einem Herzinfarkt gestorben oder in einer psychiatrischen Anstalt gelandet.
Ich vermute, dass das wenigstens bei den "Kopfarbeiten" (vielleicht weniger bei körperlichen Arbeiten, kA) eine ganz allgemeine Sache ist. Persönlich kenne ich es aus der Wissenschaft, wo die Leute als Doktoranden einen halben Vertrag kriegen und dann je nach Arbeitsgruppe trotzdem gern mal 60+ Stunden die Woche arbeiten. Postdocs ähnlich, nur dann mit etwas höherem Gehalt. Von einem Bekannten, der bei einer großen Anwaltskanzlei arbeitet, habe ich genauso die Geschichte von 12-Stunden-Schichten gehört. Der kriegt dann zwar immerhin ein entsprechendes Gehalt, aber das wär's mir nicht wert.