Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stunden pro Woche gearbeitet habe"

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NoCrySoN
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von NoCrySoN »

@ EllieJoel

Ich frage mich ja, wie man sich durch drei Uncharted Teile durchquälen kann, wenn sie doch stets langweilig und hirnlos waren. Da kommt deine Kritik irgendwie zu kurz, die man entsprechend nicht wirklich ernst nehmen kann. ND begeistert mMn auch stets mit anderen Qualitäten, wo das Gameplay nur Mittel zum Zweck ist. Aber nunja, offtopic...

Wie schon auf der vorherigen Seite vom Redakteur korrigiert, hatte die nicht auf Familie konzentrierende Frau wohl eine etwas höhere und verantwortungsvollere Position, welche, so kenne ich das zumindest, stets mit Überstunden gepaart ist. Ich glaube hier wird einfach etwas zu dick aufgetragen.
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JunkieXXL
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von JunkieXXL »

Also ein Uncharted-Spiel hat eine derart hohe Qualität, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte, es in zwei Jahren ohne Überlastung der Mitarbeiter fertigzustellen. Und man sollte akzeptieren, dass es eben Jobs gibt, wo permanenter Einsatz Usus ist. Viele Politiker z.B. haben auch regelmäßig 12 Stunden Tage oder Ärzte im Krankenhaus 24-Stunden-Schichten. Auch viele Selbstständige müssen es akzeptieren, dass sie selbst und ständig aktiv sind.

Solche Jobs sind etwas für Workaholics. Wer damit nicht klar kommt, muss sich eben etwas anderes suchen und ggf. mit weniger Geld leben. Es wird ja niemand zu solchen Jobs gezwungen.
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saxxon.de
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von saxxon.de »

EllieJoel hat geschrieben:
Hokurn hat geschrieben: Natürlich kann man Uncharted 1-3 scheiße finden, aber deine Art von Argumenten kann man auf nahezu jedes Spiel münzen. So hab ich auch ganz schnell aus TLOU und Uncharted 4 ein schlechtes Spiel gemacht. Oder wenn ich mein aktuellsten Fehlkauf nehme halt Diablo 3....
Nicht wirklich tlou und uncharted 4 hatten viel besseres pacing. so kam es einen nicht so vor wie eine hirnlose schießbude. von mir aus kannst du uncharted 1-3 bis in alle tage in den Himmel loben es kann auch sein das es vor 7 Jahren mal der letzte Schrei war aber vom heutigen Standpunkt aus muss ich sagen sind es einfach mittelmäßige Spiele. Schlechtes Pacing die Ballereien sind viel zu lang mit viel zu vielen Gegnerhorden das war dort schlimmer als bei call of duty.

Und da seit die Frau weg ist ND wieder richtig klasse Spiele macht die sich auch wieder nach was besonderen anfühlen bin ich froh das die Frau weg ist das ist alles was ich sagen wollte :wink:
Ich hab' schon von genug Leuten gelesen, dass sie die Story von TLoU vorhersehbar und austauschbar fanden, die Charaktere als pseudo-emotionalen Mist abgetan haben, die filmartige Präsentation der Zwischensequenzen als Negativpunkt werten weil sie versucht wie ein Film zu sein, ein Medium in dem es deutlich Besseres gibt und zu passiv für ein Videospiel; das Gameplay als uninspirierten Cover-Shooter mit nur einer Handvoll langweiliger Gegnertypen. Und schon wieder Zombies.

Und nu? Schonmal drüber nachgedacht, dass Geschmäcker verschieden sind? Nein? Dann wird's aber mal Zeit.

Mir persönlich waren die Schießereien in den ersten 3 Uncharteds auch zuviel und im vierten zu wenig und zu viel Kletterei; ausserdem verbringt man den Großteil der Spielzeit in Schottland mit Rutschen. Einzig TLoU ist für mich ein perfektes Spiel, das alles was es erreichen will optimal löst.

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Zum Thema: Valve hat zwar eine Sonderstellung in der Branche und ich hatte beim Lesen des Mitarbeiter-Handbuchs das Gefühl dass der ganze Laden eine Ellenbogengesellschaft ist, da sich alle Mitarbeiter gegenseitig bewerten. Aber ich mochte den Absatz zum Thema "Crunch" und Überstunden, in dem es heißt, dass beides nur dann nötig ist, wenn das Projekt (und damit die zum Entwickeln zur Verfügung stehende Zeit) schlecht gemanaged wird. Mit anderen Worten: Notwenidiger Crunch ist ein Zeichen von schlechter Arbeitsaufteilung. Wenn man länger machen muss, hat man sich seine Arbeit falsch aufgeteilt.

Wohlgemerkt: das bezieht sich explizit nicht auf jedes Berufsfeld. Unter'm Strich sollte es IMO in Ordnung sein eine 80-Stunden-Woche zu haben, wenn man sie als Mitarbeiter gerne macht, z.B. weil man mit Leidenschaft bei seiner Arbeit ist. Es sollte aber verboten sein, dies von seinen Mitarbeitern in irgendeiner Form zu verlangen. Leider funktioniert die Welt so nicht, denn wir leben im Kapitalismus, in dem es ausschließlich darum geht mit immer weniger Einsatz immer größere Gewinne zu erwirtschaften. Also werden Stellen gekürzt und der Arbeitsaufwand steigt - und das seit Jahrzehnten in praktisch jeder Branche.

Und da die Branche schon genannt wurde: Uns in der Pflege geht's da nicht anders. Der Arbeitsaufwand steigt kontinuierlich seit ich den Job mal gelernt hab (was verschiedene Gründe hat, im Gesundheitswesen gehören dazu auch höhere wie die Überalterung der Bevölkerung), aber die Teams werden immer kleiner und immer mehr Stellen werden eingespart.
Zuletzt geändert von saxxon.de am 08.10.2016 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

JunkieXXL hat geschrieben:Also ein Uncharted-Spiel hat eine derart hohe Qualität, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte, es in zwei Jahren ohne Überlastung der Mitarbeiter fertigzustellen.
Soso, du bist also Spezialist in Sachen Spieleentwicklung? Wie viele Tripple-A's hast du denn schon als leitender Angestellter mit raus gebracht? :mrgreen:
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von saxxon.de »

Temeter  hat geschrieben:
JunkieXXL hat geschrieben:Also ein Uncharted-Spiel hat eine derart hohe Qualität, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte, es in zwei Jahren ohne Überlastung der Mitarbeiter fertigzustellen.
Soso, du bist also Spezialist in Sachen Spieleentwicklung? Wie viele Tripple-A's hast du denn schon als leitender Angestellter mit raus gebracht? :mrgreen:
Muss man doch gar nicht sein. Als ich GTA 5 gespielt hab, hab mich mich gefragt, wie es möglich ist so ein Ungetüm von Spiel in 5 Jahren zu entwickeln. Jedes Haus sieht anders aus, es gibt sicher hunderte von Texturen allein für Straßenbelag, massenweise einzigartige Assets, tausende von Animationen, haufenweise MoCap-Aufnahmen, hunderte Zeilen komplett gesprochenen Text in mehreren verschiedenen Sprachen, und so weiter. Dann liest man von Spieleentwicklern in Interviews, dass um die Jahrtausendwende ein einzelner Entwickler einen ganzen Level in einer Woche designen konnte und heute in der selben Zeit ein einziges Charaktermodell hinkriegt (ohne Animationen!). Und vom eigentlichen Code, Kompressionsmethoden, Engineentwicklung, Bugfixing und so weiter sprechen wir da ja noch gar nicht.

Da muss man doch kein Spieleentwickler sein um sich vorstellen zu können wieviel Arbeit in einem Mammutprojekt wie GTA oder Uncharted steckt.
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

saxxon.de hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:
JunkieXXL hat geschrieben:Also ein Uncharted-Spiel hat eine derart hohe Qualität, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte, es in zwei Jahren ohne Überlastung der Mitarbeiter fertigzustellen.
Soso, du bist also Spezialist in Sachen Spieleentwicklung? Wie viele Tripple-A's hast du denn schon als leitender Angestellter mit raus gebracht? :mrgreen:
Muss man doch gar nicht sein. Als ich GTA 5 gespielt hab, hab mich mich gefragt, wie es möglich ist so ein Ungetüm von Spiel in 5 Jahren zu entwickeln. Jedes Haus sieht anders aus, es gibt sicher hunderte von Texturen allein für Straßenbelag, massenweise einzigartige Assets, tausende von Animationen, haufenweise MoCap-Aufnahmen, hunderte Zeilen komplett gesprochenen Text in mehreren verschiedenen Sprachen, und so weiter. Dann liest man von Spieleentwicklern in Interviews, dass um die Jahrtausendwende ein einzelner Entwickler einen ganzen Level in einer Woche designen konnte und heute in der selben Zeit ein einziges Charaktermodell hinkriegt (ohne Animationen!). Und vom eigentlichen Code, Kompressionsmethoden, Engineentwicklung, Bugfixing und so weiter sprechen wir da ja noch gar nicht.

Da muss man doch kein Spieleentwickler sein um sich vorstellen zu können wieviel Arbeit in einem Mammutprojekt wie GTA oder Uncharted steckt.
Und an solchen Spielen arbeiten dafür auch hunderte, in manchen Fällen sogar tausend Entwickler. :wink:

Würde allerdings mal gerne wissen, in welchem Spiel ein Level in einer Woche von einer Person designt wird. Tetris?
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von bloub »

lAmbdA hat geschrieben:Was ich an der Sache nicht ganz verstehe: wie geht das überhaupt?
das geht gar nicht, jedenfalls nicht über jahre hinweg. da zieht man sich innerhalb von einigen monaten as klassische burn-out zu. die gute bindet uns hier einen ganz grossen bären auf ;).
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von saxxon.de »

Temeter  hat geschrieben: Und an solchen Spielen arbeiten dafür auch hunderte, in manchen Fällen sogar tausend Entwickler. :wink:

Würde allerdings mal gerne wissen, in welchem Spiel ein Level in einer Woche von einer Person designt wird. Tetris?
Nichtsdestotrotz ist das sehr viel Arbeit für 250-500 Leute wie bei Rockstar z.B.

Und um die zweite Frage zu beantworten: z.B. First Person Shooter um die Jahrtausendwende. NOLF, Deus Ex, etc.

Bevor du deine nächste schnippische Frage stellst und dich damit zum Affen machst, schau vielleicht mal hier durch's Newsarchiv oder Google mal ein bisschen. Das entsprechende Interview wurde auf jeden Fall unter anderem hier in einer News zitiert. Und Artikel und Interviews von Branchenmitarbeitern mit ähnlichem Inhalt, die erzählen wie massiv mehr Aufwand ein modernes Spiel macht als ein Spiel aus der PS2/GC-Zeit gibt es haufenweise.

Aber da du hier bei mir nun auch angeschissen kommst mit deinem Blödsinn, nochmal ein Wort zu deiner Diskussion mit Leifman am Anfang des Threads, obwohl ich mich eigentlich da raus halten wollte:

Er hat Sony mit keinem Wort verteidigt, nichtmal erwähnt. DU hast Sony ins Spiel gebracht, sie als Sklaven-Schinderei bezeichnet, direkt im zweiten Post. Leifman spricht in seinem ersten Post nur darüber dass Henning sich selbst dazu entschieden hat, diesen Weg zu gehen und so steht es auch in den News und ihrer eigenen Aussage. Daraufhin behauptest DU er würde Sony verteidigen, was, nochmal, DU ins Spiel gebracht hast und mit seiner Aussage überhaupt nichts zu tun hat. Und ein paar Posts weiter schreibst du selbst, dass das eine ganze Branche betrifft und man nicht nur ein einziges Studio herausstellen kann, stellst aber selbst einen einzigen Publisher heraus.

Vielleicht tut es dir mal gut erstmal zu denken bevor du postest.
Zuletzt geändert von saxxon.de am 08.10.2016 18:56, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von unknown_18 »

Das Problem ist halt auch das typischen Zeit ist Geld Prinzip. Würde man den Entwicklern statt zwei drei Jahre zeit lassen, dann müsste man ein Jahr mehr Kosten tragen für Gehälter etc. was die Spiele in der Produktion teurer macht und somit die Einnahmen schmälert.

Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.

Das haben wir uns mit unserem Aktienmarkt und den Investoren, die schnelles Geld und nicht Langzeit investieren wollen, selbst eingebrockt. Geldgier eben, in dem Punkt lernt die Menschheit nie dazu.
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von saxxon.de »

Balmung hat geschrieben:Das Problem ist halt auch das typischen Zeit ist Geld Prinzip. Würde man den Entwicklern statt zwei drei Jahre zeit lassen, dann müsste man ein Jahr mehr Kosten tragen für Gehälter etc. was die Spiele in der Produktion teurer macht und somit die Einnahmen schmälert.

Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.

Das haben wir uns mit unserem Aktienmarkt und den Investoren, die schnelles Geld und nicht Langzeit investieren wollen, selbst eingebrockt. Geldgier eben, in dem Punkt lernt die Menschheit nie dazu.
Genau das ist der Haken an der ganzen Geschichte.
Liesel Weppen
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

Balmung hat geschrieben: Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.
Das liegt auch daran, dass die Mitarbeiter als reine materielle Ressource gesehen werden. Die werden häufig im wahrsten Sinne des Wortes genauso verbrannt, wie Benzin. Es stehen ja noch genug andere in der Schlange.
Die Gewinnmaximierung alleine ist es nichtmal unbedingt, sondern eher die schnelle Rendite. Wenn etwas in 5 Jahren potentiell 500Mio Gewinn abwirft, , dann wird halt trotzdem lieber finanziert, was in 2 Jahren nur 100Mio Gewinn verhoffen lässt. Langfristig will halt keiner mehr. Und entsprechend werden auch die Marken und Labels lieber verbrannt, als nachhaltig was gutes draus zu machen. Es dauert eben zu lange, selbst wenn es am Ende mehr wäre.
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von unknown_18 »

Liesel Weppen hat geschrieben:
Balmung hat geschrieben: Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.
Das liegt auch daran, dass die Mitarbeiter als reine materielle Ressource gesehen werden. Die werden häufig im wahrsten Sinne des Wortes genauso verbrannt, wie Benzin. Es stehen ja noch genug andere in der Schlange.
Ja, exakt das. Traurig aber leider so etwas von wahr.
Die Gewinnmaximierung alleine ist es nichtmal unbedingt, sondern eher die schnelle Rendite. Wenn etwas in 5 Jahren potentiell 500Mio Gewinn abwirft, , dann wird halt trotzdem lieber finanziert, was in 2 Jahren nur 100Mio Gewinn verhoffen lässt. Langfristig will halt keiner mehr. Und entsprechend werden auch die Marken und Labels lieber verbrannt, als nachhaltig was gutes draus zu machen. Es dauert eben zu lange, selbst wenn es am Ende mehr wäre.
Nein, die Gewinnmaximierung alleine ist es auch nicht, aber sie passt halt wunderbar zum schnellen Geld machen. Ich sagte ja, kaum Jemand will noch in etwas investieren was erst in "ferner" Zukunft Gewinn einbringt. Das schnelle Geld ist viel zu verlockend. Zumal diese Investoren es auch absolut null interessiert was für Produkte die Firma überhaupt herstellt und in welcher Qualität, es geht nur um das blanke Geld.

Nicht ohne Grund sage ich schon seit Jahren, wenn mal wieder ein Unternehmen an die Börse geht: "Und wieder hat ein Unternehmen seine Seele an den Teufel verkauft". ;)
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

Balmung hat geschrieben:Ich sagte ja, kaum Jemand will noch in etwas investieren was erst in "ferner" Zukunft Gewinn einbringt.
Das habe ich schon auch so verstanden. Ich wollte es nur nochmal auf den Punkt bringen. ;)
Balmung hat geschrieben: Nicht ohne Grund sage ich schon seit Jahren, wenn mal wieder ein Unternehmen an die Börse geht: "Und wieder hat ein Unternehmen seine Seele an den Teufel verkauft". ;)
Ok, jetzt kommen wir schnell in marktwirtschaftliche Diskussionen. :D
Die Börse ansich finde ich nicht schlecht, sondern sogar sehr gut. Nur das was überwiegend daraus gemacht wird, ist ziemlicher Mist.
Man muss sich nur mal vorstellen, dass da ganze Computercluster am Werkeln sind, die Aktien in hunderstel Sekunden kaufen und verkaufen. Die sogenannten Daytrader sind das schlimmste übel. Die verdienen im Prinzip nur Geld, indem sie Geld rumschieben. Was nur das System "wer ohnehin schon viel Geld hat, dem fällt es noch leichter noch mehr Geld zu verdienen" fördert.
DAS müsste man unterbinden.
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Temeter 
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Temeter  »

Balmung hat geschrieben:Das Problem ist halt auch das typischen Zeit ist Geld Prinzip. Würde man den Entwicklern statt zwei drei Jahre zeit lassen, dann müsste man ein Jahr mehr Kosten tragen für Gehälter etc. was die Spiele in der Produktion teurer macht und somit die Einnahmen schmälert.

Und wenn wir doch eines nur zu genau wissen, dann das wir in einer Zeit leben in der für Firmen Gewinnmaximierung das oberste Gut ist. Die Firmen würden auch am liebsten ein Uncharted (oder x-beliebige andere starke Marke) produziert in einem Jahr sehen, wenn es möglich wäre und es mehr Gewinn versprechen würde.

Das haben wir uns mit unserem Aktienmarkt und den Investoren, die schnelles Geld und nicht Langzeit investieren wollen, selbst eingebrockt. Geldgier eben, in dem Punkt lernt die Menschheit nie dazu.
Ob du nun soviel Geld sparst, ist eine andere Frage. Das meine ich damit, dass es immer komplexer ist:

Schließlich bezahlst du deine Leute dann für 80 Stunden plus alle möglichen Zuschläge. Mit einer Milchmädchenrechnung sind 40 Stundenwoche in 3 Jahren das gleiche wie 60 Stundenwoche in 2 Jahren; und ich vermute mal die Personalkosten der teuerste Teil in der Spieleentwicklung. Natürlich neben dem Marketing, welches nicht so zeitkritisch ist, also besser mit einem Jahr mehr an Entwicklungszeit zurechtkommt - denn da kann die Kampagne halt einfach später anfangen.

Nur erhöht Crunch nicht nur mit Zuschlägen die Kosten; stattdessen machen deine überarbeiteten Mitarbeiter massig Fehler, die dann mit zusätzlicher Zeit gefixt werden müssen. Das ist gerade Schlimm bei superkomplexen Codekonstrukten wie Spielen, selbst als Spieler bekommst du zahllose dieser Fehler und Probleme mit, selbst nach Jahrelangem Arbeiten.

Gab schon Berichte von Devs, die behauptet haben, ohne Crunchphasen spart man tatsächlich Geld, weil die Arbeit sauberer von statten geht.
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Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von dx1 »

Ja, aber dann sieht das Spiel aus wie ein drei Jahre altes Spiel und nicht wie eines, das nur zwei Jahre in der Mache war.