Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

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Kaaruzo
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Kaaruzo »

Stalkingwolf hat geschrieben:
Kaaruzo hat geschrieben:Natürlich sind Videospiele unser geringstes Problem.

Das Problem hat einen ganz anderen Namen und wird halt in Deutschland nicht benannt. Im Ausland schon eher:

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ultur.html
Diese Seite gehört zum Axel Springer Verlag

haha ... nein!
Und das macht die Aussagen von ausländischen Zeitungen jetzt unglaubwürdig weil?
AtzenMiro
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von AtzenMiro »

Objection! hat geschrieben:Och, ich glaube schon das ein Mensch der seinen Platz in der Gesellschaft hat, auf den man nicht hinab guckt, wohl eher nicht zum Amokläufer wird. Man läuft doch Amok um sich zu rächen. Dazu muß man dann halt auch sich fühlen als ob man nichts zu verlieren hätte. Gab es einen Amokläufer der zur Zeit seiner Tat in einer Beziehung war? Wohl nicht. Gibt es reiche Amokläufer?

Wenn man depressiv ist und trotzdem in einer Umgebung lebt die einen unterstützt/liebt wird es nicht zu einem Amoklauf kommen, dann wird die depressive Person nicht als letzten Schritt Amok sondern den Selbstmord wählen, man hat ja keinen Grund alle Menschen zu hassen wenn man gemocht/geliebt wird.
Wenn ein Mensch durch andere Ursachen eine psychische Erkrankung erleidet hat, durch ein traumatisches Erlebnis zum Beispiel, dann reicht das meistens schon aus, um gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Das ist nicht nur ein Problem an Schulen, sondern ein Allgemeingesellschaftliches Problem, dass Personen mit weniger sozialen Kompetenzen generell weniger soziale Kontakte knüpfen. Dazu kommt, dass depressive Menschen von sich aus dazu neigen sich von der Gesellschaft zurück zu ziehen.

Sicherlich ist eine tiefe gesellschaftliche Verwurzelung wichtig und kann hilfreich sein. Das passiert aber nicht, in dem man es ausspricht und sagt, die psychisch Kranken müssen mehr in der Gesellschaft integriert werden. Die Probleme fangen schon beim Erkennen von psychisch Kranken an und geht weiter über deren Bereitschaft, die Art der Erkrankung (psychisch Krank =/= psyschisch Krank), Ursache etc. pp.

Unterm Strich gibt es also keine Universalantwort auf das Problem. Würde es zum Beispiel helfen, wenn die Lehrer besser geschult wären (manche sind es z.B. überhaupt nicht, Lehrermangel sei Dank) in (Sozial)Pädagogik? Hunderprozentig würde es helfen! Aber lösen würde es das Problem nicht. So würde es auch helfen, wenn man generell mehr Lehrer hätte und die Klassenräume wieder verkleinern könnte. Auch Zuhause braucht es professionelle Ausbildung und Hilfe. Und und und. Wie gesagt: eine Universalantwort auf das Problem gibt es nicht.
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IEP
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von IEP »

Kaaruzo hat geschrieben:
Stalkingwolf hat geschrieben:
Kaaruzo hat geschrieben:Natürlich sind Videospiele unser geringstes Problem.

Das Problem hat einen ganz anderen Namen und wird halt in Deutschland nicht benannt. Im Ausland schon eher:

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ultur.html
Diese Seite gehört zum Axel Springer Verlag

haha ... nein!
Und das macht die Aussagen von ausländischen Zeitungen jetzt unglaubwürdig weil?
Die Diskussion rund um Flüchtlinge, etc. hat hier im Thread* nichts verloren. Noch so ein Versuch und ich muss eine Verwarnung dafür aussprechen. Bitte dran denken. Ich nehme es mir dann auch heraus weitere Beiträge dazu kommentarlos zu löschen.

*Mit Thread meinte ich Forum. Hat im Forum nichts zu suchen.
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Wigggenz
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Wigggenz »

Was mir Sorgen macht ist vor allem die BPjM, die ja Werturteile fällt anstatt an Kriterien des wissenschaftlichen Nachweises gebunden zu sein. Die neue Killerspieldebatte (unsere regionalen Zeitungen etwa sind bereitwillig drauf angesprungen) geht an den Gremien garantiert nicht spurlos vorbei. Es lohnt sich da auch ein Blick auf deren personelle Zusammensetzung. Zudem unterliegen die nur der spärlichsten Kontrolle, können sich eine aktionistische Linie also erlauben.

Naja, ich hoffe, dass ich hier falsch liege.

Und solange Gewalt nicht NACH künstlerisch-distanzierter Betrachtung des Werks als etwas Positives und Nachzuahmendes dargestellt ist, also positiv propagiert wird, oder sonst Gesetzesvorschriften (bei vernünftiger zeitgemäßer Auslegung verletzt), gibt es auch keinen Diskussionsbedarf.
johndoe803702
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von johndoe803702 »

Seppel21 hat geschrieben:
Masters1984 hat geschrieben:
EllieJoel hat geschrieben:Meiner Meinung sollte man mal diskutieren und was gegen Mobbing und Ausgrenzung in Schulen zutun. Denke mal das wirkt sich Psychologisch weit mehr auf einen heranwachsenden auf als Computerspiele.
Genau so ist es, aber Nein die Politiker machen sich das mal wieder einfach und schieben die Schuld mal wieder auf die Videospiele. Du hast völlig recht, denn Mobbing und Ausgrenzung sind mit die Hauptgründe, dass bestimmte Personenkreise später durchdrehen.
Nein. Das ist auch nur ein Gerücht. Ihr macht es Euch genau so einfach wie diejenigen die ihr kritisiert. Monokausale Erklärungen sind immer zu simpel. Psychische Erkrankungen spielen auch oft eine Rolle. Und das wird auch nicht immer durch Mobbing ausgelöst. Es kann ein verstärkender Faktor sein, muss aber nicht die Ursache sein. Macht es Euch mal nicht zu einfach.
Nein das ist sicher kein Gerücht, ich war selber Opfer von Mobbing, ich weiß daher ganz genau wie sich sowas anfühlt, einfach furchtbar, besonders wenn man niemanden auf seiner Seite hat, der einem hilft. Ich hatte zum Glück die Lehrer auf meiner Seite, aber stellt euch mal vor, dass es auch diejenigen gibt, die absolut niemanden haben. Mobbing sollte nicht mehr kleingeredet werden, Mobbing hat einen viel größeren Anteil daran als einige vielleicht denken. Wir kritisieren also zurecht und besser als EllieJoel kann man das einfach nicht beschreiben. Wacht mal endlich auf und blickt der Realität ins Auge.

Es gibt da so ein Buch von Morton Rhue, dessen Titel ich nicht nennen möchte. Da wird der Vorgang genau beschrieben und was Mobbing wirklich anrichten kann.
EllieJoel hat geschrieben: Mobbing kann einen schon ganz schön Physisch fertig machen und führt nicht selten zu einer Depression , Sozialphobie oder schlimmeren. Wenn man darüber reden und was tun würde würde man vielleicht einigen Leuten helfen. Jetzt wieder die Computer Spiele auszupacken damit hilft man niemanden. Und ich denke schon das Mobbing der Auslöser sein kann warum sich ein Junger Heranwachsender völlig in seine eigene Gedankenwelt zurückzieht und Hass Gefühle entwickelt. Mobbing in der Schule ist auch nicht etwas wovor man einfach abhauen oder weglaufen kann. Man muss es erdulden jeden Tag schlimmstenfalls über Jahre und die Lehrer interessiert es meistens 0,0.
Absolut richtig, das ist der Punkt.

Jetzt gar nichts gegen Ausländer an sich, aber in manchen unserer Schulen haben die Schulklassen deutlich mehr Ausländer als Deutsche Schüler und da ist eine Ausgrenzung meist schon Vorprogrammiert. Jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich bin mit einigen Ausländern sogar sehr gut befreundet ist also in keinster Weise Diskriminierend gemeint. Ein schlimmes Problem ist aber auchdas Rumhacken auf Schwächere wehrlose Menschen in Gruppen. Meistens sind es gewisse Gruppen, die einzelne Personen bloß weil denen entweder das Gesicht oder die Kleidung nicht passt mobben. In manchen Fällen wird sogar gemobbt, bloß weil der Schüler einfach nur gut in der Schule ist und gut mit den Lehrern auskommt (So war das damals bei mir). Dann muss man jeden Tag diese Erniedrigung ertragen, obwohl die Lehrer oft ein Machtwort sprechen. Auf dem Nachhauseweg ist man dann doch wieder alleine und dann lauern diese Schüler einen auf, in meinem Fall war es sogar so, dass welche aus anderen Klassen auf mich angesetzt wurden, die ich nicht kannte und somit auch namentlich beim Lehrer nicht benennen konnte, ich kannte sie ja nicht, dennoch ist das ein sehr schlimmes Gefühl Tag für Tag. Ich hatte hinterher sogar Angst zur Schule zu gehen. Sowas verfolgt einem ein Leben lang.

Meistens fehlt es an Schulungen, um sich als Lehrer richtig zu verhalten und Hilfestellungen zu geben, denn oft sind selbst die Lehrer absolut hilflos gegenüber Mobbern, da einige der Schüler den Lehrern gegenüber total respektlos sind. Einer meiner damaligen Mobber hat sich sogar mal direkt mit einem Lehrer angelegt und es hat zwar sehr lange gedauert, aber schließlich ist er von der Schule geflogen. Am Ende mussten wir umziehen und dann hörte das Martyrium endlich auf. (Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich manchen gegenüber so seltsam wirke, denn obwohl jetzt mehr als 10 Jahre vergangen sind kann ich das einfach nicht vergessen).
unknown_18
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von unknown_18 »

Zu meiner Schulzeit gab es zum Glück nur wenige Mobber, aber auch ich war ein gern gesehenes Opfer, vor allem weil ich mich nicht gewehrt habe, Gewalt gegen Andere war für mich nie in meinem Leben eine Option (im Gegensatz zu in Spielen), auch heute nicht. Dennoch hatte ich da zumindest Glück auch ein paar Freunde in der Klasse zu haben, so ging es dann trotzdem einigermaßen.

Ich weiß aber dennoch sehr gut wie es ist wenn man Niemanden auf seiner Seite hat, ich hatte das Pech in meiner Ausbildung in der Schule einen in der Klasse zu haben, der in unserer ganzen Kleinstadt dafür bekannt war ein Mobbendes asoziales A... zu sein und genau der hat sehr schnell in mir sein perfektes Opfer gefunden. Nach dem er mich dann nach nem halben Jahr dazu gebracht hat ihn spontan über einen Tisch im Klassenzimmer zu schubsen (er fand es lustig mit einem Filzer mir im Gesicht rummalen zu wollen, ich nicht), bin ich nicht mehr in die Schule und verlor auch dadurch meinen Ausbildungsplatz (gab aber noch andere Gründe). Wollte nur mal verdeutlichen wohin das führen kann, daher so ausführlich beschrieben.

Mobbing sollte man auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, da gibt es rein gar nichts, aber wirklich gar nichts, was es da zu beschönigen gäbe. Wer das tut gehört schon fast selbst zu den Leuten die bei so etwas weggucken oder selbst zu Tätern werden. Und gerade in der eigentlichen Schulzeit muss man aufpassen, denn Kinder können extrem grausam zueinander sein und die Opfer wissen sich oft genug nicht zu wehren und stoßen bei den Eltern auf eher taube Ohren, wenn sie sich denn überhaupt gegenüber den Eltern öffnen. Man weiß ja nie ob nicht auch das Elternhaus seine Probleme hat. Auf die Art kann sich dann schnell mal eine ganze Menge über die Jahre ansammeln, vor allem Wut gegenüber seinen Peinigern und wenn man dann ein gewisses Alter erreicht, wo man dann kein Kinder mehr ist, kann das Manche schon auf dumme Ideen bringen, wie eben auch einen Amoklauf.

Wenn ich mir jedenfalls Amokläufe so ansehe, die so typisch "Killerspiele sind schuld!" verdächtig sind, dann würde ich jedes mal darauf wetten, dass die Täter auf die ein oder andere Art Mobbing Opfer sind. Niemand läuft Amok, wenn er an seinem Leben hängt, solche Mobbing Opfer, die dann zu solchen Mitteln greifen, hängen aber nicht mehr an ihrem Leben, die wollen nur das das Ganze ein Ende hat, die denken nicht an danach oder rechnen schon damit, dass sie es nicht überleben.

Und was ist dann das Resultat aus der ganzen Geschichte? Eine erneute Killerspiel Diskussion anstatt das endlich mal über die wahren Probleme geredet werden. Ist für die Politik aber natürlich auch am bequemsten, weil Videospiele können sich nicht verteidigen, wenn man sie angreift und die Wahrheit würde der Gesellschaft ziemlich vor den Kopf stoßen, denn die Wahrheit ist schlich die, das unsere GANZE Gesellschaft mit an den Amokläufen schuld ist.

Das fängt im eigenen Elternhaus an, Eltern nehmen den Job Kinder zu erziehen viel zu oft auf die leichte Schulter und glauben die Schule wäre dazu da. Aber die Eltern können wiederum auch nur bedingt dafür, weil die heutige Zeit die Eltern dazu verdammt oftmals beide schuften zu müssen und welcher Elternteil hat schon groß Bock nach einem Arbeitstag sich auch noch mit seinen Kinder befassen zu müssen, viel zu anstrengend.

Da ist primär unsere heutige Stressgesellschaft schuld daran, das war zu meiner damaligen Kindheit noch völlig anders. Meine Mutter hat selbst als ich 12 war nur halbtags gearbeitet und das obwohl mein Vater mit seiner 08/15 Selbständigkeit als Kaufmann oftmals nicht genug Geld nach Hause brachte. Heute arbeitet die Mutter doch Vollzeit so früh wie möglich, Geld verdienen geht vor Kindererziehung. Und Hartz4 Familien, da sind die Eltern oftmals schon zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt als das sie noch einen Kopf für ihre Kinder hätten.

Und außerhalb der eigenen vier Wände haben wir dann unser völlig marodes veraltetes Schulsystem, das nicht geeignet ist für unser aktuelles Deutschland mit so viele Ausländern in der Klasse. Aber viele die Deutsche spielen lieber Gutmenschen und reden von einem bunten Deutschland ohne auch nur im Ansatz an die Konsequenzen denken zu wollen was das mit unserem Land anrichtet. Wie ich schon mal an anderer Stelle sagte, ich will kein buntes Deutschland (was nicht heißt das ich etwas gegen Ausländer hätte, nur damit das Niemand falsch versteht), ich will ein funktionierendes(!) Deutschland, das nicht immer weiter auf den Abgrund zu geht. Was die Gutmenschen immer wieder vergessen ist das hier unterschiedlichste Kulturen aufeinander treffen und das führt zu Problemen, die aber Niemand wirklich lösen will, sie werden wie die Amoklauf-Ursachen weg geschoben, weil die Wahrheit weh täte.

Aber zurück zur Schule, als hätte unser Schulsystem nicht so schon genug Probleme werden sie durch die bunten Klassen noch schlimmer. Da ist es kein Wunder das es noch mehr Mobbing gibt, weil es noch mehr Unterschiede zwischen den Schülern gibt und damit noch mehr Angriffsfläche für mobbing. Eigentlich ist es schon ein Wunder, dass wir nicht noch mehr Amokläufe haben, ich würde es verstehen. Nur das es die entsprechenden Leute auch dann nicht wachrütteln würde, denn um das Problem anzugehen gibt es zwei Probleme:

1. es ist ein riesiges Problem, dass sehr viel Arbeit nötig machen würde es zu beseitigen oder auch nur deutlich zu mildern, das ganze Schulsystem müsste überholt werden, wir müssten weg von unserer Stressgesellschaft kommen so das die Eltern sich wieder um ihre Kinder kümmern können und von den Schülern nicht zu viel verlangt wird, denn auch das ist so ein kritischer Punkt, es wird ja nicht weniger was Schüler alles lernen müssen und der Erwartungsdruck dürfte heute auch deutlich höher sein.

2. somit würde das Ganze weil so komplex viel Zeit und damit Geld kosten. Geld das Niemand dafür aufbringen will. Also macht man lieber weiter wie bisher und bringt Killerspiel Debatten als reiner Ablenkungsversuch damit nicht doch Jemand die richtigen Fragen an die Politiker stellt, vor denen diese sich fürchten wie sonst was... Nur irgendwann passiert dann genau das was auch mit manchen gemobbten Leuten passiert: ein großer Knall... und dann will ich nicht in Deutschland sein.

Meine Meinung zu dem Ganzen. Auch daher kommt meine Aussage "die breite Masse ist dumm", Deutschland ist der beste Beweis dafür, die Zeiten in der ich stolz Deutscher war sind schon sehr lange vorbei.
Zinssm
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Zinssm »

Balmung hat geschrieben:Zu meiner Schulzeit gab es zum Glück nur wenige Mobber, aber auch ich war ein gern gesehenes Opfer, vor allem weil ich mich nicht gewehrt habe, Gewalt gegen Andere war für mich nie in meinem Leben eine Option (im Gegensatz zu in Spielen), auch heute nicht. Dennoch hatte ich da zumindest Glück auch ein paar Freunde in der Klasse zu haben, so ging es dann trotzdem einigermaßen.

Ich weiß aber dennoch sehr gut wie es ist wenn man Niemanden auf seiner Seite hat, ich hatte das Pech in meiner Ausbildung in der Schule einen in der Klasse zu haben, der in unserer ganzen Kleinstadt dafür bekannt war ein Mobbendes asoziales A... zu sein und genau der hat sehr schnell in mir sein perfektes Opfer gefunden. Nach dem er mich dann nach nem halben Jahr dazu gebracht hat ihn spontan über einen Tisch im Klassenzimmer zu schubsen (er fand es lustig mit einem Filzer mir im Gesicht rummalen zu wollen, ich nicht), bin ich nicht mehr in die Schule und verlor auch dadurch meinen Ausbildungsplatz (gab aber noch andere Gründe). Wollte nur mal verdeutlichen wohin das führen kann, daher so ausführlich beschrieben.

Mobbing sollte man auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, da gibt es rein gar nichts, aber wirklich gar nichts, was es da zu beschönigen gäbe. Wer das tut gehört schon fast selbst zu den Leuten die bei so etwas weggucken oder selbst zu Tätern werden. Und gerade in der eigentlichen Schulzeit muss man aufpassen, denn Kinder können extrem grausam zueinander sein und die Opfer wissen sich oft genug nicht zu wehren und stoßen bei den Eltern auf eher taube Ohren, wenn sie sich denn überhaupt gegenüber den Eltern öffnen. Man weiß ja nie ob nicht auch das Elternhaus seine Probleme hat. Auf die Art kann sich dann schnell mal eine ganze Menge über die Jahre ansammeln, vor allem Wut gegenüber seinen Peinigern und wenn man dann ein gewisses Alter erreicht, wo man dann kein Kinder mehr ist, kann das Manche schon auf dumme Ideen bringen, wie eben auch einen Amoklauf.

Wenn ich mir jedenfalls Amokläufe so ansehe, die so typisch "Killerspiele sind schuld!" verdächtig sind, dann würde ich jedes mal darauf wetten, dass die Täter auf die ein oder andere Art Mobbing Opfer sind. Niemand läuft Amok, wenn er an seinem Leben hängt, solche Mobbing Opfer, die dann zu solchen Mitteln greifen, hängen aber nicht mehr an ihrem Leben, die wollen nur das das Ganze ein Ende hat, die denken nicht an danach oder rechnen schon damit, dass sie es nicht überleben.

Und was ist dann das Resultat aus der ganzen Geschichte? Eine erneute Killerspiel Diskussion anstatt das endlich mal über die wahren Probleme geredet werden. Ist für die Politik aber natürlich auch am bequemsten, weil Videospiele können sich nicht verteidigen, wenn man sie angreift und die Wahrheit würde der Gesellschaft ziemlich vor den Kopf stoßen, denn die Wahrheit ist schlich die, das unsere GANZE Gesellschaft mit an den Amokläufen schuld ist.

Das fängt im eigenen Elternhaus an, Eltern nehmen den Job Kinder zu erziehen viel zu oft auf die leichte Schulter und glauben die Schule wäre dazu da. Aber die Eltern können wiederum auch nur bedingt dafür, weil die heutige Zeit die Eltern dazu verdammt oftmals beide schuften zu müssen und welcher Elternteil hat schon groß Bock nach einem Arbeitstag sich auch noch mit seinen Kinder befassen zu müssen, viel zu anstrengend.

Da ist primär unsere heutige Stressgesellschaft schuld daran, das war zu meiner damaligen Kindheit noch völlig anders. Meine Mutter hat selbst als ich 12 war nur halbtags gearbeitet und das obwohl mein Vater mit seiner 08/15 Selbständigkeit als Kaufmann oftmals nicht genug Geld nach Hause brachte. Heute arbeitet die Mutter doch Vollzeit so früh wie möglich, Geld verdienen geht vor Kindererziehung. Und Hartz4 Familien, da sind die Eltern oftmals schon zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt als das sie noch einen Kopf für ihre Kinder hätten.

Und außerhalb der eigenen vier Wände haben wir dann unser völlig marodes veraltetes Schulsystem, das nicht geeignet ist für unser aktuelles Deutschland mit so viele Ausländern in der Klasse. Aber viele die Deutsche spielen lieber Gutmenschen und reden von einem bunten Deutschland ohne auch nur im Ansatz an die Konsequenzen denken zu wollen was das mit unserem Land anrichtet. Wie ich schon mal an anderer Stelle sagte, ich will kein buntes Deutschland (was nicht heißt das ich etwas gegen Ausländer hätte, nur damit das Niemand falsch versteht), ich will ein funktionierendes(!) Deutschland, das nicht immer weiter auf den Abgrund zu geht. Was die Gutmenschen immer wieder vergessen ist das hier unterschiedlichste Kulturen aufeinander treffen und das führt zu Problemen, die aber Niemand wirklich lösen will, sie werden wie die Amoklauf-Ursachen weg geschoben, weil die Wahrheit weh täte.

Aber zurück zur Schule, als hätte unser Schulsystem nicht so schon genug Probleme werden sie durch die bunten Klassen noch schlimmer. Da ist es kein Wunder das es noch mehr Mobbing gibt, weil es noch mehr Unterschiede zwischen den Schülern gibt und damit noch mehr Angriffsfläche für mobbing. Eigentlich ist es schon ein Wunder, dass wir nicht noch mehr Amokläufe haben, ich würde es verstehen. Nur das es die entsprechenden Leute auch dann nicht wachrütteln würde, denn um das Problem anzugehen gibt es zwei Probleme:

1. es ist ein riesiges Problem, dass sehr viel Arbeit nötig machen würde es zu beseitigen oder auch nur deutlich zu mildern, das ganze Schulsystem müsste überholt werden, wir müssten weg von unserer Stressgesellschaft kommen so das die Eltern sich wieder um ihre Kinder kümmern können und von den Schülern nicht zu viel verlangt wird, denn auch das ist so ein kritischer Punkt, es wird ja nicht weniger was Schüler alles lernen müssen und der Erwartungsdruck dürfte heute auch deutlich höher sein.

2. somit würde das Ganze weil so komplex viel Zeit und damit Geld kosten. Geld das Niemand dafür aufbringen will. Also macht man lieber weiter wie bisher und bringt Killerspiel Debatten als reiner Ablenkungsversuch damit nicht doch Jemand die richtigen Fragen an die Politiker stellt, vor denen diese sich fürchten wie sonst was... Nur irgendwann passiert dann genau das was auch mit manchen gemobbten Leuten passiert: ein großer Knall... und dann will ich nicht in Deutschland sein.

Meine Meinung zu dem Ganzen. Auch daher kommt meine Aussage "die breite Masse ist dumm", Deutschland ist der beste Beweis dafür, die Zeiten in der ich stolz Deutscher war sind schon sehr lange vorbei.
Sicherlich hast du recht mit der Feststellung das sowas immer verschiedene Gründe hat, nur einiges muss man berichtigen.
Mobbing gabs natürlich auch zu unserer Schulzeit, nur hatte es noch nicht diesen Namen!
In keinem anderen europäischen Land bleiben Mütter so lange Zuhause wie in Deutschland!
Beide Partner müssen heute arbeiten auch weil der Lebensstandard immens gestiegen ist (Urlaub, grosses oder mehrere Autos, Elektronik etc war selten)
Die Arbeitszeit war noch nie so gering wie heute. Versuch mal Smartphone und Pc zu dosieren, wieviel Zeit am Tag du auf einmal hast.
Ansonsten bin ich mit deinem Text ziemlich konform.
Ich hatte das Glück inmer ein bisschen schwerer gewesen zu sein deshalb gabs eine auf die Kapuze wenns mit dem ärgern übertrieben wurde :lol:
Stolz bin ich trotzdem auf Deutschland, wenn ich mir anschaue wo wir starten mussten ist unsere Stellung heute schier unglaublich :)
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Kajetan
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Kajetan »

Masters1984 hat geschrieben:Es gibt da so ein Buch von Morton Rhue, dessen Titel ich nicht nennen möchte. Da wird der Vorgang genau beschrieben und was Mobbing wirklich anrichten kann.
Morton Rhue, "Ich knall Euch ab"
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von billy coen 80 »

Wigggenz hat geschrieben:Was mir Sorgen macht ist vor allem die BPjM, die ja Werturteile fällt anstatt an Kriterien des wissenschaftlichen Nachweises gebunden zu sein. Die neue Killerspieldebatte (unsere regionalen Zeitungen etwa sind bereitwillig drauf angesprungen) geht an den Gremien garantiert nicht spurlos vorbei. Es lohnt sich da auch ein Blick auf deren personelle Zusammensetzung. Zudem unterliegen die nur der spärlichsten Kontrolle, können sich eine aktionistische Linie also erlauben.

Naja, ich hoffe, dass ich hier falsch liege.

Und solange Gewalt nicht NACH künstlerisch-distanzierter Betrachtung des Werks als etwas Positives und Nachzuahmendes dargestellt ist, also positiv propagiert wird, oder sonst Gesetzesvorschriften (bei vernünftiger zeitgemäßer Auslegung verletzt), gibt es auch keinen Diskussionsbedarf.
Als erste Instanz wäre da die USK zu sehen. Soweit mir die Abläufe da bekannt sind, wird die BPjM nur tätig, wenn einem Spiel die Einstufung verweigert wurde; in der Regel dann mit Indizierung (in Ausnahmefällen gar mit Beschlagnahmung).

Wenn ein Spiel eine USK-Freigabe bekommen hat, ist es eigentlich safe...
Kaaruzo
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Kaaruzo »

billy coen 80 hat geschrieben:Wenn ein Spiel eine USK-Freigabe bekommen hat, ist es eigentlich safe...
Vor einer Indizierung. Ein durch die USK freigegebenes Spiel könnte immer noch beschlagnamt werden (ist bisher nur noch nie vorgekommen).
Vernon
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Vernon »

Bei all diesen Vorfällen zZt versuche ich, einfach nur wegzuhören... wirscht ja sonst bekloppt bei all den Medienschlachtfesten.

Dennoch hörte ich im Radio, dass der Typ shootersüchtig war und gezielt "Headshots" verteilt haben soll.
Ich meine, die Ursachen für den Amoklauf ist das eine, aber die Art der Ausübung...
billy coen 80
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von billy coen 80 »

Kaaruzo hat geschrieben:
billy coen 80 hat geschrieben:Wenn ein Spiel eine USK-Freigabe bekommen hat, ist es eigentlich safe...
Vor einer Indizierung. Ein durch die USK freigegebenes Spiel könnte immer noch beschlagnamt werden (ist bisher nur noch nie vorgekommen).
Beschlagnahmung ist eh eher die Ausnahme geworden. Der letzte populäre Titel, der beschlagnahmt wurde, war die ungeschnittene US-Fassung von Silent Hill Homecoming. Das war aber, vor dem Hintergrund der vergleichsweise moderaten Schnitte, eine nicht wirklich nachvollziehbare Entscheidung (die waffenabhängigen Finisher waren bei menschlichen Gegnern nicht mehr möglich und die im Sinne der Serientradition auch eher deplatziert wirkende "Torturepornszene" kurz vor Ende wurde durch Abblenden bzw. leicht geänderte Kamerawinkel entschärft).

Inwieweit da nach Indizierung und Beschlagnahmung unterschieden wird, weiß ich nicht, aber es erscheint mir eh obsolet, weil es unwahrscheinlich ist, dass ein Spiel, welches Inhalte transportiert, die von der BPjM als strafrechtlich relevant erachtet werden, von der USK zuvor ein Siegel verpasst bekommt, während man es anderen Titeln vorenthält, was dann fast immer in einer Indizierung mündet. Die Vorgabe für eine Beschlagnahmung muss sein, dass z. B. Darstellungen "Gewalt verherrlichen" oder gar menschenverachtend rüberkommen. OK, das sind jetzt natürlich beides eher so "unbestimmte Rechtsbegriffe", die immer auch ein Stück weit dem Empfinden des jeweils Beurteilendem unterworfen sind. Aber eine derartig massive Wahrnehmungsdiskrepanz zwischen USK und BPjM (die einen halten selbst ein Indizierung nicht für nötig, die anderen hingegen sehen gar eine Beschlagnahmung als erforderlich) kann ich mir wahrhaftig nicht vorstellen.

Es müsste auch schon einiges passieren, dass die BPjM gegen die USK Veto einlegt, weil sie damit im Prinzip die Einrichtung der USK quasi überflüssig macht. Die USK wurde, nicht zuletzt auf Druck der Spieleindustrie, geschaffen, um Rechtssicherheiten für Publisher zu gewährleisten. Ein Fiasko wie etwa bei RE2, welches zunächst auf dem deutschen Markt erscheinen durfte, dann nach wenigen Wochen aber doch mit einer Indizierung aus eben selbigem quasi rausgedrängt wurde, sollte sich nicht wiederholen.

Die BPjM, als staatliche Institution, sollte zwar von Marktmacht unbeeinflusst agieren, aber machen wir uns nichts vor: die Videospielbranche ist eine der umsatzstärksten überhaupt. Über den Erwerb von Spielen generiert der deutsche Fiskus enorme Einnahmen durch Konsumsteuern. Das Interesse des Staates dürfte also, abseits populistischer Floskeln, denen erfahrungsgemäß noch nie wirksame Aktionen gefolgt sind, äußerst gering sein, es sich gerade mit dieser Branche zu verscherzen, indem man eine gemeinsam geschaffene Einrichtung per staatlichem Veto wieder quasi überflüssig erscheinen lässt.

@ vernon

Nicht gleich von so etwas verunsichern lassen! Das gezielte Schießen auf den Kopf hat nichts mit Videospielübung zu tun. Jeder Laie, der über die menschliche Physiologie nicht viel weiß, würde intuitiv den Kopf als bevorzugte Stelle wählen, um einen Menschen tödlich zu verletzen. Denn jeder, auch jener der sonst nix über die Positionen von Organen weiß, weiß zumindest, dass ein Treffer in die obere Kopfhälfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich sein wird. An der Waffe ausgebildete Menschen sehen, meines Wissens, davon ab, weil es viel zu schwer ist, einem sich bewegenden Menschen in den Kopf zu schießen. Will man letale Gewalt einsetzen, wird da eher auf eine schnelle Folge von Schüssen in den Brustbereich gesetzt, weil dort die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Treffers weit höher ist.
Kaaruzo
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Kaaruzo »

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass eine USK-Einstufung nur vor der Indizierung, nicht aber vor einer späteren Beschlagnahmung schützt.
billy coen 80
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von billy coen 80 »

Hab das ja auch nicht in Abrede gestellt. Wie gesagt, darüber habe ich mich noch nie informiert. Ich habe nur darzulegen versucht, weshalb ich das Thema für auch nicht wirklich relevant, weil schlicht nicht sehr realistisch erachte. :wink:
Kaaruzo
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Re: Nach Amoklauf in München: GAME Bundesverband ruft zu sachlicher Diskussion über gewalthaltige Spiele auf

Beitrag von Kaaruzo »

Also ich halte es auch für ausgeschlossen, dass ein Spiel, das von der USK eine Freigabe erhalten hat, jemals beschlagnahmt wird.

Ich wollte nur aufzeigen, dass es möglich wäre.