Das wird nicht verrückt, sondern ist normal. Gerade bei grafisch aufwendigen Spielen, wird immer mehr Speicher für die pure Grafik benötigt. Geometrien werden immer komplexer, Texturen immer höher aufgelöst, Shader immer komplexer, dass die Auflösung des angezeigten fertigen Bildes auch immer höher wird, macht da selbst mit Trippelbuffering praktisch schon keinen nennenswerten Anteil mehr aus (3840x2160 Pixel mal 32Bit Farbtiefe * 3fach Buffer = ~95MB!).ronny_83 hat geschrieben:Nu wird´s langsam verrückt. Das Ding hat ja bald mehr Arbeitsspeicher als mein PC Arbeitsspeicher.
Das war auch früher bei Spielen schon so, insbesondere wenn die 3D-Grafik hatten, nur war damals noch nicht soviel an die Grafikkarte ausgelagert, sondern wurden über den vergleichsweise lahmen Hauptspeicher abgewickelt.
Ich weiß nicht, wie weit du als Mechatroniker gekommen bist, ich hatte nur ein halbes Jahr E-Technik an der FOS.Jazzdude hat geschrieben:Mal eine Frage an die Techniker hier, da ich meine Mechatronikerausbildung damals abgebrochen hatte:
Warum wird denn heutzutage immer so viel mit Transistoren geprahlt? Das hat mich schon bei der XboxOne gewundert, weil so hervorgehoben!
https://de.wikipedia.org/wiki/XOR-Gatter
Erklärt das an einem einfachen Beispiel eigentlich ganz schön, warum man viele Transistoren braucht.
Besonders der Abschnitt CMOS-Realisierung zeigt das dann:
Um zwei 64Bit Zahlen addieren zu können, braucht man schon 140.000 Transistoren. Und das ist noch eine optimierte Schaltung die nicht anderes ausser zwei Zahlen addieren kann. Die kann nicht Multiplizieren, die kann nicht Dividieren oder gar Potenzen berechnen.Ein so optimierter Voll-Addierer benötigt nur noch 26 Transistoren (2× 4 Transistoren für das XOR der Summe, 3× 4 Transistoren für das 2-fach-NAND und 1× 6 Transistoren für das 3-fach-NAND für den Übertrag). Ein 64×64-bit-Hardware-Multiplizierer lässt sich so mit knapp 140.000 Transistoren implementieren.
Wenn du jetzt in einem Rutsch/Takt gar 2 solcher Zahlen gleichzeitig addieren können willst, brauchst du schon 280.000 Transistoren.
Der i386SX hatte z.B. insgesamt nur 275.000 Transistoren. Der hatte aber auch nur 16Bit, der konnte also gar keine 2 64Bit Zahlen addieren, wenn dann nur umständlich und entsprechend sehr langsam, aber gar nicht in einem Takt.
Und bei der Generation war noch viel aus der CPU ausgelagert, was mittlerweile in CPUs integriert ist. Die konnten irc nichtmal Fließkommazahlen direkt selbst, dazu brauchte man damals noch einen Co-Processor.
Und wie wir damals vom 1Ghz-Wettrennen gelernt haben, lässt sich die Taktrate nicht beliebig steigern. Man kann also einen Rechner nicht unendlich dazu bringen, mehr Additionen pro Sekunde berechnen zu können, indem man den Takt immer höher schraubt, man kann ihn aber (auch nicht unendlich, aber noch deutlich flexibler) zu mehr Additionen pro Sekunde bringen, indem man pro Takt einfach mehr Additionen ausführt. Aber dafür braucht man mehr Transistoren.
Aber auch das geht nicht ewig so weiter, weil die Entfernungen innerhalb eines Chips schon zu groß werden und damit tatsächlich schon die Lichtgeschwindigkeit zum Problem wird. Es dauert zu lange, bis ein Stromfluss vom einen Ende des Chips bis zum anderen kommt. Das kann man noch kompensieren, indem man die Strukturen immer kleiner macht, weil der ganze Chip dadurch ja kleiner wird. Aber auch das geht nicht unendlich, weil bereits aktuelle 14nm Strukturen schon nur noch eine Breite von ein paar Atomen haben. 14nm sind zwar insgesamt ungefähr ~70 Silizium Atome "groß", aber in die 70 Atome muss ja nicht nur der eigentliche Leiter, sondern auch noch Isolation, etc, sonst gäbe es einen Kurzschluss.
Oder mit anderen Worten: Die Technik, wie wir aktuell CPUs bauen, ist physikalisch schon ziemlich am Ende. Die Taktrate lässt sich kaum mehr steigern und die Chipgröße (und damit die Anzahl der Transistoren) lässt sich nichtmehr allzusehr verringern. Deswegen geht man ja in Richtung Multicore (die Begrenzung gilt nur jeweils für einen Core), aber das macht die Recheneinheiten unabhängig und nicht jede Aufgabe lässt sich parallel berechnen.
