Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

sourcOr hat geschrieben:Man hat das Volk gefragt und sollte jetzt auch danach handeln.
Schon. Nur ist die Antwort des Volkes alles andere als klar. Was wollen die Briten? Raus? Rein? Das Ergebnis war zu knapp um Entscheidungen mit solcher Tragweite einfach umzusetzen. Vor allem, da durch ein "Leave" sogar der Zusammenhalt des eh schon fragilen United Kingdom bedroht ist. Die Nordiren schauen, ob sie sich Irland anschliessen können. Die Schotten wollen nochmal über ihre Unabhängigkeit abstimmen, weil sich die Rahmenbedingungen vollkommen verändert haben.

Hier geht es nämlich nicht um ein simples Bauprojekt (Stuttgart21) oder die Wahl eines repräsentativen Staatsoberhauptes (Österreich). Ob rein oder raus aus der EU hat MASSIVE Folgen für die Briten. Und für den Rest Europas. Ich finde, hier sollte man lieber nochmal nachfragen: "Seid ihr Euch sicher, dass ihr das wollt?". Sicherheitsabfragen bei Software gibt es ja nicht ohne Grund. Und hier sollte es nochmal eine Sicherheitsabfrage geben, bevor man solche weitreichenden Vorgänge in die Wege leitet.
Ignorieren können sie die Petition aber nicht, sie müssen sich zumindest damit befassen (muss ja nichts bei herauskommen). Wobei der Witz an diesen Petitionen ist, dass gar nicht ausreichend geprüft wird, ob du auch wirklich Brite bist. Ich könnte mich da auch eintragen wenn ich wollte. Angaben wären zwar falsch, aber das scheint ja egal zu sein.
Da es auch sonst keine Sicherheitsabfragen gab und die Petition kinderleicht mit Bots manipulierbar, hat sie keinerlei Relevanz. Ignoriere die Petition, sie ist unwichtig :)
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

Temeter  hat geschrieben: Wer redet denn von dürfen? Natürlich dürfen sie das. Ob es gut ist, bleibt eine ganz andere Frage, und ob man das Ergebnis einer solchen Wahl mit dem Wort Gottest gleichsetzen sollte?
Dann habe ich Dich hier vielleicht mißverstanden ...
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Temeter 
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben: Wer redet denn von dürfen? Natürlich dürfen sie das. Ob es gut ist, bleibt eine ganz andere Frage, und ob man das Ergebnis einer solchen Wahl mit dem Wort Gottest gleichsetzen sollte?
Dann habe ich Dich hier vielleicht mißverstanden ...
Ich sage nur, das es peinlich abgelaufen ist, mit der ganzen Polemik und Panikmacherei. Demokratisch war das ganze absolut.
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sourcOr
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von sourcOr »

Kajetan hat geschrieben:Hier geht es nämlich nicht um ein simples Bauprojekt (Stuttgart21) oder die Wahl eines repräsentativen Staatsoberhauptes (Österreich). Ob rein oder raus aus der EU hat MASSIVE Folgen für die Briten. Und für den Rest Europas. Ich finde, hier sollte man lieber nochmal nachfragen: "Seid ihr Euch sicher, dass ihr das wollt?". Sicherheitsabfragen bei Software gibt es ja nicht ohne Grund. Und hier sollte es nochmal eine Sicherheitsabfrage geben, bevor man solche weitreichenden Vorgänge in die Wege leitet.
Bei der Software brauchst du ja aber auch nicht mehr zu machen, als einmal ausversehen auf den falschen Button zu drücken. Ich weiß net, aber ich will das net mit so einem Vorgang, der langwierig geplant und vorbereitet wurde und dann entsprechend auch ausgeführt wurde, vergleichen. Eigentlich war das alles klar im Vorfeld (auch dass die Wahl je nach Land deutlich anders ausfallen kann), doch die meisten Leute haben sich eben trotzdem für den Austritt entschieden - informiert oder net. "Knapp", ja, aber mehr als einfache Mehrheit war ja nicht gefordert. Und das sind auch trotzdem über eine Million Leute.

Das ist aber auch so ein Punkt, weshalb ich kaum begreifen kann, wie Leave gewinnen konnte. Normalerweise sollte einen doch vor der Urne (oder zu Hause beim Ausfüllen) nochmal die nackte Angst packen und man wählt das "sichere." Deshalb hab ich der Seite auch keine Chance zugerechnet. Wahrscheinlich war die Angst vor Immigranten und "Eurokraten" aber noch größer. Vllt gehts dem Land und den vielen Bürgern da in England und Wales aber auch einfach nur schlechter als ich dachte und sie wollten irgendwelche Veränderungen.
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SethSteiner
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von SethSteiner »

sourcOr hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Sehe ich anders. Eine Demokratie sollte keine Diktatur der Mehrheit sein und ein Ergebnis nicht mehr anfechten zu können, vor allem eins wo es im Grunde 50/50 steht, ist immer schwierig. Hier muss diskutiert werden, gerade auch wenn sich rausstellt dass Argumente wegen denen abgestimmt wurde sich entweder als Lüge herausstellen oder wenn Argumente offensichtlich nicht bedacht wurden, bspw. ein völliger Zerfall des Vereinigten Königreich.
Und wann soll das dann enden? Willst du auch "richtige" Wahlergebnisse anfechten, weil die meist gewählte Partei nicht mit absoluter Mehrheit sondern nur als Koalition in die Regierung eingezogen ist? Und es gibt immer Dinge, die man nicht bedacht hat und Lügen findet man bestimmt auch genügend. Dafür ist die Zeit davor dar, dass man sich selbst so gut wie möglich informiert. Und das war heir auch möglich, aber das machen die Menschen nunmal net.
Das endet, wenn keiner mehr will. Siehe Norwegen, wo es auch mehr als eine Abstimmung darüber gab, ob man der EU Beitritt. Es wird teilweise Jahrzehnte über Dinge gestritten die mal abgelehnt oder befürwortet wurden, das ist so in einer parlamentarischen Demokratie und lässt sich auch bei Volksentscheiden finden.

Ja, Lügen und Manipulationen gibt es immer, zumindest solange bis wir uns entscheiden, dass eine KI unsere Politik bestimmt und wir aufhören Stellvertreter zu wählen oder aber neue Regeln aufstellen. Nichts desto trotz, kann man es nicht einfach ignoriren, wenn das halbe Land eine andere Meinung vertritt, besonders wenn das halbe Land getäuscht wurde und wenn die Integrität des Landes auf dem Spiel steht. Es hat seinen Grund, warum dieses Votum nicht bindend ist und das ist eben die Möglichkeit die Entscheidung und den Prozess zu diskutieren und eine andere Wahl treffen zu können. Wenn man keine Diskussion will, keinen Austausch, kein Hinterfragen, einfach nur Handeln nach dem Willen der 51, könnte man auch gleich im Anschluß diese und andere Mechanismen des britischen demokratischen Prozesses abschaffen.
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R_eQuiEm
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von R_eQuiEm »

SethSteiner hat geschrieben:
sourcOr hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Sehe ich anders. Eine Demokratie sollte keine Diktatur der Mehrheit sein und ein Ergebnis nicht mehr anfechten zu können, vor allem eins wo es im Grunde 50/50 steht, ist immer schwierig. Hier muss diskutiert werden, gerade auch wenn sich rausstellt dass Argumente wegen denen abgestimmt wurde sich entweder als Lüge herausstellen oder wenn Argumente offensichtlich nicht bedacht wurden, bspw. ein völliger Zerfall des Vereinigten Königreich.
Und wann soll das dann enden? Willst du auch "richtige" Wahlergebnisse anfechten, weil die meist gewählte Partei nicht mit absoluter Mehrheit sondern nur als Koalition in die Regierung eingezogen ist? Und es gibt immer Dinge, die man nicht bedacht hat und Lügen findet man bestimmt auch genügend. Dafür ist die Zeit davor dar, dass man sich selbst so gut wie möglich informiert. Und das war heir auch möglich, aber das machen die Menschen nunmal net.
Das endet, wenn keiner mehr will. Siehe Norwegen, wo es auch mehr als eine Abstimmung darüber gab, ob man der EU Beitritt. Es wird teilweise Jahrzehnte über Dinge gestritten die mal abgelehnt oder befürwortet wurden, das ist so in einer parlamentarischen Demokratie und lässt sich auch bei Volksentscheiden finden.
Und wann will keiner mehr? Ab welchen Zahlen sollte das deiner Meinung nach aufhören?
Norwegen ist dafür ein schlechtes Beispiel da die mehrhaften Abstimmungen über Jahrzente gingen. Hier wird gleich nach einer Wahl nach einer neuen gerufen, was eben ein Schuss ins Knie einer demokratischen Lösung ist.

Eine Demokratie sollte keine Diktatur der Mehrheit sein und ein Ergebnis nicht mehr anfechten zu können, vor allem eins wo es im Grunde 50/50 steht, ist immer schwierig.
Ist Demokratie in der Praxis nicht immer die Diktatur (auch wenn das Wort schon sehr übertrieben ist) der Mehrheit? Es wird eine Thematik gestellt, darüber diskutiert und abgestimmt. Sollte das Ergebnis ein Enges sein, ist es trotzdem das Ergebnis. Worin liegt der Sinn abzustimmen, wenn im Nachhinein die Abstimmung jederzeit wieder übergangen werden kann?
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

sourcOr hat geschrieben:Vllt gehts dem Land und den vielen Bürgern da in England und Wales aber auch einfach nur schlechter als ich dachte und sie wollten irgendwelche Veränderungen.
Gut möglich ... Labour zerlegt sich ja auch gerade mit Karacho. Vielleicht ist das für Großbritannien genau die richtige Entscheidung gewesen. Wer weiß, vielleicht entsteht aus dem aktuellen Chaos etwas halbwegs besseres?
Zuletzt geändert von Kajetan am 28.06.2016 19:20, insgesamt 1-mal geändert.
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SethSteiner
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von SethSteiner »

R_eQuiEm hat geschrieben:Und wann will keiner mehr? Ab welchen Zahlen sollte das deiner Meinung nach aufhören?
Norwegen ist dafür ein schlechtes Beispiel da die mehrhaften Abstimmungen über Jahrzente gingen. Hier wird gleich nach einer Wahl nach einer neuen gerufen, was eben ein Schuss ins Knie einer demokratischen Lösung ist.
Eine Demokratie sollte keine Diktatur der Mehrheit sein und ein Ergebnis nicht mehr anfechten zu können, vor allem eins wo es im Grunde 50/50 steht, ist immer schwierig.
Ist Demokratie in der Praxis nicht immer die Diktatur (auch wenn das Wort schon sehr übertrieben ist) der Mehrheit? Es wird eine Thematik gestellt, darüber diskutiert und abgestimmt. Sollte das Ergebnis ein Enges sein, ist es trotzdem das Ergebnis. Worin liegt der Sinn abzustimmen, wenn im Nachhinein die Abstimmung jederzeit wieder übergangen werden kann?
In einer Demokratie gibt es dann keinen mehr, sobald jemand nicht mehr genug für seine Sache mobilisieren kann, da gibt es keinen festen Wert. Es spielt doch keine Rolle, ob wir nun von Tagen oder Jahrzehnten reden. Fakt ist, eine Wahl für oder gegen etwas ist kein Dogma. Es ist nicht unumstößlich und dafür gibt es verschiedene Mechanismen, die von Neuwahlen über juristische Anfechtungen und Überprüfungen bis hin zu unterschiedlichen Distanzen reichen. Das Wort Diktatur ist hier überhaupt nicht übertrieben, wo angefangen wird zusagen, dass ein Ergebnis akzeptiert werden müsse. Es gibt ein politisches System, für das genau das symptomatisch ist und das ist die Diktatur. Wo meinst du liegt wohl der Sinn darin, dass die Abstimmung in Groß-Britannien nicht bindend ist? Wo meinst du liegt wohl der Sinn darin, wenn bei einem Atomschlag zwei Leute für einen Abschuß erforderlich sind? Der Sinn der Abstimmung war es, herauszufinden was das Volk denkt (idealistisch betrachtet) und die Abstimmung hat gezeigt, dass das Volk keine eindeutige Position hat. Der Sinn des Parlaments ist es, aus den Erkenntnissen der Abstimmung heraus eine Entscheidung zu treffen, die am besten für das Volk und das Land ist.
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

R_eQuiEm hat geschrieben: Ist Demokratie in der Praxis nicht immer die Diktatur (auch wenn das Wort schon sehr übertrieben ist) der Mehrheit? Es wird eine Thematik gestellt, darüber diskutiert und abgestimmt. Sollte das Ergebnis ein Enges sein, ist es trotzdem das Ergebnis. Worin liegt der Sinn abzustimmen, wenn im Nachhinein die Abstimmung jederzeit wieder übergangen werden kann?
Nein. Eine Demokratie hat immer auch Minderheitenschutz (im Sinne der Menschenrechte). Andernfalls wäre es eine Diktatur der Mehrheit :)

Wenn man, wie in der Schweiz geschehen, einfach per einfacher Mehrheitsentscheidung die Grundrechte für eine Minderheit aufhebt (hier: Moslems sollen keine Moscheen bauen dürfen), dann ist das eigentlich keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur der Mehrheit. Deswegen sind auch Rußland oder Saudi-Arabien keine Demokratien, auch wenn man hier ein Parlament wählen kann, welches dann die Entscheidungen des jeweiligen Bosses absegnet, gleichgültig um was es geht. Minderheiten sind in Demokratien durch die Grundrechte geschützt. Wird dieser Schutz ausgehebelt oder einfach ignoriert, hat diese Demokratie aufgehört eine zu sein oder war nie eine, denn Demokratie ist mehr als nur "Ihr dürft im Wahllokal eine Stimme abgeben!".

Genauer gesagt: Ohne Menschenrechte kann es keine moderne (!) Demokratie geben. Denn die Griechen hatten zwar schon Demokratie, aber nur für die stimmberechtigten männlichen Bürger der Stadt Athen, nicht für Frauen der Stadt Athen, nicht für die Bauern auf dem Land und schon gar nicht für die Sklaven.
johndoe984149
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von johndoe984149 »

Eisenherz hat geschrieben:Genau, weil wegen dem Brexit die Welt untergehen wird, und generell wird ab jetzt täglich um 5.45Uhr zurückgeschossen!

Manche Menschen sind ja sogar der unvorstellbaren Annahme, dass es 1945-1993 ohne die erweiterten Befugnisse der Brüsseler Spechte auch nicht ganz so übel lief. Die Briten werden sich schon ihre Verträge sichern, denn auch die EU wird nicht auf diesen Absatzmarkt verzichten. Da können der gescheiterte Buchhändler aus Würselen und Steuerschlupfloch-Claude in Brüssel noch so sehr über ihren politischen Bedeutungsverlust heulen.
Die den meisten Zeitungen ist schon der Kindergarten ausgebrochen und machen sich wieder der Vernunft anderen zum feind und man hat das Gefühl als wurde ein 10 Jährigen sein Lieblings Spielzeug weggenommen.

Jetzt wünscht man England alles Böse dabei ist man doch auf guten Wirtschaftlichen Verbindungen angewiesen.
Ab wann Greift die EU England an um sie wieder in der EU Zwangsweise einzugliedern ?

Überall der reinste Kindergarten Gehabe als wenn man es nicht mit Vernunft begabte Lebewesen zu tun hat und wenn man bei uns eine Abfrage machen würde dann würden die Politiker aber ganz schön getröpfelt drein sehen :D
Kajetan hat geschrieben:
R_eQuiEm hat geschrieben: Ist Demokratie in der Praxis nicht immer die Diktatur (auch wenn das Wort schon sehr übertrieben ist) der Mehrheit? Es wird eine Thematik gestellt, darüber diskutiert und abgestimmt. Sollte das Ergebnis ein Enges sein, ist es trotzdem das Ergebnis. Worin liegt der Sinn abzustimmen, wenn im Nachhinein die Abstimmung jederzeit wieder übergangen werden kann?
Nein. Eine Demokratie hat immer auch Minderheitenschutz (im Sinne der Menschenrechte). Andernfalls wäre es eine Diktatur der Mehrheit :)

Wenn man, wie in der Schweiz geschehen, einfach per einfacher Mehrheitsentscheidung die Grundrechte für eine Minderheit aufhebt (hier: Moslems sollen keine Moscheen bauen dürfen), dann ist das eigentlich keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur der Mehrheit. Deswegen sind auch Rußland oder Saudi-Arabien keine Demokratien, auch wenn man hier ein Parlament wählen kann, welches dann die Entscheidungen des jeweiligen Bosses absegnet, gleichgültig um was es geht. Minderheiten sind in Demokratien durch die Grundrechte geschützt. Wird dieser Schutz ausgehebelt oder einfach ignoriert, hat diese Demokratie aufgehört eine zu sein oder war nie eine, denn Demokratie ist mehr als nur "Ihr dürft im Wahllokal eine Stimme abgeben!".

Genauer gesagt: Ohne Menschenrechte kann es keine moderne (!) Demokratie geben. Denn die Griechen hatten zwar schon Demokratie, aber nur für die stimmberechtigten männlichen Bürger der Stadt Athen, nicht für Frauen der Stadt Athen, nicht für die Bauern auf dem Land und schon gar nicht für die Sklaven.
jetzt kommt die schwierige Frage wer hat mehr Recht ein Volk das eine Volksentscheidung trieft oder die sogenannte Moral ?
Wie würde man Persönlich handeln wenn man Gastgeber wäre und der Gast fordert erst mal gewisse Bereiche in deiner Wohnung ?
Zuletzt geändert von johndoe984149 am 28.06.2016 20:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Imperator Palpatine
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Imperator Palpatine »

Die Reaktionen auf den " Brexit " sind bisweilen interessanter als der Wunsch nach dem Austritt selbst. Und die Art und Weise wie sich so mancher EU Befürworter in Politik, Medien und auch in diesem Thread äussert ist bezeichnend.

Da wird den normalen Menschen unterstellt sie wären sich der Tragweite ihrer Entscheidung nicht bewusst gewesen, bis hin zu der Aussage dass man aufgrund der Komplexität der Sache nur " Experten " darüber entscheiden lassen darf.
Und dabei werden und wurden natürlich auch gerne alte Wähler und Landbewohner als dümmliche Idioten hingestellt, die angeblich die Zukunft der urbanen Jugend weg geworfen haben.
Das ist schon verdammt vermessen, ja arrogant. Es wirkt bisweilen wie bei einem beleidigten, verschmähten Liebhaber desen Angebete auf einmal natürlich ganz hässlich ist...

Und die EU Befürworter stehen in dümmlicher Propaganda ihren Gegnern in nichts nach, wie oft da im Grunde die Bedrohung des Friedens in Europa also quasi Krieg als Szenario aufgebaut wurde, geht auf keine Kuhhaut mehr.
Gerne auch garniert mit dem Märchen dass die EU der Garant dafür war dass in Europa in den letzten 70 Jahren Frieden herrschte. Womit man nicht nur den Krieg in Yugoslawien nonchalant vergisst sondern auch dass die NATO Atomwaffen der wahre Grund für Frieden waren, die Sowjetunion war ansonsten nicht sonderlich zimplerlich bei der Durchsetzung ihrer Interessen in Europa wie die Niederschlagung der Aufstände in der DDR, der Tschechoslowakei und Ungarn gezeigt haben.

Und wer sind dann diese belesenen Experten denen man diese Entscheidungen besser überlassen sollte ? Die Politiker bzw Abgeordneten die nicht einmal wissen was in den Verträgen wie z.B TTIP steht oder es im Vorfeld nicht einsehen dürfen aber dann locker flockig dafür stimmen ?! Dafür seht ihr sie dann auf einmal als dem " einfachen Bürger " überlegen ?

Ich bezweifele zudem dass auch hier ähnlich bezüglich möglicher Wiederholungen argumentiert würde, wenn die Abstimmung für " Remain " ausgefallen wäre...
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 28.06.2016 20:20, insgesamt 9-mal geändert.
Zinssm
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Zinssm »

Wenn es wirklich soweit kommt das nach jeder Wahl, Votum o.ä die Minderheit die Hand hebt, (egal wie gross oder klein sie ist) "Minderheitenschutz" schreit und somit alles Null und Nichtig ist dann ist mehr als nur der Grundgedanke einer Demokratie futsch!
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

Shackal hat geschrieben:jetzt kommt die schwierige Frage wer hat mehr Recht ein Volk das eine Volksentscheidung trieft oder die sogenannte Moral ?
Wie würde man Persönlich handeln wenn man Gastgeber wäre und der Gast fordert erst mal gewisse Bereiche in deiner Wohnung ?
What?
johndoe1824162
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von johndoe1824162 »

Danke. Gut zusammengefassst. Der anmaßende Zeigefinger Richtung UK ist auch einer der Gründe für das Ergebnis. Auf Gängeleien, Bevormundung und (deutsche) Alleingänge hat nicht mehr jeder Lust. Die Schweiz und Norwegen wurden ja auch schon erwähnt. Denen gehts auch ganz gut ohne EU-Wahn. Aber sicherlich alles nur ungebildete Leute, die auf Polemik reinfallen, wenn sie den Regierenden nicht blind folgen.
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SethSteiner
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von SethSteiner »

Dir scheint nicht klar zusein, wie intensiv die Beziehungen dieser Länder zur EU sind, so intensiv dass Norwegen tausende von Gesetzen übernommen hat. Es ist ziemlich blauäugig zu denken, Schweiz und Norwegen wären isolierte Länder, ganz ohne "EU-Wahn". Begriffe wie EU-Wahn, Gängelei, Bevormundung und deutsche Alleingänge, haben einen äußerst demagogischen Klang. So als ob die EU eine Diktatur wäre, in dem in diesem Fall England schwere Last zu tragen hätten und am besten noch von Deutschland beherrscht würde, während man geradezu wahnhafte Politik betreibt. falls du das alles so glaubst, dann bestätigst du selbst das Klischee.