sourcOr hat geschrieben:Diese Sachen kannst du doch aber net gleichsetzen.
Doch!
Das Ergebnis ist da, es wird wohl stimmen.
Natürlich stimmt das Ergebnis. Aber ...
Klar kann man darüber jetzt diskutieren und sich auskotzen, aber die Wahl selbst ist gelaufen und jetzt sollte man danach handeln. Das Für und Wider sollte nun keine Rolle mehr spielen - die Debatte lief die Monate vorher bereits und sollte ja unbedingt in diesem dämlichen Referendum enden. Aber damit ist die Entscheidung nun auch gefallen und sollte akzeptiert werden. Dafür sind Abstimmungen da.
Das war keine Parlamentswahl, sondern ein Referendum. Ein Referendum ist in Großbritannien NICHT bindend. Die Regierung kann es ignorieren, das Parlament kann das Referendum ignorieren. Die Folge ist dann nur, dass die Regierung, die so handelt, sich ins politische Aus schiesst und die nächste Wahl fast schon per Default verliert.
Cameron hat durch seinen Rücktritt schon mal Platz für einen Nachfolger und eventuelle Neuwahlen gemacht.
Das Problem ist nur, dass jetzt eine nicht unerhebliche Menge an Leuten meint, man müsse nochmal neu abstimmen, weil sie das Ergebnis nicht mögen. DIese Petition gibt es ja schon deutlich länger, aber schwupps war die Wahl gelaufen, mochte man das nicht wahrhaben und unterzeichnet nachträglich nochmal diese Petition. Das ist richtig kindisch. Wären mehr Altersgenossen zur Wahl gegangen, wäre das gar net nötig gewesen, aber so braucht man sich dann auch nicht mehr zu beschweren.
Die Petition ist zwar Ausdruck einer bestimmten Stimmung, kann aber komplett ignoriert werden. Sie ist nicht Richtschnur künftigen politischen Handelns. Das knappe Ergebnis des Referendum ist es. Neuwahlen sind hier angebracht, um klarer herauszustellen, was die Briten eigentlich wollen, denn hier geht es nicht einfach nur um die Wahl für einen repräsentativen Posten wie in Össiland, sondern tatsächlich, faktisch und langfristig um die Zukunft des Landes. Das sollte man besser NICHT so leichtfertig entscheiden.
Dass sich die Brexit-Befürworter mit ihrer Lügenkampagne dabei selber ein Bein gestellt haben, ist dabei deren Problem. Hätte man auch anders aufziehen können, dieser Lügen hätte es gar nicht bedarft.