yopparai hat geschrieben:
Japanisch ist als Sprache übrigens prinzipiell nochmal deutlich simpler als Englisch. Hilft aber nicht viel bei der Schrift... ^^
Echt? Von Japanisch habe ich (leider) absolut keine Ahnung. Ok, die Schrift ist kacke, aber wenn das noch einfacher als Englisch ist, wäre es ja wenigstens interessant es sprechen zu können, auch wenn man nicht schreiben und lesen kann. Soll ja hier und da auch schonmal gut weiterhelfen.
Vielleicht kannst du mir ja ein paar Stichpunkte nennen, inwiefern (gesprochenes) Japanisch noch einfacher als Englisch ist? Würde mich echt interessieren.
Todesglubsch hat geschrieben:
Na, dass Textverständnis gelehrt werden muss und man durchaus auch mal nen deutschen Klassiker gelesen haben sollte (auch wenn dessen Nutzen im Leben fragwürdig ist) zweifel nichtmal ich an. Also Wilhelm Tell, Faust oder sowas.
Textverständnis hat nichts mit Klassikern zu tun, das könnte man auch aus täglichen Zeitungsartikeln lehren.
Ich weiß auch nicht, warum man einen "Klassiker" gelesen haben sollte, Faust z.B. Heutzutage ist es eher peinlich, wenn man Star Wars nicht kennt, aber nach Faust fragt doch keine Sau mehr.
Todesglubsch hat geschrieben:
Irgendwann hat sie dann mal gesagt "Ich weiß garnicht wieso ihr hier seid. Ihr scheint garkeine Lernschwäche zu haben."
Die Aussage könnte einem zu Denken geben.

Aber gut, mich konnte auch noch keiner überzeugen, dass ADHS eine Krankheit ist, ich bin immernoch der Meinung, dass das in 99% der Fälle einfach falsch anerzogen ist und keine biologisch oder psychisch (abgesehen von falscher Erziehung mit Psychoschaden als Folge) begründete Krankheit ist, bzw es das vor 30 Jahren noch nicht gab. Nur damals hat man dann halt noch ne Watsche gekriegt, wenn man partout nicht stillsitzen konnte.
Todesglubsch hat geschrieben:
Beim Wechsel auf dem Gym hatte ich hingegen die ersten zwei Jahre jeweils ne Freistunde, weil Ethik dort erst ab der siebten Klasse begann. Wieso auch immer.
Sagte ich doch schon: Lehrplan und Lehrerverfügbarkeit.
Mich hat damals ürbigens auch keiner gefragt, ob ich getauft wollen werde, mich hat auch keiner gefragt ob ich die Kommunion machen will und noch später hat mich auch keiner gefragt ob ich die Firmung machen will. Das war einfach gesetzt, in meinem Fall nichtmal durch die Eltern, sondern eher durch die Großeltern, also genaugenommen wurden meine Eltern durch meine Großeltern gezwungen, dass sie mir das antun.
Das hat sich aber mittlerweile immerhin auch erledigt.
Todesglubsch hat geschrieben:
Die Förderung ist wichtig, klar. Das Problem ist aber das Image. Wir brauchen uns nichts vorzumachen, viele Gymnasiasten schauen auf die Hauptschüler herab. Grundlos.
Es wird immer bessere und schlechtere Schüler geben und die besseren werden sich immer über die schwächeren lustig machen, völlig egal wie der Schulzweig genannt wird. Es muss aber unterschiedliche Zweige geben, weil sonst die besseren auch nicht entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden können.
Das sich die Besseren über die Schlechteren lustig machen, muss zwar theoretisch nicht sein, liegt aber in der Natur des Menschen und wird sich so schnell nicht ändern. Ist man irgendwann mal alt genug, kapiert man das (vielleicht), aber wir reden hier von Schulkindern, die kapieren das idR schlicht und einfach nicht.
Todesglubsch hat geschrieben:
AFAIK haben wir auch immer mehr Gymnasiasten, die natürlich studieren wollen ("Wieso hab ich sonst mein Abi gemacht?").
Und die haben auch völlig recht. Das liegt komplett am Bildungssystem. Es hat absolut keinen Sinn Abi zu machen, wenn man nicht studieren will, das sind lediglich 2 verlorene Jahre gegenüber einem Realschulabschluss (früher sogar 3 Jahre).
Was ich in meinem jetztigen Job brauche, oder auch alltäglich, da hätte ich zum Großteil auch nach der 8ten Klasse Gym aufhören können. Bestenfalls Mathe und Physik war noch für mich relevant weiterführend, das hätte mir aber auch in einer spezialisierten Ausbildung auch wesentlich besser vermittelt werden können, ohne den ganzen Zwangsmurks drum herum.
Todesglubsch hat geschrieben:
Und wie sieht's in der Praxis aus? Wir haben zu viele studierte Stunden und suchen händeringend Azubis. Trauriges Szenario: Studiert, gute Noten, kein Job.
Kann ich aus erster Hand voll bestätigen. Ein ehemaliger Arbeitgeber hat auch Leute gesucht, es kamen fast nur Bewerbungen von Studienabsolventen. Nur die konnten wir absolut nicht brauchen. Die konnten zwar tolle UML-Diagramme malen und ellenlange Abhandlungen schreiben, aber wenn sie dann mal wirklich was tun sollten, z.B. ihr selbst gemaltes UML-Diagramm tatsächlich mal ausprogrammieren, wurde es ganz finster. Nur leider hilft mir ein UML-Diagramm nicht viel, wenn ich eine tatsächlich laufende Anwendung brauche.
Diverse Leute die "nur" eine Ausbildung gemacht haben, konnten zwar keine schicken UML-Diagramme malen (zumindest nicht so umfangreich und overengeneered), aber die konnten das dann wenigstens praxistauglich umsetzen, und genau das hätten wir gebraucht, nur wir haben niemanden gefunden.
Wir haben dann doch einen Studenten eingestellt, der dann aber letztendlich die Probezeit nicht überstanden hat. Der hat so einige Böcke geschossen, die hätte ich von einem Azubi im zweiten Lehrjahr nicht erwartet.
Todesglubsch hat geschrieben:
Hätten Sie stattdessen ne Ausbildung gemacht, wären sie vermutlich schon irgendwo untergekommen und verdienen gut.
Äh, naja, gerade was das "gut verdienen" angeht, kann ich ein Lied singen. Bei meinem jetztigen Arbeitgeber bin ich von 25 Mitarbeitern der einzige, der kein Studium abgeschlossen hat. Ich mache exakt die gleiche Arbeit, ich werde keineswegs geschont und ich bringe die gleiche Leistung, werde genauso teuer an Kunden verkauft, wie alle meine Kollegen auch.
Anfänglich gab es nach meiner Probezeit im Personalgespräch die Aussage: "Es kommt ja schließlich darauf an, was jemand kann, nicht ob er studiert hat oder nicht, und du kannst das ja offensichtlich".
Bei JEDEM späteren Mitarbeitergespräch, spätestens wenn es ums Gehalt geht, kommt IMMER das Argument "aber du hast ja nichtmal studiert!".
Es flaut langsam ab. Immerhin. Wenigstens knapp 15 Jahre Berufserfahrung scheinen dann doch langsam ein bisschen was Wert zu sein.
Todesglubsch hat geschrieben:
Ich hab vor einigen Jahren mal im Radio einen Bericht über den Azubimangel gehört und dabei ging es u.a. um einen Frisör, der keine Lehrlinge mehr fand. Laut anwesenden Experten kein Wunder, denn der verlangte von seinen Lehrlingen Abitur und ein abgeschlossenes Studium.
Klar, das ist die übliche Stellenbeschreibung:
Wir suchen XY, Vorraussetzung: Single, flexibel, abgschlossenes Studium, mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, maximal 20 Jahre alt.
Todesglubsch hat geschrieben:Was denkt ihr, wieso ihr das alles lernt? Weil ihr das braucht? Hah. Nein, niemand wird euch zwingen irgendein Buch zu interpretieren. Mathe? Plus, Minus, Geteilt, Mal - mehr braucht ihr nicht. Wieso ich euch das trotzdem alles beibringe? Damit ich bezahlt werde!
Ich mochte den Mann.
Sorry, wenn ich das sage, aber der Mann war als Lehrer der letzte Idiot. Mit so einer Einstellung sollte man kein Lehrer werden dürfen, und wenn man es doch wird, sollte man das zumindest nicht seinen Schülern sagen. Das ist der psychologische Supergau. Nicht weil man den Schülern sagt, dass sie das nicht brauchen werden, sondern eher der Nebensatz "damit ich bezahlt werde".
Das ist genau die Sorte von Lehreren die mir fast das Genick gebrochen hatten. Ich hatte normale Lehrer, ich hatte richtig miese Lehrer, ich hatte aber auch ein paar wirklich sehr gute Lehrer (überwiegend leider erst sehr spät).
Wenn man dann ein und denselben Arschlochlehrer auch noch in zwei Fächern gleichzeitig hat, ist man echt gearscht. Wenn man dann sogar zwei solcher Lehrer in jeweils zwei Fächern hat, geht schon die halbe Welt unter. Da kannste nichts machen als Schüler.
Ich hatte zu meiner Zeit in der 9ten, 10ten Klasse Gym regelrecht Krieg zuhause mit meinen Eltern. Ich hatte diverse Lehrer die einfach absolut scheiße waren, und ich konnte die nicht leiden, und die mich auch nicht, die haben mir jeden kleinen Fehler reingedrückt, ich konnte denen aber nichts. Daheim kam natürlich das Argument, es liegt nicht am Lehrer, du bist nur faul, musst halt mehr lernen, und bemüh dich halt mal, blabla. (klar, faul war ich sicher auch, mich hat aber auch keiner motiviert, sondern ich wurde praktisch eher effektiv demotiviert).
Ich war aber halt das erste Kind in der Familie und immerhin kann ich im Nachhinein definitiv sagen, ich hab gute vorarbeit geleistet und meine Eltern gut erzogen. Bei meinen jüngeren Geschwistern haben sie einiges was sie bei mir abgrundtief verkackt haben, definitiv besser gemacht.
Aber es kann ja nicht am Lehrer liegen, ich bin schuld. Ich hab mich dann nur gefragt, wenn es definitiv nicht am Lehrer liegen kann, wie ist es dann überhaupt möglich, dass ich die 10te Klasse Gym mit einer fast-5 in Englisch abschließe und im nächsten Halbjahr an der FOS urplötzlich eine fast-1 in Englisch im Zeugnis stehen habe? Neeein, es liegt gaaaarnicht am Lehrer.
Es liegt scheiße verdammt viel am Lehrer. Ich habe z.B. ein Theorieproblem, das weiß ich und das ist mir vollständig bewusst. Ich kann nichts vernünftig lernen, wenn ich keinen Praxissinn darin erkennen kann. Ich brauche immer ein Ziel mit einer praktischen Anwendungsmöglichkeit, alles andere ist für mich absolut sinnfrei. Deswegen kam uA ein Studium für mich nie in Frage.
Ich hatte Lehrer, die konnten mir auf die einfache Frage "aber wozu brauche ich das, was kann ich denn damit überhaupt machen" keine Antwort geben. Ich hatte auch Lehrer, die konnten mir auf die gleiche Frage eine Antwort geben, die ich sogar verstehen konnte. Der Unterschied zwischen diesen beiden Lehrertypen betrug mal eben ~2 Notenstufen, ohne dass die irgendwas anderes getan hätten, als diese simple Frage zu beantworten.
Früher in Mathe bei den Grundrechenarten war mir das noch selbst klar. Später nichtmehr. Was kann ich denn mit einem Integral anfangen? Was bringt es mir, wenn ich die Fläche unter einer Kurve ausrechnen kann? Es ist nur eine verdammte theoretische Kurve, wen juckt die Fläche darunter. Wenn mir ein Lehrer keine Antwort auf solche Fragen geben konnte, wars bei mir schon gelaufen, auf der nächsten Prüfing stand dann meistens halt eine 5 oder gar 6.