Kajetan hat geschrieben:saxxon.de hat geschrieben:Schau dir Half-Life 2 an. Schau dir TeamFortress 2 an. Schau dir StarCraft 2 an. Alles Triple-A Spiele mit langer Entwicklungszeit. HL2 - 6 Jahre. TF2 - 9 Jahre. StarCraft 2 - 12 Jahre.
Valve hat damals noch Geld mit eigener Spieleentwicklung verdienen müssen.[..]
Valve muss heute keine Spiele mehr selber entwickeln, um genug Geld zu verdienen.
Wovon redest du da eigentlich? Dass Valve nicht mehr entwickeln muss hab ich eine Seite vorher selbst geschrieben. Das mussten sie bei Portal 2 aber auch nicht. Oder bei Left 4 Dead 1&2. Dota 2 hätten sie auch nicht machen müssen, genausowenig wie CS:GO. Klar verdienen die damit was. Dass Portal 2 der Versuch war, ein Spiel zu kommerzialisieren ist a) eine lustige Aussage, weil sie das Spiel nicht verschenkt haben und es allein deswegen schon kommerzialisiert war. Ich nehme aber an, dass du die Tatsache meinst dass man Hüte angeboten hat und den Mapeditor mitgeliefert. B) ist die Aussage paradox, denn du sagst ja selbst dass sie es nicht nötig gehabt hätten das Spiel zu entwickeln.
Also warum sich die Mühe machen? Warum einen Controller entwickeln, viel Geld in R&D stecken und das mit einem so experimentellen Gerät? Man verdient doch genug mit Steam. Hätten sie alles nicht machen müssen, tun sie aber trotzdem.
Wir haben hier ein Studio, das jede Menge Geld in Projekte steckt, das sie auch sparen könnten weil sie die Projekte nicht nötig haben. Zu behaupten es käme nie wieder ein HL von Valve, nur weil man das Geld nicht mehr braucht ist also offensichtlich eine sehr wackelige Angelegenheit. Denn dieselbe Logik hätte man auf alle Projekte seit 2006/2007 anwenden können - da war das Steam-Angebot aus den Kinderschuhen raus. Und das waren immerhin Portal 1&2, Left 4 Dead 1&2, Team Fortress 2 (das damals noch nicht F2P war), Dota 2 und CS:GO. Ganz vergessen: Alien Swarm war auch eine Inhouse-Entwicklung von Valve. Das gab's 2010 und wurde verschenkt. Warum macht man sowas, wenn man keine Lust und Not hat, Spiele zu entwickeln?
Lass mich dir mal eine andere Perspektive aufzeigen:
Ein Freund von mir ist Künstler. Der zeichnet und malt jeden Tag einige Stunden, seit über 20 Jahren. Der ist verdammt gut. Aber: er macht so gut wie nie irgendwas fertig, weil er nie mit dem zufrieden ist, was er zeichnet. Dass ich mal fertige, gerahmte Bilder von ihm gesehen hab, ist in den 20 Jahren vielleicht 4x vorgekommen. Zeichnungen und Konzepte habe ich in der Zeit Tausende gesehen. Der macht das als Hobby, hat also keinen Druck und so viel Zeit wie er will. Ähnlich wie Valve mit ihren Spielen und Projekten. Das bedeutet aber nicht, dass er keine Lust hat zu zeichnen, nur weil er damit nicht seinen Lebensunterhalt verdient.
Vielleicht gibt's doch kein HL3 weil keiner eine gute Idee hat. HL1 und 2 haben jeweils den Shootermarkt so stark erschüttert, dass die Nachbeben bis heute zu spüren sind. Nicht weniger erwarten die Fans nun von HL3 und dass man das nicht einfach aus dem Ärmel schüttelt dürfte klar sein. Dass die Qualitätsstandards von Valve extrem hoch sind weiß auch jeder, der schonmal einen ihrer Titel gespielt hat. Ist es so schwer vorstellbar, dass man dort vielleicht im Laufe der Jahre immerwieder Ideen hatte, ein bisschen experimentiert hat und sie dann wieder verworfen, weil man sie nicht gut genug fand?
Übrigens ist Blizzard inzwischen Activision/Blizzard, der Finanzstärkste Publisher der Videospielbranche (von möglicherweise Valve mal abgesehen). Die haben CoD und die Blizzard-Titel unter einem Dach. Allein mit WoW haben die immernoch rund 6 Mio. Leute, die jeden Monat 15€ zahlen. Dazu kommen die Mikrotransaktionen von HotS und Hearthstone. Von den zig Millionen CoD-Verkäufen jedes Jahr fangen wir mal gar nicht erst an. Glaub mal nicht dass die drauf angewiesen sind, Spiele im Jahresrhythmus rauszupumpen. Ihre Investoren wollen natürlich Gewinne sehen, aber die Gehälter ihrer Entwickler könnten die sicherlich auch eine Weile zahlen ohne etwas zu verkaufen.