Naja, warum denn nicht berechnen?
Die Kosten kann man ermitteln, man setzt eine Absatzerwartung fest und legt danach den Preis fest. Alles was drüber ist, ist Gewinn. Wenns nicht klappt, isses Verlust.
Um den Bogen zum "fair" zu bekommen: Halt durch Spielumfang, besondere Ideen, guter Support, mehrere Vertriebswege. Wenn man das einhält, kann man sogar transparent sein und der Kunde kann durchaus sich freuen, wenn der Entwickler/Publisher Gewinn macht.
Wenn also kein Bockmist verzapft wird, kann man schon einen fairen Preis errechnen (meiner Meinung nach). Ich finde nicht, dass eine faire Preis/Leistung zwingend an den subjektiven Spielspaß gekoppelt ist.
Aber die Kehrseite von Transparenz ist eine mögliche Erwartungshaltung ala "Na ihr seid nun in der Gewinnzone, haut das Teil endlich für nen Euro raus".
Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"
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johndoe527990
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CritsJumper
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"
So mal ganz nebenbei. Wenn die Entwickler pro Stunde bezahlt wurden, was ich ja hoffe. Wurden sie schon für die Dauer der Entwicklungszeit bezahlt. Wurde dafür Kapital von Dritten aufgenommen und jener Betrag muss noch mit Zinsen zurück gezahlt werden würde es ja anders ausschauen.
Ich denke es ist hier ein ganz anderes Problem. Jemand investiert Herzblut in ein Produkt. Dann kommt eine ganz ganz kleine Gruppe die kein "Kunstverständnis" hat und pöpelt eifnach nur in den Raum: "Ja also nein 50 Cent ist mir DAS aber nicht wert."
Ein wenig so als kommt der Kunde zu deinem Arbeitsplatz und pöbelt dich an um den Preis zu drücken. Das kann zur normalen Verhandlungsstrategie und Preiseinigung sogar ein Kultur-Verhalten darstellen. Doch letztlich finde ich, das es ganz besonders bei unserer Überflussgesellschaft einen sehr schäbigen Beigeschmack hat.
Aber natürlich wie in der normalen Kunst, ist ein Original viel mehr Wert als ein "Kunstdruck". Die Erzeugung von einem Song oder Buch eben mehr als der aufgedruckte Betrag. Das ist halt immer wieder ein Problem.
Laufen konnte man nicht damit schnell genug nachgeladen werden konnte, aber auch damit der Spieler sich in der Welt genug umsieht, Gedanken macht und mehr über die Handlung nachdenkt. Bei mir hat das sehr gut funktioniert als ich über die Felder gelaufen bin. Also bei EgttR. Die Welt war mir dann aber doch etwas zu wenig gefüllt und der Spieler zu sehr Beobachter. Diesen Rätselhaften und gruseligen Eindruck hat es aber gut hervorgebracht. Doch im Grunde können die meisten mit der angesprochenen Problematik nicht so viel Anfangen. Es hilft bei dem Spiel wenn sich der geneigte Spieler mittleren Alters schon zuvor mit essenziellen philosophischen Fragen beschäftigt hat. Für junge Menschen ist es zwar nett, aber ich denke die sind einfach nicht so beeindruckt.
Aus der Theorie im Spiel lassen sich halt sehr viele neue Punkte des menschlichen Wesens von einer distanzierten Warte aus beobachten. Anschliessend stösst man darauf wie vieles bei uns an unseren Körper gebunden ist...
-Spoiler nur Lesen wenn Everybody gone to the rapture schon abgeschlossen wurde-
Leider geht halt EgttR nicht weit genug um jüngere, für das Thema interessierte Spieler noch ein wenig mehr zu füttern. Es wirkt für viele wie ein langweiliger Museums Besuch, wenn man sich nicht für die Zeit und die Maler oder die Technik interessiert. Aber mit dem Alter kommt die Erkenntnis das etwas unheimlich spannend und vor Faszination brennend sein kann.
Ich denke es ist hier ein ganz anderes Problem. Jemand investiert Herzblut in ein Produkt. Dann kommt eine ganz ganz kleine Gruppe die kein "Kunstverständnis" hat und pöpelt eifnach nur in den Raum: "Ja also nein 50 Cent ist mir DAS aber nicht wert."
Ein wenig so als kommt der Kunde zu deinem Arbeitsplatz und pöbelt dich an um den Preis zu drücken. Das kann zur normalen Verhandlungsstrategie und Preiseinigung sogar ein Kultur-Verhalten darstellen. Doch letztlich finde ich, das es ganz besonders bei unserer Überflussgesellschaft einen sehr schäbigen Beigeschmack hat.
Aber natürlich wie in der normalen Kunst, ist ein Original viel mehr Wert als ein "Kunstdruck". Die Erzeugung von einem Song oder Buch eben mehr als der aufgedruckte Betrag. Das ist halt immer wieder ein Problem.
Zum einen das, aber gerade in den kleinen Studios ist die Situation auch sehr oft so das jemand noch unbezahlte Überstunden rein schiebt um seiner Vorstellung von dem Kunstwerk zu perfektionieren. Das hat man bei dem Game gemerkt wie ich finde.douggy hat geschrieben:Aber die Kehrseite von Transparenz ist eine mögliche Erwartungshaltung ala "Na ihr seid nun in der Gewinnzone, haut das Teil endlich für nen Euro raus".
Laufen konnte man nicht damit schnell genug nachgeladen werden konnte, aber auch damit der Spieler sich in der Welt genug umsieht, Gedanken macht und mehr über die Handlung nachdenkt. Bei mir hat das sehr gut funktioniert als ich über die Felder gelaufen bin. Also bei EgttR. Die Welt war mir dann aber doch etwas zu wenig gefüllt und der Spieler zu sehr Beobachter. Diesen Rätselhaften und gruseligen Eindruck hat es aber gut hervorgebracht. Doch im Grunde können die meisten mit der angesprochenen Problematik nicht so viel Anfangen. Es hilft bei dem Spiel wenn sich der geneigte Spieler mittleren Alters schon zuvor mit essenziellen philosophischen Fragen beschäftigt hat. Für junge Menschen ist es zwar nett, aber ich denke die sind einfach nicht so beeindruckt.
Aus der Theorie im Spiel lassen sich halt sehr viele neue Punkte des menschlichen Wesens von einer distanzierten Warte aus beobachten. Anschliessend stösst man darauf wie vieles bei uns an unseren Körper gebunden ist...
-Spoiler nur Lesen wenn Everybody gone to the rapture schon abgeschlossen wurde-
Spoiler
Show
...und für interstellare Lichtwesen auch sehr schnell keine Rolle mehr spielt. In unserer Welt wirkt es wie ein Töten. In der Welt aus Informationen, Energie und Unsterblichkeit ist es total nebensächlich.
Hat der Spieler noch Bauchschmerzen wenn die Regierung aus Angst beschliesst das Gebiet mit Atombomben zu beschiessen, erfährt der Spieler später eine Art von Erlösung. Die ähnlich ja auch in so vielen Kulturen versprochen wird. Für jeden der die Grenze passierte war es zwar schmerzvoll unsere schöne Welt loszulassen. Aber jeder Mensch der mit dem Tot konfrontiert "ins Jenseits" wandert, was in diesem Spiel a durch die Aliens garantiert wird (!) für den ist das davor Bedeutungslos. Somit helfen die Atombomben nicht, sondern zerstören lediglich die Welt für die Nachfahren.
Aber ja es kommen da noch mehr Punkte zusammen. Die aber auch schon in anderen Büchern und Filmen thematisiert wurden.
Hat der Spieler noch Bauchschmerzen wenn die Regierung aus Angst beschliesst das Gebiet mit Atombomben zu beschiessen, erfährt der Spieler später eine Art von Erlösung. Die ähnlich ja auch in so vielen Kulturen versprochen wird. Für jeden der die Grenze passierte war es zwar schmerzvoll unsere schöne Welt loszulassen. Aber jeder Mensch der mit dem Tot konfrontiert "ins Jenseits" wandert, was in diesem Spiel a durch die Aliens garantiert wird (!) für den ist das davor Bedeutungslos. Somit helfen die Atombomben nicht, sondern zerstören lediglich die Welt für die Nachfahren.
Aber ja es kommen da noch mehr Punkte zusammen. Die aber auch schon in anderen Büchern und Filmen thematisiert wurden.
Zuletzt geändert von CritsJumper am 27.02.2016 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
- Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"
Das ist nur ein Problem, wenn man es dazu macht. Da man es sowieso nicht allen Menschen gleich recht machen kann, muss man lernen solche Äusserungen einfach zu ignorieren. Wieso sich auf die Diskussion mit Leuten einlassen, die ganz andere Vorstellungen von Kunst, Unterhaltung und Preis/Leistungs-Verhältnis haben? Da kann man nur sagen: "Dann siehst Du das eben so, schön für Dich! Mein Preis bleibt XYZ und wenn Dir das zu teuer ist, dann kaufe es nicht." Ende der Diskussion. Man muss sich hier nicht rechtfertigen und schon gar nicht ans Bein gepinkelt fühlen.ChrisJumper hat geschrieben:Ich denke es ist hier ein ganz anderes Problem. Jemand investiert Herzblut in ein Produkt. Dann kommt eine ganz ganz kleine Gruppe die kein "Kunstverständnis" hat und pöpelt eifnach nur in den Raum: "Ja also nein 50 Cent ist mir DAS aber nicht wert."
Das ist nämlich der Punkt, an dem PR-Spezialisten all den bei Twitter irrlichternden Indies sagen, dass sie einfach den Rechner ausmachen, eine Stunde lang spazierengehen und runterkommen sollen, anstatt sich wutentbrannt mit Leuten, die eh nur das Ziel haben rumzutrollen, auf eine sinnlose, nirgendwo hinführende Diskussion einzulassen. Wer als Indie seine eigene PR machen will, muss sich eine dickere Haut zulegen.
Und zum Vergleich "Kunde kommt zum Arbeitsplatz und pöbelt wegen dem Preis": Dann schmeisst man den Kunden raus und (wenn er schon etwas gezahlt hat) gleich sein Geld hinterher. Bei Preisverhandlungen über eine Auftragsarbeit gibt es auch eine Grenze, wo man als Freelancer sagen muss, dass sich der potentielle Auftraggeber zum Teufel scheren soll. Gut, normalerweise etwas höflicher, aber mit der gleichen Aussage
- Stalkingwolf
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"
Das ganze wurde schon im zweiten Beitrag geklärt warum dem so ist.
Der Markt ist voll. Es gibt zu viele Spiele und zu wenig Spieler. Das passiert in jeder Branche und es sind schon viele Firmen deswegen Insolvenz gegangen. Keine Ahnung was die Entwickler von uns wollen. Rettungsfonds für Indiegamer?
Der Markt ist voll. Es gibt zu viele Spiele und zu wenig Spieler. Das passiert in jeder Branche und es sind schon viele Firmen deswegen Insolvenz gegangen. Keine Ahnung was die Entwickler von uns wollen. Rettungsfonds für Indiegamer?
- bohni
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"
Wenn die Entwickler meinen ihr Spiel ist mehr wert als sie bekommen, dann haben sie halt am Markt vorbei entwickelt.
Wenn die Entwickler meinen andere Produkte werden besser bezahlt, dann sollen sie halt andere Produkte verkaufen.
Es gibt genügend teure Spiele, die sich auch verkaufen .. es kann also kein grundsätzliche "Problem" sein.
Wenn die Entwickler meinen andere Produkte werden besser bezahlt, dann sollen sie halt andere Produkte verkaufen.
Es gibt genügend teure Spiele, die sich auch verkaufen .. es kann also kein grundsätzliche "Problem" sein.
