Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

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Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Kajetan »

Raskir hat geschrieben:Man muss da differenzieren. Es stimmt schon wie ihr sagt, dass der Preisverfall dem Überangebot geschuldet ist. Aber das heißt nicht, dass ein Preis von 20 Euro zu hoch ist für ein gutes Indiespiel.
Ja, man muss differenzieren. Da hast Du vollkommen recht. Aber ... :)

Der Preis regelt sich über Angebot und Nachfrage. Je größer das Angebot, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass XYZ € als zu hoch empfunden werden. Das muss man als Anbieter berücksichtigen.

Es gibt drei Lösungsansätze für dieses Problem:
1. Ich verlasse den Markt, weil sich das Geschäft mit Dauerpreisen unter XYZ € für mich als Anbieter nicht mehr rentiert.
2. Ich harre aus, bis genug Marktteilnehmer den Markt verlassen haben, damit das Angebot wieder schrumpft und die Preise sich wieder erholen können.
3. Ich besetze eine Nische, in der ich genug Kunden habe, die mir das Spiel für XYZ Euro abkaufen wollen und bediene diese Nische mit (der Preisregion entsprechend) hochwertigen Angeboten, um diese Kunden auf Dauer halten zu können. Als Beispiel: Ich glaube nicht, dass Studios wie inXile, Larian oder Obsidian sich beschweren können. RPG-Fans sind keine Zeittotschlager, die einfach nur auf der Suche nach dem nächsten billigen Kick sind.

KEINE Lösung ist es hingegen sich in Kundenbeschimpfung zu ergehen, denn Klagen über eine wie auch immer geartete "Geiz ist geil!"-Mentalität sind genau das.
Und viele Gamer beschweren sich über solche Preise. Und das passiert nicht selten. 20 Euro ist ein durchaus fairer Preis. Nicht jeder ist bereit ihn zu zahlen dank dem Überangebot, was auch vollkommen ok ist. Aber zu behaupten 20 Euro sei das ein Spiel nicht wert "nur" weil es Indie ist, halte ich für fragwürdig.
Wie viele beschweren sich? 10%? 20%? 0,2% aller Käufer? Mit groben Verallgemeinerungen und schwammigen Begriffsverwendungen lässt sich zwar verdammt gut polemisieren, aber nur ziemlich schlecht argumentieren :) Wobei ich Dir jetzt nicht unterstellen will, dass Du polemisieren willst, aber als Argumentationsgrundlage ist dieses schwammige "viele" denkbar ungeeignet.

Aber eine gute Sache hat das alles: Wer will, kann sich mal recht ausführlich mit dem Aufwand beschäftigen, den man betreiben muss, um selbst kleinere Projekte halbwegs gescheit auf die Beine stellen zu können. Viel zu oft steckt ja die Vorstellung in den Köpfen, man könne solche Spiele mal eben schnell zusammenklicken und dass das alles ja "keine Arbeit" sei, wenn einem doch überall irgendwelche Engines nachgeworfen werden.
Zuletzt geändert von Kajetan am 24.02.2016 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
humb0rt
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von humb0rt »

Sir Richfield hat geschrieben:
humb0rt hat geschrieben:Bevor ihr diese Menschen und Ihre Äusserungen zu sehr auseinander nehmt, macht euch bitte nochmal klar dass sie mehrere Jahre an einem Produkt gearbeitet haben und nun damit konfrontiert werden, ihr Spiel sei das Geld nicht wert.
Jeder Kunde jeder Branche seit Erfindung von Sex für Gegenleistung (Das älteste Gewerbe der Welt, angeblich), sagt das.
Und frag mich als Dienstleister mal...

Ich verstehe den Unmut, möchte aber darauf hinweisen, dass ein Indieentwickler da keine Sonderstellung hat.
Möchte sogar behaupten, dass die Unterhaltung mit einem, sagen wir, Grafiker bei EA augenöffnend sein kann, was den "Wert" der eigenen Arbeit betrifft.
Ich behaupte meinerseits, eine Aussage der Art "Jeder hat schon immer" kann nicht wahr sein. :) Und es gibt einen Haufen Produkte und Dienstleistungen, die mir und Anderen das Geld und den Arbeitsaufwand wert sind.

Meine Intention war, diesem ENtwickler einfach seine Meinung und das Recht sich zu verteidigen zu lassen, statt ihn erneut zu attackieren.
Aber vielleicht wurde auch einfach noch nicht alles gesagt, was auch ok ist. Aber ist den jemals alles gesagt? Ach ja die menschen ^^
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Raskir
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Raskir »

Kajetan hat geschrieben:
Raskir hat geschrieben:Man muss da differenzieren. Es stimmt schon wie ihr sagt, dass der Preisverfall dem Überangebot geschuldet ist. Aber das heißt nicht, dass ein Preis von 20 Euro zu hoch ist für ein gutes Indiespiel.
Ja, man muss differenzieren. Da hast Du vollkommen recht. Aber ... :)

Der Preis regelt sich über Angebot und Nachfrage. Je größer das Angebot, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass XYZ € als zu hoch empfunden werden. Das muss man als Anbieter berücksichtigen.

Es gibt drei Lösungsansätze für dieses Problem:
1. Ich verlasse den Markt, weil sich das Geschäft mit Dauerpreisen unter XYZ € für mich als Anbieter nicht mehr rentiert.
2. Ich harre aus, bis genug Marktteilnehmer den Markt verlassen haben, damit das Angebot wieder schrumpft und die Preise sich wieder erholen können.
3. Ich besetze eine Nische, in der ich genug Kunden habe, die mir das Spiel für XYZ Euro abkaufen wollen und bediene diese Nische mit (der Preisregion entsprechend) hochwertigen Angeboten, um diese Kunden auf Dauer halten zu können. Als Beispiel: Ich glaube nicht, dass Studios wie inXile, Larian oder Obsidian sich beschweren können. RPG-Fans sind keine Zeittotschlager, die einfach nur auf der Suche nach dem nächsten billigen Kick sind.

KEINE Lösung ist es hingegen sich in Kundenbeschimpfung zu ergehen, denn Klagen über eine wie auch immer geartete "Geiz ist geil!"-Mentalität sind genau das.
Und viele Gamer beschweren sich über solche Preise. Und das passiert nicht selten. 20 Euro ist ein durchaus fairer Preis. Nicht jeder ist bereit ihn zu zahlen dank dem Überangebot, was auch vollkommen ok ist. Aber zu behaupten 20 Euro sei das ein Spiel nicht wert "nur" weil es Indie ist, halte ich für fragwürdig.
Wie viele beschweren sich? 10%? 20%? 0,2% aller Käufer? Mit groben Verallgemeinerungen und schwammigen Begriffsverwendungen lässt sich zwar verdammt gut polemisieren, aber nur ziemlich schlecht argumentieren :) Wobei ich Dir jetzt nicht unterstellen will, dass Du polemisieren willst, aber als Argumentationsgrundlage ist dieses schwammige "viele" denkbar ungeeignet.
Glaubs mir oder nicht, aber ich stimme dir in jedem Punkt zu :)
Ich wollte auch nur verdeutlichen, dss es immer 2 Seiten einer Medaille gibt oder 6 Seiten auf einem Würfel (oder auch mehr n__n)
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Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Kajetan »

Raskir hat geschrieben: Ich wollte auch nur verdeutlichen, dss es immer 2 Seiten einer Medaille gibt oder 6 Seiten auf einem Würfel (oder auch mehr n__n)
Belassen wir es beim Würfel. Bei Ikosaedern und aufwärts wirds leicht unübersichtlich und von Tesserakten bitte gar nicht erst anfangen. Reality is hard, man!

Ansonsten ... ja, ok, wollts nur mal noch ausführlicher darstellen, weil und so :) *rausred*
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magandi
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von magandi »

ich kann dieses geheule nicht ab. dass indieentwickler ein risiko eingehen ist doch offensichtlich. warum beschwert man sich nun im nachhinein? leute wenn ihr eine sichere einnahmequelle haben wollt, dann informiert euch über nachfrage und angebot. die welt braucht auch nicht noch mehr bwl-studenten. richtig lächerlich wird es wenn erfolgreiche entwickler sich beklagen. the chinese room existiert noch und die haben mehr als ein spiel gemacht. so schlecht kanns wohl nicht laufen. ziemlich undankbares pack.
Flizzy666
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Flizzy666 »

Die Leute versaufen halt lieber das Geld am Wochenende und ziehen sich die Spiele dann illegal.
Oder sagen "nicht für das Geld" und laden es so.

Es gibt unzählige "Argumente" (oder Ausreden, je nachdem auf welcher Seite man steht) und Diskussionen darüber, die sich immer wieder im Kreis drehen... :roll:

Die Entwickler sollten lieber Klamotten machen, die kann man nicht runterladen ;)
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Gambit_1980
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Gambit_1980 »

Ich kann die Aussage schon gut nachvollziehen und finde Eure Argumente schlüssig.

Deswegen betrachte ich mal mich selber:
- Hauptplattform PS4, The Division für 70€ vorbestellt, Firewatch (20€), Rainbow Six, Fallout 4 und Witcher 3 zum Release
- 2te Plattform PC, letzte Käufe aus dem Steam-Sale oder Key-Seller.

Was ich aber nicht tue, ist den Entwicklern vorhalten, dass ihre Spiele zu teuer sind. Ich kaufe einfach dann, wie und wann es mir passt. Ist ja auch meine Entscheidung.
Und darum geht es doch auch? Ihre Spiele werden doch über Jahre hinweg gekauft. Bei den Sales kaufe ich Games die 2,3 Jahre alt sind (und dabei nicht schlecht werden). Und gute Indie-Games, die sich rumgesprochen haben, werden dann auch schon gekauft. Rocket League wurde zuerst im Plus "verschenkt" und ging dann bei den Verkäufen ab wie eine Rakete (Januar sogar Platz 1 - glaube ich).

Und die ganzen Early Access-Versionen / Kickstarter-Wellen oder DLCs sprechen für mich auch eine ganz andere Sprache. Hier investieren die Gamer doch auch ganz viel Vorschuss und bezahlen den meist (gerne?) üppig!

Vielleicht ist auch jedes Indie-Game gut oder trifft den Nerv. Jedes Album oder jeder Film ist es sicherlich auch nicht. Hinzu kommt, dass die Akzeptanz für einen guten Walking Simulator mit 3-4 Stunden Spielzeit 20€ zu bezahlen, wohl noch nicht da ist.
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Raskir
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Raskir »

magandi hat geschrieben:ich kann dieses geheule nicht ab. dass indieentwickler ein risiko eingehen ist doch offensichtlich. warum beschwert man sich nun im nachhinein? leute wenn ihr eine sichere einnahmequelle haben wollt, dann informiert euch über nachfrage und angebot. die welt braucht auch nicht noch mehr bwl-studenten. richtig lächerlich wird es wenn erfolgreiche entwickler sich beklagen. the chinese room existiert noch und die haben mehr als ein spiel gemacht. so schlecht kanns wohl nicht laufen. ziemlich undankbares pack.
Joa solche Leute wie du bereichern das Leben ungemein
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Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Kajetan »

Flizzy666 hat geschrieben:Die Entwickler sollten lieber Klamotten machen, die kann man nicht runterladen ;)
3D-Drucker, die auch Textilfasern verarbeiten können. Body-Laser-Scanner. Modifizierbare Schnittvorlagen. Nie mehr mit Standardgrößen herumärgern, alles passgenau und "maß"gedruckt und Farbe und Muster nach Gusto. Byebye, Modeindustrie!

Denn dann kann ich mir auch einen Ferrari runterladen. Nur mit dem dafür nötigen freien Stück Autobahn wird es eventuell etwas schwierig :)
Caparino
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Caparino »

Auch wenn es hart klingt aber ich sehe auch nicht 20€ Wert.
Ich meine 4 Leute 5 Jahre klingen wirklich heftig.

Zum Vergleich

Darkest Dungeon hat 5 Leute (Musik/Web Design/Sprecher nicht mitgerechnet) und die Kickstarterkampagne ist gerade mal 2 Jahre her.

Ich habe Darkest Dungeon für 20,- im Early Access gekauft und Brigador ist im EA genauso teuer. Ich bin der Meinung das man sich einfahc verkalkuliert hat als das Projekt begann. In dne 5 Jahren sind dutzende Retropixelspiele erschienen und Brigador kann durch Artdesign nicht Punkten. Kann mir beim besten willen auch nicht vorstellen das 5 Jahre geplant waren und es irgendwo gehapert hat.
BossXxX
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von BossXxX »

Und eines dürft ihr auch nicht ausser acht lassen, wievile Konsolen Spiele sind an die Konsole gebunden, und welche können weiter verkauft werden... warum sollt ich mir also beim PC Spiele zum Vollpreis kaufen, wenn sie dank Steam, Origin, Uplay und selbst bei Gog sind sie an meinen Account gebunden. Solange das so ist, werd ich mich an meinen angezwungenen Gewohnheiten nichts ändern, und erst PC Spiele im Sale kaufen, oder wenn die GOTY Edition rauskommt, ohne nochmal den Vollpreis für ein Spiel zahlen zumüssen.
Klusi
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Klusi »

Also ist man jetzt der Bösewicht, wenn man auf Angebote wartet, von denen man vorher weiß, dass sie kommen?

Dann haben diese Games hoffentlich auch die teuerste Engine und den teuersten Kopierschutz eingebaut, denn das Argument "sparen wollen" scheint ja hinfällig. :roll:
GrinderFX
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von GrinderFX »

Sorry aber ich zahl für keines dieser low Budget 8 Bit Indiespiele 20 Euro.
Bei den meisten finde ich 12 Euro schon zu teuer und kauf sie dann höchstens für 6.
Denn, die Titel liefern selten mehr und sehen meistens sogar noch schlechter aus, als das Gegenstück aus den 80ern / 90ern.
Da muss einfach mehr kommen und wenn sie dran glauben, ihre low Budget Spiele für 20 Euro zu verkaufen, dann kommt eben jetzt das böse Erwachen.
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adventureFAN
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von adventureFAN »

...nur beschweren sich hier Leute die eben nicht diese "kleinen" 8bit/16bit-like-Retro-Indie-Spiele machen, sondern schon weitaus aufwendige 3D-Sachen. The Chinese Room halt. Everybody Gone to the Rapture.

Indie ist mittlerweile weitaus mehr.
Zuletzt geändert von adventureFAN am 24.02.2016 16:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Shevy-C »

Flizzy666 hat geschrieben:
Die Entwickler sollten lieber Klamotten machen, die kann man nicht runterladen ;)
Dann machen sie Klamotten für das Segment, das auch schon überquellend bei Supermärkten, Kaffeevertreibern und Textildiscountern angeboten wird und die sich nicht von jenen abheben. Die anderen, größeren Vertreiber können mit dem Preisverfall leben, während die Entwickler ihre Klamotten immer noch für den anfänglichen Preis darbieten. Sie werden nicht verkauft und man schiebt dem Kunden die Schuld dafür zu. Klappt bestimmt prima ;)