D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mit je drei Preisen ausgezeichnet

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TachiFoxy
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von TachiFoxy »

Invader_Zim hat geschrieben:
TachiFoxy hat geschrieben: Was ich ja eher schlimmer empfinde ist, dass Undertale keinen Award erhalten hat. Das Spiel hat es auch redlich verdient. Ist aber den werten Herren von den DICE-Awards zu tief. Die stehen eher auf die angesprochenen Pfuetzen. :P
Könnte auch daran liegen, dass in der Jury die Crème de la Crème der Industrie-Vertreter sitzt. Die lassen sich einen Goty-Award doch nicht von irgend so einem popligen, kleinen Ein-Mann-Indie-Spielchen abluchsen, und sei es auch noch so originell, charmant, überraschend, witzig, denkwürdig und unvergesslich.
Das stimmt. Die muessen ja auch den 'grossen Publishern' zeigen, dass die gern gehabt werden wollen. ):
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casanoffi
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von casanoffi »

c452h hat geschrieben:Na ja, dass es simplifiziert wurde, kann man nun nicht von der Hand weisen; selbst dann nicht, wenn es einem gefällt.
Nö, das Dialogsystem wurde definitiv simplifiziert. Habe auch nie gesagt, dass es umfangreicher geworden ist.
Warum das neue Dialogsystem für mich eine Bereicherung darstellt, habe ich auch bereits mehrfach erläutert.

Und anstatt hier den ganzen Tag Kreise zu drehen, drehe ich diese nun lieber im Bett :wink:
c452h
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von c452h »

TachiFoxy hat geschrieben: Dann siehst du die Tiefe des F4-Dialogsystems. Ist so tief wie eine Pfuetze nach einem leichten Regenschauer. Ich kann mich sogar an eine Conversation so vage erinnern, wo alle 4 Antwortmoeglichkeiten praktisch DER SELBE TEXT nur mit einem anderen Tonfall sind. Soviel zu "CHOICES". Dies sieht man halt mit der oben gelinkten Mod ganz gut... EDIT2: Gefunden!
Grandios! :mrgreen:
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MesseNoire
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von MesseNoire »

TachiFoxy hat geschrieben:
casanoffi hat geschrieben:
old z3r0 hat geschrieben:Wirklich?
Wirklich - und daran wird auch diese humorvolle Grafik nichts ändern.
Humorvoll wuerde ich die Grafik nicht nennen - eher die absolute Wahrheit. Wenn du Fallout 4 am PC spielen solltest: Lade dir einfach mal die "Full Dialogue" mod, oder wie die hiess. Ich suche gleich mal nach einem Link. EDIT: Here it is!

Dann siehst du die Tiefe des F4-Dialogsystems. Ist so tief wie eine Pfuetze nach einem leichten Regenschauer. Ich kann mich sogar an eine Conversation so vage erinnern, wo alle 4 Antwortmoeglichkeiten praktisch DER SELBE TEXT nur mit einem anderen Tonfall sind. Soviel zu "CHOICES". Dies sieht man halt mit der oben gelinkten Mod ganz gut... EDIT2: Gefunden!
Oh Gott... Da hat ja selbst so mancher Shooter mehr Auswahl. Ich weiß schon, warum ich F4 so schnell wieder beendet habe. Selten eine sowas von geniale Vorlage gesehen, die sowas von genial in den Eimer gehauen wurde. Ich werde es wohl niemals verstehen, was die da geritten hat.
Boo989
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von Boo989 »

Hilljohnny hat geschrieben: Beim Witcher merke ich nicht nur einen größeren Sprung vom Vorgängern, Irgendwie steckt da einfach Liebe drin. Für mich ist zwar das Spiel schon mehr Adventure als Rollenspiel und auch nicht perfekt, aber die Quests, Entscheidung, Dialoge, Regie und Details in jeder ach so kleinen Nebenquest, sind einfach unschlagbar. Die Qualität in dem Bereich ist unschlagbar. Für mich hat der Witcher, in Sachen Regie, Entscheidungen und Questdesign, das Genre einfach nach vorne gebracht. Auch hat man bei CD Project einfach gemerkt, wie wichtig die Serie ist, die Patches, Updates, kostenlosen Quests waren einfach klasse. Sicherlich waren auch mehr als genug Bugs enthalten bzw kamen durch Patches, aber CD Project hat viel mehr getan. Den erstklassigen DLC für 10 Euro erwähne lieber auch nicht.
Ein Witcher hat mich da einfach mehr beeindruckt, ein Fallout 4 macht definitiv auch Spass,die Fallout Formel gibt ja noch eine Menge her, aber es war irgendwie nicht wirklich was Neues als Spielerfahrung. Da hat mich damals New Vegas, im Vergleich zu Fallout 3 mehr begeistert.
Wer nimmt schon die DICE Awards ernst.

Zu Fallout 4 / Witcher 3: kann mich nur meinem Vorredner anschließen. Beides sind wirklich tolle Spiele die man einfach mal gespielt haben muss, wenn einen das Genre interessiert. Witcher 3 finde ich persönlich aber besser. Einzig der etwas für meinen Geschmack zu ruhige Einstieg sowie die viel zu kurzen bzw kaum vorhandenen Dungeons (ist ist Fallout & Skyrim & Co besser) finde ich weniger gut. Beeindruckt bin ich aber bei Witcher 3 davon, das CD Projekt ein Openworldgame dermaßen mit Story (auch wenn diese nicht sonderlich spektakulär ist) und lebendigen Charakteren gefüllt hat (hier ist mir Skyrim / Fallout einfach zu unlebendig, was vielleicht auch an der Technik liegt). Witcher 3 wirkt auf mich manchmal wie ein geradliniges Singleplayerspiel mit extrem dichter Story und Atmosphäre. Was die Äußerlichkeiten angeht, ist der Witcher 3, Fallout ebenfalls überlegen. Witcher 3 ist einfach unglaublich schön und organisch. Einzig die Komplexität und die Handlungsmöglichkeiten der Quests finde ich bei Fallout 4 besser.
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DoubleR88
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von DoubleR88 »

ah ja, Fallout 4 - ne nicht wirklich.

Wer verkennt, dass Witcher 3 Fallout 4 in eigentlich allem überlegen ist, der hat entweder noch nie wirklich anständige Arbeit geleistet oder ist einfach nur ein Kulturbanause. Ich will gar nicht wissen, wieviel mehr Zeit, Geld und Liebe von CD Projekt investiert wurde als von Bethesda. Da hat man ne alte Engine genommen und sich nen Lenz gemacht.
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Randall Flagg78
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von Randall Flagg78 »

casanoffi hat geschrieben:
Nun gut, dann nennen wir zur Zufriedenheit aller The Witcher ein herausragendes Rollenspiel und Fallout einen herausragenden Ego-Simulator, ok? Wegen mir sicher kein Problem. Das ändert für mich ja das Spiel nicht.

Alle zufrieden? Vermutlich nicht. Wäre ja langweilig...


Und danke für den link :)
Ist es aber nicht so, dass ich in einem Rollenspiel... ja eben eine Rolle spiele? Für mich ist das doch die Grundlage für eine gute Geschichte.
Wenn ich machen kann was ich will und letztens Endes dann doch nur mich selbst spiele, entwertet das die ganze Sache doch irgendwie.
Finde ich zumindest. Wenn ich im Witcher eine Entscheidung treffe (nur als Beispiel), dann überlege ich mir doch, wie der Protagonist in seiner Welt existiert. Welchen Stellenwert hat er? Was will er erreichen? Was bedeutet das für ihn? Welche Vorgeschichte hat er/das Land? Welche politischen Hintergründe? usw.
Bei diesen Sandkasten Spielen ist es doch völlig egal, weil ich Prinzip nur das mache, was ich in der Situation eben tun würde.
Und im Prinzip ist es auch völlig egal, da alles so angelegt ist, dass niemand für seine Entscheidungen irgendwie bestraft wird. Man kann nichts falsch machen, aber eben auch nichts richtig und das ist mein Problem.
Ich kann Bruderschaft, Institut, Railroad usw. beitreten und bin von allem gleich der Chef. Nur entscheiden darf ich nichts, denn das ist nicht vorgesehen. Also bin ich Chef Botenjunge und erlebe... nichts..

Aus der Sicht des Wohlstandsmenschen, der friedlich auf dem Sofa sitzt, mir Chips und Bier. Und das verhindert, meiner Ansicht nach, eben oft eine gute Geschichte.
Weil mir dann Beth, oder jeder andere Hersteller, eben nur halbgare Kompromisse liefern kann und mir keine Dinge präsentiert, wo ich eben wirklich im Kontext dieser Welt handele. Ggfs. eben auch mal etwas, was hinterher zu schockierenden (aber innerhalb der Welt plausiblen) Ereignissen führt.
Und dann wird immer behauptet, ein Witcher wäre kein Rollenspiel. Und das obwohl ich dort eine Rolle ausfülle, während ich in einem Fallout doch nur ich selbst bin.
Oder eben der, der mal richtig die Sau raus lässt, weil er es im Alltag nicht kann. Nur bleiben eben die halbgaren Kompromisse.

Ich beziehe das übrigens nicht nur auf Fallout. Ich denke, uns sind schon viele gute Geschichten verloren gegangen, weil Spiele dann irgendwelche Pseudofreiheiten einbauen mussten. Der Spieler muss alles können. In jedem Spiel muss er schleichen können, aber auch wild um sich ballern und klettern und schwimmen, und Bogenschießen und und und.
Stellt euch ein A Song of Ice and Fire vor, in der ich die rote Hochzeit verhindern kann, oder einen Ned Stark retten, oder einen Jeoffrey zum König machen, Tyrion umbringen, Oberyn gewinnen lasse. Und das nur weil der Leser eben tun und lassen soll was er will.
Die ganze Geschichte würde in sich zusammenfallen und dann in etwas münden, wo zwar für alle was dabei ist, aber für niemanden so richtig. Das gesamte Werk wäre beliebig geworden.
Und das kreide ich Fallout an. Sie opfern dieser dämlichen "Tu was Du willst" eben einer wirklichen Immersion.
Und irgendwann wird auch das zweihundertste, sich umarmende Skelett Pärchen und das dazugehörige Holoband/Terminal/Brief beliebig. Und mehr hab ich da leider nicht gefunden. Bis auf Minecraft, was mich 0 interessiert.

Und in den DLC geht doch schon weiter: Tiere in Käfigen halten... Hallo Ark..
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hydro skunk 420
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von hydro skunk 420 »

Randall Flagg78 hat geschrieben:Bei diesen Sandkasten Spielen ist es doch völlig egal, weil ich Prinzip nur das mache, was ich in der Situation eben tun würde.
Und genau das macht einen wichtigen Aspekt in einem Rollenspiel aus. Das machen zu können, was einem vorschwebt. Der sein zu können, der man sein will. Und eben nicht in eine vorgefertigte Rolle zu schlüpfen. Zwar kann man auch hierdraus ein Rollenspiel machen, aber das jetzt RPG technisch höher einzustufen als eine Entscheidungsfreiheit - ich bitte dich! :wink:
Man kann Fallout ja vieles ab- und Witcher vieles zusprechen, aber irgendwo hört's dann auch auf.
Randall Flagg78 hat geschrieben:Ist es aber nicht so, dass ich in einem Rollenspiel... ja eben eine Rolle spiele? Für mich ist das doch die Grundlage für eine gute Geschichte.
Wenn ich machen kann was ich will und letztens Endes dann doch nur mich selbst spiele, entwertet das die ganze Sache doch irgendwie.
Verstehe nicht, warum das entwertend sein soll. In welch anderem Genre hast du denn die Möglichkeit nach deinen eigenen Vorstellungen zu handeln.
Ich würde sogar behaupten, dass Rollenspiele fast einzig dafür erschaffen worden sind.
Und wieso engst du das mit der Aussage "Man spielt ja eh nur sich selbst" eigentlich ein? Wie oft habe ich schon Entscheidungen getroffen, die überhaupt nicht meinem Naturell entsprechen.
Zuletzt geändert von hydro skunk 420 am 21.02.2016 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
c452h
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von c452h »

Dann sollen sie aber beim nächsten Mal die Hauptquest abschaffen, da sie einen in ein zu enges Korsett zwängt, das durch "Ich mache was ich will" überhaupt keinen Sinn ergibt. Und bei Fallout kannst Du eben nicht sein, wer Du willst. Es läuft immer daraus hinaus, dass Du Botenjunge wirst. Das ist eben eher RPG, das weit unter theoretischen Möglichkeiten zurückbleibt. Ich sag nur: Wichtige NPCs können nicht sterben. Warum nicht einfach alles umnieten können, wenn ich Lust darauf habe? Dazu kann ich in der main quest nicht böse sein, sondern muss so spielen wie Bethesda es vorschreibt. Das sind schon erhebliche Einschränkungen des "Ich kann machen, was ich will.".
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hydro skunk 420
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von hydro skunk 420 »

c452h hat geschrieben:Dann sollen sie aber beim nächsten Mal die Hauptquest abschaffen, da sie einen in ein zu enges Korsett zwängt, das durch "Ich mache was ich will" überhaupt keinen Sinn ergibt. Und bei Fallout kannst Du eben nicht sein, wer Du willst. Es läuft immer daraus hinaus, dass Du Botenjunge wirst. Das ist eben eher RPG, dass weit unter theoretischen Möglichkeiten zurückbleibt.
Dagegen sage ich nichts.

Ich wollte damit lediglich seine Verallgemeinerung anprangern. Vielleicht ist es bei Fallout nicht optimal ausgeschöpft worden, aber das Kernelement eines RPGs schlechthin nun in Frage zu stellen, halte ich dann doch für ziemlich abstrus.
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von c452h »

Ja, das kann ich so unterschreiben.
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Invader_Zim
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von Invader_Zim »

hydro-skunk_420 hat geschrieben: Und genau das macht einen wichtigen Aspekt in einem Rollenspiel aus. Das machen zu können, was einem vorschwebt. Der sein zu können, der man sein will.
Ich glaube, du verwechselst immernoch "Roleplaying" und "dich als Spieler in dieser Welt austoben".

Roleplaying heißt, dich in deinen Charakter hineinzuversetzen und ihm über Dialogoptionen und die Art der Aufgabenbewältigung Persönlichkeit und einen entsprechenden Ruf in dieser Welt aufzubauen. Du fragst dich, was *dein Charakter* in dieser Situation tun würde und was *seine* Ziele in dieser Welt sind.

"Dich als Spieler in dieser Welt auszutoben" bedeutet dagegen, im Strip von New Vegas Minen zu stapeln und mit einem Vorschlaghammer draufzuhauen. Etwas, das aus der Sicht deines Charakters oder der Bewohner dieser Welt keinen Sinn macht, aber für dich *als Spieler* lustig anzusehen ist. Etwas, was du ALS SPIELER ausprobieren willst.

DAS ist der Unterschied zwischen Rollenspielen und dem, was Bethesda in ihren Spielen ermöglichen. Man kann dort jede Menge schindluder treiben, alles werden und alles tun. Aber keinen Charakter mit Persönlichkeit, Stärken und Schwächen spielen, da das Dialogsystem zu einschränkend ist, die Aufgaben zu wenig Lösungsmöglichkeiten bieten und du am Ende eh alles beherrschst, wenn du lange genug spielst.
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hydro skunk 420
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von hydro skunk 420 »

Nun, ich finde nicht, dass ein Rollenspiel sich ausschließlich über Dialogoptionen definiert. Es ist vielmehr die Summe diverser Aspekte. Es beginnt doch bereits mit der Wahl der Rasse und der Klasse sowie etliche weitere einstellbare Dinge. Auch z.B. ein Perksystem dient dazu, einen Charakter zu individualisieren und ihn nach und nach in eine gewisse Rolle schlüpfen zu lassen. Skille ich meinen Charakter eher auf stealth oder will ich offensiv agieren? Baue ich seine magischen oder eher kriegerischen Fähigkeiten aus? Wenn magisch, will ich ein Meister der Beschwörung oder lieber der Illusion sein?
Invader_Zim hat geschrieben:Aber keinen Charakter mit Persönlichkeit, Stärken und Schwächen spielen, da das Dialogsystem zu einschränkend ist, die Aufgaben zu wenig Lösungsmöglichkeiten bieten und du am Ende eh alles beherrschst, wenn du lange genug spielst.
Wie gesagt, ich habe ja schon erwähnt, dass es mir nicht spezifisch um Fallout geht. Bei Randall Flagg78 hat es sich allerdings so angehört, als wäre die Entscheidungsfreiheit, zu sein wer man will, generell nicht so das Wahre in Rollenspielen und das eine vorgegebene Rolle (oder sagen wir besser ein vorgegebener Charakter) im Allgemeinen die cleverere und der Definition des Genres besser entsprechende Lösung sei.

Und das sehe ich halt nicht so.
CronoKraecker
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von CronoKraecker »

Der Bethesda-Nimbus:

Praktikant 325 stopft in Gebäude 5712-1B, zusammengesetzt aus den Bausteinen 3 und 5 (davon gibts halt weniger) einen Plastik-Flamingo ins Klo und alle hobeln sich einen auf das geniale "environmental storytelling" ab.
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Nanatzaya
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Re: D.I.C.E. Awards - Fallout 4 ist das "Spiel des Jahres"; The Witcher 3, Ori and the Blind Forest und Rocket League mi

Beitrag von Nanatzaya »

Invader_Zim hat geschrieben:Ich glaube, du verwechselst immernoch "Roleplaying" und "dich als Spieler in dieser Welt austoben".
Entweder ich bekomme eine Figur vorgesetzt, die bereits einen Hintergrund, Moral und Ideale hat, und versuche anhand dieses Backgrounds möglichst nachvollziehbar zu handeln. Sprich, ich versetzte mich in eine Figur hinein.
Oder ich erstelle mir selbst eine Figur, überlege mir selbst einen Hintergrund, Ideale usw. und handle so.

Was ist davon jetzt weniger oder mehr RP? Variante 2 erfordert IMO mehr Fantasie.

Der Vorteil, den Variante 2 für mich persönlich hat, ist, dass ich z. B. den moralischen Kompass nach gewissen Ereignissen neu ausrichten kann.
Bei FO4 habe ich es z. B. so gehandhabt: Anfangs war mein Charakter ziemlich egoistisch und nur darauf fixiert, den eigenen Sohn zu finden. Aber noch unerfahren und auch aufgrund hoher Intelligenz auf ein behutsames Vorgehen bedacht.
Jetzt hab ich den Balg gefunden, bin aufgrund diverser einschneidender Erlebnisse und harter Kämpfe eine gestandene, etwas arrogante Söldnerin (sarkastische Dialogoption FTW!), die Supermutanten hasst wie die Pest und genug Ressourcen und Zeit hat, um dem Commenwealth ihren eigenen Stempel aufzudrücken und ihren Gefährten und Nachfahren eine, ihrer Ansicht nach, möglichst "gute" Welt zu überlassen.

Für mich ist der Kernpunkt eines jeden RPG, dass ich den Charakter selbst erstellen kann und ihn nach meinen Vorstellungen (z. T. auch extreme Reaktionen auf Plottwists wie damals in KotoR) handeln lassen kann.
Bei W3 ist der Charakter praktisch vorgegeben. Allein durch die optische Vorgabe scheiden für mich gewissen Handlungsweisen aus.
Geralt sieht wie ein Kneipenschläger und Frauenheld aus. Das Spiel lässt mir kaum eine andere Wahl, als auch so zu spielen.

Wobei ich sagen muss, dass für meinen Ansatz keine Sandbox erforderlich ist.
Z.B. Neverwinter Nights und KotoR haben es auch geschafft, mir das zu ermöglichen.
Und in FO4 fehlt bei den Fraktionen auch ein wenig die Entscheidungs- bzw. Handlungsfreiheit.
OK, das Spiel ist darauf ausgelegt, dass es kein perfektes Ende gibt, aber dieses Ende wird immer durch nicht nachvollziehbare Beschränkungen innerhalb der Fraktionen (warum kann ich als Chef einer Fraktion nicht sagen, "hört mit dieser oder diese Aktion auf"?) erzielt, was für mich persönlich, der größte Kritikpunkt an FO4 ist.
CronoKraecker hat geschrieben:Praktikant 325 stopft in Gebäude 5712-1B, zusammengesetzt aus den Bausteinen 3 und 5 (davon gibts halt weniger) einen Plastik-Flamingo ins Klo und alle hobeln sich einen auf das geniale "environmental storytelling" ab.
Es ist schon etwas komplexer.
Z. B. ich finde einen Computer mit einem Tagebuch, in dem sich ein Vater darüber Gedanken macht, wie er einen Bombenkeller baut und es den Kindern erklärt, was ein Bombenkeller ist, warum man ihn braucht und wie sie in finden.
Aufgrund eines Reimes, den er seinen Kinder erzählt, findet man den Keller.
Darin findet man die Überreste der Familie.
Oder man findet in einer Polizeiwache Tagebücher eines Geheimagenten vor dem Krieg und beginnt eine Schnitzeljagd, weil man unbedingt erfahren möchte, was der Typ so gemacht hat, bevor die Bomben gefallen sind. Hat er evtl. etwas zurückgelassen?
Zuletzt geändert von Nanatzaya am 22.02.2016 09:58, insgesamt 9-mal geändert.