TheLaughingMan hat geschrieben:Für mich sieht die Charakter Gestaltung immer noch wie folgt aus: Töten, Aushalten, Überreden, an Loot kommen. Das sind die vier Haupt Kategorien, und mehr ist da auch nicht. Alles was man bei der Punktevergabe machen kann unterliegt diesen Bereichen, und für ein Fallout ist das einfach nur eine Schande.
Ich verstehe vollkommen, was Du meinst.
Lass mich dazu etwas nach Deinem nächsten Punkt schreiben, dann kann ich vielleicht vermitteln, wie ich das sehe und warum mir die Art und Weise, wie Fallout 4 damit umgeht, besser gefällt, als die Vorgänger
TheLaughingMan hat geschrieben:Das ist ja genau der Punkt! Es lässt dich nicht mal deine eigene Geschichte erleben! Du kannst dich nicht entscheiden ob du der große Friedensstifter oder ein Warlord sein möchtest- Das ist ja die größte Unverschämtheit an der ganzen Sache! 2 Fraktionen machen dich zu ihren Anführern, aber hast du auch nur einmal, ein einziges mal die Freiheit zu entscheiden welchen Kurs diese Fraktionen fahren wollen? Ob ihr in den Krieg zieht, auf Diplomatie setzt, oder einfach den zukünftigen Kurs der anderen Parteien von innen heraus manipulierst? Nee, Nix, Nada, Njet!
In Teil 3 konnte man sich wenigstens noch als Sklavenhändler verdingen, aber selbst sowas gibt es nicht mehr! Warum kann ich nicht bei den Gunnern einsteigen und ein paar Gemeinden schleifen? Ach warte, kommt ja vielleicht als DLC...

Das ist richtig - Fallout 4 bietet dem Spieler NICHT die Möglichkeit, Gott zu spielen.
Es bietet Dir NICHT die Möglichkeit, die Welt um Dich herum so zu verändern und so zu lenken, wie es Dir am besten gefallen würde.
Du kannst Dich - bis auf ein paar Ausnahmen - NICHT dafür entscheiden, ob Du der große Friedensstifter, der alles beherrschende Warlord, der kontrollierende Sklavenhändler oder die alles manipulierende Bitch bist.
In der Hinsicht hast Du vollkommen Recht, Fallout 4 geht hier in eine vollkommen andere Richtung.
Fallout 4 ist mehr wie das Buch oder der Film "The Road".
Du befindest Dich in einer feindlichen Welt in der jeder sich selbst am nächsten ist.
In der alles und jeder nach dem Leben und den Ressourcen anderer trachtet.
Deine Freiheit besteht nun darin, WIE Du damit umgehst.
Du kannst hier nicht zum Messias von Boston werden - weil es unterm Strich in den meisten Fällen nur darauf ankommt, zu überleben und dass es am Ende leider(!) nur einen geben kann. Co-Existenz ist keine Option.
Also hast Du leider(!) nur die Wahl, WIE Du überlebst und WIE man die feindlich gesinnten Gesellen ins Jenseits befördert.
Und es ist daher - auf eine sehr krude Art und Weise - äußerst authentisch und nachvollziehbar.
Das ist das Prinzip von Fallout 4.
Und darum liebe ich dieses Spiel.
Weil es mich nicht zu Gott kürt, sondern mir "nur" eine ganz spezielle Art der Freiheit gibt.
Dort will Dir jemand ans Leder -> deal with it! Wie auch immer Du das tun willst.
Es gibt Dir nicht die Macht, die Tatsache zu ändern, dass Dir jemand ans Leder will.
Sondern die Freiheit, wie Du damit fertig wirst
Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken halbwegs vernünftig und verständlich mitteilen ^^
TheLaughingMan hat geschrieben:Ich persönlich finde keiner von denen konnte gegen Veronica oder Raoul anstinken, aber das ist wohl Geschmackssache.
Ganz klar, ist Geschmacksache.
Ich z. B. fand Codsworth oder Valentine allein schon interessanter als alle Charaktere in 3/NV zusammen (ok, ist vielleicht übertrieben, aber so empfinde ich es eben).
TheLaughingMan hat geschrieben:wenn man bedenkt das jede Taste in einer Konversation eine genau festgelegte emotionale Stimmung rüberbringen soll. Ohne Ausnahmen. Davon abgesehen konnten in Teil 3 und NV so Nebensächlichkeiten wie Skills (und nicht nur die zum reden vorherbestimmten), Perks und Attribute den Verlauf eines Gesprächs beeinflussen. Von dieser Varianten Reichtum ist Teil 4 einfach Meilenweit entfernt.
Nun, das ich auch richtig, in 3/NV hatte man hier mehr Auswahlmöglichkeiten und diesen waren mehr auf Skills bezogen. Das Ding ist eben, dass mir in 3/NV eine emotional menschliche Seite vollkommen fehlte. Alles war von der reinen Spielmechanik abhängig - daher erwähnte ich auch das Excel-Listen-mäßige abarbeiten der möglichen Antworten ^^
In F4 existiert eine unerwartete und menschlich emotionale Seite.
Leider viel zu wenige, das ist richtig. Aber immerhin existieren sie im Gegensatz zu den Vorgängern.
Es ist, wie ich schon häufig erwähnte - man sollte F4 nicht rein auf die vorhandenen Mechaniken reduzieren.
Wenn man das tut, dann wird es einem mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gefallen und auch nur schwer nachvollziehen können, warum einige Spieler F4 so hoch einschätzen.