4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Hier könnt ihr über Trailer, Video-Fazit & Co diskutieren.

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4P|BOT2
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4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von 4P|BOT2 »

Wandersimulator oder Storytelling-Experiment? Oder sollten Spiele nicht ihre Geschichte wie in Dark Souls durch die Spielmechanik erzählen? Alice und Jörg diskutieren darüber.
Hier geht es zum Streaming: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story
WOOM
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von WOOM »

Spiele seit fast 30 Jahren und in den letzten paar Jahren habe ich gemerkt, dass mich Spiele ohne fesselnde Story kaum noch kontinuierlich ans Pad locken können. Deshalb schaue ich auch oft lieber eine weitere Folge einer guten TV-Serie. Gerade wenn man eh nicht so viel Zeit vorm Fernseher verbringen kann/will.
Die Mass Effect Reihe hat mich als letztes Spiel wirklich überzeugt. Die Missionen und auch die länge (20 - 60 min) erinnerten mich an ein Serienformat, so dass ich öfters pro Woche noch eine Folge spielen wollte ^^
johndoe1741084
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von johndoe1741084 »

Schöner Beitrag... bitte mehr davon. Also... noch mehr :Blauesauge:

Und ne kleine Kritik: Die HintergrundMusik lenkt mich extrem ab, wobei das auch ein individuelles Problem (und meinen Entwicklungsdefiziten geschuldet) sein kann.
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Chibiterasu
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Chibiterasu »

Auch wenn das in der Diskussion nur vorkommt um sie am Laufen zu halten, muss ich zu Dear Esther und "da kann man auch ein Buch lesen oder einen Film schauen" schon sagen, dass man auch anführen könnte "warum nicht einfach ein Dear Esther erleben?".
Man hat hier nur das Bedürfnis Parallelen zu anderen Medien zu ziehen, weil sowas wie Dear Esther noch eher neu ist.

Im Endeffekt ist die ganze Definition aber völlig hinfällig. Ob Spiel, ob interaktiver Film, Wandersimulator. Egal.
Es ist Entertainment.
Wenn ich drauf Bock habe, setze ich mich dem aus.

Es ist doch ganz generell schwierig einem Zeitvertreib einen allgemeingültige Sinnhaftigkeit zuzuschreiben.
Für den einen ist das Sammeln von Briefmarken die schönste Obsession, für den anderen pure Zeit- und Geldverschwendung.
Wer hat Recht?



Nur nebenbei: Myst würde ich nicht in eine Kategorie mit Dear Esther stecken. Myst bot sehr sehr viel Interaktion und forderte einiges an Kopfarbeit. Da war ich weit aktiver involviert als beim äußerst passiven Erlebnis Dear Esther.

Und generell: schön, dass ihr da immer mehr solche Talk-Formate macht. Ich lese schon lange keine Tests mehr aber sowas interessiert mich immer. Daumen hoch!
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Jörg Luibl
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Jörg Luibl »

Jup, Myst ist natürlich ganz anders konzipiert. Aber ich erinnere mich, dass schon damals Leute sinngemäß sagten, dass man da nur rumlatscht und komische Maschinen bedienen muss. Könnte man als Wandermechsimulator bezeichnen.;)
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Exist 2 Inspire
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Exist 2 Inspire »

The Stanley Parable, The Beginner's Guide und Firewatch hab ich wirklich sehr gerne gespielt, bin ein großer Fan der "Wander Simulatoren"! Kann jemand vielleicht ähnliche Spiele wie die ganannten empfehlen!?
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Jörg Luibl
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Jörg Luibl »

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myheroisalex
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von myheroisalex »

Chibiterasu hat geschrieben: "warum nicht einfach ein Dear Esther erleben?"
'Erleben' ist das Stichwort. Dear Esther hat weder eine erwähnenswerte Spielmechanik, noch eine umwerfende, twistreiche Story, aber einfach Atmosphäre. Mir hat es schon ziemlichen Spaß gemacht die schönen Wege zu genießen und diese mysteriösen Storykrümel zu finden.
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Exist 2 Inspire
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Exist 2 Inspire »

4P|T@xtchef hat geschrieben:Hier mal ein paar Empfehlungen in absteigender Wertungsreighenfolge. Muss aber nix heißen.;)
Dank dir Jörg, werd ich mir auf jeden Fall mal anschauen! :)
Eniotas
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Eniotas »

Exist 2 Inspire hat geschrieben:
4P|T@xtchef hat geschrieben:Hier mal ein paar Empfehlungen in absteigender Wertungsreighenfolge. Muss aber nix heißen.;)
Dank dir Jörg, werd ich mir auf jeden Fall mal anschauen! :)
4P|T@xtchef hat geschrieben:Hier mal ein paar Empfehlungen in absteigender Wertungsreighenfolge. Muss aber nix heißen.;)

Everybody's Gone to the Rapture http://www.4players.de/4players.php/dis ... pture.html

Sunset http://www.4players.de/4players.php/dis ... unset.html

The Novelist http://www.4players.de/4players.php/dis ... elist.html

The Vanishing of Ethan Carter http://www.4players.de/4players.php/dis ... arter.html

Submerged http://www.4players.de/4players.php/dis ... erged.html

The Old City: Leviathan http://www.4players.de/4players.php/spi ... athan.html

Empfehlenswert wäre auch noch Layers of Fear wenn man auf Psychologischen Horror steht :wink:
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mr archer
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von mr archer »

Schöne Unterhaltung. Ich habe erst in den letzten zwei Wochen wieder gemerkt, welche Erzähl-Variante mich halt immer wieder aus den Socken haut: die über ein überzeugendes Art-Design. Erzählen über die gestaltete Welt, in der ich mich aufhalten kann. Konkret in diesem Fall war es Dishonored. Die Stadt als heimlicher Hauptcharakter, die auf Walöl aufgebaute Industrie mit dem dazugehörigen Peta-Unwohlsein, die Anleihen in der Philosophie, Architektur und Kunst des 19. Jahrhunderts. Groß. Andere Beispiele der letzten Jahre, die bei mir in die gleiche emotionale Kerbe hauen, waren Brütal Legend und Deus Ex: Human Revolution. Und ja, auch Limbo.

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NewRaven
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von NewRaven »

Wenn man sich die Story komplett über die Umgebung zusammen basteln muss, ist es dann wirklich noch "storyTELLING"? Ich finde nicht... ich finde es sehr nett, über die Umgebung zusätzliche Details und Hintergründe zu vermitteln oder den Spieler aufdecken zu lassen, vielleicht sogar eine eigene Geschichte erzählt. Aber die eigentliche Story, nämlich den Grund, warum ich gerade dort bin und tue, was ich eben tue, muss das Spiel mir schon etwas direkter vermitteln und auch einen Fortschritt in der Geschichte darstellen - sei es durch Dialoge, Dokumente oder Sequenzen. Wenn mir ein Spiel schon kein Gameplay gibt, dass irgendwie nennenswert wäre und ebenfalls kaum Interaktionsmöglichkeiten mit irgendwas gibt, dann muss es mich einfach mit der Story dazu motivieren, weiter zu spielen. Und wenn die dann kaum vorhanden ist, ich mir die minimalistischen Storyaspekte auch noch selbst zusammen reimen muss und dann - wie bei "The Vanishing Of Ethan Carter" - diese zusammengereimte Story auch noch durch das Ende völlig belanglos wird, weil der Entwickler dachte, es wäre unglaublich clever, alle vorher gegebenen Hinweise und Andeutungen ins Leere laufen zu lassen, um dann ein ganz anderes, noch langweiligeres Ende zu bringen, dann ist das einfach, all die unglaublich schöne Grafik hin- oder her, für mich kein gutes Spiel, sondern Geld- und vor allem Zeitverschwendung. Firewatch und auch "Gone Home" haben das ein wenig besser hinbekommen, obwohl sie vom Gameplayaspekt genauso dünn sind. Trotzdem wird keines dieser Spiele je in meinen persönlichen Top-Listen auftauchen - und das obwohl ich riesiger Adventure-Fan bin, was wohl das artverwandteste Genre sein dürfte.
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Exist 2 Inspire
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Exist 2 Inspire »

mr archer hat geschrieben:und Deus Ex: Human Revolution.
Oh ja, DE:HR war für mich DAS Highlight der letzten Generation, die Welt war wirklich unglaublich stimmig. Hab das Spiel bis heut bestimmt 8-10 mal durchgespielt und ich finde immernoch kleine Details die mir vorher entgangen sind. Die technischen Schwächen haben mich dabei nie gestört, die Story, das Setting und die Atmosphäre haben einfach alles übertrumpft! Definitiv ein würdiger Nachfolger des Originals. Ich hoffe echt das Eidos Montreal mit Mankind Divided dieses Jahr ein gleichwertiges Sequel zu HR rausbringt. Bis jetzt bin ich guter Dinge!
Eniotas
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von Eniotas »

mr archer hat geschrieben:Schöne Unterhaltung. Ich habe erst in den letzten zwei Wochen wieder gemerkt, welche Erzähl-Variante mich halt immer wieder aus den Socken haut: die über ein überzeugendes Art-Design. Erzählen über die gestaltete Welt, in der ich mich aufhalten kann. Konkret in diesem Fall war es Dishonored. Die Stadt als heimlicher Hauptcharakter, die auf Walöl aufgebaute Industrie mit dem dazugehörigen Peta-Unwohlsein, die Anleihen in der Philosophie, Architektur und Kunst des 19. Jahrhunderts. Groß. Andere Beispiele der letzten Jahre, die bei mir in die gleiche emotionale Kerbe hauen, waren Brütal Legend und Deus Ex: Human Revolution. Und ja, auch Limbo.

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Richtig angetan hat es mir im ersten DLC dieses Schlachthaus mit den riesigen Wal grausam . Bioshock Infinite sollte man da nicht vergessen großartiges Art-Design. Genauso wie das Original Bioshock. Auch Ori and the blind Forrest ist ein wunderschönes Spiel.
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mr archer
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Re: 4Players-Talk: Spannungsverhaeltnis zwischen Spielmechanik und Story

Beitrag von mr archer »

Eniotas hat geschrieben:
Richtig angetan hat es mir im ersten DLC dieses Schlachthaus mit den riesigen Wal grausam.
Ja! Toll daran auch - die verschiedenen Ebenen, wie die Ausbeutung der Tiere thematisiert wird. Es gibt die rein gestalterische Ebene über die Trawler, die Schlachthäuser, die Walöl-Technik, die Plakate. Die einerseits Unwohlsein vermittelt, andererseits aber auch technische Faszination und positivistischen Fortschrittsglauben. Und es gibt eine ganze, darauf abhebende, sehr tief in das Spiel hineinragende philosophische Ebene - bis hin zu den Andeutungen, dass der Outsider eine Wahlgottheit oder der Leviathan ist. Die man über Texte und anderes aufsaugen kann. Oder man lässt das bleiben. Das ist für mich eine der großen Stärken dieses Mediums - die unterschiedliche Tiefe der Erzählung, die man gleichzeitig bieten kann.