Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

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Vinterblot
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Vinterblot »

SethSteiner hat geschrieben:Aber mit DLCs lässt sich Profit- und Umsatz gleichermaßen maximieren
Vorallem, wenn man sich mal Preis und Umfang von DLCs so anschaut wird sehr schnell klar, dass im Vergleich zum Hauptspiel DLCs MASSIV überteuert sind. Setzen wir mal 10€ für den Chaos-DLC an: Dann hättest du mit vier Fraktionen im Hauptspiel schon 2/3 des Preises von 60€ NUR für die Fraktionen - die restlichen 20 Euro müssten jetzt den ganzen Rest finanzieren. Spiel meintwegen ein bisschen mit den Zahlen, aber im Endeffekt bleibt das Ergebnis das selbe: Deutlich zu teuer.
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Shevy-C
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Shevy-C »

Letztlich liegt es am Konsumenten. Und der rechtfertigt mit seinen Käufen von Day-One DLC wohl die temporäre schlechte Reputation, die das Unternehmen hinnimmt. Die hätte man 2-3 Wochen nach Release nicht mehr in dem Maße, aber die Verkäufe brechen dann schon derart weg, dass man den kleinen "Shitstorm" wegen Day-One einfach in Kauf nimmt. Bis zum nächsten Titel ist es vom relevanten Anteil an Käufern eh schon wieder vergessen oder ihnen eh egal.
Dass ein Unternehmen auf Profitmaximierung aus ist, ist nun auch nicht die neuste Meldung. Daher braucht man Anreize für den Day-One DLC, der somit natürlich irgendwas speziell Interessantes bieten sollte.

Hatte mich in dem Zusammenhang mal auf einer Expo mit einem Vertriebler von BioWare im Vorfeld von DA:I unterhalten, der mir das so recht glaubhaft vermittelte. Mit Inquisition wollte man es ohne Day-One DLC probieren - im Gegensatz zu ME oder DA II. Soweit ich weiß, ist der prozentuale Anteil an Absatz vom ersten DLC zur absoluten Zahl an Spielekäufern bei Inquisition auch wesentlich schlechter als der der Day-One DLC der o.g. Ableger.
Igorsam
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Igorsam »

Es ist eben ein Teufelskreis, an dem zu 99% Konsumenten schuld sind die ich als nahezu unmündig bezeichnen würde:

- Hauptspiele haben seit jeher einen relativ konstanten Preis - Preiserhöhungen sind offenbar schwer möglich, da so etabliert
(ist aber natürlch kein Problem, auch wenn ein Spiel vor XY Jahren ähnlich viel gekostet hat hat sich eben der Absatzmarkt enorm vergrößert, dazu kommt noch dass 2/3 der Spielkosten für Marketing investiert werden, Teure Entwicklung kann man da kaum ernsthaft als Argument nennen, wenn man das doppelte bis dreifache für Marketing ausgibt ...)

- DLC Content etc wurde eingeführt und vom Markt offenkundig angenommen, zu Preisen die für Firmen viel zu gut sind. Faktisch macht es kaum noch Sinn viel ins Basis-Spiel zu investieren, wenn man mit DLC etc für viel weniger Risiko und Geldeinsatz wesentlich mehr Geld macht.
Der Haken an der Sache ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei dieser Art von Content für Firmen so absurd gut ist, dass sie kaum eine andere Wahl haben, aus rein wirtschaftlichen Motivationen, solchen möglichst umfangreich einzubauen. Das führt natürlich zu mehreren Effekten, einerseits beschneidet man bewusst Mechaniken wie Individualisierung um besser DLC verkaufen zu können, anderseits schneidet man aber selbst bewusst Content raus um ihn mit viel höherem Gewinn verkaufen zu können, die Shitstorms sind offenbar bisher noch in einem Rahmen der den generellen Erfolg nicht stark genug tangiert um ein Umdenken zu erreichen.

- Dazu kommt noch, dass man Kunden ständig das Gefühlt gibt, nur ein halbes Produkt zu besitzen, man wird oft sogar noch in den Spielen mit DLC etc konfrontiert um ständig daran erinnert zu werden, dass man eben nicht in komplettes Spiel besitzt. Was für mich ehrlichgesagt auch ein Problem ist.

Zusammengefasst, Schuld an dem Debakel sind die Schafe die blind diese Geschäftspraktiken unterstützen und so die Firmen nahezu zwingen, diese immer mehr auszubauen. Offenbar sind viele einfach psychologisch so gepolt, dass sie sobald Geldbeträge in kleiner Einheiten aufgesplittet werden, den Überblick über ihre Ausgaben verlieren. Sieht man ja auch wunderbar im Mobile-Sektor wo viele für praktisch 0 Leistung tausende Euro ausgeben (zB diverse Baubeschleuniger etc.).
Man müsste sich mal die Mühe machen und den Preis eines Basis-Spiels anhand von DLC und Miktrotransaktionspreisen errechnen.

Immerhin scheint langsam der Unmut über diese Praktiken etwas mehr Mainstream zu werden. Wenn nämlich alle Publisher so agieren wird Gaming ein sehr teures Hobby, wenn man nicht immer das Gefühl haben will nur das halbe Spiel zu haben.

Eigentlich absurd, wenn man sich die Entwicklung ansieht, man bezahtl heute oft schon für Leistungen die schon immer gratis waren, wie etwa Multiplayer. Modding wird oft ausgesperrt um keine konkurrenz für Mikrotransaktionen zu haben etc. Spiele haben immer weniger Umfang, dafür immer mehr extra Content - aber wie gesagt, wenn ich einen Sack mit 20 Kartoffeln um 6 Euro verkaufen kann, jede weitere Mikrotransaktions-Kartoffel danach aber um 2 Euro pro Kartoffel, dazu noch das Kartoffel DLC-Addon (4 Kartoffel für 3-4 Euro), sollte jedem klar sein, was passieren wird.
Zuletzt geändert von Igorsam am 08.12.2015 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Kajetan »

Igorsam hat geschrieben:Wenn nämlich alle Publisher so agieren wird Gaming ein sehr teures Hobby, wenn man nicht immer das Gefühl haben will nur das halbe Spiel zu haben.
Es machen bereits alle Publisher so. Die einen mehr, die anderen weniger. Auch Indies setzen immer mehr auf DLC, weil der psychologische Kniff, für den gleichen Inhalt in aufgestückelten Portionen mehr verlangen zu können als im Paket, überall funktioniert.
Senseo1990
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Senseo1990 »

Luststrolch hat geschrieben:@Senseo1990
Ich denke Konsumenten wie du sind das größte Problem der heutigen Zeit bzgl. Gaming. Egal was für ein neues Modell zum Schröpfen der Kunden von irgendwelchen Marketing Leuten erdacht wird, es wird immer Befürworter des ganzen Mists geben.
Die großen Verlierer sind dabei am Ende aber alle, denn solche Modelle befeuern Torrents, OCFH etc. und am Ende ist die Enttäuschung bei den meisten groß (außer bei denen, die sich die Games illegal besorgen).
Ich zahle angemessene Preise für den Content von heute. Content, der bei anderen Preisen so nicht möglich wäre. Zu behaupten, dass ich dadurch indirekt Spieler dazu zwinge Spiele illegal zu laden braucht schon eine sehr verdrehte Logik.

Ich möchte Fortschritt sehen, wenn ich ein Spiel kaufe und bin mir bewusst, dass ich dafür auch zahlen muss. Sollten Grundspiele in 5-10 Jahren 80€ pro Stück kosten jedoch eine entsprechend hohe Qualität aufweisen werde ich mich auch nicht beschweren. Warum auch?
Luststrolch
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Luststrolch »

Senseo1990 hat geschrieben:
Luststrolch hat geschrieben:@Senseo1990
Ich denke Konsumenten wie du sind das größte Problem der heutigen Zeit bzgl. Gaming. Egal was für ein neues Modell zum Schröpfen der Kunden von irgendwelchen Marketing Leuten erdacht wird, es wird immer Befürworter des ganzen Mists geben.
Die großen Verlierer sind dabei am Ende aber alle, denn solche Modelle befeuern Torrents, OCFH etc. und am Ende ist die Enttäuschung bei den meisten groß (außer bei denen, die sich die Games illegal besorgen).
Ich zahle angemessene Preise für den Content von heute. Content, der bei anderen Preisen so nicht möglich wäre. Zu behaupten, dass ich dadurch indirekt Spieler dazu zwinge Spiele illegal zu laden braucht schon eine sehr verdrehte Logik.

Ich möchte Fortschritt sehen, wenn ich ein Spiel kaufe und bin mir bewusst, dass ich dafür auch zahlen muss. Sollten Grundspiele in 5-10 Jahren 80€ pro Stück kosten jedoch eine entsprechend hohe Qualität aufweisen werde ich mich auch nicht beschweren. Warum auch?
Ich habe nicht von Zwang gesprochen. Auf Dauer würde eine Release- /Preis-Politik, wie du sie befürwortest, aber leider noch mehr Gamer dazu bringen sich Spiele auf illegalen Kanälen zu besorgen, da der Anreiz sich die Spiele original zu kaufen, immer geringer wird.

Und dass für dich auch 80€ in 5 Jahren kein Grund zur Beschwerde sind, ist natürlich ein legitimer Standpunkt, aber es gibt eben gerade unter den Spielern von Videospielen noch immer sehr viele Jugendliche/Kinder und die Schütteln mal nicht einfach so 80€ aus dem Ärmel.

Wo moderne Spiele mehr Content bieten sollen als z.B. vor 10 Jahren ist mir übrigens schleierhaft. Aber ich spiele auch fast überhaupt keine Triple-A Games mehr von daher...
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Senseo1990 »

Luststrolch hat geschrieben: Ich habe nicht von Zwang gesprochen. Auf Dauer würde eine Release- /Preis-Politik, wie du sie befürwortest, aber leider noch mehr Gamer dazu bringen sich Spiele auf illegalen Kanälen zu besorgen, da der Anreiz sich die Spiele original zu kaufen, immer geringer wird.
Die Preispolitik, die von den DLC-Kritikern gefordert wird (derselbe Content nur günstiger) würde hingegen dazu führen, dass die Spieleindustrie ausstirbt. Das nenne ich eine Lose/Lose Situation.
Luststrolch hat geschrieben: Und dass für dich auch 80€ in 5 Jahren kein Grund zur Beschwerde sind, ist natürlich ein legitimer Standpunkt, aber es gibt eben gerade unter den Spielern von Videospielen noch immer sehr viele Jugendliche/Kinder und die Schütteln mal nicht einfach so 80€ aus dem Ärmel.
Aus diesem Grund wird es auch nicht dazu kommen. Daher verlassen sich Entwickler und Publisher weiterhin auf DLCs.
Luststrolch hat geschrieben: Wo moderne Spiele mehr Content bieten sollen als z.B. vor 10 Jahren ist mir übrigens schleierhaft. Aber ich spiele auch fast überhaupt keine Triple-A Games mehr von daher...
Dazu muss man Triple A Titel auch nicht spielen, man muss sie sich nur anschauen. Wenn man dann realisiert, dass "besser" (besserer Ton, bessere Grafik, Effekte etc) auch "mehr" bedeutet (nämlich mehr Arbeit, mehr Kosten etc), dann sollte man verstehen können warum Spiele teurer werden.

Auch neue Spielmechaniken wollen ersteinmal realisiert und getestet werden.

Man kann konstante Preise und konstante Technik/limitierte Innovation fordern, oder man ist bereit dazu für Verbesserung auch mehr zu zahlen. Die Spieler erwarten einfach, dass sich die Grafik immer weiterentwickelt. Dass alleine dadurch die Entwicklungskosten steigen blenden viele aber aus. Anders kann ich mir die Forderungen nicht erklären. Spiele dürfen nicht teurer werden, kein DLC haben, müssen viel Content bieten und technisch immer ganz vorne dabei sein. Die Gleichung kann gar nicht funktionieren.

Rockstar sollte GTA 6 mit der Technik von GTA San Andreas für ~45€ für PS4 veröffentlichen. Gerne randvoll mit zusätzlichen 500 Minigames gefüllt. Die DLC-Kritiker müssten ja dann völlig begeistert sein... :mrgreen:
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Kajetan
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Kajetan »

Senseo1990 hat geschrieben:Die Preispolitik, die von den DLC-Kritikern gefordert wird (derselbe Content nur günstiger) würde hingegen dazu führen, dass die Spieleindustrie ausstirbt. Das nenne ich eine Lose/Lose Situation.
Es sterben, wenn überhaupt, nur die Geschäftsmodelle, wie sie derzeit von den Majors wie EA oder Ubisoft verfolgt werden. Zu denken, dass man DLC kaufen muss, damit es weiterhin Spiele gibt, ist nichts weiter als ein Ausdruck einer emotionalen Abhängigkeit. Man ist erpressbar geworden.
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Senseo1990 »

Kajetan hat geschrieben: Es sterben, wenn überhaupt, nur die Geschäftsmodelle, wie sie derzeit von den Majors wie EA oder Ubisoft verfolgt werden. Zu denken, dass man DLC kaufen muss, damit es weiterhin Spiele gibt, ist nichts weiter als ein Ausdruck einer emotionalen Abhängigkeit. Man ist erpressbar geworden.
DLC steht nicht für die Abhängigkeit der Spieler, sondern für die Abhängigkeit der Industrie. Spiele wird es auch ohne DLC geben. Aber keine Spiele mit der hohen Qualität von heute (oder morgen).

Von EA oder Ubisoft habe ich übrigens, soweit ich mich erinnere, noch keinen DLC gekauft. Da wirkte das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht gut, bzw die angebotenen Inhalte waren uninteressant.

Eine ganze Fraktion für ein Strategiespiel, das mir gefällt werde ich hingegen wahrscheinlich immer wieder kaufen.
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Kajetan
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Kajetan »

Senseo1990 hat geschrieben:DLC steht nicht für die Abhängigkeit der Spieler, sondern für die Abhängigkeit der Industrie. Spiele wird es auch ohne DLC geben. Aber keine Spiele mit der hohen Qualität von heute (oder morgen).
Quatsch :)

DLC dient nur der Profitmaximierung. Nicht der Qualität, zu köstlich dies anzunehmen. Ich brauche keinen DLC, um ein teures AAA-Spiel profitabel zu verkaufen. Siehe Bethesda, wo sich der DLC seit dem unglückseligen Pferderüstungs-Experiment doch stark in Grenzen hält und nicht einmal ansatzweise mit dem Wirbelsturm an DLC zu vergleichen ist, der über die Käufer von AC oder CoD hereinbricht. Bethesda braucht kein DLC, um mit TES oder Fallout profitable Spiele zu machen. DLC wird aber benötigt, wenn man Geschäftsmodelle wie die von EA oder Ubisoft verfolgt, wo JEDES JAHR (!) ein neuer Teil einer AAA-Reihe verkauft werden soll.
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Freakstyles »

Das der bei seinem Gelaber nicht selber kotzen muss, stellt schon eine ungeheuerlichkeit für sich da. Es ist unfassbar was die Leute heute für einen neoliberalen Bullshit von sich lassen ohne dabei auch nur das geringste bisschen Scham zu verspüren, wirklich der Hammer. Die Spitze des Eisberges ist dann noch die versuchte Manipulation der Spieler und die Behauptung das man das doch für uns machen würde. Da fragt man sich wirklich wieviel Scheiße eigentlich in einen menschlichen Kopf passt
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Senseo1990 »

Kajetan hat geschrieben: DLC dient nur der Profitmaximierung. Nicht der Qualität, zu köstlich dies anzunehmen. Ich brauche keinen DLC, um ein teures AAA-Spiel profitabel zu verkaufen. Siehe Bethesda, wo sich der DLC seit dem unglückseligen Pferderüstungs-Experiment doch stark in Grenzen hält und nicht einmal ansatzweise mit dem Wirbelsturm an DLC zu vergleichen ist, der über die Käufer von AC oder CoD hereinbricht. Bethesda braucht kein DLC, um mit TES oder Fallout profitable Spiele zu machen. DLC wird aber benötigt, wenn man Geschäftsmodelle wie die von EA oder Ubisoft verfolgt, wo JEDES JAHR (!) ein neuer Teil einer AAA-Reihe verkauft werden soll.
http://store.steampowered.com/app/404090/

Und zeitgleich wird die alte Engine, Grafik und Zusammenarbeit mit Nvidia bei Fallout 4 stark kritisiert. Ebenso das stark vereinfachte Dialogsystem. Irgendwo muss immer gespart werden: Manch ein Entwickler setzt da allerdings augenscheinlich bessere Prioritäten als andere.

Ansonsten will ich nicht den umgekehrten Fehler machen und DLC ausnahmslos in den Himmel loben. Man muss eben differenzieren: Natürlich wird mit DLC zum Teil Schindluder betrieben. Das bedeutet aber nicht, dass DLC generell schlecht ist, sondern eben nur in diesen Fällen schlecht genutzt wird. EA und Ubisoft DLC beeinflussen mich als Spieler nicht negativ, weil ich sie schlicht nicht kaufe wenn sie mir nicht gefallen. Und wenn mir der Content gefällt, aber zu teuer ist, dann warte ich eben ein wenig. Aber nur weil DLC in einigen Fällen, von gewissen Publishern schlecht benutzt wird muss man nicht jegliche Nutzung von DLC verachten.
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Phayne »

Bin ich der einzige, der sich fragt, was an den großen Triple-A Titeln der letzten Jahre in irgendeiner Form besser geworden ist (abgesehen von der Optik)? Ich sehe da eher eine gegenteilige Entwicklung. Schlauchlevel, ständig gleiches Gameplay und Spielzeit, die weiter und weiter zusammenschrumpft. Ich sehe da jetzt keine Leistung, die in irgendeiner Form eine Preissteigerung rechtfertigt. 6-8 Stunden Spielzeit für ~60+€, dazu das goldene Waffenpaket für nur 5,99€. Ziemlich teure Kinokarte.

Zum Thema Warhammer: War doch abzusehen, dass bei Warhammer mit seinen gefühlt 500 Völkern der DLC-Zug nicht lange auf sich warten lässt. Ich sehe da jetzt allerdings auch nicht so das Problem. Wer das Spiel direkt zum Release/Vollpreis im Regal haben wollte, für den wird es nun keinen großartigen Unterschied machen, ob er das Spiel eine Woche vor mit Bonus oder eine Woche nach Release ohne Bonus bestellt. Ich denke, jemand, der wirklich Interesse an dem Spiel hat, wird sich auch ohne ausführlichen Spieletest vorab eine Meinung bilden können, ob ihm das Ganze zusagt oder nicht. Wer es nicht unmittelbar zum Release kaufen wollte, der kann sich entspannt zurücklehnen, warten, bis der Preis fällt und den Preorder-Bonus halt zusammen mit dem oder den anderen bis dahin unter Garantie erschienenen DLC-Völkern im Bundle kaufen. Verarscht fühlen würde ich mich hier nur dann, wenn kein Preorder-Bonus angesetzt wird, aber die vier Wochen nach Release plötzlich mit dem Chaos-Paket für 10,59€ um die Ecke kommen.
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Senseo1990 »

Phayne hat geschrieben:Bin ich der einzige, der sich fragt, was an den großen Triple-A Titeln der letzten Jahre in irgendeiner Form besser geworden ist (abgesehen von der Optik)? Ich sehe da eher eine gegenteilige Entwicklung. Schlauchlevel, ständig gleiches Gameplay und Spielzeit, die weiter und weiter zusammenschrumpft. Ich sehe da jetzt keine Leistung, die in irgendeiner Form eine Preissteigerung rechtfertigt. 6-8 Stunden Spielzeit für ~60+€, dazu das goldene Waffenpaket für nur 5,99€. Ziemlich teure Kinokarte.
Ich könnte umgekehrt in ähnlicher Art und Weise argumentieren: "Kann mir mal jemand sagen, was abseits des Gameplays, in den letzten Jahren schlechter geworden ist?"
Man kann nicht einfach Hauptfaktoren ausblenden und nur einzelne Punkte bewerten.

Wer Battlefield 2 und 3 vergleicht und da keine Content- und Qualitätsentwicklung sieht dem kann man nun wirklich nicht mehr helfen.

Und letzten Endes ist doch auch der 60€ Neupreis nur ein Phänomen der Konsolen. PC-Titel kosten, genau wie damals, neu 40-50€. Das teuerste Spiel der letzten Jahre war für mich GTA 5 für 50€. Fallout 4 habe ich auch für 39,99€ am Erscheinungstag gekauft.
Und selbst bei Star Wars Battlefront kritisiere ich nicht das Preis-Content-Verhältnis (auch wenn das selbst in meinen Augen grenzwertig ist). Die hier gelieferte Technik ist grandios und eben ein essentieller Teil des Produkts und Grund für die hohen Entwicklungskosten. Gekauft habe ich es nur nicht, weil ich nicht mehr Teil der Zielgruppe bin und mir das Gameplay dementsprechend nicht liegt.
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Kajetan
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Re: Total War: Warhammer: Nutzerkritik an Vorbesteller-DLCs entmutigt Entwickler

Beitrag von Kajetan »

Senseo1990 hat geschrieben: http://store.steampowered.com/app/404090/
"Hält sich stark in Grenzen" habe ich geschrieben. Und der Satz ging noch weiter. Dass Bethesda überhaupt keinen DLC anbietet, habe ich ja auch nicht gesagt. Aber DLC wird NICHT benötigt, um profitable AAA-Spiele zu machen. DLC dient nur der Umsatzmaximierung. Bethesda treibt es nur nicht auf die Spitze, weil man, im Gegensatz zu den Majors, nicht das Geschäftsmodell "Möglichst hohe Umsätze in möglichst kurzer Zeit" verfolgt.
aber nur weil DLC in einigen Fällen, von gewissen Publishern schlecht benutzt wird muss man nicht jegliche Nutzung von DLC verachten.
Ich verachte DLC nicht grundsätzlich. Ich kann anerkennen, dass DLC ein guter Weg ist den Umsatz zu erhöhen, weil 20 kleine Pakete langfristig mehr Geld einbringt als ein großes. Wenn ich aber lese, dass DLC angeblich notwendig ist, damit AAA-Spiele profitabel sein können und ohne DLC die Spieleindustrie dicht machen muss ...

Weisst Du, ich mag es nicht verarscht zu werden. Wenn mir jemand sagt, dass man Chaos nur als DLC für TW:WH anbieten kann, weil sonst großes Ach und Weh ... dann komme ich mir dezent verhohnepiepelt vor. Denn das ist schlichtweg dummes Gefasel. Wenn er sagen würde, dass Chaos nur als DLC verfügbar ist, weil man um die Popularität von Chaos bei Warhammer weiß und damit den Umsatz steigern will, dann wäre das immerhin ehrlich und aufrichtig. Damit komme ich besser klar als mit diesem Rumgestammel wegen angeblichen Notwendigkeiten.