Temeter hat geschrieben:Wie gesagt, auf der einen Seite haben wir einen börsennotierten Konzern, der sich in erster Linie für Profit interessiert, und auf der anderen Seite eine Nische bedienende Indiekünstler. Das alleine kannt schon Konflikte auslösen, ohne ungewöhnliches Fehlverhalten von irgendwem.
Das denke ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich ein grobes Fehlverhalten von Sony ist. Selbst wenn, dann sind das wahrscheinlich personenabhängige Probleme oder spezifische Probleme, die sich entweder auf das Studio, deren Mitarbeiter oder eben die Zusammenarbeit mit Vertretern des Publishers ergeben.
Nichts was man jetzt in ein "Sony ist böse" umwandeln muss. Viel eher denke ich hier wirklich, dass die Interessen und Wertevorstellung von Sony und Chinese Room auseinandergeht.
Andererseits frage ich mich, wenn es wirklich um Deadlines geht, wie Sony das dann mit den Machern von "The Last Guardian" handhabt. Aber vielleicht haben sie einfach ein größeren Marktanteil zu erwarten, weshalb man ihnen mehr Zeit und ein größeres Buget zur Verfügung stellt?
Wie gesagt, ich vermute eher, dass das wirklich der alte Kampf "Verleger gegen Künstler" ist. Den gibts ja nicht nur in der Spielebranche. Bei Autoren, Comic- und Mangazeichnern oder selbst bei Journalisten gibt es dieses Problem. Das ergibt sich einfach zwangsläufig daraus, weil zwei Parteien zusammenarbeiten, die nicht zwangsläufig deckungsgleiche Interessen haben und einander dennoch brauchen.
Darum finde ich auch nicht, dass es falsch ist, solche Äußerungen immer erst nach Beeindung eines Beschäftigungsverhältnis zu tätigen. Vor allem als Verantwortliche in leitender Position kann man sowas einfach nicht verantworten. Das man als offene und ehrliche Person aber ein Interesse hat, seine Sorgen und Nöte auch mal verbal öffentlich kommunizieren zu wollen ist nur allzu menschlich und sollte jedem hier eigentlich klar sein. Und da bleibt am Ende dann nur die Möglichkeit, sowas zu machen, nachdem man sicher ist, dass es für einen selbst und evtl. sogar für (ehemalige) Kollegen problematisch wird.
Und selbst jetzt noch erfordert es einen gewissen Mut offen darüber zu sprechen. Schließlich macht sie sich dafür für potenzielle, zukünftige Arbeitgeber nicht allzu attraktiv. Von daher kann ich mich nur wiederholen: Respekt!
MfG Ska