darksim hat geschrieben:
Gerade Spiele wie Dear Esther zeigen doch gut, dass es Spieler gibt, die sich nur in fremde Welten "entführen" lassen möchten. Das Spiel bietet ansonsten ja keinerlei spielerischen Anspruch, weshalb ein wählbarer Schwierigkeitsgrad und richtige Gameplay-Elemte sogar komplett weg fallen. An Dear Esther hat man gut gesehen, was für Wellen es als Spiel geschlagen hat. Sogar als Wandersimulator betitelt man es. Die vermeintlich "richtigen Spieler" stehen da nur kopfschüttelnd daneben und lachen sich in Fäustchen, wie man nur so etwas spielen kann. Auch weil es keinerlei spielerische Herausforderung bietet. Wenn man versteht, warum jemand solche Spiele bevorzugt spielt, versteht man auch, warum es heutzutage so wichtig ist, Spiele mit möglichst niedrigen Einstiegshürden zu versehen. Das bezieht sich eben auch auf Resident Evil.
Das ist jetzt aber genrespezifisch, da Spiele wie Dear Esther nunmal auf Storytelling fokussiert sind. Wenn wir schon dabei sind: Gerade in Spielen wie RE, das eine bedrohliche und aus den Fugen geratene Welt thematisiert, nimmt man dem Spieler doch jegliche Immersion, wenn die Gegner keine Herausforderung darstellen. Du kannst doch nicht im Intro von bedrohlicher Zombieinvasion reden, die reihenweise ausgebildete Spezialeinheiten niedermetzeln und im Spiel die Gegner dann so harmlos machen, dass es quasi unmöglich ist zu sterben. Woraus besteht das Spiel dann noch genau? Einer nicht existenten Drohkulisse in einer zerstörten Welt in der man von Speicherpunkt zu Speicherpunkt hechtet? Ich verstehe deinen Ansatz aber wie ich schon sagte, man muss da bei den Genres und auch den Spielen selbst differenzieren. Für diesen Ansatz gibt RE meiner Meinung nach nicht genug her, da es allein von seiner bedrohlichen Stimmung lebt.
Es gibt bestimmt Spieler da draußen, denen sogar schon dieses Resident Evil in dem Standard Schwierigkeitsgrad zu schwer ist. Es gibt heute so viele Gelegenheitsspieler. Auch diese Spieler sollen meiner Meinung nach den leicht Möglichsten Zugang zum Spiel haben. Eventuell auch, um von dem gelegenheitsspielen wegzukommen. Sie haben ja schließlich immer die Möglichkeit die Herausforderung entsprechend nach oben zu drehen, oder beim zweiten Durchgang eine Schwierigkeitsstufe nach oben zu schrauben (Das sollten sie aber selbst entscheiden können). Das Ganze muss auch nicht ausgerechnet oder gerade bei bei Resident Evil so sein. Es sollte sogar bei jedem (!) Spiel so sein. Selbstverständlich immer mit der Möglichkeit einen Schwierigkeitsgrad zu wählen, den jeden Spielertyp herausfordert. Mehr versuche ich dir hier gar nicht zu verstehen zu geben. Das Remakes jetzt eben auch in das von mir (und vielen Gelegenheitsspielern) gewünschte Muster umgemodelt wird, ist doch Prima.
Ich will dir jetzt nicht zu nahe treten aber das klingt für mich nach typischem Marketing Gewäsch mit genau einer zentralen Aussage: Da draussen gibt es noch ein paar kleine Käuferschichten, die wir bisher noch nicht abgeschöpft haben - lasst uns die jetzt auch noch versuchen mitzunehmen. Die Spiele, bei denen der Anspruch nicht eines der zentralen Spielelemente ist, besitzen in den meisten Fällen bereits mindestens die klassischen drei Schwierigkeitsgrade (easy, medium, hard). Ersterer ist eigentlich IMMER so gehalten, dass Anfänger ohne große Probleme das Spiel beenden können. Warum da nun noch ein super-easy Mode draufgelegt wird, der dem Spiel wirklich jeglichen Anspruch nimmt, erschließt sich mir einfach nicht. Um nahezu vollends passiv vorm Bildschirm zu sitzen und sich lediglich auf die paar Storyfetzen zu konzentrieren, die ein RE heutzutage bietet? Dann wäre es einfacher sich schlicht ein Playthrough anzusehen.
Dieses Gefühl bestätigt sich aber jedes mal aufs neue, wenn ich Kommentare zu genau diesem Thema lese. Wenn ich sehe, wie die Horden an Spielern fast schon Amok läuft, nur weil der Entwickler es wagt, einen "Super-Easy-Mode" in eines seiner Spiele zu integrieren. Fast so als würde man den "Hardcore-Gamern" ihr Spiel kaputt machen.
Amok läuft eigentlich niemand. Man hinterfragt schlicht und ergreifend, welchen Sinn ein solcher Modus hat. Den Hardcore Spielern, die sich tatsächlich ihre Herausforderung nahezu ausschließlich in Games suchen, ist das recht egal. Die fassen Easy und Medium eh erst garnicht an. Diese Personen sind allerdings ein recht kleiner Prozentsatz gemessen an der Gesamtspielerschaft. Von daher musst du dir da nichts auf dein Alter einbilden. Der Großteil der Spieler macht das ganz genauso, egal ob 13 oder 30 :wink: .
Das gleiche Theater gab es z.B. auch, als Nintendo den Easy-Mode für Yoshis Wolly World oder diesen nahezu "unbesiegbar-Modus" in Super Mario 3D World gezeigt hat. Prompt kamen vermeintliche "Profi-Gamer" aus den Löchern gekrochen und beschwerten sich darüber wie man nur so einen Modus für verweichlichte Spieler integrieren kann (Eben die "Früher war alles besser" Fraktion. Dabei bieten beide genannten Spiele noch mehr als genug Herausforderung für fortgeschrittene Spieler. Besonders wenn man sie zu 100% abschließen will. Man bekommt ständig das Gefühl, die sich beschwerenden Spieler fühlen sich durch einen "Easy-Mode" persönlich angegriffen.
Ich denke die fühlen sich weniger dadurch angegriffen (die herkömmlichen Schwierigkeitsgrade sind ja trotzdem vorhanden) sondern belächeln eher den offensichtlichen Versuch des Publishers, das Spiel auf biegen und brechen auch noch dem letzten Typen verkaufen zu können, der selbst die simpelsten Spielmechaniken nicht checkt.